Gülle ist wertvoller organischer Dünger - Landwirtschaft modern, effektiv und zeitgemäß im Rhein-Lahn-Kreis (Foto: Andy Walther)

Gülle ist wertvoller organischer Dünger – Landwirtschaft modern, effektiv und zeitgemäß im Rhein-Lahn-Kreis

in Panorama/VG Aar-Einrich

BREMBERG Moderne Ausbringtechnik verhindert Geruchsbelästigung, schont den Acker und liefert wertvollen, natürlichen, organischen Dünger, der nicht erst unter der Nutzung
teurer und z. Z. knapper Energie chemisch-synthetisch produziert werden muss. Das spart Kosten für den Landwirt, ist schonend und nützlich für die Umwelt, fördert das Bodenleben im Acker effektiv und gefährdet nicht das Grundwasser. Die Ausbringung und unmittelbare Einarbeitung der Rindergülle mit dem Claas Xerion 4000 ZUNI-X-Trac direkt in die obere Schicht des Ackers von Landwirt Jörg Theis aus Biebrich im Rhein-Lahn-Kreis durch das landwirtschaftliche Lohnunternehmen Max Wagner aus Dachsenhausen im Rhein-Lahn-Kreis ist eine ressourcenschonende und damit nachhaltige Düngung und ein das Saatbeet schon gleichzeitig vorbereitender Arbeitsgang.

Der unmittelbare Kontakt der Rindergülle mit der Ackerkrume (oberste Schicht des Ackers oder des Gartenbodens) sorgt für eine nachhaltige Umsetzung der enthaltenen Nährstoffe und liefert diese kontinuierlich über die Vegetationsphase für die entsprechenden Nutzpflanzen.

In diesem Fall ist das der Raps, der von Landwirt Jörg Theis in den kommenden Tagen dort gesät wird. «Raps benötigt über die gesamte Vegetationsperiode eine Stickstoffmenge von insgesamt etwa 170 kg reinem Stickstoff. Davon liefert die heute ausgebrachte Rindergülle schon rund 60 kg», erläutert Jörg Theis.

Das Bodenleben profitiert enorm von diesem natürlichen und organischen Dünger und die Gülle trägt zur wichtigen Humusbildung im Ackerboden bei. Das kann ein chemisch-synthetischer Dünger nicht, da in diesem keine organischen Substanzen enthalten sind. Die Gefahr einer Auswaschung von Nitrat in das Grundwasser ist bei entsprechender und sachgerechter Ausbringung und Einarbeitung der Gülle gleich null!

Foto: Andy Walther

Das der Landwirt Jörg Theis mit dem landwirtschaftlichen Lohnunternehmen Max Wagner bei der sach- und fachgerechten Ausbringung der Gülle zusammenarbeitet, bringt ihm noch weitere Vorteile. Die Scheibenegge und die nachlaufenden Packerwalzen bereiten das Saatbeet schon sehr gut vor, so dass nur noch ein evtl. Arbeitsgang vor der Aussaat erledigt werden muss. Das spart Diesel und Arbeitsstunden, schont den Acker und entlastet Jörg Theis beim Arbeitsaufwand während der Aussaat.

Jörg Theis sagt: «Mit spitzem Bleistift gerechnet ist es für mich kostengünstiger diese Arbeitsgänge von einem Lohnunternehmen durchführen zu lassen, denn mich würde es ja ebenso Geld, Zeit und Diesel kosten, wenn ich das selbst erledige.» «Ein weiterer Vorteil ist, dass Max Wagner mit seiner modernen Maschine die ausgebrachte Gülle exakt dosieren kann, viel genauer als mir das mit dem «Güllefaß» gelänge», ergänzt Jörg Theis.

Jörg Theis, Landwirt aus Biebrich im Rhein-Lahn-Kreis

Moderne und effektive Landwirtschaft wird durch überbetriebliche Zusammenarbeit zwischen Landwirten oder durch den Einsatz von spezialisierten landwirtschaftlichen Lohnunternehmen nachhaltiger, weil diverse notwendige Arbeiten durch die effektivere technische Ausstattung z. B. eines Lohnunternehmens in der Landwirtschaft wirtschaftlicher und eben ressourcenschonender und damit umweltfreundlicher ausgeführt werden können.

