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So meisterte das Goethe-Gymnasium die Corona-Krise

BAD EMS „Es ist viel leiser geworden“ – so die Worte eines Sechstklässlers, nachdem die Schule im Corona-Modus wieder begonnen hatte.

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Goethe Gymnasium in Zeiten von Corona - Ein nachdenklicher Rückblick
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BAD EMS Es ist viel leiser geworden“ – so die Worte eines Sechstklässlers, nachdem die Schule im Corona-Modus wieder begonnen hatte. Die Kinder sitzen mit der Hälfte ihrer Klassenkameraden im Klassenraum, die Tür ist ungewöhnlicher Weise – und ebenso wie das Fenster – weit geöffnet, Schülerinnen und Schüler sitzen alleine an ihren Tischen.

Die Masken werden sicher verstaut. Sie müssen nur auf den Fluren und im Schulhof getragen werden. Relative Stille. Nur eine Hälfte der Klasse ist anwesend am 25. Mai 2020, während die andere zu Hause „Heimarbeit“ betreibt. In der kommenden Woche wird getauscht. Über verschiedene Tools, kreativ und bemüht um das richtige Maß, versorgt die Lehrerschaft, in den Wochen der Schulschließung und ab Mai parallel zum Präsenzunterricht, ihre Lerngruppen mit Material, Aufgaben, Impulsen und Rückmeldungen zu eingereichten Arbeiten. Auch Erklärvideos finden ihren Weg ihn den Unterricht.

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Goethe-Gymnasium meistert die Corona-Krise – ein nachdenklicher Rückblick auf die vergangenen Monate

Schule wird nun virtuell möglich – inwiefern dies von Erfolg gekrönt ist, hängt von vielen Faktoren ab, die es in Zukunft zu bedenken und zu händeln gilt. Zurück im Klassenraum: Tuscheln, Briefchen weitergeben, mal eben einen Austausch über den Stundenverlauf, ein Lineal ausleihen oder den klassischen Tintenkiller weitergeben – Fehlanzeige. Von normalem Unterricht kann und darf nicht die Rede sein, auch wenn das Bemühen darum groß ist. Gesundheit und Organisation bringen alle an ihre Grenzen, und alle Beteiligten gehen daher behutsam, vielleicht sensibler als sonst, mit anderen um. „Ich bin froh, wieder hier zu sein, zu Hause hatte ich keine Motivation“, und „Ich fand es zu Hause eigentlich gut, meine Familie war plötzlich ganz kreativ, das war eine schöne Zeit“, geben die Schüler in der ersten Runde zu.

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Es ist eine Gratwanderung: Bildung und Klassengemeinschaft auf der einen Seite, Gesundheitsschutz auf der anderen. Und das Seelenleben gehört ebenso dazu. Dass das Nervenkostüm punktuell sehr dünn ist, darf nicht verschwiegen werden. Das Lehrerzimmer kann nicht mehr Raum für schnellen-effektiven Austausch oder vertiefende fachliche Gespräche sein, da eine Höchstzahl an Personen für den Raum festgelegt ist. Kollegen weichen auf andere Räume aus, die Kommunikation ist, der Situation angemessen, zwar herzlich und verbindlich, aber massiv erschwert. Nicht alle Kollegen sind immer vor Ort tätig.

Es fehlt das, was Schule trägt: der uneingeschränkte Austausch von Mensch zu Mensch, das sich-in-die-Augen-Sehen. Die digitale Technik sorgt für Kompensation, sehr gut in Anbetracht der Krise, ganz anders aber hinsichtlich des Miteinanders.

Der Unterricht

Kann ich auch mein Desinfektionsmittel nutzen?“, fragt ein kleines Mädchen, während es auf dem Flur in der Schlange steht, um den Klassenraum betreten zu können. Die Lehrkraft weist auf das Händewaschen am Waschbecken im Klassenraum hin, das mittlerweile ritualisiert ist und stattfindet, bevor die Kinder sich auf ihre Plätze begeben.

