Nationalsozialismus

Nassau vor 75 Jahren

in Panorama/VG Bad Ems-Nassau

NASSAU Die Stunde Null des Jahres 1945 stellte die Stadt vor zahlreiche Aufgaben. Neben dem Abräumen der Trümmerberge galt es, zerstörte Wasser- und Abwasserleitungen und unpassierbare Straßen wieder instandzusetzen. Eine Mammutaufgabe, die dies alles in den Schatten stellte, war der Wiederaufbau der Innenstadt von Grund auf und die Schaffung neuen Wohnraums.

Nassau hatte, bevor darauf die Bomben niedergingen, einen gewachsenen Stadtkern. Neben Rathaus, Schloss und Kirche prägten repräsentative Gebäude wie das Amtshaus und Amtsgericht (jetzt Stadthalle), Hotels, Gasthäuser, Geschäfte und Villen das Stadtbild, dazu Großgebäude wie Molkerei, Brauerei und etwas abseits, in der „Neuen Welt“, das Kurhaus.

Großflächig lag die Innenstadt nach den Angriffen in Schutt und Asche. Die, die ihr Leben retten konnten, hatten oft kein Dach mehr über dem Kopf. Nüchterne Zahlen in den Akten der Stadt lassen das Ausmaß erahnen. Weiterlesen

Zeitzeugenbericht zum Luftangriff auf Oberlahnstein

in Lahnstein/Panorama
Nach dem Angriff vom11. November 1944 vor den Gebäuden Adolfstraße 27-29 (Foto: Sammlung Christina Kapp)

LAHNSTEIN Zum 76. Jahrestag der Bombardierung Lahnsteins im Zweiten Weltkrieg veröffentlicht das Stadtarchiv Lahnstein einen Zeitzeugenbericht von Robert Hastrich (1930-2015), dessen Tagebuch im Stadtarchiv erhalten ist.

Über den 11. November 1944, an dem in Oberlahnstein 222 Menschen ums Leben kamen, hat er zehn Seiten geschrieben, die hier nur auszugsweise wiedergegeben werden können.

Er selbst war damals 14 Jahre alt und Schüler der 8. Klasse des städtischen Gymnasiums am Schillerpark. Als es um 10.58 Uhr Vollalarm gab, rannte er zu seinen Eltern in den Plenter nach Niederlahnstein und wartete dort ab:

„…Und da sahen wir, vorläufig nur als kleine dunkle Punkte, etwa 70 bis 80 Flugzeuge in drei Gruppen aus südlicher Richtung direkt auf die Stadt anfliegen. Im Nu waren alle Straßen wie leergefegt, mehrere Treppen auf einmal nehmend stürzte ich förmlich in den Keller, um mitzuteilen, was ich gesehen hatte.

Frau Hewel begann sogleich den Rosenkranz zu beten. Inzwischen war das Gedröhne der Flugzeugmotoren so laut geworden, dass die Fenster und Türen leise vibrierten. Jetzt wussten wir es: Dieser Angriff der Bomber war kein bloßes Überfliegen, diesmal galt es den beiden Lahnstein.

Noch nie während des ganzen Krieges hatten sich Feindflugzeuge der Stadt aus südlicher (!) Richtung genähert. Plötzlich hörten wir die trockenen, harten Abschüsse der schwarzen Flak aufbellen und Sekunden später das dumpfe Geräusch der explodierenden Granaten in größerer Höhe.

Da ging das Brummen in ein lautes Aufheulen über, die angreifenden Flugzeuge setzten zum Tiefflug an. Die Flak, welche vorher noch wie rasend geschossen hatte, verstummte schlagartig. Und in diese Stille hörten wir plötzlich ein furchtbares Rauschen wie von einem Orkan, welcher in ein scharfes Heulen überging, immer lauter wurde und abrupt abbrach. Weiterlesen

Hinweisschild am Mahnmal musste repariert werden

in Allgemein

KOBLENZ Mit roher Gewalt müssen Unbekannte das kürzlich aufgestellte Hinweisschild auf dem Reichenspergerplatz abgeknickt haben. Es erklärt den Hintergrund zu dem seit 2001 nahe der Stresemannstraße stehenden Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz.

Das Metallgestell des Schildes war gebrochen. Es wurde von Mitarbeitern des Eigenbetriebs Grünflächen- und Bestattungswesen ausgegraben und geschweißt.

Anschließend betonierte die Mauerkolonne des Eigenbetriebs das reparierte Hinweisschild neu ein.

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