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Rhein-Lahn-Kreis

Das etwas andere Interview

NASSAU Ohne Allüren und ganz privat – Das etwas andere Interview mit Stadtbürgermeister Manuel Liguori

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Nassaus Stadtbürgermeister Manuel Liguori im Interview mit dem BEN Kurier
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NASSAU Anfang November führte der BEN Kurier ein Interview mit dem SPD Stadtbürgermeister aus Nassau. Und wir durften einen Manuel Liguori (40) privat kennenlernen, der offen über sein Leben und die Arbeit als Stadtbürgermeister sprach. Das Bild, welches wir am alten Rathaus zeichnen durften, überraschte uns.

Guten Abend Herr Liguori. Schön dass Sie sich die Zeit für ein Interview mit uns genommen haben. Vielleicht beginnen wir ganz am Anfang. Erzählen Sie unseren Lesern doch einmal, wo Sie herkommen und wie Sie Ihre Jugend verbrachten.

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Hallo Herr Kaschinski. Ja, ja. Die Jugend (lacht ein wenig verschmitzt). Es ist kein Geheimnis, dass ich 40 Jahre alt und gebürtiger Nassauer bin. Somit ist dies meine Heimatstadt, in der ich groß geworden bin. Meine Eltern arbeiteten beide beim Traditionsunternehmen Leifheit.

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Wie waren Sie denn als Schüler?

Da war am Anfang meiner schulischen Laufbahn einige Luft nach oben. Auf der Hauptschule war ich allerdings kein schlechter Schüler. Ferner muss man sagen, dass vor 24 Jahren der Hauptschulabschluss einen anderen Stellenwert hatte als heute. Auf dem Gymnasium war ich sogar ein richtig guter Schüler. Im Nachhinein war es für mich der richtige Weg.

Wie meinen Sie das?

Meine Eltern lebten mir Werte vor, die zeigten, dass durch ehrliche Arbeit einiges zu erreichen ist. Sie waren ihr Leben lang bei Leifheit beschäftigt. Einem Unternehmen, welches genau diese Grundsätze vorlebte. Fleiß wird belohnt. Meine Eltern bekamen nichts geschenkt. Und das wollten sie auch nicht. Und dieses prägte meine Einstellung zum Leben. Auch ich wollte mir meine Zukunft erarbeiten.

Im Ruhrpott nennen wir solche Menschen Malocher…..

Ja, genau. Ein gutes Beispiel. Durch diese ehrliche Maloche wurde das Ruhrgebiet zum Industrieherz in Deutschland. Auch diesem Standort wurde nichts geschenkt.

Wie ging es nach Ihrer schulischen Laufbahn weiter?

Ich absolvierte eine Ausbildung zum Maler und Lackierer bei der Firma Heymann. Es war eine sehr schöne Zeit. Ein tolles Familienunternehmen, in dem ich einiges an Wissen mitnehmen durfte.

War dieses Ihr Traumberuf?

Zur damaligen Zeit schon. Ich mochte kreatives Gestalten. Ein Ergebnis zu sehen, wenn die Arbeiten beendet waren.

Arbeiten Sie heute noch bei der Firma Heymann?

Nein (lacht). Wie gesagt. Das war eine wirklich tolle Zeit gewesen, aber beruflich ging ich andere Wege. Nach der Ausbildung war ich im Besitz einer qualifizierten Mittleren Reife und das ermöglichte mir den Besuch des Wirtschaftsgymnasiums, wo ich in drei Jahren das Abitur nachholte.

Das hätten Sie vielleicht auch einfacher haben können, oder?

Na klar. Und dennoch bereue ich nichts. Manchmal braucht es etwas mehr Zeit, um sich der Bedeutung der beruflichen Weiterbildung klar zu werden.

Und mit dem Abi in der Tasche ging es zum Studium?

Genau. Ich studierte Betriebswirtschaftslehre, Evangelische Theologie und Wirtschaftspädagogik. Heute arbeite ich als Diplom-Handelslehrer an einer Berufsbildenden Schule.

Eine interessante Kombination der Studienfächer. Ist der Beruf Ihre Passion?

