Lahnstein
Wie die Zeit vergeht: 70 Jahre Goetheschule Lahnstein

LAHNSTEIN „Den Kindern das Beste“, so schrieb die damalige Zeitung zur Einweihung des Schulneubaus. Ein gutes Jahr nach der Grundsteinlegung wurde die Goethe-Schule am 04. Juni 1954 eingeweiht. Sie war zunächst Knabenvolksschule, also nur für die Jungen, und löste damit die alte Freiherr-vom-Stein-Schule an der Ecke Hochstraße / Schulstraße ab. Die Mädchen gingen auf die benachbarte Kaiser-Wilhelm-Schule. Ein Zaun trennte die beiden Schulen, denn Jungen und Mädchen durften sich selbst in den Pausen nicht treffen.
Eine Kopie der Urkunde zur Grundsteinlegung am 11. Februar 1953 befindet sich im Stadtarchiv Lahnstein. Ebenso sind zahlreiche Fotos vom Bau der Schule erhalten. Auf einigen sind die Klassenzimmer und Treppenhäuser zu sehen. Im 1. Stock war die Wand mit Sehenswürdigkeiten der Stadt Lahnstein bemalt, wie dem Martinsschloss und Altem Rathaus. Eine Weltkarte war im 2. Stock zu sehen.

Der Neubau beherbergte 15 Klassenzimmer. Zwei der Klassenräume konnten durch Öffnen einer Faltwand zu einer kleinen Aula kombiniert werden und wurden auch als Musiksaal genutzt. Außerdem standen Büchereiraum, Lehrmittelzimmer, Werkunterrichtsraum, Arztzimmer, Hausmeisterzimmer, Rektoratszimmer, Konferenzzimmer für Lehrer und ein Filmraum zur Verfügung. Im Keller befanden sich Wannen- und Brausebäder als Volksbad für die Bevölkerung, weil die Menschen zuhause meist keine eigenen Duschen oder Badewannen hatten. Eine mit Heizöl betriebene Kesselanlage sorgte für ausreichend Wärme. Über eine zentral gesteuerte Rundfunkanlage war es dem Schulleiter möglich, sämtliche Räume zu besprechen. An der Westseite des Schulhofs stand bzw. steht eine sanft geschwungene Pausenhalle. Die Baukosten betrugen 912.490 DM. Da die Klassenräume nach Süden orientiert sind und die großen Fenster nicht ohne Schwierigkeiten zu öffnen waren, wurden später Sonnenschutzgitter installiert. Ein zweites Treppenhaus wurde 1973 angebaut. Der Bau der Turnhalle erfolgte 1965. Sie war zur gemeinsamen Nutzung mit der Kaiser-Wilhelm-Schule bestimmt.
1958 besuchten 543 Schüler die Schule. Sie waren in 13 Klassen eingeteilt. Unterrichtet wurden sie von zwölf Lehrkräften und einem Rektor.
Die Goethe-Schule blieb als Knabenvolksschule 14 Jahre bestehen. Am 1. August 1968 wurden Mädchen- und Jungenschule zusammengelegt. Grundlage war ein Gesetz der Landesregierung für Grund- und Hauptschulen. Die Goethe-Schule wurde in eine gemischte Grundschule umgewandelt. Die Kaiser-Wilhelm-Schule wurde Hauptschule.
Rektoren waren Josef Bodmann (1954-1962), Heinrich Gerharz (1962-1984), Heinz-Peter Koulen (1985-2001) und Alexander Baukloh (2004-2022). Seit 2024 ist Marius Klein Schulleiter (zuvor kommissarisch).
Dank des 1985 gegründeten Fördervereins konnte die Schule bei ihren Aufgaben immer wieder unterstützt und die Beziehung zwischen Schule, Eltern und Bevölkerung gepflegt und gefördert werden.
In den 1990er Jahren konnte das Förder- und Betreuungsangebot durch die Einrichtung eines Schulkindergartens und der sogenannten „Betreuenden Grundschule“ erweitert werden. Seit etwa 20 Jahren werden Migrantenkinder in der eingerichteten Hausaufgabenhilfe unterstützt.

