Connect with us

VG Nastätten

Polizist, Bürgermeister und Innenminister: Das bewegte Leben des Nastätter Karl Peter Bruch

Veröffentlicht

am

Foto: Anja Schrock

NASTÄTTEN Kurz nach dem Krieg erblickte Karl Peter Bruch am 17. Juli 1946 in Nastätten im Blauen Ländchen das Licht der Welt. Schon als kleines Kind träumte er davon, später einmal bei der Polizei arbeiten zu dürfen und genauso kam es. Nach der Schulausbildung mit dem Abschluss der mittleren Reife ging es 1964 für Karl Peter Bruch zur Ausbildung zum Polizeibeamten. 1987 schied der heute 77-Jährige als Kriminalhauptmeister aus dem Beruf aus. Vorher war er im Polizeidienst in Lahnstein und Koblenz tätig.

Heute sind bei der Polizeiarbeit Spezialisierungen Normalität. Damals waren die Beamten für alles zuständig. So konnte es vorkommen, dass ein Polizeibeamter einen Diebstahl behandelt, aber auch Drogendelikte oder sogar einen Mord (Süddeutsche Zeitung 30.01.2005). Im Anschluss ging es für den engagierten SPDler in die Politik. 22 Jahre (1979 – 2001) lang übte Karl-Peter-Bruch das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters der Stadt Nastätten aus. Zusätzlich ging es für ihn von 1987 an, als Abgeordneter in den Landtag Rheinland.

Anzeige
video
play-sharp-fill

1991 endete die CDU Regentschaft im Land und die SPD übernahm mit der FDP in einer Koalition das Ruder. Seinerzeit war Rudolph Scharping Ministerpräsident. Karl-Peter Bruch übte das Amt des parlamentarischen Geschäftsführers in der SPD-Fraktion aus. 2001 schied er aus dem Landtag aus und wechselte als Staatssekretär in Innenministerium von Walter Zuber. Im Februar 2005 löste er den aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen Zuber ab und bekleidete bis 2011 das Amt des Innenministers. Auf ihn folgte Roger Lewentz ins Amt.

Anzeige

Karl Peter Bruch engagiert sich seit 2010 als stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz und dem angrenzenden Saarland.  Zusätzlich hat er seit 2011 das Amt des Präsidenten im Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband-RLP inne. Und ganz nebenbei wurde er 2011 für seine damals dreijährige Amtszeit zum Vorsitzenden der Hauptversammlung der Diakonie Hessen-Nassau gewählt.

Für sein vielfältiges Engagement und Lebenswerk wurde Karl Peter Bruch vielfältig ausgezeichnet. Er ist seit 2001 Ehrenbürger der Stadt Nastätten, seit 2009 mit der Senator-Lothar-Danner-Medaille des Bundes gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr geehrt und wurde mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Doch was macht der verheiratete Familienvater von zwei Kindern heute? Einfach nur Rentner sein dürfen und die Seele baumeln lassen? Genau das wollte Anja Schrock in ihrer Serie wissen und besuchte den ehemaligen Innenminister in seiner Heimatstadt Nastätten.

Print Friendly, PDF & Email
Teilen Sie mit anderen
Weiterlesen
Zum Kommentieren klicken

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

VG Nastätten

Wir im Rhein-Lahn: Der Familienbetrieb Gebrüder Heymann in Nastätten

Veröffentlicht

am

von

Foto: BEN Kurier

NASTÄTTEN Vor rund 90 Jahren legte Karl Heymann den Grundstein für das heutige mittelständische Unternehmen Gebrüder Heymann, das über 120 Mitarbeiter beschäftigt. Ob er damals erahnte, was er geschaffen hatte? Wahrscheinlich nicht, denn der Anfang war durchaus mühsam. Von einer Familiensaga oder betrieblichen Dynastie konnte keine Rede sein. Der Fuhrpark bestand aus einem Fahrrad und einem Bollerwagen für die Malerfarbe. Eine motorisierte Unterstützung gab es 1934 nicht. Später übernahmen die Söhne Helmut und Herbert den elterlichen Betrieb. Ihre malerische Premiere feierten die Brüder in den 50er Jahren mit dem Anstrich des Geschäftshauses Schlieper in Nastätten.

