Juden

Nachfahren der jüdischen Familie Mainzer besuchten die Heimat ihrer getöteten Großeltern in Lahnstein

in Lahnstein
ael Jean Dotan (Mainzer) mit Ehemann und ihren Töchtern und Stadtarchivar Bernd Geil im Juni 2022 bei ihrem Besuch in Lahnstein (Foto: Stadtverwaltung Lahnstein)

LAHNSTEIN Besuch aus Israel: Jael Jean Dotan (Mainzer) und Josef Jean besuchten mit ihren Töchtern Karin und Lilach für einige Tage die Heimat der Vorfahren in Niederlahnstein. Ihre Großeltern Emil und Julie Mainzer wurden wegen ihres jüdischen Glaubens Opfer des Holocaust. Vor dem Haus Johannesstraße 3 erinnern seit zehn Jahren zwei Stolpersteine an sie.

Emil Mainzer (Jahrgang 1881) stammte aus Nievern, seine Frau Julie Mainzer geb. Loeb aus Weinsheim (Jahrgang 1883). Sie hatten drei Töchter: Antonie (genannt Toni, Jahrgang 1909), Elly (Jahrgang 1912) und Anna (genannt Anny, Jahrgang 1915). Weiterlesen

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Projektgruppe „Spuren jüdischen Lebens in Bad Ems“ im Landtag

in Allgemein
von links: die „Abgeordneten“ Samuel Kölsch, Phillip Schäfer, Elisa Zimmermann, Nele Maus, Sophie Bergmeier, „Schriftführerin“ Lana Normann, Mara Cron, Anna Kazmierczak, „Landtagspräsident“ Finn Keller, Thora Jezek, Bjarne Fallen, „Schriftführer“ Luca Urban, Mia Engert, Mia von der Heydt, Sophie Steffen, Lisa Spitzley

BAD EMS/MAINZ Traumhafte Ausblicke über nebelverhangene Täler unter strahlend blauem Himmel während der Fahrt über die Taunushöhen stimmten die Projektgruppe auf einen erlebnisreichen Tag ein.

Vor dem Eingang des Deutschhauses, ehemals Residenz des Hochmeisters des Deutschen Ritterordens (v.l.): Lisa Spitzley, Mia von der Heydt, Elisabeth Knopp, Anna Kazmierczak, Sophie Steffen, Mia Engert, Sophie Bergmeier, Samuel Kölsch, Phillip Schäfer, Thora Jezek, Finn Keller, Mara Cron, Luca Urban, Lana Normann, Bjarne Fallen, Nele Maus, Elisa Zimmermann, Elke Steinwand, Andreas Jaeger.

Begleitet wurde sie von Elisabeth Knopp und Julia Krambrich, die dankenswerterweise kurzfristig für die leider erkrankte Schulleiterin Christa Habscheid eingesprungen war. In Mainz landeten wir mitten in den Vorbereitungen zum Rheinland-Pfalz-Tag, der 2022 an ein besonderes Ereignis erinnert: Vor 75 Jahren, am 18. Mai 1947 nahmen die Bürger von Rheinland-Pfalz die Verfassung des Landes an. Im Foyer des Landtags zeugt ein Faksimile des Originaldokuments, mit verbrauchtem Farbband maschinengeschrieben auf einfachstem Papier, von den materiellen Einschränkungen der Nachkriegsjahre. Weiterlesen

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Jüdisches Leben ist Alltag in Koblenz

in Koblenz
+++ Bild: v. li.: Prof. Dr. Thomas Martin Schneider vom Institut für evangelische Theologie der Universität in Koblenz-Landau, Avadislav Avadiev, Landesvorsitzender der Jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz und Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz, Dr. Andreas Metzing, Leiter der Archivstelle Boppard der evangelischen Kirche im Rheinland, PD Dr. Margit Theis-Scholz, Dezernentin für Bildung und Kultur der Stadt Koblenz und Dr. Wilma Rademacher-Braick, Geschäftsführerin der Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit e. V. Koblenz. Foto: Stadtverwaltung Koblenz +++

