Blaulicht
Neues Löschfahrzeug für die Einheit Altendiez: Feierliche Übergabe und offizielle Indienststellung

DIEZ Der Freiwilligen Feuerwehr-Einheit Altendiez wurde am vergangenen Sonntag, dem 2. April, im Rahmen des traditionellen Schlachtfests ihr neues MLF (Mittleres Löschfahrzeug mit 1.200 Liter Wassertank) offiziell übergeben. Die Historie für diese bedeutsame Anschaffung – es ist das erste und bislang einzige Mittlere Löschfahrzeug in der gesamten Verbandsgemeinde – reicht dabei bis ins Jahr 2017 zurück. Die für das Feuerwehrwesen zuständige Erste Beigeordnete Claudia Schäfer gab während Ihres Redebeitrags am Übergabetag einen tiefen Einblick in die Hintergründe für eine derart langwierige Fahrzeugbeschaffung: Im Jahr 2017 war der Feuerwehr Organisationsplan durch Wehrleitung, Verwaltung und weitere Feuerwehrleute überarbeitet und auch offiziell durch den Verbandsgemeinderat beschlossen worden.
Dabei wurde der Ausrückebereich Altendiez von der Risikoklasse 1 nach 2 hochgestuft, denn in Altendiez gibt es eine ganze Reihe von Gebäuden mit einer Rettungshöhe von über 8 Metern und darüber hinaus zahlreiche Handwerksbetriebe. Deswegen wurde die Anschaffung eines MLF als Ersatz für das vorhandene TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) erforderlich. Entsprechende Mittel wurden in den Haushalt 2019 der Verbandsgemeinde eingestellt. Mit Bescheid der ADD vom 19.06.2019 wurde eine Zuwendung des Landes in Höhe von 58.000 EUR bewilligt und zugleich der vorzeitigen Beschaffung zugestimmt. Im Anschluss erfolgte die Erarbeitung eines
Leistungsverzeichnisses durch Wehrleitung, den hauptamtlichen Gerätewart und natürlich durch Vertreter der Einheit Altendiez sowie durch die zuständigen Verwaltungsmitarbeiter.
Die öffentliche Ausschreibung erfolgte im Juli 2019, die Submission wurde im August 2019 durchgeführt. Der erforderliche Beschluss im Verbandsgemeinderat zur Auftragsvergabe wurde im September gefasst und die Auftragserteilung erfolgte kurz darauf. Das Fahrgestell wurde im März 2020 an den Aufbauhersteller geliefert und im August 2020 fand die Auftaktbesprechung beim Aufbauhersteller statt. Wegen Materialmangels (u. a. betraf das den Wassertank) und Personalengpässen infolge der Coronapandemie konnte im August 2020 jedoch kein finaler Herstellungstermin für den Aufbau genannt werden. Im November 2020 erhielt die Verwaltung die Mitteilung, dass das Altendiezer MFL im ersten Halbjahr 2021 fertiggestellt werden sollte.
Im Juli war schließlich die Rohbaubesprechung beim Hersteller angesetzt, wurde aber kurzfristig wegen Coronaerkrankungen im Unternehmen abgesagt. Dabei teilte der Hersteller mit, dass die Fahrzeughöhe von 3,10 m nicht eingehalten werden könne. Wegen der durch das Tor des Altendiezer Gerätehauses zwingend einzuhaltenden
Maximalhöhe und aufgrund entsprechender Norm-Vorschriften war dies für Verwaltung und Wehr jedoch nicht akzeptabel. Im September 2021 bestätigte der Hersteller allerdings erneut, dass die Höhe von maximal 3,10 m mit diesem Fahrgestell nicht möglich sei. Verwaltung und Wehr konnten dies nicht nachvollziehen und die Arbeitsgruppe machte sich daher im November 2021 noch einmal auf den Weg zum Hersteller, um selbst nachzumessen.
Tatsächlich stellte sich heraus, dass das Fahrzeug auf dem angelieferten Fahrgestell wie vorgesehen realisiert werden konnte, ohne eine Höhe von 3,10 m zu überschreiten!
