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Bundesligaschiedsrichter Sascha Stegemann zu Gast in Bad Ems

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Bundesligaschiedsrichter Sascha Stegemann zu Gast in Bad Ems
Foto: Paul Schnatz | Medienreferent Fußballverbands Rheinland | Kreis Rhein-Lahn
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BAD EMS Es war die 65. Minute im „Kleinen Revierderby“ am 30. Spieltag der Bundesligasaison 2022/2023, als Borussia Dortmunds Karim Adeyemi nach einem flachen Zuspiel in den Strafraum stürmte. Dicht verfolgt von Bochums Danilo Soares eilte der flinke Offensivspieler Richtung Ball – und sank nach einem Kontakt mit dem Verteidiger plötzlich zu Boden. Der Gästeblock des Bochumer Ruhrstadions tobte und verlangte einen Strafstoß, doch Schiedsrichter Sascha Stegemann entschied entschlossen auf Weiterspielen. Aus seiner Perspektive schien klar: Adeyemi stellte sein Bein heraus und hat den Kontakt mit dem Verteidiger bewusst gesucht. Es war nicht nur der Aufreger des Spieltags, sondern hatte auch Auswirkungen auf das Titelrennen zwischen dem BVB und Bayern München und stellte nicht zuletzt auch das Privatleben von Schiri Stegemann auf den Kopf.

Stegemann referiert vor Rhein-Lahn-Schiedsrichtern

Die Nachwirkungen dieser kontroversen Entscheidung standen im Mittelpunkt eines Vortrags, den Stegemann am 21. November 2024 in Bad Ems hielt. Über 50 Schiedsrichter aus der dem Rhein-Lahn-Kreis und aus den Verbandsklassen des Fußballverbandes Rheinland hatten sich im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal des Gasthauses Alt Ems versammelt, um im Rahmen der Pflichtbelehrung von den Erlebnissen und Lehren des erfahrenen Bundesligaschiedsrichters zu profitieren.
Mit seinen 39 Jahren bringt Sascha Stegemann eine beeindruckende Karriere mit: Seit 2011 hat er 148 Bundesliga-Spiele geleitet, seit 2019 ist er zudem FIFA-Schiedsrichter. Zu seinen Karrierehöhepunkten zählt unter anderem die Leitung des DFB-Pokalfinals 2021/2022.

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In seinem lebhaften Vortrag schilderte Stegemann eindrucksvoll, wie er die Minuten, Stunden und Tage nach dem Spiel erlebte. Auf dem Platz war er noch fest von der Richtigkeit seiner Entscheidung überzeugt, doch erste Zweifel kamen auf, als ein aufgebrachter Profi des BVB vor der Schiedsrichterkabine auf ihn und sein Team wartete und die Unparteiischen energisch zur Rede stellte. Der Moment, der ihm dann den Boden unter den Füßen wegzog, kam jedoch wenig später: Eine besorgte Nachricht seiner Frau ließ ihn erahnen, dass die Szene größere Wellen schlagen würde, als er zunächst dachte. Als der Referee die Szene schließlich selbst zum ersten Mal sah, wusste er sofort: „Shit, da hast du daneben gelegen.“

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Nach einem Telefonat mit seinem besten Freund auf der Heimfahrt vom Stadion beschloss er, Verantwortung zu übernehmen und aktiv Stellung zu beziehen. Obwohl die Tage nach Spieleinsätzen eigentlich seinem Sohn versprochen sind, stellte sich der 39-jährige Rheinländer am nächsten Tag in einer Reihe von Interviews den kritischen Fragen der Presse, um die Szene aus seiner Sicht zu erklären und den Fehler einzuordnen.

Doch die Herausforderungen sollten damit nicht enden: Am Abend klopften zwei uniformierte Polizeibeamte an seine Haustür. Sie überbrachten Stegemann und seiner Familie die schockierende Nachricht von konkreten Morddrohungen, die gegen ihn ausgesprochen worden waren. Um die Sicherheit seiner Frau und Kinder zu gewährleisten, lebte die Familie für die nächsten vier Wochen unter Polizeischutz – ein erschütternder Höhepunkt in den Nachwehen einer einzigen Fehlentscheidung.