KOBLENZ Zwei Tage vor dem jüdischen Purimfest haben Herausgeber und Vertreter der Stadtverwaltung Koblenz die neue Publikation „Jüdisches Leben in Koblenz und Umgebung“ der Jüdischen Gemeinde Koblenz übergeben. Avadislav Avadiev, Landesvorsitzender der Jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz und Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz, zeigte sich von den vielfältigen Beiträgen beeindruckt, die vor allem an Schulen die Beschäftigung mit jüdischen Leben gestern und heute bereichern sollen. „Den Autorinnen und Autoren ist es sehr gut gelungen, die Brücke aus der damaligen in die heutige Zeit zu schlagen. Die Texte spiegeln jüdisches Leben damals wie heute wieder.“ Beim Besuch in der Koblenzer Synagoge wurden auch die Folgen des Kriegs in der Ukraine deutlich, der viele Menschen zur Flucht zwingt. Seit Tagen ist die Jüdische Kultusgemeinde Koblenz in der Aufnahme, Verteilung und Betreuung von Flüchtlingen engagiert. Weiterlesen

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Ich hatte einst ein schönes Vaterland…

in Koblenz
oman Knižka und das Bläserquintett Opus 45 in der Herz-Jesu-Kirche in Koblenz. Foto: Stadtverwaltung Koblenz

KOBLENZ Am 30. Oktober fand in der Herz-Jesu-Kirche in Koblenz unter dem Titel „Ich hatte einst ein schönes Vaterland…“ ein Literarisches Kammerkonzert mit Roman Knižka und dem Bläserquintett Opus 45 statt. Anlass war das in diesem Jahr begangene Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

Organisiert wurde der durch das Bundesprogramm “Demokratie leben!” geförderte Abend durch das Kultur- und Schulverwaltungsamt der Stadt Koblenz, in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz und dem Freundschaftskreis Koblenz-Petah Tikva.

Literarisches Kammerkonzert im Rahmen von 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland warb um Spenden für den Neubau der Koblenzer Synagoge

Ich hatte einst eine schöne Heimatstadt…“ In ihrer Begrüßung wandelte PD Dr. Margit Theis-Scholz, Dezernentin für Bildung Kultur der Stadt Koblenz, den Titel der Veranstaltung leicht ab, um der Erinnerung an die vielen Koblenzerinnen und Koblenzer Raum zu geben, die auf unterschiedliche Weise den Schrecken des Nationalsozialismus zum Opfer fielen.

Mit Jacqueline Diffring, Max Jacoby und Otto Fried erinnerte Theis-Scholz an drei Kinder dieser Stadt, die als Jugendliche, gezwungen durch die diskriminierenden und diffamierenden Umstände, denen sie als Kinder von Eltern jüdischen Glaubens ausgesetzt waren, Koblenz verlassen mussten.

Sie alle avancierten zu berühmten und anerkannten internationalen Künstlern, als Bildhauerin, Fotograf und Maler. „Koblenz als ihre Heimatstadt verlor sie als Mitbürger, aber auch als künstlerische Talente und herausragende kreative Köpfe“, so Theis-Scholz. Mit dem Kunstprojekt „Kunst unterwegs“ zeige die Stadt 2021 einen Teil ihrer Werke in City Light Postern in Koblenz, um ihnen wenigstens posthum ihre verdiente Ehre und Anerkennung zuteil werden zu lassen und ihr Werk einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Weiterlesen

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Gegen das Vergessen – Veranstaltungen in Diez und Bad Ems

in VG Bad Ems-Nassau/VG Diez

BAD EMS/DIEZ Die Veranstaltungsreihe „Gegen das Vergessen“ ist seit 1988 ein besonderes Anliegen des Rhein-Lahn-Kreises. Im Mittelpunkt stehen die Geschehnisse am 9. November 1938, da die Zerstörung der jüdischen Synagogen und Geschäfte in jener Nacht den Beginn der systematischen Ausgrenzung, Vertreibung und Ermordung der Juden darstellt. Weiterlesen

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Jüdisches Leben in Diez

in Politik/VG Diez
Jüdisches Leben in Diez

DIEZ Der SPD-Kreisverband Rhein-Lahn und sein Vorsitzender Mike Weiland sind, wie jedes Jahr, auf Sommertour. An diesem Abend haben wir uns in Diez getroffen, um mehr über die Spuren jüdischen Lebens in unserer Stadt zu erfahren.

