Koblenz
Kälte verschärft die Lage: Viele Wohnungslose in Koblenz weiterhin ohne geschützten Schlafplatz
Kälte verschärft die Lage: Viele Wohnungslose in Koblenz weiterhin ohne geschützten Schlafplatz
KOBLENZ Während in der Region seit Tagen eisige Temperaturen herrschen, verschlechtert sich die Situation für Menschen ohne feste Unterkunft spürbar. Besonders nachts wird die Kälte in Koblenz für viele zur akuten Gefahr. Dennoch bleiben die vorhandenen Notübernachtungsangebote der Stadt nicht ausgelastet, ein Umstand, der Fragen aufwirft (Der SWR berichtete zuerst hier).
Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen leben in Koblenz mehrere hundert Menschen ohne eigene Wohnung. Offiziell registriert sind nur jene, die über Einrichtungen wie die Caritas oder den Verein »Die Schachtel« eine Postadresse erhalten haben. Wie viele tatsächlich auf der Straße, in Autos oder in provisorischen Unterkünften leben, lässt sich nur erahnen.
Zwei Übernachtungsmöglichkeiten – doch nicht für alle erreichbar
In der Stadt gibt es zwei offizielle Notunterkünfte. Eine davon befindet sich im Stadtteil Lützel und wird im Auftrag der Stadt von der Arbeiterwohlfahrt betrieben. Dort stehen Schlafplätze für Männer und Frauen zur Verfügung. Die Stadt teilt mit, dass aktuell noch Kapazitäten frei seien. Voraussetzung für die Nutzung ist jedoch ein Nachweis der Wohnungslosigkeit, etwa durch amtliche Unterlagen. Für Menschen mit Bürgergeld oder Sozialhilfe ist die Übernachtung kostenfrei, andere müssen einen Eigenanteil leisten.
Gerade dieser Punkt sorgt bei den Hilfsorganisationen für Kritik. Wer eine kleine Rente bezieht oder minimale Einkünfte hat, muss für eine Nacht einen hohen Betrag zahlen, für viele auf der Straße ist das schlicht nicht bezahlbar. Hinzu kommen weitere Hürden: Das Gebäude ist nicht barrierefrei, und Tiere dürfen nicht mitgebracht werden. Für viele Wohnungslose, die auf einen Hund als Schutz und Begleiter angewiesen sind, ist das ein Ausschlusskriterium.
Unterkunft auf dem Asterstein: Abgelegen und schwer zugänglich
Eine weitere Unterbringungsmöglichkeit liegt im Stadtteil Asterstein. Dort stehen Zimmer in mehreren Wohneinheiten zur Verfügung, teils mit Doppel- oder Mehrfachbelegung. Zusätzlich gibt es sogenannte Kälteschutzräume, die kurzfristig genutzt werden können. Nach Angaben der Stadt sind dort derzeit nur wenige Menschen untergebracht.
Sozialarbeiter sehen auch hier große praktische Probleme. Der Standort liegt hoch über der Innenstadt, der Weg dorthin ist steil und für viele körperlich kaum zu bewältigen, vor allem, wenn sie ihr gesamtes Hab und Gut bei sich tragen. Einkaufsmöglichkeiten fehlen, und der Zugang ist nicht jederzeit möglich, da eine vorherige Abstimmung mit dem Ordnungsamt nötig ist. Für Menschen in akuter Not sei dieses System kaum praktikabel, heißt es von den Beratungsstellen.
Hilfsorganisationen versuchen, die Lücken zu schließen
Um die schlimmsten Folgen der Kälte abzufedern, sind die Koblenzer Hilfsangebote derzeit besonders aktiv. Mehrmals pro Woche fährt ein Kältebus durch die Stadt und verteilt Decken, Schlafsäcke sowie warme Kleidung. Zusätzlich öffnet die Caritas morgens ihre Beratungsstelle, damit sich Menschen wenigstens kurz aufwärmen können. Tagsüber stehen zudem ein Wohnungslosencafé in der Neustadt und ein kostenloses Essensangebot in Lützel zur Verfügung.
