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Politik

Bahnlärm und Verkehrsprojekte in der VG Loreley: Weiland wendet sich an neuen Bundesverkehrsminister

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Bahnlärm und Verkehrsprojekte in der VG Loreley: Weiland wendet sich an neuen Bundesverkehrsminister
Foto: Verbandsgemeinde Loreley
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ST. GOARSHAUSEN Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Loreley, Mike Weiland, hat sich jetzt mit Glückwünschen und Vorschlägen zum Einsatz von Finanzmitteln aus dem beschlossenen Sondervermögen der neuen Bundesregierung an den ebenfalls neuen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder gewandt und ihn gleichzeitig in die VG Loreley eingeladen. Bereits während der Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene hatte sich Mike Weiland gemeinsam mit Willi Pusch, dem Vorsitzenden der Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn, an mehrere bundespolitische Akteure gewandt, um dafür zu werben, dass sich die Deutsche Bahn vor Baustart des anstehenden Hochleistungskorridors 2026 rechtsrheinisch und 2028 linksrheinisch zu Lückenschlüssen im Lärmschutz im Bereich von Wohngebieten freiwillig verpflichten müsse.

„Auch Patrick Schnieder in seiner Funktion als Verhandlungsführer für die Infrastrukturthemen hatte sich daraufhin rückgemeldet und dazu bekannt, sich auch weiterhin für mehr Lärmschutz im Mittelrheintal einsetzen zu wollen. Daher war es jetzt die Gelegenheit, ihn auch als neuen Bundesverkehrsminister anzusprechen“, so Mike Weiland, der darüber auch im VG-Rat berichtete.

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Die Verkehrsentwicklungsprognose 2040 zeigt es ganz deutlich, der Bahngüterverkehr wird enorm zunehmen. Daher war es Mike Weiland und Willi Pusch wichtig, sich vor Bildung der neuen Bundesregierung gemeinsam an Friedrich Merz (CDU), Lars Klingbeil (SPD), die hiesigen Bundestagsabgeordneten Josef Oster (CDU) und Thorsten Rudolph (SPD) sowie Patrick Schnieder (CDU) zu wenden. „Immerhin haben wir von allen eine Rückmeldung erhalten, wenn auch teils nur mit oberflächlichen Aussagen oder, dass man das Anliegen an die jeweilige Arbeitsgruppe der Bundestagsfraktion weitergeleitet habe“, so Weiland und Pusch.

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Inhaltlich tatsächlich substanzielle Rückmeldungen erhielten Pusch und Weiland von Thorsten Rudolph, der gemeinsam mit allen rheinland-pfälzischen SPD-Bundestagsabgeordneten den Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für die Länder Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland, Dr. Klaus Vornhusen, angeschrieben hat, um dem Anliegen nach lückenlosem Lärmschutz und der Selbstverpflichtung der Bahn sowie einer Alternativtrasse für den Güterverkehr im Mittelrheintal Nachdruck zu verleihen. Eine Antwort steht noch aus.

Patrick Schnieder hatte u. a. geantwortet, dass die geplante Generalsanierung mit nachhaltigen und wirksamen Maßnahmen zur Lärmminderung einhergehen müsse und dass er sich in der neuen Legislaturperiode dafür einsetzen werde, die Belastungen im Mittelrheintal zu verringern. Für Mike Weiland ein guter Aufhänger, dem kurze Zeit später neu im Amt befindlichen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder beim Wort zu nehmen. Neben Glück- und Erfolgswünschen sowie der Einladung in die VG Loreley an den Rheinland-Pfälzer Patrick Schnieder übermittelte Mike Weiland mit Verweis auf die bereits erfolgten Schriftwechsel, dass er Bundesminister Schnieder im Namen der Menschen des Mittelrheintals von Bonn bis Wiesbaden, vor allem aber natürlich in seiner Zuständigkeit für die Verbandsgemeinde Loreley bitte, folgende Themen mit Blick auf die Mittel, die über das Sondervermögen zur Verfügung gestellt werden, ernsthaft anzugehen:

– Bitte setzen Sie sich entgegen der Arbeitsweise Ihres Vorgängers für die Alternativtrasse für den Schienengüterverkehr zum Mittelrheintal ein. Mit dem Sondervermögen zeichnen sich Möglichkeiten ab, die es bisher nicht gegeben hat, um das Projekt entschieden nach vorne zu bringen. Vor allem eine herzliche Bitte: Sorgen Sie kurzfristig für weitere Meilensteine, damit das Projekt auf den Weg gebracht wird. Die Realisierung dauert später noch lange genug. – Sorgen Sie bitte kurzfristig dafür, dass sich die DB InfraGO vor Baustart des Hochleistungskorridors 2026 rechtsrheinisch zu sämtlichen, noch ausstehenden Lückenschlüssen bei Lärmschutzwänden in Wohngebieten verpflichten kann, damit hier bis zur Realisierung einer Alternativtrasse kurzfristig mindestens in allen Wohngebieten entlang der Strecken Lärm reduziert werden kann.

