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Politik

Angst, nackte Angst geht um, nicht nur im Rhein-Lahn-Kreis!

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Bestes Brot, handwerklich hergestellt und täglich frisch im Rhein-Lahn-Kreis vom Bäcker vor Ort - das könnte bald Geschichte sein?! (Foto Andy Walther)

RHEIN-LAHN Discounter oder Handwerk – eine wichtige Entscheidung bei jedem Einkauf! Angst kann lähmend sein oder den Fluchtreflex auslösen. Das kennt wohl jeder auf die ein oder andere Art?! Ja! Ich habe Angst, Angst um unsere mittelständischen und handwerklich arbeitenden Bäcker und Metzger. Das geht nicht nur mir so! Wie fühlen sich die Metzger und Bäcker die aktuell unmittelbar und brutal getroffen werden von Inflation, den Nachwehen von Corona, astronomischen Energiepreisen, einer enormen politischen Unsicherheit und dem seit Jahren real existierenden Fachkräftemangel?

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Billigware oder echtes und gutes Handwerk?!

Wohin soll ein Handwerksmetzger oder der traditionsreiche Bäckermeister mit seinem Handwerksbetrieb um die Ecke fliehen bzw. ausweichen? Gelähmt von Angst zu sein fällt im Handwerk schlicht aus, da ja jeden Morgen wieder der Laden laufen muss. Es muss ja «irgendwie» weitergehen. Die Leute müssen ja etwas zu Essen haben, satt werden. Ohne Mampf kein Kampf! Also ran an die Brötchen und den Wurstkessel. Oft in aller Frühe, während so mancher noch tief und fest schläft – jeden Tag, jede Woche, jeden Monat und jedes Jahr und das bei vielen schon seit Generationen!

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Die Handwerksgesellen, Fachverkäufer im Handwerk und die kompletten Mannschaften der Handwerksbetriebe arbeiten für uns – uns alle – unter harten Bedingungen, damit wir etwas zu beißen haben. ALLE ausnahmslos ALLE die tagtäglich dafür Sorge tragen, dass wir sattwerden, mit ihrer Hände Arbeit, haben unser aller Dank und Respekt mehr als verdient.

«Oft werde ich nachts mit großer Sorge wach und ich weiß nicht wie wir als Familien- und Handwerksbetrieb die kommenden Monate überstehen werden und ob es uns in kommenden Jahr noch geben wird», hat mir kürzlich ein zweiundsechzig Jahre alter Bäckermeister gesagt. Das ist wirklich bitter, sehr bitter.

Ein Metzgermeister aus dem Rheingautaunuskreis meinte vorgestern zu mir: «Ich bzw. wir können unsere handwerklich hergestellten Qualitätswaren nicht zu Dumpingpreisen anbieten, wie es die Discounter machen, denn ich muss ja unsere Mannschaft an jedem Ersten des Monats bezahlen können. Wir haben da eine große Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern und deren Familien». Und weiter: «Die aktuellen Preisexplosionen bringen uns an den Rand unserer Möglichkeiten! Ich weiß nicht, wie das enden wird»?!

Bestes Brot, handwerklich hergestellt und täglich frisch im Rhein-Lahn-Kreis vom Bäcker vor Ort – das könnte bald Geschichte sein?! (Foto Andy Walther)

«Ob ich Angst habe fragst du mich? Natürlich! Wer hätte die in einer solchen Zeit mit diesen Belastungen, Anforderungen und Unsicherheiten nicht?», sagt mir ein Bäckermeister aus dem Rhein-Lahn-Kreis. Dann fügt er an: «Nur Angst hilft mir, meiner Familie und unseren Mitarbeitern nicht! Also machen wir, was ein mittelständischer Handwerksbetrieb macht. Wir packen an – jeden Tag wieder»!

