Connect with us

Koblenz

Baugenehmigung für Kleinspielfeld mit Überdachung rechtswidrig

Veröffentlicht

am

KOBLENZ Das Verwaltungsgericht Koblenz hat im Eilverfahren die sofortige Vollziehung der Baugenehmigung für ein Kleinspielfeld mit Überdachung (Freiluftsporthalle) in
Kastellaun gestoppt. Die untere Bauaufsichtsbehörde des Rhein-Hunsrück-Kreises erteilte dem Beigeladenen Anfang des Jahres die entsprechende Baugenehmigung. Die Sportanlage soll in der südöstlichen Ecke eines ca. 14.000 m² großen Parks errichtet werden. In der Umgebung befinden sich neben Wohngebäuden ein Sportplatz, ein
Schwimmbad, eine Integrierte Gesamtschule sowie eine Schulcafeteria.

Anzeige

Vor Erteilung der Baugenehmigung wurde ein schalltechnisches Gutachten eingeholt, in dem unter Berücksichtigung der Angaben der Verwaltung zur Umgebungsbebauung die Immissionsrichtwerte für ein allgemeines Wohngebiet zugrunde gelegt wurden. Danach würden die Richtwerte eines allgemeinen, nicht aber die eines reinen Wohngebiets eingehalten. Das Gutachten wurde zum Gegenstand der Baugenehmigung gemacht, gegen die drei Eigentümer, deren Wohnanwesen an den westlichen Rand des Parks angrenzen, mittels Widerspruch und anschließendem Eilantrag beim Verwaltungsgericht vorgegangen sind.

Anzeige

Das Verwaltungsgericht gab dem Antrag der Nachbarn statt und ordnete die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs gegen die Baugenehmigung an. Die Baugenehmigung verstoße, so die Koblenzer Richter, zu Lasten der Antragsteller gegen das nachbarschützende Gebot der Rücksichtnahme. Denn die Festlegung der Immissionsgrenzwerte im Schallgutachten beruhe auf einer unzureichenden Sachverhaltsermittlung und es fehle an einer eigenen Einschätzung des Gebiets nach seiner Schutzbedürftigkeit.

Entgegen des Ausgangspunkts im Gutachten könne sich die nähere Umgebung auch als reines Wohngebiet mit der Konsequenz darstellen, dass die für reine Wohngebiete geltenden Immissionsrichtwerte nicht eingehalten würden. In der unmittelbaren Umgebung der Wohnanwesen der Antragsteller befände sich reine Wohnnutzung. Der Sportplatz sei aufgrund seiner erheblichen Entfernung von und seiner Lage auf der anderen Seite des Parks für die Beurteilung des Gebietscharakters ebenso wenig maßgeblich wie die ca. 100 m entfernt gelegene Integrierte Gesamtschule sowie das Schwimmbad in einer Entfernung von ca. 130 m.

Ob die etwa 50 m von den Antragstellern entfernte Schulcafeteria die nähere Umgebung präge, könne offenbleiben. Jedenfalls wären im Schallgutachten angesichts dessen, dass die maßgebliche nähere Umgebung ansonsten allein aus Wohnnutzungen bestehe, weitere Darlegungen zur Gebietseinordnung erforderlich gewesen. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. (Verwaltungsgericht Koblenz, Beschluss vom 16. Mai 2022, 4 L 281/22.KO)

Print Friendly, PDF & Email
Teilen Sie mit anderen
Weiterlesen
Zum Kommentieren klicken

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Gesundheit

OB äußert sich zur Forderung: Kommunen sollen Weihnachtsgeld für GKM-Beschäftigte zahlen

Veröffentlicht

am

von

KOBLENZ Oberbürgermeister David Langner hat großes Verständnis für Forderungen, dass die Beschäftigten des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein ihr Weihnachtsgeld in vollem Umfang ausgezahlt bekommen. „Allerdings steckt der Teufel wie immer im Detail“, macht Langner deutlich, „wir müssen die wirtschaftliche Perspektive im Auge behalten. Jetzt geht es konkret um das Weihnachtsgeld, aber was ist, wenn im Januar oder Februar wieder Geldprobleme auftreten?“ Die Stadt ist grundsätzlich bereit, über alle Sachverhalte zu reden und tut dies auch bereits. „Aber es gehören dann alle Gesellschafter mit an den Tisch, um hier eine Entscheidung zu treffen.“ (Pressemitteilung: Stadt Koblenz)

Anzeige
Print Friendly, PDF & Email
Teilen Sie mit anderen
Weiterlesen

Koblenz

650 Koblenzer Schüler besuchten Theaterstück ‚Trau dich‘

Veröffentlicht

am

von

KOBLENZSelbstbestimmung, Aufwachsen ohne Gewalt sowie Hilfe und Unterstützung“ – diese Rechte hat jedes Kind in Deutschland. Um Kinder zu stärken und ihnen ihre Rechte bewusst zu machen, hat das Jugendamt Koblenz gemeinsam mit Kooperationspartnern das Theaterstück „Trau dich“ nach Koblenz eingeladen.  Über 650 Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse sahen am 29.11.2022 begeistert das Stück in der Rhein-Mosel-Halle. Bürgermeistern Ulrike Mohrs begrüßte die jungen Zuschauer und bestärkte sie darin, ihren eigenen Gefühlen zu vertrauen und auch ihre persönlichen Grenzen zu setzen.