Ja, der Beruf des Lehrers erfüllt mich sehr. Junge Menschen auf ihrem Werdegang zu begleiten und sehen zu dürfen, wie sie sich entwickeln, ist wunderbar.

Und wie sind Sie Politiker geworden?

Im Alter von 25 Jahren bin ich der SPD beigetreten. In der Hochschulpolitik der Universität probierte ich mich im Studierendenparlament aus. Später war ich Vorsitzender der Jusos in der Hochschulgruppe. Weiter ging es im SPD Ortsverein in Nassau. Letztlich war ich im Stadtrat vertreten und wurde zum Fraktionsvorsitzenden der SPD in Nassau gewählt.

Ein interessanter politischer Werdegang. Doch warum fiel Ihre Wahl auf die SPD?

Dafür sprechen für mich einige Gründe. Die Chancengleichheit für alle Menschen ist für mich ein springender Punkt. Leider darf auch heute nicht jeder von identischen Voraussetzungen ausgehen. Die Herkunft und das Umfeld spielen bedauerlicherweise immer noch eine erhebliche Rolle. Und da ist Nachholbedarf. Besonders die sozialen Themen sehe ich in erster Linie von der SPD vertreten. Und an diesem Stellrad möchte ich für die Gesellschaft „mitdrehen“ dürfen.

Ich bin der Stadt Nassau sehr dankbar und möchte etwas zurückgeben

Das heißt, dass Sie noch größere Ambitionen haben?

Nein. Im Augenblick überhaupt nicht. Seit etwas mehr als einem Jahr darf ich mich für die Stadt Nassau engagieren. Ich sehe mich auch weitaus weniger als Politiker. Das hier ist meine Heimatstadt, der ich viel verdanke und nun etwas zurückgeben möchte. Auch ich bin Teil der Gesellschaft. Hier geht es doch weitaus weniger darum, wer welchen Posten bekleidet. Somit heißt es für mich, die Ärmel hochzukrempeln und die Zeit zu nutzen, um der Stadt weiterhelfen zu können.

Nassau darf nicht an Bedeutung verlieren….. Meine Heimatstadt soll an Stellenwert gewinnen

Eine spannende Aussage. Also ein Kind der Stadt. Wie sehen Sie den Stand der Stadt Nassau nach der Fusion mit Bad Ems zu einer Verbandsgemeinde?

Nassau ist eine geschichtsträchtige Stadt mit zahlreichen Traditionen und wir müssen aufpassen, dass wir nicht weiter an Bedeutung verlieren oder gar in Vergessenheit geraten. Diese Gefahr besteht. Somit ist es auch einer meiner Aufgaben, dafür Sorge zu tragen, dass sich Nassau in Zukunft so präsentieren wird, dass meine Heimatstadt an Stellenwert gewinnt.

Sie beziehen sich auch auf das Rathaus?

Natürlich. Nach der Fusion und den Umzug nach Bad Ems haben wir dort einen Teilleerstand zu verzeichnen. Wir sind gerade dabei, einen Notar in diesem Haus anzusiedeln. Ein erster guter Schritt. Doch das reicht keineswegs. Wir sind bemüht, weitere Mieter für das schöne Rathaus zu finden.

Immerhin konnte die Stadthalle bereits verpachtet werden…..

Ja, genau. Eine klasse Geschichte. Und genau diese Dinge meine ich. Nassau muss für die Menschen attraktiv sein. Gerade deswegen freuten wir uns, einen so guten Pächter für unsere Stadthalle gefunden zu haben. Viele Dinge sind bereits auf den Weg gebracht und es sind die kleinen Sachen, welche Großes bewegen. Und dennoch steht uns eine lange Reise bevor. Um alle unsere Vorstellungen realisieren zu können, bräuchten wir Siebenmeilenstiefel und ein dickes Portemonnaie.

Wir müssen jeden Euro einmal umdrehen. Das macht es nicht einfacher.

Mit dem Portemonnaie dürfte es in Nassau so eine Sache sein, oder?