Auf den Fluren sind geordnete Schüler-Schlangen zu sehen, alle stehen vor den Räumen und warten. Die Lehrer sind gehalten, Abstandsregeln einzufordern und gleichzeitig das korrekte Händewasch-Ritual zu überprüfen. „Wir sind weit entfernt vom normalen Schulalltag“, hört man Kolleginnen und Kollegen in der letzten Zeit des Öfteren sprechen. „Wenn der Unterricht mit dem Händewaschen von 15 Kindern beginnt, die danach im Klassenraum ihr Frühstück einnehmen, weil dieses mit dem Tragen der Masken in den Pausen nicht stattfinden kann, bleibt für den Unterricht weniger Zeit als üblich,“ konstatiert der unterrichtende Kollege. Und zeigt mit nachdenklicher Miene Verständnis. Geduld, Umsicht und Idealismus sind gefragter denn je, denn anders wäre die Situation nicht zu bewältigen.

Die Schulöffnung im Mai ist umsichtig und mit Liebe zum Detail, im besten Bestreben um die Gesundheit aller am Schulleben Beteiligten vorbereitet worden: Neue Pläne, neue Räume, neue Wege, neue Regeln, alles mehrfach aktualisiert und angepasst – alles im Vorhinein und immer aktuell kommuniziert, sorgfältig geplant und bedacht. Im Unterricht soll nun aufgearbeitet werden, was in den letzten Wochen und Monaten auf digitalem Wege erschlossen werden sollte. Sehr schnell sind schulintern bestehende digitale Tools ausgebaut, für alle, mit viel Geduld und Aufwand zugänglich und nutzbar gemacht worden.

Das klingt gut, doch die Eigenverantwortung, die Schülerinnen und Schüler nun noch stärker als sonst tragen mussten, die Hilfe, die von Eltern geleistet werden musste, mitunter auch nicht konnte, fehlende Diskussion und Austausch in der Lerngruppe machen das schulische Arbeiten zur noch größeren Herausforderung. Auch die Technik hat ihr Tücken. Ein nicht zu unterschätzendes Problem. Lernen findet nun unter ganz neuen Vorzeichen statt: Lücken werden gefüllt, Fragen beantwortet, Aufgaben besprochen, Neues – im Ansatz, so gut es eben geht – wird eingeführt. Ein Schüler niest vorbildlich in die Armbeuge. „Ich muss mir die Hände waschen – ist das in Ordnung? Darf ich das jetzt machen?“, fragt das Kind und der Unterricht ist gesundheitsbedingt kurz unterbrochen.

Es geht darum, aufzuarbeiten und möglichst alle Schüler auf den gleichen Lernstand zu bringen. Ein Ideal, dem selbst im gewöhnlichen Alltag kaum nachzukommen ist. Die zu Hause lernende Gruppe soll nicht vernachlässigt werden, aber heterogene Gruppen arbeiten und agieren auch nicht vergleichbar, sondern heterogen – eine absolute Vergleichbarkeit ist nicht zu schaffen. Die Kollegen telefonieren und mailen bis in den späten Abend hinein, um möglichst allen die notwendige Rückmeldung und Hilfe zu geben. Oftmals ist auf den eingesandten Materialien zunächst nur Tischdecke oder Fußboden zu sehen – der Lehrer zoomt, um zur Ausarbeitung vorzudringen und ist froh um das Durchhaltevermögen der Kinder, die die Früchte ihrer Arbeit – auch wenn es mit der Technik noch hapert – auf digitalem Wege versenden. Digitale Technik ist eine hilfreiche Ergänzung zur Bewältigung der Krise. Und das Digitale eröffnet neue Perspektiven, selbstverständlich aber auch Diskussionspotenzial über Qualität und Gestaltung von Lernprozessen in naher Zukunft. Der Begriff der Bildung rückt unter diesen Umständen unter neuem Blickwinkel ins Zentrum.

Neugier und Eigenverantwortung als Grundhaltung für ertragreiches Lernen bekommen neue Dynamik. Noch aber heißt es: Musikunterricht ohne selbst zu musizieren – die Bläserklasse ist ausgebremst; Naturwissenschaften ohne Schülerexperimente – ein großer Verlust, Sprach- und Literaturunterricht, Gesellschaftswissenschaften ohne szenische Darstellungen, Austausch in Gruppen und Rollenspiele – kaum vorstellbar. „Die Diskussion mit den anderen hat während der Schulschließung gefehlt, und auch jetzt ist es blöd, dass nur so Wenige da sind“, äußert fast melancholisch eine Oberstufenschülerin, ergänzt aber, wie viele andere des Öfteren äußern: „Man schätzt den Praxisunterricht jetzt um so mehr, denn das Erklären durch die Lehrkraft fehlt zu Hause, und der Versuch, sich den Stoff selbst zu erschließen, ist nicht immer und in jedem Fach erfolgreich.“ Sportunterricht? Badminton-Theorie statt gesunder Ehrgeiz und Freude beim Smash und Drop. Und darüber eine Kursarbeit. Gewöhnungsbedürftig. Jetzt zu unterrichten ist eine enorme Herausforderung, auch deshalb, weil der Unterricht auch methodisch nicht wie üblich gestaltet werden kann.

