Lahnstein
Ökumenisches Holocaust-Gedenken in der Friedenskirche Friedrichsegen erinnert an ermordete Gruppe von Gotteszeugen

FRIEDRICHSEGEN Zu einem Gedenken an die Opfer des Holocaust hatte die Ökumene-Pfarrerin des evangelischen Dekanats Nassauer Land Antje Müller zusammen mit der katholischen Kirchengemeinde und Vertretern jüdischen Glaubens in die Friedenskirche nach Friedrichssegen eingeladen. Vielseitig wurde dort an das unsagbare Leid erinnert, dass das nationalsozialistische Regime Andersdenkenden zugefügt hat. Zur alljährlichen Erinnerung wurden diesmal unter dem Titel „Die vergessenen Opfer“ die Verbrechen der NS-Diktatur an den Zeugen Jehovas besonders in den Blick genommen. Das Gedenken zeigte außerdem: Rechtsextremistischer Hass und Menschenverachtung in Wort und Tat wurde auch von Christen gefördert.
„Dir, dir Jehova will ich singen“, erklang es zu Beginn im gut gefüllten Gotteshaus. Der Begriff leitet sich vom hebräischen Jahwe ab, wie Gott im Alten Testament bezeichnet wird: „Ich bin, der ich bin“. Im aktuellen evangelischen Gesangbuch wurde der Gottesbegriff durch „Höchster“ ersetzt. Das war nicht die einzige wissenswerte Erklärung des Nachmittags. Rainer und Talida Dämgen erinnerten an Martin Niemöller. Der Marineoffizier, Pfarrer, Mitbegründer der Bekennenden Kirche, KZ-Häftling und spätere erste Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) stellte den damaligen Christen kein gutes Zeugnis aus. Ein gut Teil der Schuld an „den ewigen Kriegen“ falle auf sie, nicht auf Gott, zitierten die beiden im Altarraum. Antje Müller erinnerte daran, dass zur Ernennung des evangelischen Reichsbischofs Ludwig Müller in Wittenberg Zweidrittel der Pfarrer in NS-Uniform teilnahmen. Anders Martin Niemöller. Er verwies beschämt auf die damaligen Mitglieder „einer sogenannten Sekte wie die der ernsten Bibelforscher, die zu Hunderten und Tausenden ins Konzentrationslager und in den Tod gegangen sind, weil sie den Kriegsdienst ablehnten, und sich weigerten, auf Menschen zu schießen“.
Erschütternd die in einem Video präsentierten Augenzeugenberichte über die Hinrichtung August Diekmanns im September 1939, der sich weigerte, Soldat zu werden und seinem Glauben abzuschwören. 8000 Häftlinge mussten dabei zuschauen. Die Abschreckung hatte keinen Erfolg; Hunderte der unbeugsamen Zeugen Jehovas, die bis 1931 „ernste Bibelforscher“ hießen, wurden ebenfalls hingerichtet; tausende kamen in den Lagern ums Leben. „Ein Pakt mit Hitler wäre ihnen als ein Pakt mit dem Satan vorgekommen.“ Ein Mensch könne kein Führer sein; Heil sei nur durch Christus zu erlangen, erklärte Müller deren Haltung. Die Gedenkstunde erinnerte beispielhaft an Verfolgte aus dem Rhein-Lahn-Kreis wie Maria Hombach aus Bad Ems und Max Hollweg aus Marienfels, der die Geschehnisse in der Region und seine KZ-Haft in einem Buch verewigte, das von Zivilcourage im Dritten Reich handelt und den Titel trägt „Es ist unmöglich von dem zu schweigen, was ich erlebt habe“.
Wie wichtig die Erinnerung an die unfassbar menschenverachtenden Taten des NS-Regimes ist und an deren Ursprünge, bekräftigte Daniel Strauß in einem Video-Statement. Der Zeuge Jehova ist seit 1995 Vorsitzender des baden-württembergischen Landesverbandes der Sinti und Roma, hat das Kulturzentrum „RomnoKher“ in Mannheim gegründet und gilt als renommierter Kenner in der Holocaustforschung; zahlreiche seiner Publikationen beschäftigen sich mit dem Thema „Antiziganismus“.