Trotz dieser Hilfen bleibt die Lage angespannt. Viele Wohnungslose meiden die offiziellen Unterkünfte, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil Kosten, Erreichbarkeit und Regeln für sie oft unüberwindbare Hürden darstellen. Gerade in Nächten mit Minusgraden kann das lebensgefährliche Folgen haben.
Koblenz
Befreiung des KZ Auschwitz vor 81 Jahren: Mehrere Veranstaltungen in Koblenz Erinnerung an die Opfer aufrechterhalten!
KOBLENZ Am 27. Januar jährt sich zum 81. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Aus diesem Anlass finden in Koblenz mehrere Veranstaltungen statt, die den Opfern des Nationalsozialismus gedenken und die Erinnerung an ihr Schicksal aufrechterhalten.
Noch bis Freitag, 6. Februar, wird in einer Ausstellung in der Citykirche an die Verschleppung von 150 Bewohnerinnen der damaligen „Idiotenanstalt Kühr“ im Mai 1943 in drei deutsche NS-Tötungsanstalten und von dort aus in weitere Tötungsanstalten im von Deutschland besetzten Polen erinnert. Ergänzend dazu zeigt die Ausstellung vom Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e. V., erarbeitete Biografien von Menschen aus Koblenz und Umgebung, die aufgrund des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ zwangsweise sterilisiert oder in der Tötungsanstalt Hadamar bei Limburg an der Lahn ermordet wurden.
Am Dienstag, 27. Januar, gedenkt die Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“ um 17 Uhr an der Stele Balduinstraße (Vorplatz des „Hotel Super 8“ / Görgenstraße) den Opfern aus der Altstadt. Die Balduinstraße war lange Zeit als „kleine Judengasse“ bekannt. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden Juden aus der Altstadt in sogenannten „Judenhäusern“ untergebracht, bis sie in die Vernichtungslager der NS-Diktatur deportiert wurden.
Eine weitere Gedenkveranstaltung findet ebenfalls am 27. Januar um 17.30 Uhr am Mahnmal auf dem Reichensperger Platz statt. Oberbürgermeister David Langner gedenkt dort gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Hans-Zulliger-Schule und der Diesterweg-Schule den NS-Opfern aus Koblenz und Umgebung. Im Zentrum des Erinnerns stehen Menschen, die Opfer von Zwangssterilisationen und Krankenmorden wurden.
Den Schlusspunkt bildet eine anschließende Gedenkveranstaltung in der Citykirche mit Ansprachen des Oberbürgermeisters, des Vorsitzenden des Fördervereins Mahnmal Koblenz, Martin Schlüter sowie einem christlich-jüdischen Gebet. Die Gedenkstunde wird musikalisch umrahmt von Eleonore Ciupka (Flöte) und Werner Höss (Orgel). Anschließend besteht die Möglichkeit, die Ausstellung zu besichtigen. (pm: Stadt Koblenz)
Blaulicht
Betrugsserie mit falschen Polizeibeamten im Rhein-Lahn-Kreis: Prozess gegen 19-Jährigen startet in Koblenz
OBERNHOF|BAD EMS Vor der 9. Strafkammer des Landgericht Koblenz beginnt am 22. Januar ein Strafprozess gegen einen 19 Jahre alten Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft sieht ihn als Teil einer Betrugsgruppe, die ältere Menschen mit der Masche angeblicher Polizeianrufe um ihr Vermögen gebracht haben soll. Für das Verfahren sind insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt.
Nach dem Vorwurf der Anklage soll der Angeklagte als Heranwachsender an einer Serie von Betrugstaten beteiligt gewesen sein, die sich unter anderem in Bad Ems, Obernhof und Koblenz ereignet haben sollen. Insgesamt stehen elf Fälle im Raum, wobei es in einem Fall bei einem Versuch geblieben sein soll.