Gruppen- und Partnerarbeiten sind wegen des Abstandsgebotes nicht zulässig, zu den Schülerinnen und Schülern zu gehen, um über deren Ausarbeitungen zu sehen und unterschiedliche Arbeitsgeschwindigkeiten auszugleichen, entfällt ebenso wie das Präsentieren an der Tafel oder szenische Darstellungen. Bereits das Verteilen von Arbeitspapieren wird durch das Abstandsgebot erschwert. „Keiner hat einen 1,50 Meter langen Arm“, merkt eine Kollegin lächelnd an.

Die Pausen

Man kommt in den Pausen viel mehr dazu, sich zu unterhalten“, ergänzt eine Schülerin der Orientierungsstufe und versucht, das Abstandgebot, das auch Spielen und Toben in der Pause verhindert, positiv zu sehen. Tatsächlich ist zu beobachten, dass der Schulhof in den Pausen sowohl leerer als auch unbewegter, sich fast im Stillstand befindend, erscheint.

Schülerinnen und Schüler stehen mit Abstand im Kreis, unterhalten sich, die Maske – handgenäht, gekauft oder vom Land, mit dem farbenfrohen Schriftzug „#we fight corona“ versehen – ist zuvor beim Verlassen des Klassenraums wie selbstverständlich aufgesetzt worden. Die Hofaufsicht durch die Lehrer ist verstärkt worden, um die Sicherheit auf jeden Fall zu wahren. Immer wieder sieht man Lehrerinnen und Lehrer mit Abstandsgesten auf Kinder zugehen. Diese reagieren sofort und ohne Murren.

Miteinander braucht Nähe – diese Intuition kann man niemandem verübeln, muss man jetzt aber ahnden. „Auch, wenn das nervt, die Verantwortung ist eine große und wir wollen die Gesundheit so gut wie möglich schützen, wir gehen hier vor Ort kein Risiko ein“, sagt eine Lehrerin in der Diskussion mit Schülern, die hinterfragen, warum die schulischen Regeln so streng sind, während z.B. Schwimmbäder wieder öffnen und die Lockerungen allgemein zunehmen.

Im Schulhof sieht man deutlich weiße Abstandsmarkierungen, versehen mit dem Hinweis auf einzelne Klassen zur Erleichterung des notwendigen räumlich-distanzierten Miteinander. Morgens stehen Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis sieben an genau diesen Fixpunkten und werden dort von ihren Lehrerinnen und Lehrern abgeholt. So soll verhindert werden, dass sich zu viele Kinder auf einmal im Treppenhaus und auf den Fluren befinden.

Sehr schnell hat sich hierbei Routine eingespielt. Die Gemeinschaft trägt die Auflagen – fast immer – mit Umsicht und Verantwortung für sich und andere. Geduldig warten die Kinder, bis ihre Lehrerin oder der Lehrer erscheint. Es ist ein gutes Miteinander, Ermahnungen sind nahezu nicht nötig. Mitunter aber müssen klare Worte auf Fehlverhalten aufmerksam machen. Die Pädagogik fordert ihren Tribut! Nicht nur im Sinne der Bildung, sondern auch im Sinne der Gesundheit aller. Eigentlich so, wie es immer sein sollte.

Das Schulgebäude

Betritt man den Schulhof, fallen sofort plakatartige Schilder auf: „Hier nur Eingang“, so ist am Haupteingang, der normalerweise auch als Ausgang genutzt wird, zu lesen. Einbahnstraßen-Regelungen sind durch dicke Pfeile markiert, neben den geöffneten Klassentüren, die verhindern, dass Klinken angefasst werden und stickige Luft entsteht, sind Schilder angebracht, die die Höchstzahl der sich im Raum befindenden Personen regeln soll.