Gut gefüllt ist es nicht. Im Gegenteil. Die Stadt Nassau ist bilanziell überschuldet. Wir werden uns noch lange Zeit mit der Schuldenlast beschäftigen müssen. Und genau dies ist ein Problem. Wir müssen sprichwörtlich jeden Euro umdrehen. So bedeutet dieses häufig, mit geringsten Mitteln, möglichst viel zu erreichen.

Bestimmt kein leichtes Unterfangen. Welche Projekte stehen mittelfristig an?

Zur Zeit beschäftigt uns der Stadtumbau, welcher vom Land Rheinland-Pfalz mit 80% gefördert wird. Dieses Ziel verfolgen wir vorrangig. Das beinhaltet auch ein verbessertes Verkehrskonzept.

Und natürlich möchten wir die freigewordenen Flächen im Rathaus vermieten. Ferner sind wir dabei, unser Kulturhaus zu erneuern. Da stehen noch einige Aufgaben für die Zukunft an.

Etwas ist mir aufgefallen. Im Bundestrend würden laut aktueller Forsa Umfrage weniger als 20% die SPD wählen wollen. Doch Ihr Wahlergebnis zum Stadtbürgermeister war ein klares Votum zu Ihrer Person. Wie erklären Sie sich das?

Zunächst einmal widerspiegeln die Umfrageergebnisse nicht die gute Arbeit der SPD in der GroKo. Sehr viele starke Ergebnisse und Beschlüsse wurden von der SPD erarbeitet und umgesetzt. Doch leider gehen diese in der großen Koalition oft unter oder werden der CDU zu Gute geschrieben. Bundes- & Landespolitik ist häufig ein Unterschied. Dieses sehen wir hier in Rheinland-Pfalz. Und noch deutlicher wird es in kleinen Städten wie Nassau. Hier geht es weitaus weniger um das richtige Parteibuch. Mir scheint es eher eine Personenwahl gewesen zu sein. Die Bürger/-innen wählen jemanden aus der Mitte ihrer Gesellschaft, der die Nöte, Ängste und Wünsche der Gemeinde kennt. So war es wohl auch in meinem Fall.

Wie ist denn die Bereitschaft der Nassauer, sich für die Stadt einzusetzen?

Ich würde sagen hoch. Wenn nicht sogar sehr hoch. Schauen Sie sich doch einmal das Engagement der Bürger/-innen aber auch der Firmen an. Des Weiteren finden sie in Nassau ein fantastisches Angebot an Vereinen, die viel für die Gesellschaft im Ehrenamt leisten. Das ist bemerkenswert und macht mich sehr stolz. Und dabei rede ich nicht nur von den örtlichen Sportvereinen. Dazu gehören auch die erweiterten sozialen Angebote. Die Nassauer begegnen Schicksalen niemals gleichgültig. Ein schönes Beispiel ist der Hospiz Charity Run. Zu nennen ist auch die Stiftung Scheuern. Deren Anstrengungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf kann man nicht hoch genug schätzen.

Oder betrachten Sie die Leifheit Stiftung. Zahlreiche Projekte wären ohne die G. und I. Leifheit Stiftung nie umgesetzt worden. Und dazu noch all die anderen Firmen, die im Kleinen oder Großen wirken. Und genau das meinte ich am Anfang. Wir dürfen durchaus stolze Nassauer sein und eine breite Brust haben.

Für Nassau ist der Leifheit-Campus (Gymnasium) ein Hauptgewinn

Bei dem Thema Leifheit fällt mir natürlich der Leifheit Campus ein….

Ein gelungener Umbruch. Für Nassau ist ein solches Gymnasium ein Hauptgewinn. Ohne Frage! Dennoch schmerzt der Verlust der Realschule, welche nunmehr einzig in Bad Ems ansässig ist. Und da müssen wir aufpassen. Dies meinte ich mit Bedeutungsverlust für unsere Stadt. Wir müssen darauf achten, dass Nassau als Stadt präsent bleibt. Mit all ihrer Kultur, dem Einzelhandel und funktionierenden Strukturen. Natürlich sind wir ein Teil der neuen Verbandsgemeinde geworden. Das darf aber nicht heißen, dass wir an Stellenwert verlieren. Wir mussten in der jüngeren Vergangenheit einige schmerzliche Einschnitte verkraften. Einem weiteren Aderlass muss entgegengewirkt werden.

