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Bürgernahe Wache: Die Polizeiinspektion von Bad Ems

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Foto v.l.n.r.: Florian Fries, Personalrat; Marlene Meyer, Mitglied VG-Gemeinderat; PHK Francisco Bannes, EPHK Frank Kolbe; Präsident des Polizeipräsidiums Koblenz, Karlheinz Maron; Roger Lewentz, MdL; VG-Bürgermeister Uwe Bruchhäuser, Manuel Liguori, MdL
Foto: Petra Mörs
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BAD EMS Die Polizeiinspektion hatte unter der Leitung des Ersten Polizeihauptkommissars Frank Kolbe – selbst bereits seit 40 Jahren im Dienst – und seinem stellv. Dienststellenleiter Polizeihauptkommissar Francisco Bannes, zum Besuch eingeladen.  Zu den Besuchern gehörte Karlheinz Maron, der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Koblenz, der VG-Bürgermeister Uwe Bruchhäuser, Marlene Meyer als Mitglied des Verbandsgemeinderats, Florian Fries vom Personalrat und die beiden MdLs, Roger Lewentz und Manuel Liguori.

Die Inspektion befindet sich im Gebäude des ehemaligen Amtsgerichts, das von 1910-1912 erbaut und bis 1970 als solches genutzt wurde. Seit ihrem Umzug aus dem alten Rathaus laufen hier auf der Wache alle Telefonanrufe ein, die in ständiger Verbindung mit der Leitstelle in Koblenz und den angrenzenden Dienststellen in Lahnstein und Montabaur/Diez steht.  Bad Ems-Nassau gehört zu den kleinsten Polizeiinspektionen in Rheinland-Pfalz und verfügt über einen Gewahrsamstrakt mit drei selten genutzten Zellen. Dank des ländlichen Raums ist die Kriminalitätsrate an schweren Delikten gering. Die meisten Anzeigen werden über die Online-Wache erstattet, wobei der Schwerpunkt auf Betrugsdelikten im Internethandel liegt: Ware bezahlt – aber nie erhalten.

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Bad Ems-Nassau gehört zu den kleinsten Polizeiinspektionen in Rheinland-Pfalz

Die hiesige Polizei ist bürgernah und genießt Respekt bei den Emser und Nassauer Einwohnerinnen und Einwohnern. Sie verfügt über eine gute Schutzausrüstung, für die Streifengänge auch über Taser und Bodycams. Die Bezirks- Beamtinnen und Beamten arbeiten in 5 Schichten und gewährleisten einen 24-Stunden-Service. „Unter uns herrscht eine familiäre Atmosphäre und die braucht es auch, wenn krankheitsbedingt eine Kollegin oder ein Kollege aus dem vermeintlich freien Wochenendes geholt wird, um für jemanden einzuspringen“, lobte Kolbe seine Mitarbeitenden.

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Zu den Aufgaben der Polizeiinspektion gehört auch die Betreuung der regionalen Veranstaltungen und traditionellen Märkte mit geeigneten Sicherheitskonzepten. Glanzpunkt war im letzten Jahr der 37. Rheinland-Pfalz Tag in Bad Ems: Unter Einsatzleitung der Polizeidirektion Montabaur und durch die gute Zusammenarbeit mit allen Dienststellen, des Ordnungsamts, der Kreisverwaltung und den Rettungskräften konnten insgesamt 125.000 Festgäste durch 854 eingesetzte Kräfte der Polizei das Fest nahezu störungsfrei genießen,“ berichtete der Leiter den interessierten Gästen.

Die hiesige Polizei ist bürgernah und genießt großen Respekt bei den Emsern und Nassauern

Der Emser Bartholomäusmarkt, die Bahamas Night und der Michelsmarkt in Nassau gehören ebenfalls wie der Blumenkorso in Bad Ems zu den großen Traditionen im Rhein-Lahn-Kreis. Letzterer fällt in diesem Jahr aus, weil die mit Blumen zu schmückenden Wagen in die Jahre gekommen sind und die erforderliche TÜV-Abnahme nicht erhalten konnten. Stattdessen wird nun eine Mallorca-Party geplant. Im nächsten Thema erkundigte sich Roger Lewentz bei den Gastgebern zu den Erfahrungen der Arbeit des ZAb-Kommissariats.

Lewentz, damals noch Minister, hatte 2021 eine Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung der Kriminalitätsbekämpfung und Stärkung der Kriminalpolizei ins Leben gerufen. Mithilfe der umfangreichen Empfehlungen dieser Arbeitsgruppe leitete der Innenminister eine Polizeireform ein.