Routine-Wege sind nicht mehr begehbar, Sicherheit geht vor, auch wenn man dafür Umwege in Kauf nehmen muss. Wegmarkierungen, fast wie bei Wanderwegen, hängen überall. Im Treppenhaus verhindern rot-weiße Sperrbänder, dass die Wege in beide Richtungen genutzt werden, doch das Abstandhalten auf dem Weg zum Klassenraum bleibt eine Herausforderung für alle, wechselt man doch zu gerne mit der Freundin oder dem Freund, dem Kollegen oder der Kollegin ein paar nette Worte, die man nicht über einen Meter fünfzig lautstark verkünden möchte. Das ist Gemeinschaft, das trägt den Alltag, das schafft Miteinander. Jetzt dominieren Verhaltensregeln den Alltag.

Die Referendarausbildung

Hart getroffen von der Krise sind ebenso die Referendarinnen und Referendare. Die schulische Ausbildung basiert auf dem Entwickeln und Erproben von Unterrichtsentwürfen in eigenen Lerngruppen bzw. im angeleiteten Unterricht von Kolleginnen und Kollegen. Ausbilder besuchen den Unterricht, der im Anschluss, auch in Anwesenheit von Mitreferendar/innen gemeinsam besprochen wird. Das ist zurzeit auf diese Weise nicht möglich, da außerschulische Personen aus Gesundheitsschutzgründen das Schulgebäude nicht betreten dürfen.

Die Auszubildenden müssen nun, wie alle, damit umgehen, auf die gewohnte Kontinuität im Lernfortschritt zu verzichten, der 14-Tages-Rhythmus erschwert das Erproben von Unterricht, fordert aber auch neu heraus. Der Termindruck ist groß – die Ausbildungsmöglichkeiten sind eingeschränkt, dank der kollegialen Situation am Gymnasium in Bad Ems aber dennoch sehr gut und möglich.

Der im Rahmen der Ausbildung zu besprechende Unterricht wird nun videografiert und anschließend im Studienseminar Koblenz mit Ausbildern und beteiligten Fachlehrer/innen besprochen. Der technische und organisatorische Aufwand ist enorm, die Herausforderung groß, der Ertrag für die Lehrerbildung der wohl beste, den man in dieser Situation erzielen kann – dank des Engagements aller Beteiligten, ob aus dem Kollegium, der Technik oder des Studienseminars. Man sieht, dass Bildung an eine sehr gute Ausbildung gekoppelt sein muss und dass für dieses Qualitätsmerkmal im Sinne der Zukunft unserer Schülerinnen und Schüler das Beste gegeben wird.

Fazit:

Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden, es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun.“ (Goethe)

Gemäß diesen Worten des „Schulpatrons“, die für die Zeit der Schulschließung eine ganz eigene Dynamik zu gewinnen schienen, ist die Schulgemeinschaft des Goethe-Gymnasiums in diesem wohl außergewöhnlichsten Schuljahr ihrer Geschichte wacker durch die Krise geschritten, hat alle Beteiligten nach bestem Wissen und Gewissen in die Ferien und auf den Weg ins neue Schuljahr begleitet. Brechts Worte „Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen“ treffen es daher nicht: Enttäuschung herrscht nicht vor, eher wohl Erleichterung und Dankbarkeit. Und: nicht „alle Fragen“ sind offen, aber ganz sicher viele. Die Schulgemeinschaft arbeitet – auch in den Ferien – daran, gemäß dem Motto des Fördervereins des Goethe-Gymnasiums, „Steinen, die einem in den Weg gelegt werden“ in schöne Gebäude zu verwandeln.

Text: Benedicte Schödl

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Wird Papier in Büros bald überflüssig?

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Foto: BEN Kurier - Fotomontage
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Seit Jahrzehnten sagen Experten das papierlose Büro voraus, dennoch drucken deutsche Firmen jährlich weiterhin Milliarden von Seiten. Dennoch sprechen zahlreiche Anzeichen dafür, dass das Jahr 2026 einen echten Wendepunkt darstellen wird. Die Kombination aus höheren Energiekosten, strengeren Umweltauflagen und ausgereiften digitalen Lösungen verändert den Arbeitsalltag grundlegend. Ein durchschnittlicher Büroangestellter verbringt täglich bis zu 20 Minuten mit der Suche nach Papierdokumenten, während digitale Dateien in Sekunden auffindbar sind. Der Effizienzunterschied wird bei Fachkräftemangel zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Es bleibt offen, was mit den über Jahrzehnte angesammelten Aktenbeständen geschehen soll. Die Antwort auf diese Herausforderung liegt nicht im radikalen Bruch mit bewährten Strukturen, sondern vielmehr in einer sorgfältig durchdachten Transformation, die beide Welten miteinander verbindet und einen fließenden Übergang ermöglicht.

