Stromanbieter erhöhen Preise trotz Preisgarantie

Stromanbieter erhöhen Preise trotz Preisgarantie

in Recht/Rhein-Lahn-Kreis

RHEIN-LAHN Viele Bürger, auch im Rhein-Lahn-Kreis, erhielten in den vergangenen Tagen unangenehme Post von ihrem Stromanbieter. Vorangegangen waren die Betreiber Primastrom und Voxenergie. Bereits Ende des vergangenen Jahres erhöhten die Energielieferanten kurzfristig die Preise. Der Verbraucherschutz berichtet von einem Fall, in dem der Anbieter den Stromgrundpreis von 9,00 EUR auf 24,00 EUR anhob und der Arbeitspreis von 28,03Cent auf sagenhafte 90,83 Cent je verbrauchter Kilowattstunde ansteigen ließ.

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Begründet wurde dieses mit dem Energiesicherungsgesetz wonach Anbieter Verträge außer Kraft setzen dürfen um die tatsächlichen Kosten in Rechnung zu stellen. Im Wege der Ukrainekrise ein durchaus legitimes Mittel wenn es um Gas gehen würde doch genau darum geht es nicht. Beim Strom kann sich der Anbieter nicht auf das Energiesicherungsgesetz berufen. Aus Sicht der Verbraucherschützer begehen die Stromanbieter Vertragsbruch.

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Vor wenigen Tagen reagierte auch eine der ganz großen Lieferanten am Markt. Das Kölner Unternehmen YELLO schrieb seine Kunden an und fordert ab Oktober einen Aufschlag von 10 Cent mehr je Kilowattstunde.

Yello nimmt aktuell 49,18 Cent je Kilowattstunde – Der Grundversorger SÜWAG nur 30,74 Cent!

Unabhängig vom vereinbarten Lieferpreis mit Preisgarantie, erhielten sie eine Erhöhung um 10 Cent mit der Möglichkeit das Sonderkündigungsrecht zu nutzen. Bei den aktuellen Preisen macht dieses vielfach keinen Sinn. Ein günstiger Anbieter ist kaum noch zu finden. Kurioserweise sind die Grundversorger, wie zum Beispiel die SÜWAG, aktuell deutlich günstiger wie die freien Anbieter. Während Yello im günstigsten Tarif 49,18 Cent je Kilowattstunde verlangt, nimmt die SÜWAG als Grundversorger lediglich 30,74 Cent für die gleiche Leistung. Ein Wechsel zum Grundversorger kann durchaus Sinn zumal Verträge mit Frist von 14 Tagen gekündigt werden können.

Der Verbraucherschutz plant eine Musterfeststellungsklage gegen die Stromanbieter. Sie raten dazu, die Preiserhöhung nicht zu akzeptieren und dagegen Widerspruch einzuleiten. Vereinzelte Anbieter reagierten rigoros auf Widersprüche von Kunden und kündigten deren Verträge einseitig. Doch auch dagegen kann man sich wehren und der Kündigung widersprechen. Sollte die Klage des Verbraucherschutzes Erfolg haben, müsste der Energielieferant die Differenz vom alten Strompreis zu dem neuen, und vielfach ungünstigeren, erstatten.

Anm: Im ursprünglichen Text stand, dass auch Yello sich nicht an die Preisgarantien hielt. Das ist falsch.

 

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