Koblenz
Überraschende Ehrung für drei Leuchttürme der Integrationsarbeit in Koblenz
30.10.2021, Rheinland-Pfalz, Koblenz: Verleihung der Ehrennadel für besondere integrative Leistungen und Verdienste. Foto: Sascha Ditscher/Stadt Koblenz - Das Foto (von Sascha Ditscher) zeigt v.l. Vito Contento, Heinz-Gerd Reis, Martina Choukri, Ulrike Mohrs, Zafar Mehmood Shaikh und Clara Röllinghoff.
KOBLENZ Die Überraschung war sichtlich geglückt, als Martina Choukri, Heinz-Gerd Reis und Zafar Mehmood Shaikh jüngst mit der Ehrennadel für besondere integrative Leistungen und Verdienste der Stadt Koblenz ausgezeichnet wurden.
Die Stadt Koblenz ist stolz auf ihre bunte und vielfältige Stadtgesellschaft zu der die diesjährigen Preisträger mit Ihrem Engagement erheblich beitragen. Das Zusammenwachsen der Kulturen und Religionen wird nur durch das beherzte Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger möglich.
Einige strahlen dabei wie Leuchttürme hervor. Daher ehrt die Stadt jährlich von einer Jury auserkorene Preisträgerinnen und Preisträger, die stellvertretend für das große gesamtgesellschaftliche Engagement aller Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet werden.
Stadt Koblenz verleiht Martina Choukri, Heinz-Gerd Reis und Zafar Mehmood Shaikh die Integrationsehrennadel für ihr jahrelanges Engagement
Bürgermeisterin Ulrike Mohrs bezeichnete die diesjährigen Ehrungen als „absolut verdiente Auszeichnungen“. Selbst wenn bereits fast alle Lichter in Koblenz ausgegangen sind, so ist es zumindest in einer Koblenzer Wohnung sicherlich noch hell erleuchtet: Martina Choukri arbeitet sehr oft unermüdlich bis tief in die Nacht hinein, um nach ihrer Berufstätigkeit Neuzugewanderten auf dem Weg in die Integration behilflich zu sein.
Sie hilft bei allen Alltagsfragen und scheut keine Mühen im Kontakt mit Behörden, Ärzten oder auch bei der schwierigen Thematik der Arbeitsplatz- und Wohnungssuche. Im Verein Soziales Netzwerk Koblenz e. V. ist sie eine tragende Säule geworden. Hier bietet sie regelmäßige Sprechzeiten an. Die Erfahrung zeigt: Ihr Ruf eilt ihr voraus. Sie wird als empathischer, sachkundiger und grundoptimistischer Mensch in Integrationsfragen in ganz Koblenz geschätzt!
Dem steht Heinz-Gerd Reis in nichts nach. Auch er hilft insbesondere seit 2014 Menschen, die im Zuge von Flucht nach Deutschland gekommen sind. Er war und ist sich nicht zu schade dafür dort anzupacken, wo gerade die Hilfe gebraucht wird. Seit Anfang an stand er im Haus Bastian als Ansprechpartner zur Verfügung und hat proaktiv seine Hilfe angeboten.
Für ihn ist die Alltagshilfe (Behördengänge, Arbeitsplatzsuche, Wohnungssuche) ein zentraler Schlüssel, um den Menschen, die neu in Koblenz sind, eine adäquate Form der Unterstützung zu teil werden zu lassen.
Er hat früh erkannt: Sprache ist ein zentrales Element, um sich verständigen zu können. So hilft er nicht nur beim Deutsch lernen, sondern sieht es auch als fundamental wichtig an die Kultur und die Sprache unserer neuen Koblenzerinnen und Koblenzer zu verstehen und zu erlernen.
Heinz-Gerd Reis wird für sein von Respekt, Gastfreundlichkeit und Vertrauen geprägtes Handeln von allen sehr geschätzt. Als Dritter im Bunde wurde Herrn Zafar Mehmood Shaikh die Integrationsehrennadel verliehen. In der Gemeinde der Ahmadiyya Muslim Jamaat Koblenz ist er sehr aktiv und prägte eine ganze Generation. Er setzt sich intensiv dafür ein, dass sich alle Gemeindemitglieder in die Gesellschaft einbringen.
So fanden unter seiner Regie verschiedene Projekte und Veranstaltungen statt, u. a. Engagements beim Charity Walk, Koblenzer Mampf, Baumpflanzungen, Themenvorträge mit Schulklassen, der Bundeswehr oder Studenten.
