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Notfallseelsorge sucht Verstärkung im Rhein-Lahn-Kreis: Februar 2024 startet neuer Grundkurs

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Rainer Dämgen und Bea Vogt sind für die Ausbildung im Leitungsteam der Notfallseelsorge Rhein-Lahn-Westerwald zuständig. Sie würden sich über viele Interessierte für den nächsten Grundkurs auch aus dem Rhein-Lahn-Kreis freuen. Foto: Dekanat/Peter Bongard

RHEIN-LAHN Nachdem die ehemalige Leiterin der Notfallseelsorge Rhein-Lahn-Westerwald (NFS) in den Ruhestand verabschiedet wurde, hat ein hoch engagiertes Team Ehrenamtlicher diese Aufgabe übernommen: Bea Vogt, Rainer Dämgen und Gerhard Stubig kümmern sich um die Koordination der rund 40 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Von Seiten der Evangelischen Kirche sind Gerhard Stubig für das NFS-System Rhein-Lahn und Bea Vogt für den Bereich Westerwald zuständig. Rainer Dämgen vertritt die katholische Seite und leitet gemeinsam mit Bea Vogt die Ausbildung für beide Systeme.

Im Gespräch werben Dämgen und Vogt dafür, sich in der Notfallseelsorge zu engagieren, einem Dienst, der fordernd und sinnstiftend zugleich ist. Am Montag, 26. Februar kommenden Jahres beginnt der neue NFS-Grundkurs; noch bis Ende des Jahres können sich Interessierte dazu anmelden.

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Notfallseelsorge startet neuen Grundkurs: Ehrenamtliches Leitungsteam sucht Verstärkung für den Rhein-Lahn-Kreis

130-Mal sind die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im vergangenen Jahr ausgerückt – ungefähr so oft wie in den Jahren zuvor, sagt Bea Vogt: „Trotzdem wird die Situation herausfordernder. Denn den Ehrenamtlichen mangelt es zunehmend an Zeit.“ Nicht alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber seien bereit, Leute während des Bereitschaftsdienstes freizustellen. Um das abzufedern, wollen die beiden Systeme im Rhein-Lahn-Kreis und im Westerwaldkreis künftig noch enger zusammenarbeiten. Aber es braucht eben auch mehr Menschen, die sich in der NFS engagieren.

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Besondere Qualifikationen sind dafür nicht nötig. Neben dem Führerschein kommt es vor allen Dingen auf die innere Stabilität an, so Vogt: „Man sollte empathisch sein; offen über das sprechen können, was die Seele belastet, aber auch in der Lage sein, einen Einsatz hinter sich zu lassen.“ Denn die Einsätze kosten Kraft sowohl körperlich, wenn man schon mal lange an der Autobahn in der Kälte stehen muss, als auch seelisch. „Unsere Aufgabe ist, Menschen in Ausnahmesituationen beizustehen. Wir leisten erste Hilfe für die Seele und sind da, wenn für andere eine Welt zusammenbricht“, fasst Vogt zusammen. Besonders oft werden die Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger beim häuslichen Tod, zum Überbringen einer Todesnachricht oder bei Suizid gerufen.

So herausfordernd manche Einsätze auch sind: Die Notfallseelsorgerinnen lassen sich gegenseitig nicht alleine. Neben dem Diensthabenden vor Ort gibt es einen zusätzlichen Hintergrunddienst, der zu Hilfe kommt, wenn es die Situation erfordert. „Die Notfallseelsorgerinnen sind in ein stabiles System und eine gute Gemeinschaft eingebunden, zu der die Einsatznachbesprechung ebenso gehört wie die regelmäßige Supervision und eine fundierte Ausbildung“, sagt Rainer Dämgen.

Die beginnt am 26. Februar 2024 mit dem nächsten Grundkurs der Notfallseelsorge. „Der Grundkurs umfasst rund 140 Stunden“, erklärt Dämgen. Zu Beginn gibt es ein Vorgespräch mit Interessierten. „Währenddessen schauen wir, ob’s passt: Wir möchten wissen, warum jemand bei uns mitarbeiten möchte und ob die Person teamfähig ist. Denn die Gemeinschaft ist in unserem Dienst unglaublich wichtig: Wir müssen uns aufeinander verlassen können und Hand in Hand arbeiten – auch ohne große Worte“, unterstreicht der Ausbilder.

Dann beginnt eine Intensivwoche. „Währenddessen sprechen wir beispielsweise darüber, wie Menschen mit Tod und Trauer umgehen; es geht um Selbstfürsorge oder um die Strukturen der NFS. Außerdem stellen wir Einsätze mit Rollenspielen nach“, erläutert Vogt. Nach der Woche folgen kürzere Seminare sowie Praktika und Hospitationen. Die gesamte Ausbildung folgt einem bundeseinheitlichen Lehrplan und dauert etwa ein Jahr. An deren Ende werden die neuen Helferinnen und Helfer in einem feierlichen Gottesdienst in den Dienst eingeführt. Für das neue ehrenamtliche NFS-Leitungsteam ist dieser Segen wichtig und weit mehr als ein feierlicher Akt: „Wir arbeiten im Auftrag Gottes, der das Leben liebt“, sagt Dämgen. „Er gibt mir Kraft, das auszuhalten, was kaum auszuhalten ist.“

Nicht mehr und nicht weniger. Denn jeder Einsatz sei anders. „Und oft ist es gut und richtig, Menschen ohne große Worte oder gar gut gemeinte Ratschläge einfach beizustehen“, so Dämgen: „Wofür mache ich das? Für den Satz: Danke, dass Sie da waren. Menschen helfen – da, wo sie es brauchen. Darum geht es in unserer Arbeit.“

Mehr Infos und Anmeldung (bis 31. Dezember) zum nächsten Grundkurs für Interessierte aus dem Rhein-Lahn-Kreis: Telefon 02663/968210.