– Im Zuge des Hochleistungskorridors werden Bahnstationen zwar saniert bzw. optisch aufgewertet, aber nicht barrierefrei gestaltet. Mit dem Argument, dass nur bei 1.000 Ein- und Ausstiegen pro Tag Barrierefreiheit verpflichtend sei, weil man damit 90 % der Fahrgäste bundesweit erreiche, hilft man den Kommunen, die außen vor bleiben, am wenigsten. Zwar gibt es beispielsweise für Braubach und Kaub Angebote, diese mit 85 %-Fördermitteln auf LVFG zu fördern, die Gemeinde Osterspai in der VG Loreley bleibt leider ganz außen vor, aber selbst die restlichen 15 %-Eigenanteil können sich die betroffenen Kommunen aus Eigenmitteln aufgrund ihrer Finanzlage nicht erlauben, weil es freiwillige Leistungen sind. Setzen Sie bitte dort die Mittel des Sondervermögens mit Blick auf die BUGA29 und die touristische sowie die Entwicklung der Lebensqualität genau dort ein.

– Sie wissen als Rheinland-Pfälzer, dass im Bereich St. Goarshausen-Wellmich und St. Goar-Fellen seit über 5 Jahrzehnten sowohl von CDU als auch SPD eine Mittelrheinbrücke zur wirtschaftlichen Entwicklung dringend gefordert und benötigt wird. Derzeit ist diese Brücke als Kreisstraße vorgesehen. Setzen Sie bitte ein klares Bekenntnis für Ihre Heimatregion und bieten Sie dem Land Rheinland-Pfalz sowie den beiden Landkreisen Ihre finanzielle Unterstützung an.

– In Braubach wird ebenfalls seit Jahrzehnten im Zuge der L 335 dringend eine Ortsumgehung gebraucht. Auch die UNESCO fordert eine Entlastung der historischen Altstadt, verwarf aber bislang die vorgesehene Planungsvariante als nicht mit dem Welterbe vereinbar. Nun liegen neue Alternativen als Visualisierung vor, von denen eine aus Sicht des rheinland-pfälzischen Verkehrs- und auch des Innenministeriums vermutlich welterbeverträglich sein könnte. Bieten Sie auch hier bitte kurzfristig Ihre finanzielle Unterstützung an, damit ausreichend Mittel zur Verfügung stehen.

Mike Weiland schloss mit den Worten: „Politik und Demokratie wird dann wieder mehr Zustimmung erfahren, wenn sie tatkräftig handelt und klare Antworten aus Berlin in den ländlichen Raum gibt.“ Auch wenn sicher nicht alle Vorschläge realisierbar sein werden; so sei es aber wichtig, dass die Bundesregierung auch wieder näher zu den Menschen komme und dabei wolle er den Bundesverkehrsminister gerne unterstützen.

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Lahnstein

Europaparlamentarierin Jutta Paulus besuchte Ecobat in Braubach

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Foto: Sabine Flemming
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BRAUBACH Die Europaparlamentarierin Jutta Paulus und Jutta Niel, Mitglied des Kreisvorstandes von B90 / Die Grünen, wurden von Erich Esser, Geschäftsführer Ecobat Ressources, Sabine Flemming, Marketingleiterin, und Prokurist Steffen Glauer durch die Ecobat Resources Braubach GmbH geführt. Während des Besuchs erhielten die beiden Politikerinnen umfassende Informationen über die nachhaltige Arbeit des Unternehmens im Bereich des Recyclings von Blei-Säure-Akkumulatoren sowie anderen blei-und kunststoffhaltigen Materialien.

Ecobat Resources Braubach GmbH hat sich auf das Recycling von Altbleibatterien aus dem Fahrzeug- und Industriesektor spezialisiert. Die Hauptaufgaben des Unternehmens umfassen nach dem Sammeln bzw. dem Erwerb die Aufbereitung und Umwandlung der alten Batterien in neues Rohblei. Zusätzlich werden die Kunststoffgehäuse der Batterien recycelt, wobei die gewonnen zu hochwertigen PP-Compounds verarbeitet werden.