Der Tag der offenen Moschee am 3. Oktober hat sich als regelmäßiges Event etabliert. Das Engagement gegen Rassismus und die Beteiligung an der Demokratie, z. B. durch Wahlen, ist ihm besonders wichtig.
Auch er setzte seit 2015 einen Schwerpunkt auf die Flüchtlingshilfe der Gemeinde in Koblenz.
Herr Shaikh leistet seit Jahren Pionierarbeit und schafft es Brücken zwischen den Kulturen und Religionen zu schlagen, um uns allen die Chance zu geben den Islam besser kennenzulernen und Vorbehalte abzubauen.
Eine besondere Freude war es, dass die Ehrungen wieder in Präsenz mit Publikum im Rahmen einer kleinen Veranstaltung am Samstag, den 30.10.2021, im Historischen Rathaussaal der Stadt Koblenz durchgeführt werden konnten.
Bürgermeisterin Ulrike Mohrs und Vito Contento, seines Zeichens selbst Träger der Integrationsehrennadel und Vorsitzender des Beirates für Migration und Integration, würdigten in ihren Reden nicht nur das besondere Engagement der Preisträger, sondern stellten klar heraus: Integration ist eine dauerhafte, mitunter lebenslange Aufgabe. Daher ist die Offenheit der Gesellschaft für diese Herausforderung und das Engagement der Koblenzer Bürgerinnen und Bürger der Schlüssel, um das Zusammenwachsen der unterschiedlichsten Kulturen und Religionen voranzutreiben und eine bunte, vielfältige und offene städtische Gesellschaft dauerhaft zu ermöglichen.
Koblenz
Befreiung des KZ Auschwitz vor 81 Jahren: Mehrere Veranstaltungen in Koblenz Erinnerung an die Opfer aufrechterhalten!
KOBLENZ Am 27. Januar jährt sich zum 81. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Aus diesem Anlass finden in Koblenz mehrere Veranstaltungen statt, die den Opfern des Nationalsozialismus gedenken und die Erinnerung an ihr Schicksal aufrechterhalten.
Noch bis Freitag, 6. Februar, wird in einer Ausstellung in der Citykirche an die Verschleppung von 150 Bewohnerinnen der damaligen „Idiotenanstalt Kühr“ im Mai 1943 in drei deutsche NS-Tötungsanstalten und von dort aus in weitere Tötungsanstalten im von Deutschland besetzten Polen erinnert. Ergänzend dazu zeigt die Ausstellung vom Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e. V., erarbeitete Biografien von Menschen aus Koblenz und Umgebung, die aufgrund des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ zwangsweise sterilisiert oder in der Tötungsanstalt Hadamar bei Limburg an der Lahn ermordet wurden.
Am Dienstag, 27. Januar, gedenkt die Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“ um 17 Uhr an der Stele Balduinstraße (Vorplatz des „Hotel Super 8“ / Görgenstraße) den Opfern aus der Altstadt. Die Balduinstraße war lange Zeit als „kleine Judengasse“ bekannt. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden Juden aus der Altstadt in sogenannten „Judenhäusern“ untergebracht, bis sie in die Vernichtungslager der NS-Diktatur deportiert wurden.
Eine weitere Gedenkveranstaltung findet ebenfalls am 27. Januar um 17.30 Uhr am Mahnmal auf dem Reichensperger Platz statt. Oberbürgermeister David Langner gedenkt dort gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Hans-Zulliger-Schule und der Diesterweg-Schule den NS-Opfern aus Koblenz und Umgebung. Im Zentrum des Erinnerns stehen Menschen, die Opfer von Zwangssterilisationen und Krankenmorden wurden.
Den Schlusspunkt bildet eine anschließende Gedenkveranstaltung in der Citykirche mit Ansprachen des Oberbürgermeisters, des Vorsitzenden des Fördervereins Mahnmal Koblenz, Martin Schlüter sowie einem christlich-jüdischen Gebet. Die Gedenkstunde wird musikalisch umrahmt von Eleonore Ciupka (Flöte) und Werner Höss (Orgel). Anschließend besteht die Möglichkeit, die Ausstellung zu besichtigen. (pm: Stadt Koblenz)
Blaulicht
Betrugsserie mit falschen Polizeibeamten im Rhein-Lahn-Kreis: Prozess gegen 19-Jährigen startet in Koblenz
OBERNHOF|BAD EMS Vor der 9. Strafkammer des Landgericht Koblenz beginnt am 22. Januar ein Strafprozess gegen einen 19 Jahre alten Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft sieht ihn als Teil einer Betrugsgruppe, die ältere Menschen mit der Masche angeblicher Polizeianrufe um ihr Vermögen gebracht haben soll. Für das Verfahren sind insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt.
