Michael Brüggemann (Die PARTEI), Stadtrat in Bad Ems: „Ich sehe lieber rot als schwarz!“

Interview: Michael Brüggemann (Die PARTEI), Stadtrat in Bad Ems: „Ich sehe lieber rot als schwarz!“ bei der Landratswahl

in Politik/Rhein-Lahn-Kreis

BAD EMS Interview des BEN Kurier mit dem Bad Emser Stadtratsmitglied Michael Brüggemann von der Partei – Die PARTEI. 

BEN-Kurier: „In den letzten Jahren hat man Dich als Kandidat auf vielen Wahlscheinen gefunden. 2018 bei der Verbandsgemeinderatswahl Bad Ems-Nassau. 2019 hast Du als Kandidat für das Europarlament auf dem Wahlschein gestanden, für den Stadtrat in Bad Ems und als Bürgermeister kandidiert. Im Superwahljahr 2021 hast Du sowohl zum Landtag RLP kandidiert, als auch als Direktkandidat des Wahlkreises 199 (Koblenz) für den Bundestag.“

Michael Brüggemann (Die PARTEI), Stadtrat in Bad Ems: „Ich sehe lieber rot als schwarz!“

Michael Brüggemann: „Ja, das ist soweit richtig. Ich muss dazu sagen das so eine Kandidatur auch immer mit der Gefahr verbunden ist, ein Mandat zu gewinnen. So geschehen 2019. Seit dem sitze ich zum Unmut anderer, aber auch zu meinem, im Stadtrat in Bad Ems. Die PARTEI stuft so ein Mandat eher als Betriebsunfall ein. Nichts desto trotz nehmen wir den uns übertragenen Regierungsauftrag sehr ernst und machen oft die Realpolitik, während sich die anderen Parteien auf die Satire konzentrieren.“ (zwinkert)

BEN-Kurier: „Zur Landratswahl stehen nur zwei Kandidaten auf dem Wahlschein. Warum nicht auch Dein Name?“

Michael Brüggemann: „Nun, das ist schnell erklärt. Da wir als populistische Kleinstpartei nicht zu den privilegierten Parteien gehören, müssen wir nicht nur in einer Mitgliederversammlung unseren Kandidaten wählen, sondern auch noch eine gewisse Anzahl an Unterstützerunterschriften sammeln und einige bürokratische Hürden nehmen, bevor wir vom Landeswahlleiter zur Wahl zugelassen werden.

Für die Wahl zum Landrat wären das 220 Unterstützerunterschriften gewesen. Die müsste man auch erst einmal sammeln. In Zeiten der Pandemie kann man sich die Herausforderung, nicht nur einer Mitgliederversammlung, sondern auch der Sammelaktion vorstellen.“

Michael Brüggemann: “Ich persönlich würde eher dem SPD Kandidaten Denninghoff meine Stimme geben.“

BEN-Kurier: „Also war Euch der Aufwand zu groß?“

Michael Brüggemann: „Nein, die Arbeit zu viel.“ (lacht)

BEN-Kurier: „Gibt es für Euch, da Ihr keinen eigenen Kandidaten stellt, denn einen Wunsch-Landrat?“

Michael Brüggemann: „Am besten ist es natürlich immer selber auf dem Wahlschein zu stehen. Da weiß man wenigstens wen man wählen soll. Für ‘uns’ als PARTEI kann ich natürlich nicht sprechen, da wir ja viele MitgliederInnen und SymphatiesantInnen im Kreis haben. Persönlich sehe ich aber lieber rot als schwarz. Also ja, ich persönlich würde eher dem SPD Kandidaten Denninghoff meine Stimme geben.“