Seit dem Schuljahr 2015/16 ist die Goethe-Schule eine Ganztagsschule in additiver Form. Beim Ganztagsangebot findet der Unterricht mit vier bzw. fünf Schulstunden täglich nur am Vormittag statt. Danach verbringen die Kinder das Mittagessen, die angeleitete Lern- und Hausaufgabenzeit und die Zeit in den Arbeitsgemeinschaften und Projekten gemeinsam mit Kindern aus anderen Klassen.
Um dem Ganztagsbetrieb gerecht zu werden, begannen 2017 umfangreiche Baumaßnahmen, die letztlich rund 6,2 Millionen Euro kosteten. Sie beinhalteten den Neubau eines Mensa- und Küchenbereichs, die Durchführung brandschutztechnischer Maßnahmen, die Erneuerung der WC-Anlagen, die Schaffung von Barrierefreiheit (Aufzug) und eine umfangreiche energetische Sanierung. Die Gebäudehülle wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem inklusive neuem Oberputz versehen, die alten Fenster durch energetisch hochwertige Fenster ausgetauscht und die gesamte Beleuchtung des Gebäudes auf LED-Technik umgestellt. Auf das Dach wurde eine hocheffiziente Photovoltaikanlage zur Stromgewinnung für den Eigenbedarf aufgebracht. Nachdem Neubau und Mensa im April 2019 fertiggestellt waren, wurde aufgrund der stetig steigenden Schülerzahlen in den Kellerräumen drei weitere Klassenräume hergerichtet.
Im Schuljahr 2023/24 besuchen 332 Schüler (Stand 15.2.2024) die Goetheschule, unterrichtet in 16 Klassen
Die Lebendigkeit der Schule zeigt sich auch in den klassenübergreifenden und wechselnden Arbeitsgemeinschaften und Projekten, die den Schülerinnen und Schülern angeboten werden, wie dem Schulchor, Fußball, Basketball, Karate, sportliche Spiele, Filzen, Brettspiele, Schach, Lese-AG, Natur erleben oder der Beteiligung an den Kirmes- und Karnevalsumzügen, Veranstaltung von Jugendbuchwochen und Autorenlesungen.
Das Stadtarchiv Lahnstein beteiligt sich am Schulfest „70 Jahre Goetheschule“ am 15. Juni 2024 (11.00 bis 15.00 Uhr) mit einer Ausstellung zur Schulgeschichte. Außerdem sind eine „Historische Schulklasse“ und ein Film von Karl Pott zu Grundsteinlegung und Einweihung zu sehen.
Lahnstein
Lahnstein eröffnet ersten zertifizierten Kur- und Heilwald in Rheinland-Pfalz

Lahnstein. Am Freitag, 19. September 2025 wird in Lahnstein der erste zertifizierte Kur- und Heilwald in Rheinland-Pfalz eröffnet. Mit seinem Herz-Kreislauf-Pfad, den Fitness- und Atem-Parcours sowie dem sieben Kilometer langen Achtsamkeitspfad erhielt er zudem als erster deutscher Standort die internationale Auszeichnung „Healing Forest“. Damit ist der Kur- und Heilwald nicht nur ein regionales Leuchtturmprojekt, sondern auch Teil eines weltweiten Netzwerks, das die heilende Wirkung der Natur in den Mittelpunkt stellt. Rheinland-Pfalz erhält damit einen Gesundheitsort, der Tradition und moderne Prävention miteinander verbindet und einen nachhaltigen Beitrag zur Lebensqualität der Menschen leisten soll.
Alle Interessierten sind um 10.30 Uhr an der Schutzhütte des Fitness-Parcours zur Feierstunde eingeladen. Für musikalische Akzente sorgt das Duo Wood Vibrations und für eine kleine Stärkung ist gesorgt. Bei der Anreise sollte beachtet werden, dass die Stellplätze am Parkplatz Alte Landstraße an der L 327 begrenzt sind.
Nach dem offiziellen Teil besteht die Möglichkeit, den Wald unter fachkundiger Anleitung zu erkunden und verschiedene Angebote wie Yoga, Atemübungen oder Achtsamkeitstraining kennenzulernen.
„Mit dem Kur- und Heilwald haben wir in Lahnstein einen Ort, an dem Natur, Gesundheit und Erholung auf besondere Weise zusammenfinden. Ich freue mich, dass wir dieses Angebot zur Stärkung von Körper und Geist, dieses weit über die Region hinausstrahlende Projekt für alle offiziell eröffnen können“, so Lahnsteins Oberbürgermeister Lennart Siefert.
Reine Luft, spezielle Lichtverhältnisse, ätherische Duftstoffe und die Geräusche des Waldes entfalten eine nachweislich beruhigende, regenerierende und stressreduzierende Wirkung. Die Terpene der Nadelbäume tragen zur Stärkung des Immunsystems bei und fördern das allgemeine Wohlbefinden. Ein weit verzweigtes Wegenetz mit mehr als 50 Therapiestationen macht diese natürliche Heilkraft für alle erlebbar.
Der Achtsamkeitspfad vermittelt, wie bewusste Übungen Stress abbauen und die Selbstwahrnehmung fördern können. Im Atem-Parcours lernen Besucherinnen und Besucher, die Verbindung zwischen Körper, Gefühlen und Atmung bewusster wahrzunehmen. Der Fitness- und Sturzparcours stärkt Beweglichkeit, Koordination und Muskelkraft, während der Herz-Kreislauf-Pfad gezielt Ausdauer und Belastbarkeit trainiert.
Auch für die jüngsten Gäste gibt es ein eigenes Angebot: Der bereits eröffnete Kinderheilwald am Aspich ergänzt das Gesamtkonzept. Dort können Kinder spielerisch ihre motorischen und koordinativen Fähigkeiten entwickeln und gleichzeitig die Natur mit allen Sinnen erfahren.
Lahnstein
Europaparlamentarierin Jutta Paulus besuchte Ecobat in Braubach