Ein zentrales Element dieser Reform ist die “Zentralisierte Anzeigenbearbeitung” (ZAb) in den fünf regionalen Polizeipräsidien von RLP für einfach gelagerte und mittelschwere Delikte. Ziel ist es, mehr Effizienz und eine schnellere Rückmeldung für die Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. Die im Januar 2024 gestarteten ZAb-Kommissariate sind jeweils an ihre Kriminaldirektionen gebunden und betrachten in der 1. Ausbaustufe schwerpunktmäßig die Verfahren der Online-Wache. In der zweiten Ausbaustufe sollen landesweit Verfahren in 6-stelliger Anzahl bearbeitet werden können.

Leiter Kolbe berichtete, dass das für Bad Ems-Nassau zuständige ZAb-Kommissariat die Arbeit der Polizeiinspektion jetzt schon deutlich entlaste. Der Präsident des Polizeipräsidiums Koblenz Maron äußerte sich dazu: „Wir befinden uns in der 1. Ausbauphase und haben die Entwicklungen dabei fest im Blick. Wo nötig, wird nachgebessert.“ (Text: Petra Mörs)

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Ehrenamtsstudie Feuerwehr: Engagement stark, doch die Zeit wird knapp

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BLAULICHT Die landesweite Ehrenamtsstudie zu den Freiwilligen Feuerwehren in Rheinland-Pfalz zeichnet ein zweigeteiltes Bild: Die Bereitschaft zum Engagement ist hoch, zugleich werden strukturelle Belastungen sichtbar, die die Zukunftsfähigkeit des Systems beeinflussen. An der Online-Befragung beteiligten sich mehr als 12.500 Feuerwehrangehörige. Das entspricht rund 22 Prozent aller ehrenamtlichen Einsatzkräfte im Land.

Altersstruktur stabiler als oft angenommen

Zunächst wird sichtbar: Das Ehrenamt trägt sich noch. Rund 80 Prozent der Befragten planen, ihr Engagement in der Feuerwehr im bisherigen Umfang fortzusetzen. Mehr als ein Drittel kann sich sogar vorstellen, künftig noch mehr zu übernehmen. Auch bei jungen Einsatzkräften ist die Bereitschaft hoch. Die Studie zeigt außerdem, dass die Altersstruktur differenzierter ist, als oft behauptet wird: Etwa 31 Prozent der Einsatzkräfte sind 16 bis 29 Jahre alt, 46 Prozent 30 bis 49, 22 Prozent 50 bis 67. Ein sofortiger Nachwuchseinbruch ist damit nicht die zentrale Baustelle. Gleichzeitig weist die Studie darauf hin, dass der Anteil älterer Aktiver steigt.

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Das Kernproblem: Zeit, Vereinbarkeit, Zusatzlast

Der eigentliche Kern der Studie liegt an einer anderen Stelle: Nicht der Wille fehlt, sondern Zeit und Verfügbarkeit werden zum Engpass. Die Arbeitswelt hat sich verändert. Arbeitsverdichtung, Schichtmodelle, flexible Arbeitszeiten, längere Wege, all das macht spontane Einsatzbereitschaft schwieriger. Die Studie hält fest, dass weniger als die Hälfte der Befragten ihre Arbeitszeiten so flexibel gestalten kann, dass genug Zeit für das Feuerwehrengagement bleibt. Das ist entscheidend, weil Einsätze nicht nach Kalender kommen. Dazu kommen familiäre Verpflichtungen: Wer kleine Kinder hat, muss im Einsatzfall Betreuung organisieren, ein Problem, das im Alltag vieler Ehrenamtlicher mitläuft, aber selten offen thematisiert wird.

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Einsätze nehmen zu: Extremwetter als Belastungstreiber

Gleichzeitig nimmt die Belastung durch Einsätze zu. Die Studie beschreibt eine steigende Einsatzentwicklung und nennt häufiger auftretende Extremwetterlagen als Treiber. Damit wächst der Bedarf an Kräften genau in dem Moment, in dem Verfügbarkeit durch Beruf und Alltag knapper wird. Aus dieser Kombination entsteht die stille Schere, die viele Feuerwehren spüren: Mehr Anforderungen treffen auf weniger Zeitfenster.

Ein weiterer Punkt, der in der öffentlichen Diskussion oft untergeht, steht in der Studie sehr klar: Das Feuerwehr-Ehrenamt besteht nicht nur aus Einsätzen. Neben Einsatzdienst und Übungen fallen technische Arbeiten, Verwaltungsaufgaben und Gremienarbeit an. Die Studie beziffert das deutlich: 97 Prozent nehmen regelmäßig an Einsätzen teil, 96 Prozent an Übungen und Fortbildungen, 47 Prozent erledigen technische Arbeiten, 31 Prozent übernehmen Verwaltungstätigkeiten, 19 Prozent arbeiten in Gremien. Gerade Verwaltungstätigkeiten werden häufig als belastend beschrieben, besonders bei Führungskräften, die davon einen großen Teil tragen.