Wie sehen Sie die Chancen für die Jugend in Nassau?

Die Stadt Nassau fördert die Jugend sehr stark. Dazu gehört natürlich auch der Jugendtreff, aber auch unsere gut ausgestattete Bibliothek. Gerade die Jugend ist die Zukunft. Und bleiben wird diese nur, wenn die Stadt Perspektiven bietet. Dieses bedeutet neben der Kultur auch die Möglichkeiten der Freizeitgestaltungen sowie die schulische und berufliche Weiterbildung. Da muss sich die Stadt Nassau keineswegs verstecken.

Sie haben ja auch ein tolles Schwimmbad…..

Ja (lacht). Das stimmt! Und das wird besonders von der Jugend aus dem Umland genutzt. Auch dieses Jahr wurde trotz der komplizierten Corona-Regeln die Möglichkeit geschaffen, das Freibad zu nutzen. Dafür bin ich der Verbandsgemeinde sehr dankbar.

Sie sprachen vorhin von klammen Haushaltskassen. Kann die Stadt das aktuelle Angebot aufrechterhalten?

Wir sind darum bemüht. Das beste Beispiel ist unsere freiwillige Bibliothek. Sie ist wichtig und wird gerne genutzt. Dort arbeiten mit viel Enthusiasmus wunderbare Mitarbeiterinnen. Natürlich ist dieses mit Kosten verbunden, aber der Nutzen überwiegt diese gewaltig.

Wie sehen Sie die Corona-Beschränkungen?

Es verlangt von uns allen viel ab. Besonders die Gastronomie und die Veranstalter leiden enorm. Das sehen wir auch in Nassau. Zahlreiche Betriebe haben den „Außer-Haus-Verkauf“ von Speisen ausgebaut. Das reicht natürlich keineswegs aus. Dennoch hilft es. Das Angebot wird gut angenommen. Und doch appelliere ich an die Mitbürger/-innen in Nassau: Unterstützt die lokalen Gastronomiebetriebe. Es sind aber nicht nur diese, welche unter der Pandemie leiden. Viele Freizeitaktivitäten sind im Keim erstickt. Das Gesellschaftsleben ist erstarrt.

Wie unterstützt die Stadt die Risikopatienten?

Wir haben schon bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr Einkaufshilfen für Risikopatienten angeboten. Erstaunlicherweise wurden diese nur mäßig genutzt. Dennoch werden wir erneut ein solches Angebot bieten.

Apropos Generation 65+. Wie sehen sie den demografischen Wandel?

Was ich sehe ist ein unglaublich großer Erfahrungsschatz, den es zu nutzen gilt. Ich erlebe eine sehr lebendige 65+ Bevölkerung, welche sich aktiv in Vereinen und im gesellschaftlichen Leben einbringt. Wir sollten lernen, diesen Menschen mehr zuzuhören. Das ist ganz wichtig.

Nur wer bereit ist zuzuhören, ist bereit für Veränderungen

Zuhören ist eine besondere Fähigkeit.

Genau so ist es. Es geht nicht immer um das Überzeugen. Nur wer zuhört, kann auch verstehen und deswegen höre ich sehr gerne zu. Denn nur so habe ich die Chance zu erfahren, wo ich etwas bewirken kann.

Wie bewerten Sie die Arbeit in den Fraktionen der Stadt Nassau?

Es ist eine sehr konstruktive Zusammenarbeit. Wir sind von dem gemeinsamen Wunsch getragen, Verbesserungen für die Stadt Nassau zu erreichen. Dafür bin ich den Parteien und Vereinigungen sehr dankbar.

Macht Ihnen die Arbeit als Stadtbürgermeister Kopfschmerzen oder Freude?