Papierverbrauch im deutschen Büroalltag: Aktuelle Zahlen und Entwicklungen

Deutschland gehört nach wie vor zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Papierverbrauch weltweit. Aktuelle Erhebungen zeigen jedoch einen deutlichen Abwärtstrend beim Papierverbrauch in deutschen Büroumgebungen. Der durchschnittliche Verbrauch sank von 8.500 Blatt pro Arbeitsplatz im Jahr 2019 auf etwa 5.200 Blatt bis 2025. Die Gründe reichen von wirtschaftlichen Überlegungen bis zu veränderten Arbeitsgewohnheiten.

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Die Pandemie wirkte als Beschleuniger dieser Entwicklung. Homeoffice-Regelungen zwangen Unternehmen zur schnellen Digitalisierung von Prozessen. Interessanterweise blieben viele dieser Veränderungen bestehen, auch nachdem die Mitarbeiter in die Büros zurückkehrten. In der Verbandsgemeinde Nassau beispielsweise wurden Bürgerdienste erfolgreich digitalisiert und dienen nun als Vorbild für andere Kommunen.

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Digitale Alternativen, die physische Dokumente bereits heute ersetzen

Digitale Lösungen haben einen entscheidenden Reifegrad erreicht. Moderne Dokumentenmanagementsysteme bieten heute umfassende Funktionen, die weit über das bloße Speichern von Dateien hinausgehen. Die folgenden digitalen Werkzeuge, die durch ihre innovativen Funktionen und ihre nahtlose Integration in bestehende Arbeitsabläufe überzeugen, revolutionieren den modernen Büroalltag auf nachhaltige Weise:

1. Cloud-basierte Plattformen ermöglichen gleichzeitiges Arbeiten an Dokumenten ohne Ausdrucken.

2. Elektronische Signaturen erfüllen rechtliche Anforderungen und ersetzen handschriftliche Unterschriften.

3. Automatisierte Workflows leiten Genehmigungsprozesse digital weiter.

4. Intelligente Suchfunktionen finden Inhalte in Millisekunden statt Minuten

Besonders die Infrastruktur spielt eine zentrale Rolle. Regionen mit schnellem Internet wie die Verbandsgemeinde Aar-Einrich mit ihrem Glasfaserausbau profitieren überproportional von diesen Möglichkeiten. Ohne stabile Datenverbindungen bleiben digitale Alternativen theoretische Optionen.

Wann professionelle Scandienstleister den Umstieg beschleunigen

Die größte Hürde bei der Digitalisierung sind nicht fehlende Technologien, sondern bestehende Papierarchive. Keller voller Aktenordner, Hängeregistraturen und vergilbte Vertragsunterlagen blockieren den Fortschritt. Eine Untersuchung zu den Umweltauswirkungen papierloser Bürokonzepte belegt eindrücklich, welches ökologische Potenzial in der konsequenten Digitalisierung steckt.

Hier trennt sich professionelle Umsetzung von halbherzigen Versuchen. Wer Archive mit handelsüblichen Scannern digitalisieren möchte, unterschätzt den Aufwand massiv. Der Anbieter ScanProfi etwa kombiniert industrielle Scankapazitäten mit OCR-Texterkennung und strukturierter Indexierung, sodass digitalisierte Bestände nicht nur gespeichert, sondern tatsächlich durchsuchbar und nutzbar werden. Dieser Qualitätsunterschied entscheidet über Erfolg oder Scheitern der gesamten Transformation.

Kosten-Nutzen-Abwägung bei der Bestandsdigitalisierung

Die Investition in eine professionelle Digitalisierung amortisiert sich in der Regel deutlich schneller als zunächst erwartet, was viele Unternehmen positiv überrascht, sobald sie die konkreten Einsparungen analysieren. Die eingesparten Mietflächen für Archivräume, die deutlich reduzierten Personalkosten für zeitaufwändige manuelle Suchen sowie die minimierten Risiken durch potenziellen Datenverlust summieren sich zu erheblichen finanziellen Vorteilen. Unternehmen berichten von Amortisationszeiten zwischen 18 und 36 Monaten, je nach Dokumentenvolumen und bestehender Ablagestruktur.