Anzeige

In zahlreichen Szenen aus dem Alltag der Kinder ging es um Vertrauen, Gefühle aber auch um das Setzen von Grenzen. Das Theaterstück „Trau dich“ ist Teil der bundesweiten Initiative zur Prävention des sexuellen Kindermissbrauchs und wird vom Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz für die Kommunen finanziert. Neben dem Theaterstück sind spezielle Lehrerschulungen und Elternabende weitere Bausteine der Präventionsinitiative.

Anzeige

Um Kinder in Koblenz in dieser schwierigen Situation umfassend zu unterstützen, haben sich zahlreiche Fach- und Beratungsstellen zusammengetan. Darunter sind das Jugendamt der Stadt Koblenz, die Schulsozialarbeit, der Kinderschutzdienst Koblenz, das Sachgebiet Gewaltprävention des Polizeipräsidiums Koblenz, das Schulpsychologische Beratungs-zentrum Koblenz und Pro Familia.

Gerade diese Vernetzung garantiert auch eine nachhaltige Betreuung der Betroffenen. Frank Schnadthorst vom Ministerium für Bildung unterstrich, diese Vernetzung sei die Intention der Initiative. Man wolle in der Region etwas bewegen und damit den Kinderschutz verbessern sowie die Verbindung der Schulen zu den Netzwerken vor Ort stärken.

Print Friendly, PDF & Email
Teilen Sie mit anderen
Weiterlesen

Koblenz

Zukunft der Koblenzer Innenstadt thematisiert

Veröffentlicht

am

von

KOBLENZ Die Zukunft der Koblenzer Innenstadt stand gestern im Mittelpunkt einer Impulsveranstaltung im Forum Confluentes, zu der die Stadt Koblenz und das Projektteam von Stadt + Handel eingeladen hatten. Das Dortmunder Unternehmen wird die Stadt und die interessierten Unternehmen sowie Koblenzerinnen und Koblenzer ein Jahr lang begleiten, um ein Zukunftskonzept für die Innenstadt zu entwickeln.

Anzeige

Oberbürgermeister David Langner begrüßte die Anwesenden und rief sie sogleich dazu auf, sich mit vielen guten Ideen einzubringen und konstruktiv auszutauschen. Die Innenstadt sei ein Ort der Begegnung für die es entsprechende Voraussetzungen brauche, die teileweise von der Stadt geschaffen würden. Allerdings belebten erst die unterschiedlichen Menschen mit ihrer Kreativität die Innenstadt und machten sie lebenswert. Die Innenstadt der Zukunft besteht aus einkaufen, erleben, genießen, wohnen und arbeiten. Das Lebensgefühl in einer Innenstadt muss stimmen. Das Image der ganzen Stadt hängt vom Flair im Zentrum ab, deshalb sei deren Entwicklung besonders wichtig“, brachte es Langner auf den Punkt.

Anzeige

Die Stadt Koblenz wurde im September 2021 mit dem Modellvorhaben „Innenstadt-Impulse“ in das Strukturprogramm „Verbesserung der kommunalen Infrastruktur“ des Landes Rheinland-Pfalz aufgenommen. Bestandteil dieser Förderung ist die Erarbeitung eines “Zukunftskonzeptes Innenstadt”, das vom Büro Stadt+Handel aus Dortmund erarbeitet wird. Nach der Impuls-Veranstaltung wird es ein „Digitales Speed-Dating“ für Schlüsselpersonen geben. Im neuen Jahr steht ein Innenstadt-Spaziergang der Verwaltung mit den Innenstadtakteuren auf dem Programm. Im Frühjahr sollen Workshops zur Erarbeitung konkreter Ziele und erster Maßnahmen/Projekte mit aktiven Innenstadtakteuren stattfinden.  

Die politischen Gremien werden über wichtige Zwischenergebnisse auf dem Laufenden gehalten und das fertige Konzept zur Beratung und Beschlussfassung dem Stadtrat vorgelegt.

Print Friendly, PDF & Email
Teilen Sie mit anderen
Weiterlesen

Trending

×

Hallo.

Klicke auf den Button um uns eine WhatsApp Nachricht zu senden oder sende uns eine Mail an redaktion@ben-kurier.de

× Whats App zum BEN Kurier