Offensichtlich war das Unternehmen von falschen Daten ausgegangen, doch erst das händische Vermessen vor Ort hat diesen Irrtum aufdecken können. „Uns fiel ein Stein vom Herzen“, so Schäfer. Gleichwohl musste sich die Einheit Altendiez weiterhin in Geduld üben, denn erst im Juni 2022 fand die Rohbaubesprechung beim Hersteller statt. Die Abnahme durch TÜV konnte am 27.08.2022, die Abnahme durch die LFKA (Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzakademie) am 16.09.2022 und die Zulassung – endlich – am 19.09.2022 erfolgen.
Die finale Abnahme und die Abholung des Fahrzeugs geschah am 20.09.2022. Claudia Schäfer stellte fest, dass mit diesem Mittleren Löschfahrzeug die äußeren Rahmenbedingungen deutlich aufgewertet werden, um noch bessere Hilfestellung in Notfällen geben zu können. Doch, so Schäfer weiter, „was wäre das alles – Fahrzeuge, Feuerwehrhaus, Sprechfunk, moderne Einsatzkleidung und so weiter – wenn die Feuerwehr nicht von innen heraus leben würde? Das macht sie hier in Altendiez und in der gesamten Verbandsgemeinde Diez mit ihren sehr engagierten Feuerwehrleuten, die hohe Einsatzbereitschaft und Motivation immer wieder in Ernstfällen bei Einsätzen über all die Jahre gezeigt haben!“ Eine formelle und feierliche Übergabe bringe daher auch eine Wertschätzung an die Feuerwehrmänner und – frauen zum Ausdruck.
Schäfer betonte, „dass die Feuerwehrleute in Ausübung ihres Ehrenamtes und Hobbys eine kommunale Pflichtaufgabe der Verbandsgemeinde erfüllen, nämlich die des Brandschutzes und der technischen Hilfe.“ Schäfer beglückwünschte die Altendiezer Einheit zu ihrem neuen MLF, „das euch immer sicher zum und vom Einsatzort transportieren möge, aber auch viel Freude bei den Übungen und im Umgang damit bringen soll.“
Der Wehrführer der Einheit Altendiez, Thorsten Scherer, zeigte auf, dass das neue MLF mit seinen knapp neun Tonnen Gesamtgewicht „schon ein richtiger LKW“ sei. Damit waren aber auch Probleme entstanden, nämlich die Notwendigkeit von Führerscheinen der Klasse C. „Dank der vorausschauenden Zuarbeit der Verbandsgemeinde – und bestimmt war die Wehrleitung nicht ganz unbeteiligt – konnten wir bereits im Jahr 2021 acht Klasse C-Fahrer ausbilden lassen, und zwischenzeitlich wurden drei weitere Klasse C-Fahrer ausgebildet.“
Insgesamt stehen in der Altendiezer Einheit somit nicht weniger als 23 Klasse C- Fahrer zur Verfügung, die das neue MFL bewegen können und dürfen. Die Einheit sei, vom
Beschaffungsprozess abgesehen, mit dem neuen Fahrzeug äußerst zufrieden und zugleich sehr stolz darauf. Es sei das erste wasserführende Fahrzeug für Altendiez. Daher, so Scherer weiter, „musste nun ein komplettes Umdenken und Handeln in Bezug auf unsere zukünftige Einsatztaktik trainiert werden. In den ersten fünf Wochen haben wir 21 zusätzliche Übungstage eingelegt. Hierzu gehörte die Einweisung in das Fahrzeug, also von `wo finde ich was ́, die sogenannte Fahrzeug- und Gerätekunde mit Einweisung in die Bedienelemente, über den Umgang mit der nun fest verbauten Pumpe genauso wie Löschangriffe mit Schnellangriffsrohr oder dem sogenannten Schnellangriffsverteiler.“ Der Umgang mit der neuen dreiteiligen Schiebleiter sei genauso geübt worden wie die Beleuchtung der Einsatzstelle mit dem fest am MLF verbauten Lichtmast, die Inbetriebnahme des nun vorhandenen Überdrucklüfters oder auch die Bedienung des neuen Funkgerätetyps. „Für uns jedoch einsatztaktisch besonders wichtig waren Übungen für unsere Atemschutzgeräteträger zum Ausrüsten mit Atemschutzgerät bereits während der Anfahrt“, so Scherer.