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Europaparlamentarierin Jutta Paulus besuchte Ecobat Resources Braubach GmbH | Foto: Sabine Flemming

Ecobat Braubach spielt eine zentrale Rolle in einem geschlossenen Recyclingkreislauf für Bleibatterien, betonte Jutta Paulus. „Die effiziente Koordination von Sammlung, Lieferung, Verteilung und Behandlung der Batterien und Rohstoffe ist entscheidend für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft.

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Das zurückgewonnene Blei und Polypropylen hat nahezu Primärqualität und wird für diverse industrielle Anwendungen verwendet, vornehmlich in der Automobilindustrie.  Durch die Realisierung von Wertstoffkreisläufen leistet Ecobat Braubach einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und zur Ressourcenschonung.

Jutta Niel ergänzte: „Der Besuch hat uns gezeigt, wie wichtig innovative Recyclinglösungen für die Zukunft unserer Industrie sind. Wir müssen solche Initiativen unterstützen, um die Ziele der Kreislaufwirtschaft zu erreichen.

Der Besuch von Paulus und Niel unterstreicht das Engagement der Grünen für nachhaltige Lösungen und die Förderung von Unternehmen, die Verantwortung für die Umwelt übernehmen (Text: Jutta Niel, Bündnis 90/Die Grünen).

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Koblenz

Junge Union Koblenz: Verbot unangekündigter Tests ist der falsche Weg

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Foto: Junge Union Koblenz
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KOBLENZ Die Junge Union Koblenz, die Nachwuchsorganisation der CDU, kritisiert die Entscheidung der Landesregierung, unangekündigte Tests in Schulen zu verbieten. Aus Sicht der jungen Christdemokraten setzt die Ampel damit ein völlig falsches Signal. „Anstatt die wirklichen Probleme wie Lehrermangel oder den regelmäßigen Unterrichtsausfall anzugehen, beschäftigt sich die Landesregierung mit Nebenschauplätzen, die kurzfristig für Schlagzeilen sorgen“, erklärt der JU-Kreisvorsitzende und CDU-Landtagskandidat Philip Rünz.

Ablenkungsmanöver von den eigentlichen Problemen wie Lehrermangel und Unterrichtsausfall

Rünz weiter: „Unangekündigte Tests sind ein pädagogisches Instrument, das Lehrkräften hilft, den Leistungsstand ehrlich einzuschätzen. Sie jetzt pauschal zu verbieten, bedeutet weniger Freiheit für Lehrer und weniger Verlässlichkeit in der Leistungsbewertung.“

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Auch Henry Blomenkemper, Schüler und Beisitzer im JU-Kreisvorstand, übt Kritik: „Wir Schülerinnen und Schüler merken jeden Tag, wo es wirklich hakt – wenn Stunden ausfallen oder der Unterricht nur auf Sparflamme läuft. Das Verbot von unangekündigten Tests bringt uns überhaupt nicht weiter.“

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Die Junge Union Koblenz fordert deshalb, endlich die eigentlichen Probleme in den Blick zu nehmen: ausreichend Lehrkräfte und eine verlässliche Unterrichtsversorgung. „Alles andere lenkt nur davon ab, dass unser Bildungssystem an den entscheidenden Stellen Nachholbedarf hat“, so Blomenkemper und Rünz abschließend (PM Junge Union Koblenz).

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Koblenz

Klöckners Koblenz-Auftritt: Meinungsfreiheit als Bühnenbild – und ein Netz aus Geld, Nähe und rechter Medienmacht

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Foto: BEN Kurier
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KOBLENZ Blaskapelle, Oldtimer, 250 Gäste – und eine Bundestagspräsidentin, die ihr Amt inmitten eines politisch aufgeladenen Umfelds verteidigt: Beim „Politischen Sommerempfang“ der Koblenzer CDU am 17. August 2025 trat Julia Klöckner im Innovationszentrum der CompuGroup Medical (CGM) auf. Hausherr ist Frank Gotthardt, Milliardär, CGM-Gründer – und wesentlicher Geldgeber des rechts­populistischen Medienprojekts „Nius“. Der Ort, der Zeitpunkt und die Konstellation sorgten bereits im Vorfeld für deutliche Kritik aus SPD und Grünen – und vor den CGM-Toren für Protest. Klöckner selbst setzte dem den Rahmen „Meinungsfreiheit“ entgegen.