1963 wurde der Firmensitz in Geisig eingerichtet, und 1965 gab es die erste Lackierkabine mit Frischluftzufuhr. 1973 kam der Durchbruch mit dem Anbau einer großen Halle mit Spritzkabine. Ab diesem Moment gab es auch drei verschiedene Geschäftszweige: die ursprünglichen Maler und Lackierer, Werbeschildmaler und Fahrzeuglackierer. Besonders die Fertigung der Werbeschilder war eine Kunst. Was heute präzise mit dem Drucker ausgeführt wird, war früher reine Handarbeit.

Anzeige

video
play-sharp-fill

Anzeige

Die Gebrüder Heymann erkannten frühzeitig Trends. Die Werbung auf Fahrzeugen gewann an Bedeutung. Auch dort wurde die Beschriftung zunächst in reiner Handarbeit ausgeführt. Vorgefertigte Schablonen gab es nicht, und heutige Klebetechniken waren gänzlich unbekannt. Heymann wurde zu einer festen überregionalen Größe bei der Fertigung von Werbeschildern. Eines kennen Sie bestimmt, ohne zu wissen, dass auch dahinter Heymann-Technik steckt: Der Schriftzug der Spielbank Bad Ems stammt aus dem Hause Heymann.

Die Gebrüder Heymann gingen nicht nur mit der Zeit, sondern setzten auch eigene Trends und Maßstäbe. Die Geschäftserweiterungen waren durchaus logisch, auch wenn sie im ersten Augenblick herrlich verrückt klingen mögen: vom Malerbetrieb zum Werbegestalter und Automobilbeschrifter. Schon in den 60er Jahren frönten die Heymänner dem Motorsport. Mit einem eigenen Stockcar-Team nahmen sie an zahlreichen Rennen teil. Und damit dürfte es nicht verwundern, dass es bei Heymann heute auch eine Unfallwagenreparatur für PKW und Busse gibt.

Was ist denn nun eigentlich Heymann? Eine Marke, aber wofür? Vielleicht von allem ein wenig. Wer heute das große neue Betriebsgelände in Nastätten besucht, findet dort verschiedene Geschäftsfelder des Familienbetriebs. Einerseits der herkömmliche Malerbetrieb, der aber nur noch wenig gemein hat mit der Vorstellung von 1934. In einer Karikatur aus den 70er Jahren heißt es: „Wir montieren einfach alles.“ Das passt auch zum Malerbereich. Vom Trockenbau über die Verlegung sämtlicher Bodenbeläge bis hin zur Wandverkleidung – es gibt nichts, was es nicht gibt. Und wer das Außergewöhnliche sucht, der wird auch das bekommen.

An der nächsten Stelle findet sich die Werbeabteilung. Per Hand wird da nur noch wenig getan. Ausgerüstet ist die Abteilung mit modernsten Plottern und Druckern. Ob Busbeschriftung für die Nationalmannschaft, das kleine Klingelschild oder die Autobeschriftung bis hin zu Wahlplakaten – sie machen wieder alles.

Die Heymänner und Heyfrauen bei den Gebrüdern Heymann in nastätten | Foto: BEN Kurier

Noch nicht genug? Weiter geht es zur Busabteilung. Dort werden Unfallfahrzeuge repariert, Sonderfahrzeuge ausgebaut und natürlich auf Wunsch beklebt. Bei Ausbauten darf es auch einmal eine Nummer größer sein. Für den arabischen Raum gibt es Notfallwagen, die mit unseren Vorstellungen von Rettungsdienst wenig zu tun haben. Alles luxuriöser und größer. Für die Monteure eine spannende und herausfordernde Aufgabe. Nicht ohne Grund erhält der Spezialist aus Nastätten Aufträge aus aller Herren Länder.

Die letzte Abteilung findet sich oberhalb der Heymann-Hallen im Gewerbegebiet von Nastätten. Dort werden Unfallfahrzeuge fachgerecht repariert. Dazu gehört auch die Pflege von Oldtimern und Rennwagen. Nun könnte man denken, dass es sich um eine Vielzahl von autonomen Unternehmen handelt, aber am Ende ist es eine Symbiose, die nur gemeinsam funktionieren kann. Das haben bereits die Gebrüder Helmut und Herbert Heymann erkannt, als sie das Zepter an ihre Kinder weitergaben.