Dies sei möglich geworden, weil nun zwei Atemschutzgeräte in der Mannschaftskabine so verbaut sind, dass diese schon während der Anfahrt zum Einsatzort angelegt werden können. „Das spart im Falle einer Menschenrettung, aber auch bei einem generellen Löschangriff unter Atemschutz, immense Zeit an der Einsatzstelle“, so Scherer. Neben einem Dankeschön an VG-Wehrleitung und – Verwaltung versäumte der Altendiezer Wehrführer es nicht, sich auch bei seiner Ehefrau Sandra mit einem großen Blumenstrauß zu bedanken „eher zu entschuldigen“, wie Scherer es formulierte: „Gerade die letzten Wochen nahmen erheblich Zeit in Sachen Feuerwehr in Anspruch. Die Familie kommt da leider wirklich zu Kurz.“
Einen besonderen Dank im Namen der gesamten Einheit adressierte der Wehrführer an den 25-jährigen Feuerwehrmann Fabian Kraus, der sich durch sein persönliches Engagement und seine Aktivität nicht nur in Altendiez, sondern auch in der Freiwilligen Feuerwehr Budenheim in den letzten Jahren ein Feuerwehrwissen angeeignet habe, das sehr beachtlich sei. „Er hat Vorschläge zur zukünftigen Handhabung, zu Angriffstaktiken, Lagerung und was weiß ich noch alles rund ums MLF gemacht, und ich nehme an, dass er derzeit der einzige ist, der in wirklich allen Ausbildungsabschnitten am MLF aus dem Stegreif eine Ausbildung oder Einweisung halten könnte, ohne sich auch nur eine einzige Minute vorbereiten zu müssen“, so Scherer, der die herausragenden Leistungen mit einem kleinen Präsent für Fabian Kraus würdigte.
Für die VG-Wehrleitung ergriff Sebastian Kuhmann das Wort und nannte das neue MLF einen „Quantensprung in Sachen Einsatztaktik.“ Besonders würdigte Kuhmann die „zahlreichen Stunden, die die Kameradinnen und Kameraden in Altendiez an Ausbildung in das Fahrzeug investiert haben.“ Weil die MFL-Übergabe am 2. April eine der letzten in der Amtszeit von Claudia Schäfer sein wird, nutzte Sebastian Kuhmann die Gelegenheit, sich stellvertretend für die VG-Wehrleitung und für alle Feuerwehreinheiten in der Verbandsgemeinde Diez bei der Ersten Beigeordneten zu bedanken: „Die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Diez kann sich glücklich schätzen, in den letzten acht Jahren mit Dir so viel bewegt zu haben!“
Der Dank gehe auch an alle anderen Mitarbeiter der Verwaltung und an den Verbandsgemeinderat. Ohne sie wäre auch die gute Ausstattung der Feuerwehren innerhalb der Verbandsgemeinde Diez nicht weiter vorangekommen. „Wir sind auf einem guten Weg, der aber noch eine lange Strecke vor sich hat. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Verwaltung auch mit der neuen Verwaltungsspitze so unkompliziert weitergeht“, so Kuhmann. Diese war mit Maren Busch, der künftigen Bürgermeisterin, natürlich ebenfalls zur MFL- Übergabe erschienen und freute sich genauso wie Claudia Schäfer über einen üppigen Blumenstrauß.
Nach der symbolischen Schlüsselübergabe durch Beigeordnete Schäfer an Wehrführer Scherer erhielt das neue Fahrzeug den ökumenischen Segen durch Pastoralreferentin Karin Stump (kath.) und Pfarrer Fetthauer (ev.). Weitere Grußworte sprachen die Vertreter der beiden großen Fraktionen im Verbandsgemeinderat, Günter Künzler (SPD) und Matthias Lammert (CDU), die sich beide gleichermaßen bei Claudia Schäfer für ihr besonderes Engagement rund um das Feuerwehrwesen während ihrer bald auslaufenden Amtszeit sehr bedankten und die herausragenden Verdienste würdigten.
Die „Rettungskollegen“ vom DLRG gratulierten ebenfalls zum neuen Fahrzeug und überreichten der Einheit als Präsent eine ganz besondere Schlauchtrommel, versehen mit
einer „Endloskette“ aus Wurstwaren. Und der Altendiezer Chor Singalong brachte trotz kühlen und regnerischen Wetters umso herzerwärmendere Liedbeiträge. Neben der Fahrzeugübergabe wurden an diesem Sonntag außerdem personelle Angelegenheiten vorgenommen: Michael Schleif und Marcel Schmidt wurden zu Feuerwehrmann-Anwärtern, Joey Brinkhöfer zum Oberfeuerwehrmann und Fabian Kraus zum Hauptfeuerwehrmann durch Wehrführung (Thorsten Scherer) und VG-Wehrleitung (Thomas
Wilbert) ernannt beziehungsweise befördert. Für die zurückliegenden stolzen 15 Jahre Jugendarbeit in der Einheit Altendiez dankte Wehrführer Scherer in besonderer Weise
außerdem Lucas Kurz, der diese Aufgabe demnächst an einen Nachfolger weitergeben wird.