Das dies nicht einfach ist, auf den ersten Blick sind keine sichtbaren Gebäude, Erinnerungstafeln oder ähnliches zu erkennen, wurde den zahlreichen Teilnehmern, unter ihnen auch der Landrat des Rhein-Lahn Kreises, Frank Puchtler, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Michael Schnatz, Dr. Tanka Machalet, Wahlkreiskandidatin Bundestagswahl und die Stadtbürgermeisterin Annette Wick, schon zu Beginn des Abendspaziergangs deutlich.

Treffpunkt war der Kasernenplatz, auf dem der bestens vorbereitete Matthias Lang vom Museums- und Geschichtsvereins Diez und Umgebung e.V. eine erste Einführung zum Thema gab. Lang erläuterte, dass jüdisches Leben in Diez ab dem Mittelalter dokumentiert ist.

Die nicht mehr vorhandene Synagoge, die neue Synagoge, war unser erster Standort. Ein Teilnehmer konnte erzählen, dass er die in der Pogrom Nacht zerstörte Synagoge noch als Junge gesehen hat. Von dem Gebäude ist noch ein Fenster erhalten, das heute im Museumsgarten besichtigt werden kann. Aktuell erinnert nichts an dieses Gebäude.

Ebenso ist das ehemalige Kantorenhaus in der Altstadt nicht mehr kenntlich. Hier befand sich auch die alte Synagoge, beide Gebäude haben die NS-Zeit überstanden, da sie bereits vor 1933 verkauft wurden, und damit der Zerstörung entgingen.

Einzig an der Schlosstreppe erinnert eine Tafel an die Vertreibung der jüdischen Kinder des Kinderheims an das Geschehen. Die Tafel wurde in den neunziger Jahren nach einer tatsächlich stattgefunden statischen Überprüfung der Mauer, an der die Tafel befestigt ist, installiert, so der Bericht von Tobias Rösel vom Museums- und Geschichtsverein.

An das Kinderheim, die Kinder, die Leitung und an einige ehemalige Bürger erinnern heute Stolpersteine, die im vergangenen Jahr gelegt wurden. Diese Aktion soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden, wie Matthias Lang berichtet.

Jüdisches Leben wird nicht vergessen und den ehemaligen Bürgern wird erinnert werden.

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Hilft mir denn kein Balduinsteiner?

in Panorama/VG Diez
Im neu erschienenen Buch "Juden in Balduinstein" verfolgt der Autor Willi Bode die jüdischen Spuren im Dorf.

BALDUINSTEIN In seinem neu erschienenen Buch „Juden in Balduinstein“ verfolgt Willi Bode die jüdischen Spuren im Dorf, von dessen Gründung im Jahre 1319 bis zu ihrer Vertreibung durch die Nazis. Erläuterungen zum Judenhuyss als eine jüdische Wohn- und Gebetsstätte sowie zum Judentodtenhof im Ortsteil Hausen runden das 306 Seiten mit 228 Abbildungen und Fotos umfassende Buch ab.

Es enthält mit Hinweisen auf jüdische Familien in Cramberg, Langenscheid, Isselbach, Diez und Montabaur auch zahlreiche über Balduinstein hinausgehende Bezüge.


Der Autor Willi Bode, 1937 geboren und in Balduinstein aufgewachsen, erforschte das Schicksal der ehemaligen jüdischen Mitbürger, um sie mit ihrem Namen und ihrem Gesicht der Anonymität zu entreißen und ihnen das zurückzugeben, was ihnen die Nationalsozialisten genommen hatten: ihre Individualität und ihre Würde. Gleichzeitig brandmarkt er die NS-Politik, und er will ein Stück Balduinsteiner Geschichte dem Vergessen entziehen und im dörflichen Bewusstsein verankern.
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