Heute sind es nicht nur die Heymänner, sondern auch die Heyfrauen, die die Geschicke des Unternehmens leiten. Und schon jetzt folgen deren Kinder in verantwortliche Positionen oder stehen kurz davor. Die Mitarbeiter fühlen sich dem Unternehmen verbunden und vermitteln eine Art Lebensgefühl, das auf die Kunden übergesprungen ist. Und da sind wir wieder mitten im Artikel: Heymann ist längst zu einer bekannten Marke geworden.

Bescheidenheit, gepaart mit hervorragender Arbeitsqualität: ein Erfolgsrezept. Genau das sind die Unternehmen in unserer Serie „Wir im Rhein-Lahn“, die den Kreis repräsentieren und die wir suchen. Eine schöne Geschichte.

Print Friendly, PDF & Email
Teilen Sie mit anderen
Weiterlesen

Gesundheit

Gespräche laufen: Erhalt des Paulinenstifts als notwendig anerkannt

Veröffentlicht

am

von

Foto: BEN Kurier

NASTÄTTEN/MAINZ Eine Antwort auf seine aktuelle Kleine Anfrage zum Erhalt des Krankenhauses Paulinenstift in Nastätten hat jetzt der Diezer CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Lammert erhalten.  Zumindest sieht man die Notwendigkeit, dass das Krankenhaus in Nastätten bestehen bleibt und möchte dabei unterstützen“, fasst Lammert die Antwort zusammen.

Anzeige

Die Landesregierung geht in ihrer Stellungnahme auf das Landeskrankenhausgesetz ein und sieht eine Verpflichtung, den Erhalt zu fördern. Konkret verweist die Landesregierung auf Gespräche mit dem Träger und dem Rhein-Lahn-Kreis. Anlass für die Kleine Anfrage ist die mögliche Schließung des Krankenhauses in Nastätten im Zusammenhang mit der Zukunft des Gemeinschaftsklinikums.

Anzeige

Land antwortet auf Kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Lammert

Lammert hatte betont: „Das Paulinenstift in Nastätten stellt eine wichtige Säule der Grundversorgung für den Bereich der Verbandsgemeinde Nastätten und für den Rhein-Lahn-Kreis dar. Rund 30 000 Menschen in diesem Teil des Kreises hätten ansonsten Wege von mehr als einer halben Stunde zum nächstgelegenen Krankenhaus. Deshalb wollte der CDU-Abgeordnete wissen, mit welchen Maßnahmen die Landesregierung die Standortschließung des Paulinenstifts verhindern will und ob sie ihrer besonderen Rechtspflicht und ihrem Sicherstellungsauftrag nachkommen wird, indem sie das Paulinenstift erhält. Außerdem fragte er, ob die Landesregierung die Gefahr sieht, dass die Region medizinisch und kritisch unterversorgt wäre, wenn das Krankenhaus geschlossen wird. Er erkundigte sich, ob noch Gespräche zwischen der Landesregierung, dem Rhein-Lahn-Kreis und den Gesellschaftern des Gemeinschaftsklinikums laufen und wann das Gutachten zur medizinischen Versorgung in Rheinland-Pfalz und dem Rhein-Lahn-Kreis vorliegen soll, das Gesundheitsminister Hoch beim Besuch des Kreisausschusses am 4. März 2024 angesprochen hatte.

Anzeige
Anzeige

Hoch erklärte nun, dass das Paulinenstift „einen wichtigen Beitrag für die Grundversorgung im Rhein-Lahn-Kreis und darüber hinaus“ leistet. Das Landeskrankhausgesetz (LKG) schreibt vor, dass die Bevölkerung mit leistungsfähigen Krankenhäusern versorgt werden muss. Dieser Sicherstellungsauftrag ist eine öffentliche Aufgabe des Landes, der Landkreise und der kreisfreien Städte.

Das Land erfüllt diese Aufgabe, indem es den Landeskrankenhausplan und das Investitionsprogramms aufstellt und Krankenhäuser öffentlich fördert. Die Landkreise und kreisfreien Städte erfüllen ihre Aufgabe laut LKG als Pflichtaufgabe der Selbstverwaltung, indem sie Krankenhäuser errichten und unterhalten, soweit Krankenhäuser nicht von freigemeinnützigen, privaten oder anderen geeigneten Trägern errichtet und unterhalten werden.