BEN-Kurier: „Hat das mit einer generellen Ablehnung der CDU zu tun?“

Michael Brüggemann: „Nein, ich lehne die CDU ja nicht generell ab. Auch wenn man sich das nicht vorstellen kann, selbst in der CDU gibt es gute Politiker. Ich könnte jetzt jedoch adhoc keinen Namen nennen. (lacht wieder) Grundsätzlich stehe ich aber natürlicherweise den Sozialdemokraten näher. Alleine schon wegen des Namens. ‘Sozial’ und ‘Demokraten’! Obwohl man manchmal das Gefühl hat das sich die SPD des Sinnes dieses Wortes auch nicht immer bewusst ist.“

BEN-Kurier: „Und was sind die Gründe für Deine Wahlempfehlung?“

Michael Brüggemann: „Als Wahlempfehlung würde ich das nun nicht bezeichnen wollen, sondern als persönliche Einschätzung. Ich möchte die kurz erläutern, denn ich betrachte Vorgänge/Dinge gerne etwas genauer und ziehe auch andere Betrachtungsweisen in meine Beurteilung mit ein.

Eine Landratswahl ist ja oft eine Personenwahl. Allerdings darf man hier nicht nur die Persönlichkeiten betrachten, sondern auch die Parteizugehörigkeit und die Tatsache, dass wir eine rote Landesregierung haben. Ich vermute ein ‘roter’ Landrat wird in Mainz auf offenere Ohren und bessere Kontakte zurückgreifen können, als ein ‘schwarzer’ Landrat. Auch wenn immer alle sagen die Parteizugehörigkeit würde keine Rolle spielen. Aus der Erfahrung heraus kann ich sagen, das tut sie leider oft doch.

Für mich ist also klar das Denninghoff, meiner Meinung nach übrigens ein überlegt handelnder Mensch, bürgernah und einer der sich stets bemüht, vermutlich die bessere Wahl zum Landrat ist. Auch aufgrund seiner Expertise und seiner Erfahrungen aus dem Landtag.

Michael Brüggemann: Udo Rau macht einen interessanten Wahlkampf – Man muss aber klarstellen, wählt man Rau – wählt man die CDU

BEN-Kurier: „Und was kannst Du zu Udo Rau sagen?“

Michael Brüggemann: „Mir ist aufgefallen das Udo Rau einen interessanten Wahlkampf macht. Er ist ja Gemeinschaftskandidat von CDU und Freien Wählern. Auf seinen Plakaten und Bannern taucht das Logo beider Parteien/Wählervereinigungen aber nicht auf. Das wird sicherlich damit begründet sein das er als Landratskandidat aller Menschen im Kreis wahrgenommen werden möchte. Ich denke aber das man schon klarstellen sollte das wenn man Rau wählt, man seine Stimme eben CDU und Freien Wähler gibt. Jüngst stand in Udo Raus Porträt in der Rhein-Lahn-Zeitung als Überschrift: „Mit konservativen Werten in die Zukunft“.

Ich möchte Konservatismus kurz erklären. Konservatismus; von lateinisch conservare „erhalten“, „bewahren“ oder auch „etwas in seinem Zusammenhang erhalten“) „ist ein Sammelbegriff für eine geistige und politische Bewegung, welche die Bewahrung bestehender oder die Wiederherstellung früherer gesellschaftlicher Ordnungen zum Ziel hat“. Dem Konservatismus liegt „der Gedanke einer politischen und geistigen Kontinuität und einer Orientierung an bewährter, historisch gewachsener Tradition“ zugrunde.

Michael Brüggemann: Rau steht für konservative Werte – Wir brauchen aber eher Kreativität, Innovation und Aufgeschlossenheit für Veränderungen und das ist für mich eher Denninghoff

Für die Zukunft sind das in meinen Augen aber keine Kriterien. Für Fortschritt und Entwicklung brauchen wir kein Festhalten an „Bewährtem“, sondern Kreativität, Innovation und die Aufgeschlossenheit für Neuerungen und Veränderungen.“

BEN-Kurier: „Danke für Deine Einschätzung.“

Michael Brüggemann: „Gerne. Und danke das Ihr an meiner Einschätzung interessiert wart.“

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