Hybride Bürokonzepte: Papier und digitale Prozesse sinnvoll kombinieren

Die Realität widerspricht dem vereinfachenden Schwarz-Weiß-Denken, das in vielen Diskussionen über die Digitalisierung vorherrscht, da die tatsächlichen Anforderungen weitaus komplexer und vielschichtiger sind. Bestimmte Anwendungsfälle, die sich in der täglichen Geschäftspraxis als unverzichtbar erweisen, rechtfertigen weiterhin den Einsatz physischer Dokumente, da digitale Alternativen nicht immer alle Anforderungen erfüllen können. Notarielle Urkunden, bestimmte Vertragsoriginale und kreative Brainstorming-Prozesse funktionieren in ihrer analogen Form oft deutlich besser, weil sie eine unmittelbare Authentizität und greifbare Verbindlichkeit bieten, die digitale Alternativen nicht vollständig ersetzen können. Erfolgreiche Unternehmen entwickeln differenzierte Strategien statt pauschaler Verbote.

Entscheidungskriterien für Papier versus digital

Die Frage lautet nicht mehr ob, sondern wann Papier sinnvoll bleibt. Häufig geänderte Dokumente mit vielen Nutzern oder langer Aufbewahrungspflicht sollten digital verwaltet werden. Einmalige Unterschriften, persönliche Notizen oder temporäre Arbeitsdokumente, die ohnehin nur für einen begrenzten Zeitraum benötigt werden und keinen dauerhaften Informationswert besitzen, können durchaus in physischer Form verbleiben, solange keine gesetzliche oder betriebsinterne Verpflichtung besteht, diese Unterlagen langfristig zu archivieren oder für spätere Zugriffe verfügbar zu halten. Diese pragmatische Herangehensweise, die zwischen digitaler und physischer Dokumentenverwaltung unterscheidet, erspart nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern erhöht auch die Akzeptanz bei Mitarbeitern, weil sie deren Arbeitsalltag berücksichtigt.

Zukunftsausblick: So verändert sich der Umgang mit Dokumenten bis 2030

Die kommenden Jahre werden maßgeblich von künstlicher Intelligenz geprägt sein, die nahezu alle Bereiche des beruflichen und privaten Lebens durchdringen und nachhaltig verändern wird. KI-gestützte Dokumentensysteme verändern den Arbeitsalltag fundamental. Das papierlose Büro wird nicht durch bewussten Verzicht auf gewohnte Arbeitsweisen erreicht, sondern vielmehr durch innovative digitale Alternativen, die für die Mitarbeiter schlicht attraktiver und komfortabler in der täglichen Anwendung sind.

Unternehmen, die heute gezielt in ihre digitale Infrastruktur investieren, verschaffen sich dadurch langfristige Wettbewerbsvorteile, weil sie flexibler auf Marktveränderungen reagieren und ihre Geschäftsprozesse effizienter gestalten können. Wer an veralteten Prozessen festhält, riskiert Effizienzverluste und Probleme bei der Rekrutierung junger Fachkräfte. Die mit Smartphones aufgewachsene Generation betrachtet digitale Arbeitsumgebungen längst als selbstverständlichen Standard. Das Büro der Zukunft wird Papier zwar weiterhin kennen und gelegentlich nutzen, aber es wird nicht mehr von ihm abhängen, da digitale Lösungen die täglichen Arbeitsprozesse dominieren werden.

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Wie revolutioniert KI die Unternehmenskommunikation?

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Foto: BEN Kurier
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Die digitale Transformation verändert grundlegend, wie Unternehmen heute miteinander und mit Kunden kommunizieren. Intelligente Systeme ersetzen heute Telefon und E-Mail als primäre Kommunikationskanäle in Unternehmen. Moderne Technologien analysieren nicht nur Gespräche unmittelbar in Echtzeit, sondern verstehen dabei auch komplexe Zusammenhänge zwischen verschiedenen Themengebieten und reagieren äußerst präzise auf die individuellen Anforderungen der jeweiligen Gesprächspartner. Diese Entwicklung schafft eine neue Dimension der Unternehmenskommunikation mit messbaren internen und externen Vorteilen. Intelligente Systeme verbessern Kommunikation in Effizienz und Qualität.

