Emmi Ragge (links im Bild) als Begleiterin im DRK-Krankenwagen 1941 (Foto: Sammlung Stadtarchiv Lahnstein)

Vor 125 Jahren wurde die Lahnsteinerin Emmi Ragge geboren – über 50 Jahre vielfältig engagiert beim Roten Kreuz

in Lahnstein

LAHNSTEIN Über fünf Jahrzehnte engagierte sich Emmi Ragge sehr stark im Deutschen Roten Kreuz (DRK). Am 01. Oktober 1935 trat sie dem Verein bei. Sie war während des Krieges als Krankentransportbegleiterin im damaligen Landkreis St. Goarshausen und als Nachtschwester in den Krankenhäusern von Ober- und Niederlahnstein sowie nach dem Krieg über 30 Jahre als Sozialbetreuerin in Lahnstein tätig.

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Geboren wurde sie als Emmi Neuer am 03. Februar 1897 in Vielbach/Westerwald. Nach der Heirat zog sie 1928 nach Oberlahnstein, wo sie 1935 dem DRK beitrat. Nach der Ausbildung als Schwesternhelferin und mehreren Lehrgängen wurde sie 1938 Führerin der örtlichen DRK-Frauenbereitschaft mit ca. 120 Helferinnen und war in dieser verantwortungsvollen Stellung auch während des Krieges tätig. Seit 1939 war sie bei rund 4.000 Krankentransporten dabei, sorgte als Beifahrerin für das Ein- und Ausladen der Kranken und betreute diese während der Fahrt. Zu ihrem Bereich gehörten Osterspai, Braubach, Fachbach, Nievern, Oberlahnstein, Friedrichssegen und Niederlahnstein.

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Im Stadtarchiv Lahnstein ist ein Fotoalbum archiviert, das sie bei ihren Einsätzen im Kreisgebiet zeigt. Auch bei den Bombenangriffen auf Koblenz, Köln und Frankfurt war sie mit anderen DRK-Kräften im Einsatz und half, die große Not zu lindern.

Ehrung durch Oberbürgermeister Karl-Heinz Groß als Vorsitzender des DRK Ortsverein Lahnstein, 1985. Links im Bild Geschäftsführer Alfred Wagner. (Foto: Sammlung Stadtarchiv Lahnstein)

Als nach Kriegsende in der französischen Besatzungszone das DRK unter der Bezeichnung „Freiwilliger Sanitäts- und Hilfsdienst“ in provisorischer Weise wieder zugelassen wurde, zählte Emmi Ragge zu den wenigen Aktiven in Oberlahnstein, die sich trotz der Entnazifizierungsmaßnahmen und den damit verbundenen persönlichen, beruflichen und materiellen Benachteiligungen unverzüglich an den Wiederaufbau des Ortsvereins machten. Sie versah den Stationsdienst in den Krankenhäusern Nieder- und Oberlahnstein. Auch nahm sie als hauptamtliche Beifahrerin im örtlichen Krankenwagen wieder die Krankentransporte auf, bis sie durch einen Unfall gehindert wurde, sich dem aktiven Dienst des Roten Kreuzes voll zu widmen.

1954 übernahm sie die Sozialbetreuung in Oberlahnstein. Unzählige Spenden an Lebensmitteln und Bekleidungstücken wurden im Laufe der Jahre an Bedürftige und Minderbemittelte ausgegeben, viele Kinder und Senioren nahmen an Kuren und Erholungsmaßnahmen teil. Ferner wirkte sie viele Jahre ehrenamtlich als Kursleiterin in der häuslichen Krankenpflege. Noch in den 1970er Jahren nahm Emmi Ragge an Fortbildungen teil und half bei den seit 1962 in Oberlahnstein regelmäßig stattfindenden Blutspendeterminen.

Als die beiden DRK-Ortsvereine Nieder- und Oberlahnstein zum 01. Januar 1972 zusammengeschlossen wurden, gehörte Emmi Ragge dem ersten neugewählten Vorstand als Sozialbetreuerin für den Stadtteil Oberlahnstein an. Sie war weiterhin für die Betreuung Hilfsbedürftiger zuständig. Besonders engagierte sie sich für die Besucher der Altenbegegnungsstätte Brunnenstraße, die 1966 mithilfe der Stiftung „Lebensabend“ eingerichtet wurde. Auch die Bewohner der Altenheime in Oberlahnstein und Friedrichssegen wurden in das Engagement des Ortsvereins einbezogen, beispielsweise mit der Durchführung von Weihnachtsfeiern.

Emmi Ragge wurde vielfach für ihre allseitige DRK-Tätigkeit auf örtlicher und überörtlicher Ebene ausgezeichnet. Für 40 Jahre Mitarbeit im aktiven Dienst erhielt sie vom DRK-Kreisverband Rhein-Lahn die goldene Ehrennadel verliehen. Oberbürgermeister Rolf Weiler als 1. Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Lahnstein nannte sie „ein besonderes Beispiel dafür, wie man sich über viele Jahre hinweg im sozialen Bereich selbstlos für die Mitmenschen engagieren könne“. 1977 erhielt sie aufgrund ihres jahrzehntelangen Engagements im Sozial- und Sanitätsbereich von Dr. Bernhard Vogel die „Verdienstmedaille für besondere Verdienste des Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz“ verliehen und 1985 die Goldene Ehrennadel des DRK-Präsidiums Bonn.

Am 02. Mai 1986 verstarb sie in Lahnstein.

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