„Vielfalt, nicht Einfalt“ – Klöckners Verteidigung

In ihrer Rede erklärte Klöckner die Kontroverse zur Grundsatzfrage pluraler Debattenkultur: „Was Demokratie ausmacht, ist nicht die Einfalt von Meinungen, sondern die Vielfalt.“ Zugleich relativierte sie die Kritik an „Nius“ – und verglich die Plattform mit der linken taz, was umgehend Widerspruch auslöste.

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Die Bundestagspräsidentin präsentierte ihr Auftreten als Beitrag zur wehrhaften Demokratie, Kritiker sahen darin das Gegenteil: Wer im zweithöchsten Staatsamt bei einem Großspender eines rechts­populistischen Portals auftritt – und dieses in einer Reihe mit einem presse­ratgebundenen Medium nennt – verwische Grenzen politischer Hygiene. Spiegel, Berliner Zeitung, RND und BILDBlog dokumentierten den Konflikt.

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Geld, Medien, Einfluss: Das System Gotthardt

Frank Gotthardt gilt seit Jahren als potenter Förderer konservativer Netzwerke – und als Finanzier von „Nius“ (Mutter: Vius). Recherchen zeigen ein massives Kapitalpolster und hohe Werbeausgaben; intern generierte das Projekt vergleichsweise geringe Abo-Erlöse, was die Abhängigkeit von Mäzenengeldern unterstreicht. Parallel expandierte Vius nach Österreich und übernahm bis zu 75 % am rechtskonservativen Portal exxpress. Beobachter sprachen bereits 2024 vom Versuch, ein „deutsches Fox News“ aufzubauen.

Gotthardt tritt zudem sichtbar politisch in Erscheinung: Laut Bundestags-Mitteilungen spendeten Mitglieder der Familie Gotthardt in 2025 hohe sechsstellige Beträge an CDU und FDP – offizielle Großspenden, die im Register dokumentiert sind.

Koblenz und die CDU: Die Rolle von Josef Oster

Organisiert wurde der Empfang vom CDU-Kreisverband; Kreisvorsitzender und MdB Josef Oster warb im Vorfeld mit dem Austausch „mit Akteuren, die zum wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand unserer Stadt beitragen“. Die CompuGroup-Räume dienen der lokalen Union nicht zum ersten Mal als Bühne – die Nähe ist gewachsen und institutionell. Dass der Gastgeber zugleich der zentrale Mäzen von „Nius“ ist, verleiht Osters Format eine politische Schieflage, die über Koblenz hinausweist.

Oster selbst setzte bei der Begrüßung auf wirtschaftspolitische Akzente und betonte (nach unserer Aufzeichnung) den Wert unternehmerischer Stärke für den Wohlstand der Stadt. Genau diese Verzahnung von Politikformaten und einem mächtigen Medien-/IT-Ökosystem macht die Koblenzer Konstellation erklärungsbedürftig – zumal die Bundestagspräsidentin dort die Deutungshoheit über Meinungsfreiheit reklamiert.

Protest vor den Toren – klare Worte der Linken und großes Zeichen von Oberbürgermeister Langner

Vor dem Gelände formierte sich eine Mahnwache. Oliver Antpöhler-Zwirnick (Die Linke Koblenz, Stadtrat) kritisierte: „Klöckner hausiert hier bei der CompuGroup mit Gotthardt, dem milliardenschweren Mann hinter dem rechtspopulistischen Netzwerk ‚Nius‘. Das ist ihres Amtes unwürdig. Wir fordern: Treten Sie zurück – jetzt.“

Loriana Metzger (Die Linke, Stadträtin) erklärte: „Zynisch, wenn Frau Klöckner hier über Demokratie spricht – auf dem Gelände eines rechten Netzwerkers.“

Ann-Kathrin Brings (Die Linke Rhein-Lahn) ergänzte: „Als Bundestagspräsidentin sollte man neutral sein. Mit dem Besuch bei ‚Nius‘-Finanzier Gotthardt bietet sie Rechten noch mehr Bühne.“

Zugleich erhob Antpöhler-Zwirnick den Vorwurf, die Kulturfabrik Koblenz habe eine Großspende Gotthardts „an die Bedingung, nicht mehr zu gendern“ geknüpft, angenommen. Diesen Punkt konnten wir bislang nicht unabhängig verifizieren; eine Stellungnahme der Kulturfabrik wäre zwingend.

*Ralph Fischer, Geschäftsführer der Kulturfabrik, weist Vorwürfe der Linken Koblenz zurück: Die KUFA wurde mit keiner Geldzuwendung von Herrn Gotthardt bedacht.