(lächelt) Ich glaube, das eine schließt das andere nicht aus und gehört zusammen. Einer alleine kann die vielen Aufgaben, welche Nassau zu lösen hat, nicht bewältigen. Ich habe das große Glück, die Aufgaben mit tollen Beigeordneten, Ausschussmitgliedern und Stadträten meistern zu können. Ferner verfügt die Stadt Nassau über motivierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich bin ein Baustein in diesem Team.

Sie haben viele Aufgaben in Ihrer Amtszeit zu lösen. Ist das in dieser Zeit überhaupt zu schaffen?

Auf keinen Fall. Dafür ist bestimmt ein Jahrzehnt nötig. Deshalb heißt es: Ärmel hochkrempeln und die Anforderungen meistern.

Das ist ein schönes Schlusswort Herr Liguori. Ich wünsche Ihnen weiterhin gutes Gelingen.

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Gesundheit

Dr. Bernice Schwab eröffnet demnächst neue Hausarztpraxis in Nastätten Die Landärztin übernimmt die Praxisräume in der Römerstraße

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GESUNDHEIT Nastätten bekommt wieder eine feste hausärztliche Anlaufstelle. Nach der Schließung der Praxis Abts in der Römerstraße standen viele Patienten kurzfristig ohne Hausarzt da. Übergangsweise half eine mobile Station der Kassenärztlichen Vereinigung. Nun folgt eine nachhaltige Lösung: Bernice Schwab eröffnet in den ehemaligen Praxisräumen eine neue Hausarztpraxis. Die Renovierungsarbeiten laufen bereits.

Die Ärztin reagiert damit auf einen spürbaren Versorgungsdruck im Blauen Ländchen. In den vergangenen Jahren schlossen mehrere Praxen in der Region, allein im Raum Bogel drei. „Mit dem Weggang von Dr. Abts ist die Belastung weiter gestiegen“, sagt Schwab. In ihrem bestehenden Hausarztzentrum wurden in einem Quartal rund 400 Patienten aus Nastätten aufgenommen. „Die Anmeldung stößt an Grenzen, es bildeten sich zeitweise Schlangen bis auf die Straße. Das war für uns das Signal, eine zusätzliche Bleibe zu suchen.

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Bewährter Standort statt Neubau

Zunächst sei ein Standort im Krankenhaus geprüft worden, der sich jedoch als zu klein erwiesen habe. Der entscheidende Impuls kam vom Vermieter der früheren Praxisräume. „Die Räume sind den Menschen vertraut, eine gewachsene Institution. Das weiterzunutzen, statt neu aufzubauen, ist sinnvoll“ so Schwab. Die Insolvenzmasse der ehemaligen Praxis wurde übernommen, die Abläufe werden neu organisiert.

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Zum Start ist ein gestuftes Konzept geplant. Zunächst öffnet die Praxis an drei Vormittagen pro Woche, täglich mit zwei Ärzten vor Ort. Perspektivisch soll der Betrieb rasch ausgeweitet werden. Insgesamt stehen sechs Ärzte zur Verfügung, darunter auch Dr. Palacios, der zuletzt in den Räumen tätig war und für viele Patienten ein bekanntes Gesicht bleibt. Ziel ist es, Patienten wieder wohnortnah zu versorgen, die zuletzt in andere Orte ausweichen mussten.

Eröffnung in wenigen Monaten

Parallel zur medizinischen Organisation laufen Umbau und Modernisierung. „Wir erneuern bewusst, damit die Praxis nicht nur funktioniert, sondern auch einladend ist„, sagt Schwab. Wenn die formalen Schritte abgeschlossen sind und die Kassenärztliche Vereinigung grünes Licht gibt, rechnet sie mit einer Eröffnung in zwei bis drei Monaten.

Unterstützung erhält das Vorhaben auch von der Stadt. Marco Ludwig begleitet die Gespräche seit längerem. „Es ist gut, dass hier vor Ort wieder ein Angebot entsteht. Einige Patienten sind Richtung Bogel abgewandert, umso wichtiger ist die Rückkehr einer Praxis nach Nastätten„, sagt Ludwig. Er dankt dem Vermieter für die Ermöglichung des Projekts und erwartet spürbare Stabilität für die Versorgung vor Ort. „Gemeinschaftspraxen mit Außenstellen sind aus meiner Sicht das Modell der Zukunft.