Laut Gesundheitsminister Hoch befindet sich das Land aktuell in Gesprächen mit dem Rhein-Lahn-Kreis und dem Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein als Träger des Krankenhauses in Nastätten: Die Bedeutung des Krankenhauses ergebe sich auch daraus, dass für viele Menschen kein anderes Krankenhaus in unmittelbarer Nähe erreichbar sei. Deshalb erörtere man mit dem Träger und dem Rhein-Lahn-Kreis, in welcher Form und welchem Umfang in Nastätten weiter und wirtschaftlich tragfähig Leistungen der Grundversorgung angeboten werden können.

Anzeige

Das Gutachten zur Vorbereitung des neuen Landeskrankenhausplanes soll laut Hoch voraussichtlich im Herbst 2024 vorliegen.  Matthias Lammert kündigte abschließend an, das Thema auch weiter zu beobachten und zu hinterfragen.

Print Friendly, PDF & Email
Teilen Sie mit anderen
Weiterlesen

Gesundheit

Koblenzer Stadtrat und Kreistag stimmen Sanierungskonzept für das Gemeinschaftsklinikum in Grundzügen zu

Veröffentlicht

am

von

KOBLENZ/NASTÄTTEN Der Stadtrat der Stadt Koblenz sowie der Kreistag des Landkreises Mayen-Koblenz haben sich mit dem von der Roland Berger GmbH erstellten Entwurf des Sanierungsgutachtens für die Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein gGmbH (GK-Mittelrhein) befasst und diesen in den Grundzügen zur Kenntnis genommen. Damit verbunden ist die Bereitschaft der beiden Kommunen, dass dem Klinikunternehmen erneut starke finanzielle Unterstützungen von jeweils bis zu fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt und jeweils bis zu 25 Millionen Euro als kommunale Bürgschaften gewährt werden. Oberbürgermeister David Langner und Landrat Dr. Alexander Saftig wurden beauftragt, im nächsten Schritt mit den kirchlichen Stiftungen, als weitere Gesellschafter des GK-Mittelrhein, über die Umsetzung der Sanierungsvorschläge zu verhandeln. Bei einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung Mitte Juli soll über das Sanierungskonzept und die damit verbundenen einzelnen Maßnahmen beschlossen werden.

Die Umsetzung der Ein-Standort-Lösung, als Zusammenlegung der Krankenhäuser Kemperhof und Ev. Stift in Koblenz sowie die Generalsanierung des Standortes St. Elisabeth in Mayen werden weiterhin priorisiert verfolgt und bilden die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Aufstellung des GK-Mittelrhein.

Anzeige

Für die Standorte Heilig Geist in Boppard und Paulinenstift in Nastätten besteht die Möglichkeit des Erhalts durch bindende Vereinbarungen mit den beiden zuständigen Landkreisen, aufkommende Verluste auszugleichen. Dies kann beispielsweise durch den Abschluss eines Verlustübernahmevertrages zwischen der Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein gGmbH und dem Rhein-Lahn-Kreis für den Krankenhausstandort Nastätten sowie dem Rhein-Hunsrück-Kreis für den Krankenhausstandort Boppard geschehen. So haben die betroffenen beiden heimischen Landkreise die Möglichkeit, die Zukunft der beiden im Sanierungsgutachten zur Schließung vorgeschlagenen Standorte selbst zu bestimmen und die Krankenhäuser in Boppard und Nastätten dauerhaft zu erhalten. Da zwischenzeitlich die Landkreise Rhein-Hunsrück sowie Rhein-Lahn ihre Zustimmung zur Aufnahme von Verhandlungen erklärt haben, werden die Gespräche zügig und zielführend geführt.

Anzeige
Print Friendly, PDF & Email
Teilen Sie mit anderen
Weiterlesen

Trending

×

Hallo.

Klicke auf den Button um uns eine WhatsApp Nachricht zu senden oder sende uns eine Mail an redaktion@ben-kurier.de

× Whats App zum BEN Kurier