Steht das Paulinenstift in Nastätten vor dem Aus? (Foto: Paulinenstift Nastätten. Wikipedia Creatice Commons Lizenz CC BY-SA 4.0 User: Tuluqaruk //creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)

Steht das Paulinenstift in Nastätten vor dem Aus?

in Gesundheit/VG Nastätten

NASTÄTTEN Wenn es nach dem Firmenkonsortium der SANA Kliniken AG gehen würde, wäre das ein durchaus denkbares Szenario. Denn diese möchte die Mehrheit des finanziell angeschlagenen Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein übernehmen, dem auch der Paulinenstift in Nastätten angehört. Von 5 bis 7 Millionen Euro Deckungslücke wird gesprochen. Genaue Zahlen gibt es nicht.

Von der Schließung zweier Standorte ist die Rede. Eines davon ist mit hoher Sicherheit das evangelische Stift St. Martin Krankenhaus in Koblenz. Und das Andere? Raten Sie einmal.

Wie aus einem Bericht von ver.di hervorgeht, haben die Beschäftigten die Vermutung geäußert, dass die finanzielle Notlage bewusst erzeugt worden war, um das Klinikum einem privaten Unternehmen zu vermachen.

Der BEN Kurier sprach mit dem ver.di Gewerkschaftssekretär Michael Quetting zu dieser Thematik. „Die SANA beabsichtigt noch im Juni, dass der Geschäftsführervertrag durch die Stadt Koblenz und dem Kreistag Mayen – Koblenz verlängert wird. Aber nur unter der Voraussetzung, dass die Zusicherung erfolgt, zu einem späteren Zeitraum 51% der Anteile übernehmen zu können. Wenn dem so ist, dann kommt es im nördlichen Rheinland-Pfalz zum Sündenfall. Die Lehre aus der Corona-Pandemie, das Gesundheitswesen eben nicht privaten Kapitalinteressen zu überlassen, scheint in Koblenz und im Landkreis Mayen-Koblenz noch nicht angekommen zu sein. Das wäre nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für die Bevölkerung eine Katastrophe. Ein solches Szenario muss mit allen Mitteln verhindert werden,“ stellt der Gewerkschafter fest.

Die Sana Kliniken AG ist keine Unbekannte. Ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft, DGS pro.service GmbH, will in einem ähnlich gelagerten Fall, mehr als 1000 Mitarbeiter entlassen. Von diesem profitorientierten Klinik-Konzern eine Rettung zu erwarten, ist mehr als naiv,“ meint Quetting.

ver.di verlangt volle Aufklärung. Alle Karten müssen schnellstens auf den Tisch! Bekommt Sana die Mehrheit zugeschanzt? Wie ist der Stand der Verkaufsgespräche? Wie groß ist die finanzielle Notlage? Warum wird die Öffentlichkeit nicht informiert? Wir fordern, dass eine Gesundheitskonferenz einberufen wird, um alle Fragen zu klären und die Gesellschafter sollen verpflichtet werden, alle Überlegungen offen zu legen,“ so der Vorschlag des Pflegebeauftragten.

Demonstration unter dem Motto: “Zeit zu handeln – Ihr kämpft um leben, wir um euren Arbeitsplatz.”

Wie der BEN Kurier erfahren hat, wurde zum 20.06 eine Demonstration in Koblenz angemeldet. Ob es parallel in Nastätten ebenfalls zu Protestzügen kommen wird, ist unklar. Der Bundestagsdirektkandidat Michael Brüggemann von „Die PARTEI“ kündigte Unterstützung für die Mitarbeiter des Paulinenstift an.

Primär wird es spannend sein zu sehen, wie sich die anderen Parteien im Bundestagswahlkampf für die Menschen in der Region und die Beschäftigten einsetzen werden. Das Paulinenstift in Nastätten ist ein medizinischer Grundversorger in der Region. Das Sterben der Kliniken muss aufgehalten werden.

Dem BEN Kurier liegen weitere zahlreiche Unterlagen zu der Thematik vor. Wir werden in den kommenden Tagen nach ausführlicher Auswertung weiter berichten.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*

Neueste von der Gesundheit

Gehe zu Start