*Anm.: Der Geschäftsführer der KUFA GmbH, Ralph Fischer teilte am 19.08 schriftlich wie folgt mit: „Ich stelle hiermit klar, dass weder die KUFA GmbH (als GMBH dürfen wir überhaupt keine Spenden annehmen), noch der „Förderverein der KUFA“ mit einer Geldzuwendung des Herrn Frank Gotthardt bedacht wurden. Ganz abgesehen davon, würden wir eine Zuwendung mit einer politischen oder gesellschaftlich relevanten Auflage ablehnen.

Während vor den Toren protestiert wurde, gab es in den „heiligen“ CompuGroup-Hallen ein leises, aber unübersehbares Zeichen: Direkt neben Bundestagspräsidentin Klöckner trug Koblenz’ Oberbürgermeister David Langner regenbogenfarbene Socken – ein stilles Bekenntnis zu Meinungsfreiheit und Vielfalt.

Vor den Toren der CompuGroup forderten Demosntranten den Rücktritt der Bundestagspräsidentin Julia Klöckner

„Nius“: Lizenzen, Kampagnen – und der Rechtsruck-Diskurs

„Nius“ verfügt seit September 2024 über eine bundesweite TV-Zulassung; auch „Nius – das Radio“ erhielt Genehmigungen. Die formalen Hürden hierfür sind in Deutschland gering – die Debatte entzündet sich daher nicht an der Zulassung, sondern an Inhalten: Medienbeobachter attestieren „Nius“ Kampagnenjournalismus, Fehlinformationen und gezielte Zuspitzung. Mehrfach gab es Beanstandungen und öffentliche Rügen.

Gerade weil die Union bundesweit über die „Brandmauer nach rechts“ ringt, bekommt Klöckners taz–Nius-Gleichsetzung besonderes Gewicht. Der Koalitionspartner SPD sprach von einem Ausfall im Amt, Kommentatoren sehen Klöckners Auftritt als Schaden für die Autorität der Bundestagspräsidentin.

Der Spahn-Strang: Politik und Profiteure

Recherchen von CORRECTIV zeichnen darüber hinaus einen Schnittmengen-Korridor zwischen Gesundheitspolitik, CGM-Geschäft und dem von Gotthardt finanzierten Medienkosmos: Von der Telematikinfrastruktur bis zu Konnektor-Themen profitierte CGM politisch regulativ; parallel baute „Nius“ seine Reichweite und Werbemittel aus. Der frühere Gesundheitsminister Jens Spahn weist Vorwürfe der Einflussnahme zurück; die Datenlage zeigt jedoch signifikante Finanz- und Wachstumsbewegungen im Umfeld der beteiligten Akteure.

Einordnung

Der Koblenzer Nachmittag war keine harmlose Parteisause. Er legte offen, wie staatliche Repräsentation, Parteiorganisation und kapitalstarke Medienmacht in Rheinland-Pfalz zusammenwirken – und wie eine rechts­konservative Plattform davon politisch geadelt wird.

  • Klöckner wählte das hohe Dach „Meinungsfreiheit“, relativierte dabei aber die Unterschiede zwischen einem kontrollierten Presseorgan und einem kampagnengetriebenen Portal. Das schadet dem Amt, sagen Kritiker – nicht, weil Debatte verboten wäre, sondern weil Haltungs­neutralität in diesem Amt gelebte Distanz bedeutet.

  • Josef Oster trägt als Veranstalter politische Verantwortung für die Bühnenwahl. Wer bei einem „Nius“-Mäzen feiert, ohne die politische Sprengkraft des Ortes klar zu adressieren, normalisiert diese Allianz – und sendet ein Signal über die politische Tektonik in der Union.

  • Frank Gotthardt demonstriert, wie Großspenden und Medieninvestments ineinandergreifen können: Parteifinanzierung hier, Millionen-Projekt „Nius“ dort – ergänzt um Österreich-Beteiligungen. Das ist legal, aber hochpolitisch.

Fazit: In Koblenz wurde nicht bloß über Meinungsfreiheit gesprochen – Meinungs-Macht wurde inszeniert. Wer sie wo und mit welchem Geld organisiert, ist Teil der Geschichte. Und diese Geschichte ist – weit über Koblenz hinaus – erklärungsbedürftig (dk).

Oberbürgermeister David Langner trug neben Klöckner Regenbogen-Socken – ein unübersehbares Signal für Meinungsfreiheit und Vielfalt.
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