Scherer dankte außerdem für einige Anschaffungen, die vor allem während der Corona- Pandemie getätigt worden und die nur durch Spenden oder Förderprogramme möglich waren: So hat die Naspa-Stiftung sich an der Beschaffung der beiden Schlauchlagerwagen beteiligt, der Großteil der Kosten wurde durch den Förderverein getragen. Aus dem LEADER- Programm für Ehrenamtliche Bürgerprojekte wurde der Altendiezer Einheit eine Säbelsäge für technische Hilfeleistungen gefördert, aus dem Projekt „Neustart für Vereine“ wurde eine komplette IT-Ausstattung mit Projektor zur Verbesserung der theoretischen Ausbildungsanteile möglich gemacht. Familie Kraus hat einen durch Fabian zweckmäßig zusammengestellten Türöffnungssatz gespendet, die Fa. Faster Personaldienstleistungen stiftete einen Nasssauger mit integrierter Pumpe sowie einen Akkuscheinwerfer, der durch einen weiteren Akkuscheinwerfer des Fördervereins ergänzt wurde. Allen Spendern übermittelte Wehrführer Scherer im Namen der Einheit Altendiez einen herzlichen Dank.
Technische Daten des neuen MLF
Höhe 3,10 m, Breite 2,50 m, Länge 6,49 m zulässiges Gesamtgewicht: 8.800 kg, Motorleistung 162 kW (220 PS), Tank: 1200 Liter Gesamtsumme für das Fahrzeug: 174.852,88 EUR
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Mutwilliger Vandalismus an Spielplatzbaum: Stadt Lahnstein erstattet Anzeige

LAHNSTEIN Auf dem Spielplatz am Martinsschloss in Oberlahnstein ist es zu einem besonders schweren Fall von Vandalismus gekommen. Unbekannte Täter haben die Rinde einer jungen Mehlbeere (Sorbus) ringsum abgeschält. Dieser Eingriff bedeutet das sichere Absterben des Baumes, da durch das Entfernen der Rinde das darunterliegende lebenswichtige Cambium zerstört wird. Ohne diese dünne Gewebeschicht können Wasser und Nährstoffe nicht mehr transportiert werden – der Baum ist damit zum Tode verurteilt.
Der Schaden beläuft sich auf rund 5.000 Euro. Die Stadt wird den Vorfall bei der Polizei zur Anzeige bringen.
Bäume sind weit mehr als Gestaltungselemente im öffentlichen Raum: Sie sind Lebewesen, die das Stadtklima verbessern, Schatten spenden, Lebensraum für Tiere bieten und durch die Speicherung von CO₂ einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Gerade auf Spielplätzen sind sie für Kinder und Familien von unschätzbarem Wert – als Schattenspender, Luftfilter und Symbol für Natur mitten in der Stadt.
„Ein solcher Vorfall schmerzt uns sehr: Bäume leisten einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Hitze, Lärm und Klimawandel. Wer sie zerstört, schadet nicht nur der Natur, sondern nimmt uns allen ein Stück Lebensqualität“, so Lahnsteins Oberbürgermeister Lennart Siefert.
Die Stadt Lahnsteins bittet darum, Hinweise zu solchen Taten zu melden und die junge Generation bereits jetzt für den Wert und die Verletzlichkeit von Bäumen zu sensibilisieren – denn nur wer versteht, wie kostbar Bäume sind, wird sie auch schützen.
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Ministerpräsident Schweitzer: Feuerwehrboot „Loreley“ stärkt Sicherheit in Rheinland-Pfalz

ST. GOARSHAUSEN Auf Einladung des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde (VG) Loreley, Mike Weiland, war der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer jetzt bei der Feuerwehr St. Goarshausen auf dem landeseigenen Hilfeleistungslöschboot (HLB) „Loreley“ zu Gast, um sich von der Technik und den Möglichkeiten des Bootes, aber vor allem auch dem Engagement und der Einsatzbereitschaft der Feuerwehrkameraden, die sie im Ehrenamt erbringen, persönlich zu überzeugen.