Zur Sprache kamen während der Gedenkfeier auch aktuelle Entwicklungen wie weltweite Kriege und das Erstarken rechtsextremistischer Gedanken in Deutschland. Panzer, Bomben und Raketen ließen sich zwar nicht aufhalten, „aber wir können etwas tun“, sagte die katholische Gemeindereferentin Tanja Kaminski. „Wir können aufbegehren, wo die Würde des Menschen mit Füßen getreten wird, zuhause, in der Schule, am Arbeitsplatz.“ Und Wolfgang Elias Dorr als Vertreter des jüdischen Glaubens betonte: „Wir sehnen uns nach Gerechtigkeit, die nicht auf Kosten anderer zustande kommt“. Er bat darum, das Gedenken zu stärken und als mutige Menschen zu einem lebendigen Zeichen von Gottes Frieden zu werden.
Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Organistin Hannelore Syre und dem Chor Septime aus Miellen, der unter Leitung von Wassily Kotykov passende Lieder anstimmte. „Hevenu Shalom Alechem“ (Wir wünschen Frieden für alle) etwa, das Friedenslied „Tebje Pajom“ („O Herr, gib Frieden“) und „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, das der evangelische Pfarrer Dietrich Bonhoeffer 1945 im KZ Flossenbürg schrieb, bevor er dort 39-jährig ermordet wurde.
Und auch das war ein Zeichen für den Frieden unter Religionen und Völkern: Nikolaus Hermann aus Miellen, von dem bereits der siebarmige hölzerne Leuchter stammt, der die Kirche bei christlich-jüdischen Gedenkveranstaltungen ziert, hatte ein neues Bild geschaffen, das die Versöhnung zwischen Judentum und Christentum in den Fokus rückt.
Blaulicht
Nachtragsmeldung zum angekündigten Amoklauf am Schulzentrum Lahnstein

LAHNSTEIN In unserer Erstmeldung vom gestrigen Abend berichteten wir, dass am 1. April auf der Mädchentoilette der Realschule plus in Lahnstein eine bedrohliche Schmiererei entdeckt wurde, die einen Amoklauf ankündigte. Diese Darstellung bedarf jedoch einer Korrektur. Nach aktuellen Informationen der Polizei ist nicht eindeutig geklärt, ob die Verfasserin oder der Verfasser dieser Drohung tatsächlich eine Schülerin oder ein Schüler der Realschule plus oder des angrenzenden Marion-Dönhoff-Gymnasiums ist. Fest steht jedoch, dass sich die Schmiererei seit dem 01. April in einer Mädchentoilette des Gymnasiums befand, die sowohl von Schülerinnen des Gymnasiums als auch von Schülerinnen der Realschule plus genutzt wird.
Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen wurde eine Person in einem Chat identifiziert, die für die Verbreitung der Nachrichten in den sozialen Medien verantwortlich sein könnte. Mit der Person wurde ein klärendes Gespräch, eine sogenannte Gefährderansprache geführt. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass diese Person auch tatsächlich für die Drohung verantwortlich ist. Die Polizei setzt ihre Untersuchungen fort, um die Urheberin oder den Urheber der bedrohlichen Botschaft zweifelsfrei zu ermitteln.
Die Schulleitungen beider betroffenen Bildungseinrichtungen – der Realschule plus und des Marion-Dönhoff-Gymnasiums – haben unverzüglich reagiert und gemeinsam die Eltern der Schülerinnen und Schüler über die Vorfälle informiert. Trotz der schnellen Aufklärung bleibt die Tatsache bestehen, dass es sich hierbei um einen geschmacklosen und verantwortungslosen „Aprilscherz“ handelt, der große Unruhe und Angst innerhalb der Schulgemeinschaften ausgelöst hat.
Bereits am heutigen frühen Morgen zeigte die Polizei Lahnstein verstärkte Präsenz am Schulzentrum, um mögliche Unsicherheiten bei den Schülerinnen, Schülern sowie Lehrkräften zu minimieren. Es liegt keine akute Gefährdungslage vor.
Blaulicht
Schlechter Aprilscherz: Schülerin kündigt für Donnerstag Amoklauf an Realschule in Lahnstein an!

LAHNSTEIN Was als vermeintlicher Aprilscherz begann, endete in einem Schockmoment für eine gesamte Schulgemeinschaft. Pünktlich zum 1. April fand sich auf der Mädchentoilette, die von der Realschule plus und des Marion-Dönhoff-Gymnasiums Lahnstein gemeinsam genutzt wird* (*nachträglich korrigiert, ursprünglich hieß es im Text, dass es eine Mädchentoilette der Realschule wäre) eine bedrohliche Ankündigung: Ein Amoklauf sollte am kommenden Donnerstag stattfinden. Doch damit nicht genug – die Nachricht verbreitete sich rasend schnell über Snapchat und andere soziale Medien. Eine makabere Drohung, die Erinnerungen an vergangene Tragödien wachrief und für Angst und Unruhe sorgte.