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Dirtbike in Winden gestohlen: Hausbesitzer hält einen Täter aus Weinähr fest, der andere flieht mit entwendeten Fahrrad!

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WINDEN Gestern Abend gegen 22 Uhr soll es zu einem versuchten und einem vollendeten Fahrraddiebstahl in der Mittelstraße in Winden gekommen sein. Zunächst soll ein Täter das auf dem Bild dargestellte Bike entwendet haben. Ein weiterer Mann soll im Anschluss versucht haben, ein weiteres Fahrrad zu entwenden. Dabei wurde er auf frischer Tat vom Hausbewohner gestellt. Es soll zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sein.

Der mutmaßliche Täter konnte bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Der andere Täter war nicht auffindbar. Wer das gewesen ist, soll der gefasste mutmaßliche Fahrraddieb nicht genannt haben. Im Gegenteil: Auch der Polizei gegenüber soll der wahrscheinlich stark alkoholisierte Mann sich aggressiv verhalten haben. Einen hinzugerufenen Sanitäter soll der Mann verbal und körperlich angegangen sein.

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Die Fahrradspuren des entwendeten Dirtbikes sollen bis in die Richtung Weinähr gereicht haben. Möglicherweise kam der festgehaltene mutmaßliche Täter von einer Karnevalsveranstaltung. Das soll er mehrfach geäußert haben. Dabei getragen haben soll er ein sogenanntes Elsa Kostüm.

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Wenn Sie an dem Abend etwas gesehen haben und sachdienliche Hinweise geben können oder wissen, wo das entwendete Dirtbike sein könnte, wenden Sie sich bitte an die Polizeiinspektion Bad Ems unter der Telefonnummer 02603-9700.

Ein solches Kostüm soll der gefasste mutmaßliche Täter bei sich gehabt haben
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Unfall mit Karnevalswagen in St. Goarshausen: Fußgänger tödlich verletzt

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Foto: Nico Busch

ST. GOARSHAUSEN (ots) Zu einem tragischen Unfall kam es am Samstag gegen 17 Uhr, nachdem der Karnevalsumzug in St. Goarshausen bereits beendet war.

Ein Fußgänger geriet aus bisher ungeklärter Ursache unter einen auf der Bahnhofstraße fahrenden Karnevalswagen. Der 20jährige Mann aus dem Rhein-Lahn-Kreis erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Ermittlungen zum Unfallhergang dauern an. Die zahlreichen Zeugen des Vorfalles werden derzeit in der Dolkstraße bei der Verbandsgemeinde von Seelsorgern betreut.
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Drei Tote in Montabaur nach Polizeieinsatz in Wohnhaus aufgefunden: Darunter ein Kind!

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Foto: Polizeeinsatz in Montabaur | BEN Kurier

MONTABAUR Bei einem Großeinsatz in Montabaur entdeckte die Polizei nach einem Zugriff in einem Wohnhaus an der Elgendorfer Straße drei Tote (darunter auch ein 3-jähriges Kind, die 39-jährige Ehefrau und der Vater des Täters, 68 Jahre).  Ein Spezialeinsatzkommando überwältigte den mutmaßlichen Täter (37 Jahre), der selbst schwer verletzt wurde und später seinen Verletzungen erlag.

Gemäß Informationen des BEN Kurier drang das Spezialeinsatzkommando in das Wohnhaus ein und konnte den Mann erfolgreich überwältigen. In dem betroffenen Haus wurden insgesamt drei Leichen gefunden, darunter befand sich auch ein Kind. Der mutmaßliche Täter erlitt während des Zugriffs erhebliche Verletzungen.

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Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge deutet alles darauf hin, dass der Mann möglicherweise an einer psychischen Erkrankung leidet. Vor dem Zugriff führten Spezialisten der Verhandlungseinheit über mehrere Stunden Gespräche mit ihm.

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Am Donnerstagvormittag wurde das Wohn- und Gewerbegebiet abgesperrt und evakuiert. Anwohner, Passanten und Mitarbeiter der ansässigen Gewerbebetriebe mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Trotz Gerüchten in den sozialen Medien betonte ein Polizeisprecher gegenüber dem BE$N Kurier, dass es sich nicht um eine Amoklage, sondern um eine “statische Lage” handelte. Die Polizei konnte zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Personen außerhalb des betroffenen Wohngebiets feststellen. Eine politisch motivierte Tat wurde von Anfang an ausgeschlossen.

Die Elgendorfer Straße in Montabaur, in der sich der Vorfall ereignete, war stark von Polizeikräften abgesichert. Augenzeugen berichteten von einem Hubschrauber, der am Vormittag über dem Gebiet kreiste. Der abgesperrte Bereich beherbergt nicht nur Wohnhäuser, sondern auch ein Hotel sowie die Zentrale des Telekommunikationsanbieters 1&1.

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