„Mit dem HLB haben wir ein starkes Zeichen für Sicherheit und Zusammenhalt in Rheinland-Pfalz gesetzt. Denn der Brand- und Katastrophenschutz ist eine tragende Säule der inneren Sicherheit in unserem Land. Die Anschaffung und der Betrieb dieses hochmodernen Bootes zeigen, wie Land, Kommune und unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte Hand in Hand arbeiten, um die Resilienz unserer Region nachhaltig zu stärken. Als Landesregierung ist es unsere Pflicht und unser Bekenntnis, die Einsatzfähigkeit und Ausstattung unserer Feuerwehren zu sichern, das Ehrenamt zu fördern und zu würdigen“, so Ministerpräsident Schweitzer.
Während einer Übungsfahrt von Kaub zur Loreley und zurück zeigte Samuel Rein, stellvertretender Wehrführer der 40 Mann starken Feuerwehreinheit St. Goarshausen das Können des HLB, das 2019 beschafft wurde. Angetrieben wird es von zwei Motoren mit insgesamt 1.600 PS, die es zu Berg auf mehr als 40 km/h und rheinabwärts auf weit über 60 km/h beschleunigen können. „Da muss man sich schon mit anderen Bootsführern auf dem Rhein wegen des Wellenschlags verständigen“, grinst Samuel Rein.
Man wolle ja schließlich als Retter niemanden anderen unnötig in Gefahr bringen. Mit einer Länge von nur 15 Metern und 5,10 Meter Breite hat das HLB einen Tiefgang von 0,80 Meter bei einer lichten Durchfahrtshöhe von 4,65 Meter. Das Einsatzgewicht beträgt 29 Tonnen. Vor allem auf dem Abschnitt zwischen Bingen und Koblenz kommt das Boot zum Einsatz und bietet mit samt der Besatzung, an diesem Tag neben Samuel Rein mit Matthias Maus und Ralf Reckermann komplettiert, ein starkes Stück Sicherheit auf dem Rhein.
Das HLB ist wahrlich anders zu handhaben als früher die alte Feuerwehrfähre, die behäbig und viel langsamer unterwegs war. Und gerade von der Technik, die im Rumpf und in Regalen sicher verstaut ist, von den Wasserwerfern, die zum Löschen von Schiffsbränden vorhanden sind, einem Kran, einer ablassbaren Frontladeklappe und vom Tempo des HLB konnte sich Ministerpräsident Schweitzer ebenfalls überzeugen.

Mit all dieser modernen Technik sind technische Hilfeleistungen einerseits, aber auch leider vermehrt Menschenrettungen auf dem Rhein problemlos möglich. „Wir sind mit dem Boot deutlich schneller am Einsatzort als früher“, erklärten Samuel Rein und Wehrführer Dirk Jacoby, der ergänzte: „Gerade im Sommer haben wir sehr viele Hobbypaddler zwischen den großen Schiffen auf dem Wasser.“
Das sei höchstgefährlich, weil dabei die Kraft der Güterschiffe meist unterschätzt werde. Zehn Einsätze zählt das HLB bereits in 2025, zuletzt beispielsweise als Brandsicherheitsdienst im Schiffskorso bei Rhein in Flammen von Braubach bis Koblenz. Jedoch bereits zwei Tage nach Schweitzers Besuch musste es zur Menschenrettung bei Bacharach ausrücken, wo einem Menschen bedauerlicherweise nicht mehr geholfen werden konnte.
Die heute noch für den Schiffsverkehr schwierige Rheinpassage zwischen Loreley und Bingen unterstreicht, dass der Liegeplatz im Loreleyhafen genau richtig gewählt sei, so Dirk Jacoby. Im sogenannten Rendezvous-Verfahren helfen sich die in Bingen und Koblenz nächst stationierten Feuerwehrboote bei Einsätzen gegenseitig. Zum Betreiben des HLB bedarf es gesonderte Ausbildungen, die über den üblichen Feuerwehrdienst hinausgehen. Dazu gehört neben dem entsprechenden Bootsführerschein natürlich auch das Radarpatent, weil es auch nachts Einsätze geben kann. Auch werden Dienste eingeteilt.