Ganz klar! Es gibt viele Menschen deren Einkommen, obwohl sie jeden Tag arbeiten gehen und ihren Job machen, so knapp bemessen ist, dass sie es sich nicht leisten
können täglich frische Brötchen oder Wurst beim Handwerksmetzger oder -Bäcker zu kaufen. Daneben gibt es viele andere Gutverdiener die zwei bis dreimal im Jahr
Urlaub machen können und evtl. mal darüber nachdenken sollten ob sie nicht lieber mit etwas Verzicht auf Luxus das Handwerk vor Ort unterstützen und helfen, dass die Bäcker und Metzger überleben werden.

Jeder Euro, der im Discounter landet, ist ein kleiner Nagel in den Särgen des lebensmittelproduzierenden Handwerks! Geht das SO weiter ist die Konsequenz klar! Wollen wir das wirklich? Wir, die Verbraucher, haben es in der Hand, mit jedem Einkauf wieder! Mit dem Sterben des Handwerks würde ein gutes Stück unserer Kultur sterben. Vielfalt bei Brot, Brötchen, Gebäck, Wurst- und Fleischspezialitäten wäre dann Geschichte – für immer! Tradition lebt nur dort, wo sie gepflegt und gelebt wird. Tragen wir dazu bei, dass unsere Kultur und unsere Traditionen auch für unsere Kinder und Enkel noch erlebbar bleiben. Deutsche Wurstspezialitäten und deutsches Brot genießen Weltruhm. Warum wohl?

Der Preis den wir letztendlich alle für Billigware aus dem Discounter zahlen wird hoch sein! Keine Bäcker und Metzger mehr auf den Ortschaften und in den Stadtteilen. Statt dessen Discounter und deren billig produzierte Massenware. Der Job der Politik ist es jetzt für schnelle Hilfe und Entlastung bei den Energiepreisen zu sorgen. Metzger und Bäcker sind systemrelevant, weil sie gute und qualitativ hochwertige Lebensmittel vor Ort produzieren. Nahversorgung unabhängig von Transportkapazitäten. Der Job von uns Verbrauchern ist es vor Ort bei Metzger und Bäcker einzukaufen. DAS ist es, was hilft und nur DAS hilft! Die Politik kann nur dafür Sorge tragen, dass Energie zu bezahlbaren Preisen dem Handwerk zur Verfügung steht.

Mit jeder Bäckerei und jedem Metzger, der verschwindet, verschwinden auch die ortsnahen Jobs. Für immer! Dann ist Schluss mit dem Plausch an der Verkaufstheke – auch das ist ein Stück Kultur, das verschwinden wird. Für immer! Die Verantwortung tragen wir alle, jeder Einzelne von uns Verbrauchern. Mit jedem Einkauf treffen wir eine Entscheidung – für oder gegen unsere Handwerksbetriebe vor Ort, auf den Dörfern und in den Stadtteilen der Städte.

Die aktuellen Schwierigkeiten lösen wir nur alle gemeinsam Hand in Hand. Politik, Handwerk und Verbraucher! Von Andy Walther – für die Bäcker und Metzger nicht nur im Rhein-Lahn-Kreis Fotos © 2022 by Andy Walther

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Politik

SPD Kreistagsfraktion tauscht sich zur Zukunft der Kreis-Abfallwirtschaft aus

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SINGHOFEN  In den nächsten Wochen stehen wegweisende Entscheidungen zur Abfallwirtschaft im Rhein-Lahn-Kreis in den Kreisgremien an. Insbesondere wird zu entscheiden sein, ob und wie weit die Gebühren erhöht werden müssen. Um diese Thematik näher in der Fraktion erörtern zu können und sich für die Beratungen Hintergrundinformationen zu beschaffen, hat die SPD-Kreistagsfraktion um Carsten Göller das Abfallwirtschaftszentrum in Singhofen besucht. Mit dabei waren auch Landrat Jörg Denninghoff, die Erste Kreisbeigeordnete Gisela Bertram sowie die Kreistagsmitglieder Annette Wick und Peter Schleenbecker. Von der Werkleitung haben Thomas Fischbach und Andreas Warnstedt der SPD-Fraktion die aktuellen Zahlen sowie einige Themen für die Zukunft der Abfallwirtschaft erläutert. (mehr …)