Kein harmloser Spaß – Die grausame Realität hinter solchen Drohungen
Es gibt Dinge, über die man keine Witze macht. Für viele Menschen sind die schrecklichen Bilder von Winnenden, Erfurt oder Parkland unauslöschlich ins Gedächtnis eingebrannt. Das Entsetzen, die Angst, das Leid der Familien – all das lässt sich nicht einfach abschütteln. 2009 erschoss ein 17-Jähriger in Winnenden 15 Menschen, bevor er sich selbst das Leben nahm. Es war eine Tragödie, die sich in die Geschichte eingravierte. Drohungen dieser Art sind kein harmloser Streich, kein leichtfertiges Geplänkel – sie sind Ausdruck einer beunruhigenden Gedankenlosigkeit, die weitreichende Konsequenzen hat.
Die Polizei reagiert schnell – Sicherheit geht vor
Glücklicherweise handelten die Behörden umgehend. Innerhalb kürzester Zeit konnte die Polizei die Täterin identifizieren. Mit einer deutlichen Gefährderansprache setzten die Beamten ein klares Zeichen: Solche Drohungen werden nicht toleriert, unabhängig davon, ob sie ernst gemeint sind oder nicht. Denn die Konsequenzen sind real – nicht nur für die Täterin selbst, sondern auch für die vielen Schülerinnen und Schüler, die in Angst und Unsicherheit versetzt wurden.
Die Polizei verstärkte ihre Präsenz an der Schule merklich, um den Kindern und Jugendlichen ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Mehr Streifenfahrten, mehr Beamte vor Ort – alles Maßnahmen, um das Vertrauen in die Sicherheit der Schule zu bewahren. Denn egal, ob eine Drohung ernst gemeint war oder nicht: Die Angst, die sie auslöst, ist echt.
Konsequenzen für die Schülerin – Ein hoher Preis für einen geschmacklosen Scherz
Für die Täterin wird dieser vermeintliche „Scherz“ ernsthafte Folgen haben. Seitens der Schule sind bereits Ordnungsmaßnahmen angekündigt, und auch strafrechtliche Konsequenzen stehen im Raum. Eine solch schwerwiegende Ankündigung einer vermeintlichen Tat bleibt nicht ohne Folgen – und das zu Recht. Wer mit der Angst anderer spielt, muss sich über die Konsequenzen im Klaren sein.*Die Rektoren der Realschule plus und des angrenzenden Marion-Dönhoff-Gymnasiums informierten gemeinsam die Sorgeberechtigten der jeweiligen Schüler in einem Elternbrief zu den Umständen des Vorfalls (*nachträglich hinzugefügt).
Unterstützung für die Schüler – Raum für Ängste und Sorgen
Um den Schülern die Möglichkeit zu geben, über ihre Ängste zu sprechen, wird der Unterricht am Donnerstag regulär stattfinden. Doch die Schulen haben vorgesorgt: Schülerinnen und Schüler, die sich unwohl fühlen, dürfen auf Wunsch zu Hause bleiben. Die Schulleitungen haben die Eltern über diese Möglichkeit informiert, um den jungen Menschen einen sicheren Raum für ihre Gefühle zu bieten.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass manche Dinge keine Späße sind. Gewaltandrohungen, egal in welchem Kontext, haben nichts mit Humor zu tun. Sie sind eine ernste Angelegenheit, die tiefgreifende Auswirkungen auf viele Menschen haben kann. Ein Aprilscherz sollte zum Lachen bringen – nicht zur Angst. Ein „Scherz“, der Menschen in Panik versetzt, ist keiner. Er ist schlichtweg verantwortungslos.
Lahnstein
Asphaltarbeiten im Lahnsteiner „Hohenrhein“ beginnen am 10. April

LAHNSTEIN Im Zuge der Ausbaumaßnahme „Hohenrhein“ werden am 10. und 11. April 2025 die Asphaltarbeiten zwischen der Abfahrt zum Campingplatz Wolfsmühle und der Einmündung zur Martin-Luther-Straße ausgeführt.
Aus diesem Grund ist die Baustelle ab Mittwochmittag, 09. April nicht mehr befahrbar. Die Durchfahrt wird am Morgen des 12. April wieder freigegeben. Aktuelle Informationen zur Baumaßnahme finden sich auch unter www.lahnstein.de/hohenrhein.
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