Regionale Strategie gegen Ärztemangel

Die neue Praxis in der Römerstraße ist die dritte von Bernice Schwab im Rhein-Lahn-Kreis, neben Standorten in Bad Ems und Bogel. Zusätzlich arbeitet sie weiterhin als Landärztin und versorgt Patienten, die ihre Praxis nicht aufsuchen können. Dass die Römerstraße nun wieder zur Praxisadresse wird, kommt nicht völlig überraschend. Der Kontakt zwischen Schwab und Stadtbürgermeister Ludwig bestand bereits länger und bei der damaligen Eröffnung des Hausarztzentrums in Bogel wurde schon darüber gesprochen, dass eine Erweiterung in Richtung Nastätten sinnvoll sein könnte. Der Draht zwischen beiden blieb bestehen. Als sich die Schließung der Praxis Abts abzeichnete, bekam diese Idee neue Dringlichkeit und wurde schneller Realität, als viele erwartet hatten.

Für Nastätten und die umliegenden Gemeinden ist die Ansiedlung ein wichtiges Signal. Sie zeigt, dass dem Ärztemangel mit regionalen Netzwerken, flexiblen Strukturen und verlässlicher Zusammenarbeit begegnet werden kann. Wenn alles nach Plan läuft, feiert die Römerstraße noch im Frühjahr die Rückkehr einer Hausarztpraxis.

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VG Loreley

Wanderausstellung „Loreley Momente“ begeisterte 2025 die Besucher nicht nur in der Verbandsgemeinde

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Foto: Steffen Zimmermann | VG Loreley
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LORELEY Mit großem Erfolg blickt die Verbandsgemeinde (VG) Loreley auf die Wanderausstellung Loreley Momente“ zurück, die im Laufe des Jahres 2025 in den Ortsgemeinden und Städten der VG zu sehen war. Die Ausstellung präsentierte eindrucksvolle Fotografien des Hobby-Fotografen Klaus Breitkreutz aus Lehmen und machte die landschaftliche Vielfalt sowie besondere Perspektiven der Region erlebbar. „Von der ersten Idee zur Ausstellung, der Kommunikation mit dem Fotografen, über die Auswahl der Bilder bis hin zur letzten Station in Reitzenhain war die Wanderausstellung ein voller Erfolg“, resümiert Bürgermeister Mike Weiland.

Aus über 900 Aufnahmen wurden mehr als 30 großformatige Fotografien ausgewählt, die bekannte Wahrzeichen wie die Marksburg, die Filsener Rheinschleife oder die Insel mit der Pfalzgrafenstein ebenso zeigten wie weniger bekannte, teils überraschende Motive aus den Höhen- und Tallagen der VG. Gerade diese ungewohnten Blickwinkel machten den besonderen Reiz der Ausstellung aus und luden Besucher zum Entdecken und Wiedererkennen ein.

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Initiiert wurde die Wanderausstellung von Bürgermeister Mike Weiland im Rahmen der VG Loreley-Kulturförderung. Ziel war es, die Schönheit der Heimat bewusst zu machen, den Zusammenhalt zu stärken sowie Kultur, Brauchtum und Identität der Region zu fördern.

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„Die Ausstellung hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig und lebenswert unsere VG ist. Sie hat Menschen zusammengebracht und den Blick für unsere Heimat geschärft“, so Bürgermeister Mike Weiland. Den Auftakt machte die Ausstellung im Januar im Bürgerhaus Dachsenhausen. Weitere Stationen waren das Loreley-Besucherzentrum, das Blüchermuseum Kaub, das Rathaus Weisel, der Rathaussaal der Stadt Braubach, das Rathaus Bornich, das Dorfgemeinschaftshaus Dörscheid sowie schließlich im Rathaus Reitzenhain, wo die Ausstellung bis Jahresbeginn 2026 hinein zu sehen war.