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Politik

SPD-Kreisvorsitzender Mike Weiland bei SPD Burgschwalbach zu Gast

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BURGSCHWALBACH Auf Einladung der SPD Burgschwalbach besuchten der Kreisvorsitzende Mike Weiland sowie Klaus Föhrenbacher, Vorsitzender des Gemeindeverbandes Aar-Einrich, eine Mitgliederversammlung des dortigen Ortsvereins. Der Vorstand des kleinen SPD-OVs berichtete über die aktuelle Vereinsarbeit und tauschte sich mit dem Kreisvorsitzenden über mögliche Lösungsansätze aus. Ein neuer Vorstand, der im Januar gewählt werden soll, wird sich den Herausforderungen des traditionsreichen Ortsvereins stellen.

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SPD-Kreisvorsitzender Mike Weiland und Gemeindeverbandsvorsitzender Klaus Föhrenbacher bei SPD Burgschwalbach zu Gast

In einer offenen Aussprache monierte Bürgermeister Ehrenfried Bastian, dass von offizieller Seite zugesagte Baufortschritte bei der Renovierung der Burg Schwalbach auf sich warten ließen. Mike Weiland versprach, sich bei den zuständigen Stellen für einen zügigen Abschluss der Sanierungsarbeiten einzusetzen, was er auch zwischenzeitlich mit einer Sachstandsanfrage an den Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Finanzministerium, Dr. Stephan Weinberg, unternommen hat. Sobald ihm die Rückmeldung vorliegt, wird er dies rückkoppeln.

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Gesprächsbedarf sahen die Genossen auch in Sachen Sportförderung durch die VG Aar-Einrich. Das versprochene Konzept für die zukünftige Förderung des Sports in der noch jungen VG hängt derzeit in den Ausschüssen fest. SPD-Mitglied Manfred Schuhmacher monierte, dass die Vereine der VG aktuell ungleich und aus Sicht der Burgschwacher nicht fair behandelt werden. Klaus Föhrenbacher versicherte, dass sich die VG-SPD mit allen Mitteln für ein ausgewogenes Förderkonzept einsetzen wird.

Anknüpfend an die vorgetragenen Worte von Manfred Schuhmacher betonte Mike Weiland, dass die SPD-Kreistagsfraktion trotz schwieriger Haushaltslage im Rhein-Lahn-Kreis daran festhalte und sich dafür einsetze, unabhängig von den Fragen, die in der VG Aar-Einrich zu erläutern seien, die Sportförderung auf Kreisebene fortsetzen zu wollen. Abschließend berichtete der Kreisvorsitzende Mike Weiland über aktuelle landes- und kreispolitische Entwicklungen und schwor die Genossen auf die 2024 anstehenden Kommunalwahlen ein.

Titelbild: SPD Burgschwalbach

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Panorama

30 Minuten – Videointerview mit Klaus Amann, dem Geschäftsführer der Grünen-Aar-Einrich

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AAR-EINRICH 30 Minuten ist ein neues Format, in Zusammenarbeit mit dem BEN-Kurier, dass Menschen aus der Region die Möglichkeit gibt sich in eben rund 30 Minuten zu ihren Themen, ihrer Person, ihrem politischen und/oder ehrenamtlichen Engagement oder z. B. ihren Hobbys – per Videointerview – äußern zu können. Den Start macht Klaus Amann, aus Dörsdorf, in der VG Aar-Einrich und seit kurzem Geschäftsführer der Grünen Aar-Einrich. Dies war der Anlass des Interviews in 30 Minuten. Keine der Fragen in diesem Interview war Klaus Amann zuvor bekannt. Es ist mutig, wenn man sich auf der kommunalen Ebene politisch engagiert und sich einem solchen Liveinterview offen stellt.

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Oft werden solche Interviews derart vorbereitet, dass der Interviewte die Fragen zuvor kennt und sich entsprechend vorbereiten kann. Das Ergebnis ist dann u.U. nicht allzu authentisch?! Ich bedanke mich bei Klaus Amann für dessen Vertrauen in den Interviewer. Folgende Fragen hat Klaus Amann beantwortet: (mehr …)

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