Die mutmaßlichen Täter sollen arbeitsteilig vorgegangen sein. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft übernahmen einzelne Beteiligte Telefonanrufe, in denen sie sich als Polizeibeamte ausgaben. Den Angerufenen sei vorgespiegelt worden, dass Einbrüche oder andere Straftaten in ihrer Nähe stattgefunden hätten und ihre Ersparnisse deshalb in Gefahr seien.
In der Folge sollen die Geschädigten dazu gebracht worden sein, Bargeld oder Wertgegenstände zur angeblichen Sicherstellung bereitzulegen. Diese seien anschließend von weiteren Beteiligten persönlich abgeholt worden. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, selbst mehrfach bei solchen Abholungen eingesetzt gewesen zu sein.
Mindestens eine geplante Übergabe scheiterte laut Anklage, weil die Betroffenen misstrauisch wurden und die echte Polizei einschalteten. Dadurch konnte ein weiterer Schaden verhindert werden.
Mit dem nun beginnenden Prozess will das Gericht klären, welche Rolle der Angeklagte innerhalb der mutmaßlichen Betrugsstruktur spielte und ob die Voraussetzungen für eine Verurteilung wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs vorliegen.
Koblenz
Sportfreunde Eisbachtal sichern sich den Sieg beim evm-Junior-Cup in Mülheim-Kärlich
MÜLHEIM-KÄRLICH. Beim zehnten evm-Junior-Cup, ausgerichtet vom SG2000 Mülheim-Kärlich 1921 e.V. und unterstützt von der Energieversorgung Mittelrhein (evm), kämpften am Sonntag, 11. Januar, zahlreiche Jugendmannschaften mit großem Sportsgeist um den begehrten Titel. Rund 400 Gäste verfolgten die spannenden Begegnungen in der Philipp-Heift-Halle und sorgten für eine mitreißende Atmosphäre.
Nach packenden Spielen und einem nervenaufreibenden 9-Meter-Schießen setzten sich die Sportfreunde Eisbachtal gegen den Favoriten TUS Koblenz durch und sicherte sich den Turniersieg. Der Titelverteidiger TUS Koblenz belegte in diesem Jahr den zweiten Platz, gefolgt vom JFV Rhein-Hunsrück auf Rang drei.
Doch nicht nur das: Auch Einzelleistungen wurden gewürdigt: Liam Tschauner vom JSG Rhein-Westerwald wurde als bester Torwart ausgezeichnet, während David Szymczuk von den Sportfreunden Eisbachtal den Titel des Torschützenkönigs erhielt. Bester Spieler war Mika Seul von TuS Koblenz.
„Der evm-Junior-Cup ist ein großartiges Event, das jedes Jahr aufs Neue die Bedeutung des Jugendsports in unserer Region unterstreicht. Alle Mannschaften haben mit viel Engagement und Fairness um den Sieg gekämpft“, betont Sara Burdenski, verantwortlich für das Sponsoring der evm. Gemeinsam mit Martina Böth-Baulig, Beigeordnete der Stadt Mülheim-Kärlich, und Winfried Erbar, Beigeordneter der Verbandsgemeinde, überreichte sie den Gewinnern den Pokal. „Wir freuen uns, auch 2026 wieder Partner dieses besonderen Turniers zu sein und den regionalen Sport weiterhin zu unterstützen. Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner zu ihren herausragenden Leistungen“, so Burdenski weiter. Bereits jetzt ist klar, dass der evm-Junior-Cup auch im nächsten Jahr erneut stattfinden wird. Dann heißt es zum elften Mal: Wer gewinnt im Kampf um den begehrten Pokal? (pm: evm)
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Boomerang
11. Januar 2026 at 10:25
Es fängt doch damit an das Tiere in Notunterkünften nicht zugelassen sind und keine Möglichkeit besteht seine Sachen diebstahlsicher zu verstauen. Wer mal in einer Notunterkunft übernachtet hat kann nachvollziehen warum viele dann lieber in der Kälte bleiben.