Digitale Transformation: Warum Unternehmen jetzt auf KI-basierte Kommunikation setzen

Der Wandel zur intelligenten Kommunikation ist keine Zukunftsvision mehr, sondern gelebte Realität in fortschrittlichen Unternehmen. Ein KI-Telefonassistent übernimmt heute bereits komplexe Aufgaben wie Terminvereinbarungen, technische Erstberatung und multilingualen Support. Die Technologie erkennt Sprachmuster, analysiert Emotionen und passt ihre Antworten entsprechend an. Besonders mittelständische Unternehmen profitieren von dieser Entwicklung, da sie ohne große Investitionen in Personal ihre Erreichbarkeit deutlich verbessern können. Die aktuelle Fraunhofer-Untersuchung zur KI-Implementierung zeigt, dass bereits 42 Prozent der deutschen Unternehmen intelligente Kommunikationslösungen einsetzen. Diese Systeme bearbeiten durchschnittlich 70 Prozent aller Standardanfragen vollautomatisch und reduzieren die Bearbeitungszeit um mehr als die Hälfte.

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Von der Reaktion zur Proaktion: Wie KI präventive Kundenkommunikation ermöglicht

Intelligente Systeme ergreifen heute selbstständig Initiative statt passiv auf Kundenanfragen zu warten. Systeme analysieren Verhaltensmuster und historische Daten, um potenzielle Probleme frühzeitig zu identifizieren. Das System identifiziert automatisch auffällige Bestellmuster und nimmt proaktiv Kontakt zu den betroffenen Kunden auf. Diese vorausschauende und intelligente Kommunikation verhindert nicht nur effektiv das Entstehen von Kundenbeschwerden, sondern stärkt gleichzeitig nachhaltig die emotionale Bindung zwischen Unternehmen und ihren Kunden. Mithilfe von Predictive Analytics lassen sich Wartungstermine frühzeitig kommunizieren und Produktempfehlungen zum idealen Zeitpunkt aussprechen. Die Erfolgsquote solcher proaktiven Maßnahmen liegt bei durchschnittlich 65 Prozent höher als bei reaktiven Ansätzen. Durch präventive Kommunikationsstrategien verzeichnen Unternehmen eine beachtliche Verringerung des Support-Aufkommens von bis zu 40 Prozent.

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Workflow-Optimierung: KI als intelligenter Vermittler zwischen Abteilungen

Die abteilungsübergreifende Kommunikation, die in modernen Unternehmen zwischen verschiedenen Fachabteilungen stattfinden muss und dabei unterschiedliche Arbeitsweisen, Prioritäten und Fachterminologien berücksichtigen sollte, stellt viele Organisationen, unabhängig von ihrer Größe oder Branchenzugehörigkeit, vor erhebliche strukturelle und prozessuale Herausforderungen, die ohne geeignete Lösungsansätze zu Ineffizienzen führen können. Als zentrale Schnittstelle sammeln intelligente Systeme automatisch Informationen, bereiten diese auf und leiten sie an relevante Stellen weiter. Projektteams, die in verschiedenen Abteilungen an gemeinsamen Aufgaben arbeiten, profitieren erheblich von automatisierten Status-Updates, die kontinuierlich aktuelle Informationen über Fortschritte und Meilensteine liefern, während Führungskräfte auf allen Hierarchieebenen speziell aufbereitete, komprimierte Berichte in Echtzeit erhalten, wodurch fundierte Entscheidungen schneller getroffen werden können. Die Technologie übersetzt Fachsprachen und priorisiert wichtige Nachrichten. Ein Maschinenbauer reduzierte Durchlaufzeiten um 35 Prozent. Durch die nahtlose Integration verschiedener Kommunikationskanäle entsteht Transparenz, wodurch sich Entscheidungsprozesse deutlich beschleunigen.