BRAUBACH Die Europaparlamentarierin Jutta Paulus und Jutta Niel, Mitglied des Kreisvorstandes von B90 / Die Grünen, wurden von Erich Esser, Geschäftsführer Ecobat Ressources, Sabine Flemming, Marketingleiterin, und Prokurist Steffen Glauer durch die Ecobat Resources Braubach GmbH geführt. Während des Besuchs erhielten die beiden Politikerinnen umfassende Informationen über die nachhaltige Arbeit des Unternehmens im Bereich des Recyclings von Blei-Säure-Akkumulatoren sowie anderen blei-und kunststoffhaltigen Materialien.
Ecobat Resources Braubach GmbH hat sich auf das Recycling von Altbleibatterien aus dem Fahrzeug- und Industriesektor spezialisiert. Die Hauptaufgaben des Unternehmens umfassen nach dem Sammeln bzw. dem Erwerb die Aufbereitung und Umwandlung der alten Batterien in neues Rohblei. Zusätzlich werden die Kunststoffgehäuse der Batterien recycelt, wobei die gewonnen zu hochwertigen PP-Compounds verarbeitet werden.

„Ecobat Braubach spielt eine zentrale Rolle in einem geschlossenen Recyclingkreislauf für Bleibatterien“, betonte Jutta Paulus. „Die effiziente Koordination von Sammlung, Lieferung, Verteilung und Behandlung der Batterien und Rohstoffe ist entscheidend für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft.“
Das zurückgewonnene Blei und Polypropylen hat nahezu Primärqualität und wird für diverse industrielle Anwendungen verwendet, vornehmlich in der Automobilindustrie. Durch die Realisierung von Wertstoffkreisläufen leistet Ecobat Braubach einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und zur Ressourcenschonung.
Jutta Niel ergänzte: „Der Besuch hat uns gezeigt, wie wichtig innovative Recyclinglösungen für die Zukunft unserer Industrie sind. Wir müssen solche Initiativen unterstützen, um die Ziele der Kreislaufwirtschaft zu erreichen.“
Der Besuch von Paulus und Niel unterstreicht das Engagement der Grünen für nachhaltige Lösungen und die Förderung von Unternehmen, die Verantwortung für die Umwelt übernehmen (Text: Jutta Niel, Bündnis 90/Die Grünen).
Blaulicht
Mutwilliger Vandalismus an Spielplatzbaum: Stadt Lahnstein erstattet Anzeige

LAHNSTEIN Auf dem Spielplatz am Martinsschloss in Oberlahnstein ist es zu einem besonders schweren Fall von Vandalismus gekommen. Unbekannte Täter haben die Rinde einer jungen Mehlbeere (Sorbus) ringsum abgeschält. Dieser Eingriff bedeutet das sichere Absterben des Baumes, da durch das Entfernen der Rinde das darunterliegende lebenswichtige Cambium zerstört wird. Ohne diese dünne Gewebeschicht können Wasser und Nährstoffe nicht mehr transportiert werden – der Baum ist damit zum Tode verurteilt.
Der Schaden beläuft sich auf rund 5.000 Euro. Die Stadt wird den Vorfall bei der Polizei zur Anzeige bringen.
Bäume sind weit mehr als Gestaltungselemente im öffentlichen Raum: Sie sind Lebewesen, die das Stadtklima verbessern, Schatten spenden, Lebensraum für Tiere bieten und durch die Speicherung von CO₂ einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Gerade auf Spielplätzen sind sie für Kinder und Familien von unschätzbarem Wert – als Schattenspender, Luftfilter und Symbol für Natur mitten in der Stadt.
„Ein solcher Vorfall schmerzt uns sehr: Bäume leisten einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Hitze, Lärm und Klimawandel. Wer sie zerstört, schadet nicht nur der Natur, sondern nimmt uns allen ein Stück Lebensqualität“, so Lahnsteins Oberbürgermeister Lennart Siefert.
Die Stadt Lahnsteins bittet darum, Hinweise zu solchen Taten zu melden und die junge Generation bereits jetzt für den Wert und die Verletzlichkeit von Bäumen zu sensibilisieren – denn nur wer versteht, wie kostbar Bäume sind, wird sie auch schützen.
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