Nach dem Vorwurf der Anklage soll der Angeklagte als Heranwachsender an einer Serie von Betrugstaten beteiligt gewesen sein, die sich unter anderem in Bad Ems, Obernhof und Koblenz ereignet haben sollen. Insgesamt stehen elf Fälle im Raum, wobei es in einem Fall bei einem Versuch geblieben sein soll.
Die mutmaßlichen Täter sollen arbeitsteilig vorgegangen sein. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft übernahmen einzelne Beteiligte Telefonanrufe, in denen sie sich als Polizeibeamte ausgaben. Den Angerufenen sei vorgespiegelt worden, dass Einbrüche oder andere Straftaten in ihrer Nähe stattgefunden hätten und ihre Ersparnisse deshalb in Gefahr seien.
In der Folge sollen die Geschädigten dazu gebracht worden sein, Bargeld oder Wertgegenstände zur angeblichen Sicherstellung bereitzulegen. Diese seien anschließend von weiteren Beteiligten persönlich abgeholt worden. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, selbst mehrfach bei solchen Abholungen eingesetzt gewesen zu sein.
Mindestens eine geplante Übergabe scheiterte laut Anklage, weil die Betroffenen misstrauisch wurden und die echte Polizei einschalteten. Dadurch konnte ein weiterer Schaden verhindert werden.
Mit dem nun beginnenden Prozess will das Gericht klären, welche Rolle der Angeklagte innerhalb der mutmaßlichen Betrugsstruktur spielte und ob die Voraussetzungen für eine Verurteilung wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs vorliegen.
Koblenz
Sportfreunde Eisbachtal sichern sich den Sieg beim evm-Junior-Cup in Mülheim-Kärlich
MÜLHEIM-KÄRLICH. Beim zehnten evm-Junior-Cup, ausgerichtet vom SG2000 Mülheim-Kärlich 1921 e.V. und unterstützt von der Energieversorgung Mittelrhein (evm), kämpften am Sonntag, 11. Januar, zahlreiche Jugendmannschaften mit großem Sportsgeist um den begehrten Titel. Rund 400 Gäste verfolgten die spannenden Begegnungen in der Philipp-Heift-Halle und sorgten für eine mitreißende Atmosphäre.
Nach packenden Spielen und einem nervenaufreibenden 9-Meter-Schießen setzten sich die Sportfreunde Eisbachtal gegen den Favoriten TUS Koblenz durch und sicherte sich den Turniersieg. Der Titelverteidiger TUS Koblenz belegte in diesem Jahr den zweiten Platz, gefolgt vom JFV Rhein-Hunsrück auf Rang drei.
Doch nicht nur das: Auch Einzelleistungen wurden gewürdigt: Liam Tschauner vom JSG Rhein-Westerwald wurde als bester Torwart ausgezeichnet, während David Szymczuk von den Sportfreunden Eisbachtal den Titel des Torschützenkönigs erhielt. Bester Spieler war Mika Seul von TuS Koblenz.
„Der evm-Junior-Cup ist ein großartiges Event, das jedes Jahr aufs Neue die Bedeutung des Jugendsports in unserer Region unterstreicht. Alle Mannschaften haben mit viel Engagement und Fairness um den Sieg gekämpft“, betont Sara Burdenski, verantwortlich für das Sponsoring der evm. Gemeinsam mit Martina Böth-Baulig, Beigeordnete der Stadt Mülheim-Kärlich, und Winfried Erbar, Beigeordneter der Verbandsgemeinde, überreichte sie den Gewinnern den Pokal. „Wir freuen uns, auch 2026 wieder Partner dieses besonderen Turniers zu sein und den regionalen Sport weiterhin zu unterstützen. Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner zu ihren herausragenden Leistungen“, so Burdenski weiter. Bereits jetzt ist klar, dass der evm-Junior-Cup auch im nächsten Jahr erneut stattfinden wird. Dann heißt es zum elften Mal: Wer gewinnt im Kampf um den begehrten Pokal? (pm: evm)
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