Umgang mit Fehlern

Stegemann äußerte sich kritisch zum Umgang mit Fehlern in der Öffentlichkeit und den Medien. Oft ziehen sich die Verursacher von Fehlern in eine Opferrolle zurück, während die Umgebung schnell den Finger erhebt und anklagt. Seine klare Botschaft: Fehler dürfen nicht nur negativ betrachtet werden, sondern sollten als Chance zur Weiterentwicklung dienen. „Fehler sind unvermeidbar“, betonte der Unparteiische, „doch es ist wichtig, sich seiner Verantwortung zu stellen und daraus zu lernen.“ Dabei zeigte Stegemann auf, wie wichtig mentale Stärke und Flexibilität sind. „Vorbereitung ist wichtig, aber genauso entscheidend ist die Fähigkeit, spontan auf das Unerwartete reagieren zu können“, denn Routine könne zwar helfen, aber man müsse auch bereit sein, diese zu durchbrechen erklärte der erfahrene Schiedsrichter.

Besonders an die jüngeren der erschienenen Schiedsrichter richtete er den eindringlichen Appell, sich trotz aller Rückschläge und harscher Kritik nicht entmutigen zu lassen, sondern sich immer an ihre Leidenschaft für den Sport zu erinnern – denn genau diese sei es, die sie auf dem Platz stark mache.

Ein Abend voller Austausch

Nach dem offiziellen Teil nahm sich Stegemann viel Zeit für die Fragen der Amateurschiedsrichter, die den direkten Austausch sichtlich zu schätzen wussten. Geduldig erfüllte der Profi auch Foto- und Autogrammwünsche seiner ehrenamtlichen Kollegen, was den während seines Vortrags gewonnenen positiven Eindruck nochmals eindrucksvoll bestätigte.

Die Veranstaltung in Bad Ems zeigte, wie wichtig solche Begegnungen zwischen Spitzen- und Amateurschiedsrichtern sind. Der inspirierende Vortrag zeigte eindrucksvoll, dass der Schiedsrichterberuf – egal ob in der Kreisliga oder der Bundesliga – Mut, Leidenschaft und die Fähigkeit verlangt, aus Fehlern zu lernen und stets über sich hinauszuwachsen.

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Hachenburg

Trainingslager im Westerwald: Der olympische Traum der Golden Underdogs lebt weiter

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Foto: Golden Underdogs
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HACHENBURG Simidele Adeagbo ist Bobpilotin und mit 44 Jahren bereits eine erfahrene Athletin, die schon 2018 als Skeletonfahrerin an den olympischen Winterspielen in Pyeongchang teilnahm und dort bei der Abschlussfeier Fahnenträgerin des nigerianischen Teams war. Sie begann ihre Karriere als Leichtathletin und wechselte 2016 zum Bob- und Skeletonsport. 2022 gewann sie in Deutschland den Eurocup und war damit die erste afrikanische Athletin, die ein internationales Bob-Rennen gewinnen konnte.

Zwei nigerianische Bob-Pilotinnen leben gerade intensiv ihren Traum vom olympischen Eiskanal. Bis zum 30. August trainieren sie bei Deutschlands Bob-Legende Sandra Kiriasis in Hachenburg (Westerwald). Deren Projekt „Golden Underdogs“ unterstützt talentierte Athleten aus Ländern, die im Wintersport aufgrund fehlender Strukturen, Ressourcen und auch Tradition nur Außenseiter sind. Aber dennoch die Chance haben, ihren Olympia-Traum zu realisieren.

Ihre Teamkollegin Kewe King ist 28 Jahre alt und als Anschieberin ebenfalls auf schnellen Füßen unterwegs. Sie hat bereits einige Erfahrung in internationalen Wettkämpfen gesammelt. Für sie wären die olympischen Spiele Milano Cortina im Februar 2026 der vorläufige Karriere-Höhepunkt.

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Diese beiden haben genau wie andere Talente aus den vermeintlich kleinen Wintersportnationen ein immenses Potenzial. Sie werden aber durch finanzielle Hürden und fehlende Ressourcen ausgebremst. Wir wollen diesen Athletinnen ein professionelles Umfeld geben. Und auch meine Erfahrung soll ihnen helfen, ihre Ziele zu erreichen“, sagt Sandra Kiriasis.