ROI und Messbarkeit: Konkrete Erfolgskennzahlen für KI-Kommunikationslösungen

Die Investition in intelligente Kommunikationssysteme lässt sich präzise messen und bewerten. Zu den wichtigsten Kennzahlen gehören die durchschnittliche Bearbeitungszeit pro Anfrage, die Erstlösungsquote und die Kundenzufriedenheitswerte. Diskussionen zur praktischen Umsetzung von KI in deutschen Unternehmen zeigen, dass der Return on Investment typischerweise nach 12 bis 18 Monaten erreicht wird. Die wichtigsten messbaren Verbesserungen umfassen:

Durchschnittliche Antwortzeit von 24 Stunden auf unter 2 Minuten reduziert

Kundenzufriedenheit um durchschnittlich 28 Prozent gesteigert

Kosteneinsparung von 45 Prozent bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung

Erreichbarkeit rund um die Uhr ohne zusätzliche Personalkosten erhöhen

Best-Practice-Implementierung: Der schrittweise Weg zur KI-gestützten Unternehmenskommunikation

Die erfolgreiche Einführung intelligenter Kommunikationssysteme folgt bewährten Mustern. Zunächst analysieren Unternehmen ihre bestehenden Kommunikationsprozesse und identifizieren Optimierungspotenziale. Der Einstieg erfolgt meist über Pilotprojekte in ausgewählten Bereichen, beispielsweise im First-Level-Support oder bei Standardanfragen. Nach erfolgreicher Testphase wird das System schrittweise auf weitere Bereiche ausgedehnt. Wichtig ist dabei die kontinuierliche Schulung der Mitarbeiter, die lernen müssen, mit den neuen digitalen Kollegen zusammenzuarbeiten. Erfahrungen aus verschiedenen Branchen zur KI-Integration zeigen, dass eine transparente Kommunikation über Ziele und Vorteile entscheidend für die Akzeptanz ist. Die technische Integration sollte schrittweise erfolgen, beginnend mit einfachen Aufgaben bis hin zu komplexeren Prozessen. Erfolgreiche Implementierungen zeichnen sich durch klare Meilensteine, regelmäßige Evaluationen und flexible Anpassungen aus.

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Ministerpräsident Schweitzer empfängt Nasssauer TonArtisten

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Bildquelle: Staatskanzlei RLP | Kristina Schäfer
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NASSAU|MAINZ Rund 120 Gäste aus der rheinland-pfälzischen Musikszene folgten im November der Einladung von Ministerpräsident Alexander Schweitzer zum Empfang für die Amateurmusik in den Festsaal der Staatskanzlei. Die Veranstaltung würdigte die kulturelle Vielfalt, das Engagement und den gesellschaftlichen Beitrag der zahlreichen Amateurmusikerinnen und -musiker im Land.

Unter den Gästen befanden sich auch Vertretende von tonArt, die mit ihrem Musical-Projekt „Eule findet den Beat“ der tonArt kids im Jahr 2024 eine Förderung durch den Landesmusikrat erhalten hatten. Markus Bär, Chorsprecher, und Sabine Lucas, Chorleiterin des Kinderchors, nahmen an der Veranstaltung teil. Besonders freuten sie sich darüber, dass während der Eröffnung ein Video aus der Aufführung gezeigt wurde – ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für die kreative Arbeit des Ensembles.

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In seiner Ansprache hob Ministerpräsident Schweitzer die zentrale Rolle der Amateurmusik hervor: Von kleinen Dorfchören bis zu großen Blasorchestern – überall in Rheinland-Pfalz wird musiziert. Diese Tradition macht unser Land zu einem wahren Musikland. Sie trägt nicht nur zur kulturellen Vielfalt bei, sondern stärkt auch das gesellschaftliche Miteinander“, so Schweitzer.

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Zudem würdigte er die vielen Ehrenamtlichen, Lehrkräfte und Familien, die hinter den Projekten stehen: „Hinter jeder musikalischen Leistung stehen Menschen, die Zeit, Herz und Leidenschaft investieren. Sie sind es, die unsere Musikszene lebendig halten.“

Der Empfang brachte Menschen aus Chören, Orchestern, Ensembles und Bands zusammen und zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig die Amateurmusiklandschaft in Rheinland-Pfalz ist. Nach dem offiziellen Programm lud der Ministerpräsident zu einem Empfang im Foyer ein, der Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung bot.

Mit der erfahrenen Wertschätzung und der erhaltenen Förderung blickt tonArt voller Motivation in die Zukunft – um gemeinsam mit den tonArt kids weiterhin kreative musikalische Projekte zu entwickeln und Kinder nachhaltig für Musik, Gemeinschaft und kulturelles Engagement zu begeistern.

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