Durch die mobile Präsentation auf Stellwänden konnte die Ausstellung flexibel in unterschiedlichen Räumlichkeiten gezeigt werden und erreichte so ein breites Publikum in der gesamten VG. Viele positive Rückmeldungen bestätigten das große Interesse und die hohe Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit den gezeigten Motiven.

Die VG Loreley bedankt sich herzlich bei Fotograf Klaus Breitkreutz für die Bereitstellung seiner Aufnahmen sowie bei allen beteiligten Städten und Ortsgemeinden für die Unterstützung und Gastfreundschaft. Die Wanderausstellung Loreley Momente“ hat sich als gelungenes Beispiel regionaler Kulturarbeit erwiesen und wird vielen Besuchern in Erinnerung bleiben.

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Politik

Wahlkreis 7 vor der Landtagswahl: Acht Bewerber kämpfen um das Direktmandat SPD, CDU, Grüne, AfD, FDP, Linke, Freie Wähler und ÖDP stellen Direktkandidaten

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Foto: BEN Kurier - Fotomontage
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POLITIK  Am 22. März findet die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz statt. Im Wahlkreis 7, zu dem die Verbandsgemeinden Diez, Aar-Einrich, Nastätten und Bad Ems-Nassau gehören, bewerben sich acht Kandidaten um ein Direktmandat.

Für die SPD tritt erneut Manuel Liguori aus Nassau an. Er gehört dem rheinland-pfälzischen Landtag seit drei Jahren an. Liguori ist gelernter Maler- und Lackierer, war zuvor Lehrer an der Berufsbildenden Schule Diez und ist aktuell Stadtbürgermeister von Nassau. Zudem ist er Mitglied des Kreistags Rhein-Lahn und Kreisvorsitzender der SPD Rhein-Lahn. Liguori ist verheiratet und hat ein Kind.

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Die CDU schickt Matthias Lammert ins Rennen. Der gebürtige Tübinger ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und gelernter Jurist. Seit 2001 gehört er ununterbrochen dem Landtag Rheinland-Pfalz an und ist dort Vizepräsident. Lammert ist Mitglied des Kreistags Rhein-Lahn, war von 2009 bis 2022 Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion und von 2019 bis 2021 stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. Zudem ist er Mitglied im Verbandsgemeinderat Diez.

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Für Bündnis 90/Die Grünen kandidiert Annemarie Imgrund. Die 38-Jährige lebt in Nassau, wuchs am Niederrhein auf und ist beruflich als Autorin und Creatorin tätig. Sie ist verheiratet, besitzt das Abitur und gehört der Partei seit dem Sommer 2024 an.

Direktkandidat der AfD ist Robin Classen. Der 35-jährige Familienvater ist Jurist und als Rechtsanwalt tätig. Er ist Mitglied des AfD-Landes- und Kreisvorstands und steht auf Platz 11 der Landesliste.

Für die FDP tritt Frank Michael Schöberl aus Diez an. Der 60-jährige Diplom-Volkswirt ist Mitglied des Stadtrats und Vorsitzender der FDP-Fraktion im Verbandsgemeinderat. Er arbeitet als kaufmännischer Niederlassungsleiter und belegt Platz 33 der FDP-Landesliste.

Die Partei Die Linke wird durch Ann-Kathrin Brings vertreten. Die 25-jährige Mutter lebt in Obernhof, ist Heilerziehungspflegerin und in der Pädagogik für Menschen mit Beeinträchtigungen tätig. Sie steht auf Platz 10 der Landesliste und ist Mitglied im Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheit.

Für die Freien Wähler kandidiert erneut Lisa-Marie Jäckel. Die 32-jährige Volljuristin gehört dem Landtag seit 2021 an und war 2024 parlamentarische Geschäftsführerin der Landtagsfraktion. Jäckel ist Vorsitzende der Jungen Freien Wähler Rheinland-Pfalz und stammt aus Weilburg.

Erstmals stellt die ÖDP im Wahlkreis einen eigenen Kandidaten. Der 26-jährige Wolfgang Schaefer ist Verwaltungsfachangestellter, stammt aus Nassau, steht auf Platz 11 der Landesliste und ist Co-Bundesvorsitzender der Parteijugend .

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