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Die olympische Gold- und Silbermedaillengewinnerin, siebenfache Weltmeisterin und neunmalige Siegerin im Gesamt-Weltcup des Bobsports gilt als eine der erfolgreichsten deutschen Wintersportlerinnen. Die Idee zu den „Golden Underdogs“ entstand während der Bob-und Skeleton Weltmeisterschaften im Februar 2024 – auch aus dem Gedanken heraus, dass eine breitere Basis und stärkere Konkurrenz auch den größeren Wintersportnationen in der Entwicklung weiterhilft.

Chancengleichheit im Sport auch für „kleine“ Nationen

Das Training hier in Hachenburg ist ein wichtiger Teil unserer Vorbereitung auf die olympische Saison. Diese Bobsport-Anlage auf Weltklasse-Niveau hilft uns, unsere Technik zu verbessern und durch das Finetuning kleinster Details zuversichtlich und wettbewerbsfähig in die Rennen dieses Winters zu gehen“, erklärt Simidele Adeagbo.

Derzeit betreut Sandra Kiriasis die Athletinnen noch allein. Im Rahmen der „Golden Underdogs“ will sie jetzt ein Unterstützerteam aufbauen und künftig mit erfahrenen Trainern sowie Mechanikern und Physiotherapeuten für gute Trainingsbedingungen sorgen. Dazu gehören auch hochwertiges Material und moderne Technik. „Wir wollen ein Umfeld schaffen, das Athleten in ihrer Vorbereitung und während Wettkämpfen stärkt. Und damit eine echte Aussicht auf Erfolg bietet und ein wichtiger Schritt in Richtung Chancengleichheit im Sport ist“, so Kiriasis.

Sponsoren dringend gesucht: Athleten zahlen alles aus eigener Tasche

Im Gegensatz zum geförderten Leistungssport in Deutschland zahlen die nigerianischen und andere Sportlerinnen alles aus eigener Tasche. Ein gewaltiger Aufwand, denn ein neuer Monobob kostet schon mal rund 26.000 Euro, dazu kommen mehrere Sätzen Kufen sowie Kosten für Trainer, Mechaniker, Physiotherapeuten und Reisen nebst Unterkünften. Da kommen schnell sechsstellige Beträge zusammen. Deshalb suchen die „Golden Underdogs“ auch weitere Unterstützer und Sponsoren.

Für Kiriasis, die bei den „Golden Underdogs“ auch hoffnungsvolle deutsche Nachwuchstalente wie die 23-jährige Leona Klein fördert, wäre eine internationale Top-Ten-Platzierung ihrer nigerianischen Schützlinge wie ein WM-Titel mit Deutschland. Beim Trainingslager auf der neuen Anschubanlage im Sportzentrum Löwenrevier Hachenburg feilen sie derzeit an den Details von der Technik über Athletik bis zur Feinabstimmung bei der Steuerung und im Team. Denn jetzt werden die Grundlagen für einen erfolgreichen Winter gelegt. Der sollte für Simidele und Kewe nach Möglichkeit ein olympischer werden. Der Traum der aussichtsreichen Außenseiter lebt weiter und nimmt in Hachenburg gerade konkrete Züge an (Text: Golden Underdogs).

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Koblenz

Glückwunsch: Emma ist Hip-Hop-Weltmeisterin!

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KOBLENZ Ein strahlender Moment für Emma Pinger vom TGC Redoute Koblenz und Neuwied e.V.: Bei der Hip-Hop-Weltmeisterschaft der United Dance Organisation (UDO) in Blackpool, Großbritannien, tanzte sich die elfjährige Koblenzerin an die Weltspitze.

In der Kategorie Hip-Hop-Battle U12 1-vs-1 – einem Format, bei dem zwei Tänzer*innen in einem direkten Duell gegeneinander antreten – triumphierte sie im Finale und wurde Weltmeisterin in dieser Kategorie! Besonders spannend: Ihre Gegnerin war ebenfalls aus Deutschland und kam aus Mannheim. Neben dem Pokal erhielt Emma zudem einen glänzenden Weltmeisterring – eine besondere Auszeichnung, die zeigt, welches außergewöhnliche Hip-Hop-Talent in ihr steckt.