Das einfachste Beispiel ist hier der Mähdrescher. Oft ist es so, dass Lohnunternehmer mit aktueller Technik ausgestattet sind, die sich ein kleiner, bäuerlich wirtschaftender Landwirt nicht ohne Weiteres leisten kann oder will. Viele Landwirte, die kein Vieh mehr halten und dadurch z. B. reine Getreidebaubetriebe sind verfahren oftmals schon lange Zeit nach diesem Prinzip. Diese Joint Ventures werden in der Zukunft noch an Bedeutung gewinnen, weil es wirtschaftlicher, nachhaltiger und umweltschonender ist, wenn nicht jeder Landwirt selbst einen allumfänglichen Maschinenpark unterhalten muss. Wie so oft im Leben steckt bei diesen Zusammenhängen der Teufel im Detail.

Jörg Theis, Landwirt aus Biebrich im Rhein-Lahn-Kreis – Foto: Andy Walther

Die Landwirte sind ständig wachsenden gesellschaftlichen und politischen Anforderungen ausgesetzt. Wir, die Verbraucher, wollen möglichst günstige Lebensmittel in allerbester Qualität einkaufen können. Diese sollen regional, nachhaltig und umweltschonend produziert werden.

Das unsere Landwirte immer weitere und neue Vorschriften, Verordnungen und Auflagen beachten und einhalten müssen und einen enormen Verwaltungs- und Büroaufwand, neben den oft langen Arbeitstagen, zu leisten haben wird meistens nicht gesehen. Dazu sieht sich die Landwirtschaft allgemein oft mit gesellschaftlicher Geringschätzung konfrontiert. Oft existiert in unseren (Verbraucher-)Köpfen ein idealisiertes Bild und/oder eine Art romantischer Vorstellung davon, wie Landwirtschaft betrieben werden soll. Sieht der
Laie eine große landwirtschaftliche Maschine – z. B. einen Schlepper oder Mähdrescher – im Einsatz auf dem Acker oder beim Transport auf der Straße heißt es oft: «Da schau hin! Den Landwirten geht es doch gut! Wer sich solche großen und teuren Maschinen leisten kann, dem geht es doch wirtschaftlich gut!»

Foto: Andy Walther

Fakt ist, dass aktuelle und moderne landwirtschaftliche Maschinentechnik, einen geringeren Kraftstoffverbrauch hat und an die Erfordernisse einer modernen und schlagkräftigen und umweltschonenden Landwirtschaft angepasst ist. Hier als Beispiel der PKW. Vor zehn bis zwanzig Jahren war der Kraftstoffverbrauch bei den PKW’s noch deutlich höher als heute. Würden Sie einen technisch veralteten Neuwagen kaufen?! Wohl kaum!

Die Landwirte, nicht nur, im Rhein-Lahn-Kreis sind innovativ denkende und verantwortungsbewusst handelnde Menschen. Ihnen gebührt vor aller Kritik zunächst einmal die unbedingte Anerkennung und Wertschätzung dafür, dass sie unsere Nahrungsmittel produzieren. Durch und mit ihrer tagtäglichen Arbeit sorgen sie dafür, dass wir «etwas zu beißen» haben! Da kann man eigentlich nur herzlich Dankeschön sagen – oder?!

Entwicklung bedeutet Fortschritt gerade in der Landwirtschaft. Deshalb ist es ja vielleicht eine gute Idee, mit den Landwirten und deren Familien erstmal zu sprechen, bevor man sich zu wenig sinnvollen und unintelligenten «Stammtischparolen» hinreißen lässt?! Um verstehen zu können, warum jemand etwas wie tut, kann es sehr hilfreich sein einige Kilometer in den Schuhen des Gegenübers zurückzulegen!

Foto: Andy Walther

Die Zukunft wird immer größere Anforderungen an die Landwirte und deren Familien stellen. Stichpunkte: Klima, Umwelt, Auflagen, wirtschaftliche Herausforderungen usw.. Ich finde es klasse, dass Jörg Theis die Gülle von Max Wagner mit moderner Technik ausbringen lässt, da sie so nicht umweltschädlich ist, es keine Geruchsbelästigung gibt und Jörg Theis teuren und energetisch aufwändig hergestellten Mineraldünger einspart. So geht moderne Landwirtschaft! Von Andy Walther – Bremberg Fotos © 2022 by Andy Walther

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