Das bedeutet Engagement im Ehrenamt, wozu nicht jeder bereit ist. Daher sei man froh, dass gut ausgebildete Aktive wie etwa Samuel Rein mit Herzblut bei der Sache sind, so VG-Wehrleiter Jörg Preißmann, auf die man sich verlassen könne. Man habe mit aktuell 19 Jugendfeuerwehraktiven keine Nachwuchssorgen, müsse aber stetig Kameraden auch in andere Wohnregionen ziehen lassen, die zum Beispiel wegen Studium oder Job das Mittelrheintal verlassen, so Wehrführer Dirk Jacoby.
„Es ist schon eine Besonderheit für eine VG, ein Feuerwehrboot des Landes in seiner Zuständigkeit zu haben. Das bedeutet für die freiwillige Stützpunktwehr St. Goarshausen immer wieder nautische Aus- und Fortbildung und nicht nur den üblichen Feuerwehrdienst.“, betonte Bürgermeister Mike Weiland. Ministerpräsident Alexander Schweitzer, der in seiner Kindheit mit seinem Vater, der Schiffsführer war, selbst viel Zeit auf Güterschiffen auf dem Rhein verbracht hat, war nicht nur beeindruckt von der Leistungsfähigkeit des HLB sondern vor allem auch dem Einsatz der Ehrenamtlichen:
„Unsere Blaulichtfamilie ist rund um die Uhr für uns alle da – freiwillig, selbstlos und mit großem Verantwortungsbewusstsein. Dieses Engagement ist unverzichtbar und verdient unseren höchsten Respekt. Deswegen gilt den Männern und Frauen der freiwilligen Feuerwehr mein tiefster Dank und meine aufrichtige Anerkennung für ihren selbstlosen Einsatz.“ Und diesen Dank brachte er am Ende der Fahrt auch gegenüber der Mannschaft des HLB zum Ausdruck.

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Nach Radunfall in Miellen: Mann schubst 14-Jährigen in die Lahn

MIELLEN (ots) Am Freitag, 08.08.20225, gegen 18:45 Uhr, befuhr ein 14jähriger Jugendlicher mit seinem E-Scooter den geteerten Rad- & Wanderweg zwischen Friedrichssegen und Fachbach-Oberau in Fahrtrichtung Miellen. In Höhe des Parkplatzes an der nahegelegenen Bundesstraße 260 kamen ihm eine Frau und ein Mann mit ihren Fahrrädern entgegen. Der Jugendliche bremste seinen E-Scooter bis zum Stillstand ab, da die entgegenkommende Radfahrerin nicht weit genug rechts fuhr. Die Radfahrerin bremste ebenfalls ab und kam hierbei ohne Fremdeinwirkung zu Fall.
Der begleitende Radfahrer stieg daraufhin ab und attackierte unverzüglich den Jugendlichen. Hierbei schubste der Radfahrer den Jugendlichen nach hinten, so dass dieser die angrenzende Böschung herunterfiel und in der Lahn zum Liegen kam. Der Jugendliche erlitt dadurch Schürfwunden und die von ihm getragenen Kopfhörer und das mitgeführte Mobiltelefon waren nicht mehr funktionsfähig.
Der aggressive Mann und die Frau setzten sich wieder auf ihre Fahrräder und fuhren in Fahrtrichtung Friedrichssegen bzw. Lahnstein weiter. Bei der Radfahrerin soll es sich um eine Frau Mitte 30 mit dunkelblonden Haaren, schlanker Statur gehandelt haben, die einen Fahrradhelm, Sonnenbrille, sowie einen blau-schwarzen Radsportanzug getragen haben soll. Der Radfahrer soll auch Mitte/Anfang 30, mit braunen Haare gewesen sein, der ebenfalls Radsportkleidung in blau-schwarzer Farbe, einen Helm und eine Sonnenbrille trug. Die Polizeiinspektion Bad Ems sucht Zeugen, die Hinweise zur Identität des Täters geben können.
Vor allem wird ein weiteres, radfahrendes Pärchen gesucht, die kurz nach dem Vorfall mit dem geschädigten Jugendlichen sprachen und den hier zur Rede stehenden Radfahrern hinterherfuhren. Hinweise bitte an die Polizeiinspektion Bad Ems, Telefon: 02603-9700 oder per E-Mail: pibadems.wache@polizei.rlp.de
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