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Emma beeindruckte zudem auch in weiteren Kategorien. In der Altersklasse U12 Fortgeschrittene, die Tänzer:innen unter zwölf Jahren mit mittlerem Erfahrungsniveau umfasst, ertanzte sie sich den dritten Platz. Auch im Einzelwettbewerb der **U12 Solo** erreichte sie das Treppchen und belegte den dritten Platz.

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Doch das war nicht der einzige Grund für den Koblenzer Tanzsportverein zum Jubeln: Das Geschwister-Duo Jefferson und Laurence Rossignoll sicherten sich in der Kategorie O18 Intermediär – einer Klasse für Tänzer:innen über 18 Jahre mit mittlerem Erfahrungsniveau – den Titel der Vize-Weltmeister. Auch diese beiden trainieren beim TGC Redoute Koblenz und Neuwied e.V.. Laurence, die von allen nur „Lolo“ genannt wird, glänzte zudem als Solotänzerin und erreichte einen starken dritten Platz in der Altersklasse Über-18 Solos. Und Jefferson freute sich über seinen vierten Platz im Solo der Kategorie U18 Advanced (Fortgeschrittene unter 18 Jahren), in der er sich gegen mehr als 60 Tänzer behaupten musste.

Die jungen Hip-Hopper des größten Tanzsportvereins in Rheinland-Pfalz beweisen damit, dass sie mit ihrer Leidenschaft und ihrer Disziplin auch auf der internationalen Bühne erfolgreich sind. Nach ihrer Rückkehr aus Blackpool bereiten sich Emma, Jefferson und Laurence bereits auf die nächsten Wettbewerbe vor.

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Sport

Innenminister Michael Ebling unterstützt den 7. Nassauer Hospiz-Charity-Run

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Foto: Archiv Christine Vary
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NASSAUEs ist mir eine Ehre, die Schirmherrschaft über den 7. Nassauer Hospiz-Charity-Run übernehmen zu dürfen. Dieses besondere Ereignis verbindet sportlichen Einsatz mit einem zutiefst menschlichen Anliegen – der Unterstützung und Förderung der Hospizarbeit in der Region“, schreibt Michael Ebling, Minister des Inneren und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz, in seinem Grußwort. Die Traditionsveranstaltung findet am Samstag, 20. September, im Freiherr-vom-Stein-Park in Nassau statt.

Schon haben Läuferinnen und Läufer, Walker und Walkerinnen auf dem Anmeldeportal www.hospiz-nassau.de/hospizlauf ihre Teilnahme gemeldet. Mit dabei sind auch wieder Vereins- und Firmenmannschaften. Jede Läuferin und jeder Läufer trage mit seiner Teilnahme dazu bei, die wertvolle Arbeit des Hospizes sichtbar zu machen und nachhaltig zu unterstützen, findet der Innenminister.

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Besonders freut es mich, dass der Förderverein Stationäres Hospiz Rhein-Lahn abermals die Jüngsten zum Mitlaufen eingeladen hat. So wird die Förderung des Hospizes zu einem generationenübergreifenden Projekt“, schreibt Michael Ebling.

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Dank eines Sponsors brauchen die Jüngsten (bis 16 Jahre) für die ersten Wettbwerbe des Tages kein Startgeld zu bezahlen. Die Baminis (Jahrgang 2019 und jünger) starten um 12 Uhr auf den 250-Meter-Lauf. Weiter geht es um 12.30 Uhr mit dem 1000-Meter-Lauf für Jungen und Mädchen (U 8- U12). Der 2000-Meter-Lauf für Mädchen und Jungen (U14-U16) findet um 12.45 Uhr statt.

Wer über die 10-Kilometer-Strecke läuft, bezahlt ein Startgeld von 17 Euro, ebenso die Läuferinnen und Läufer sowie die Walkerinnen und Walker über die 5-Kilometer-Strecke. Der Starschuss für den Hauptlauf fällt um 14 Uhr, der für die 5-Kilometer-Distanz um 15.30 Uhr. Für Speisen und Getränke ist gesorgt.vy

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