Ausstattung und Gerätehäuser: Unterschiede zwischen Kommunen

Hinzu kommt die Ausstattung. Viele Einsatzkräfte bewerten den Zustand von Dienstkleidung, persönlicher Schutzausrüstung und Feuerwehrgerätehäusern kritisch. Die Studie macht dabei auch deutlich, dass es zwischen Kommunen spürbare Unterschiede gibt. Für die Betroffenen ist das kein Nebenthema: Ausstattung und Infrastruktur sind Teil der Einsatzfähigkeit und sie sind auch ein Maßstab dafür, ob Ehrenamtliche verlässliche Rahmenbedingungen erleben.

Ausbildung: Zufriedenheit nur bei gut der Hälfte

Auch die Ausbildung ist ein klarer Befund der Studie. Nur 54 Prozent der Befragten sind mit den Aus- und Weiterbildungsangeboten in ihrer Einheit zufrieden. Genannt werden Verbesserungsbedarfe bei taktischem Einsatztraining, technischen Schulungen und dem Umgang mit Stresssituationen. Zusätzlich wird der Wunsch nach flexibleren Grundausbildungsmodellen und kürzeren Wartezeiten an der Akademie deutlich.

Anerkennung: intern hoch, extern deutlich niedriger

Deutlich messbar ist außerdem die Frage der Anerkennung. Innerhalb der eigenen Einheit fühlen sich 72 Prozent ausreichend wertgeschätzt. Gegenüber der Öffentlichkeit fällt dieser Wert auf 38 Prozent, gegenüber behördlichen Stellen sogar auf 27 Prozent. Das bedeutet: Zusammenhalt und Anerkennung funktionieren intern, aber die Rückmeldung von außen wird oft als schwach erlebt. Bei der Frage, welche Formen der Anerkennung als sinnvoll gelten, nennt die Studie hohe Zustimmungswerte für Rentenpunkte oder eine „Feuerwehrrente“ (73 Prozent). Aufwandsentschädigungen halten 43 Prozent für sinnvoll. Frauen: junges Potenzial, Bindung wird entscheidend

Beim Thema Frauen ist die Studie ebenfalls klar: Frauen stellen rund zehn Prozent der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Mehr als die Hälfte von ihnen ist unter 30 Jahre alt. Das zeigt Potenzial in den jüngeren Jahrgängen. Gleichzeitig weist die Studie darauf hin, dass Perspektiven von Frauen gezielt berücksichtigt werden müssen, etwa durch bessere Zugänge zu Führungsfunktionen und sichtbare Vorbilder.

Zehn Empfehlungen: Fokus auf Gewinnung und Bindung

Aus den Ergebnissen leitet die Studie zehn Handlungsempfehlungen ab: sechs zur Gewinnung neuer Einsatzkräfte und vier zur langfristigen Bindung. Zu den Ansätzen gehören stärkere Präsenz in Bildungseinrichtungen, der Ausbau von Bambini-Strukturen, eine modularere und flexiblere Grundausbildung sowie eine professionellere Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit. Für die Bindung nennt die Studie unter anderem Talentförderung und Entwicklungspfade, eine stärker koordinierte Beschaffung, finanzielle Anerkennung und eine attraktivere, besser nutzbare Ehrenamtskarte.

Fazit der Datenlage

In der Summe zeigt die Ehrenamtsstudie damit kein Feuerwehrsystem, dem die Motivation ausgeht. Sie zeigt ein System, das von hoher Identifikation lebt, aber unter Rahmenbedingungen arbeitet, die sich schneller verändern als die Strukturen drumherum. Die entscheidenden Probleme sind klar benennbar: Zeit und Verfügbarkeit werden knapper, Einsätze nehmen zu, die organisatorische Last wächst, Ausstattung und Ausbildung sind nicht überall auf dem Stand, den Einsatzkräfte erwarten. Wer die Studie ernst nimmt, kommt zu einem nüchternen Ergebnis: Das Ehrenamt trägt den Bevölkerungsschutz weiter, aber es braucht spürbare Entlastung und verlässliche Rahmenbedingungen, damit es das auch in Zukunft kann.

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Betrugsserie mit falschen Polizeibeamten im Rhein-Lahn-Kreis: Prozess gegen 19-Jährigen startet in Koblenz

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Bildrechte: Landgerichtgericht Koblenz
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OBERNHOF|BAD EMS  Vor der 9. Strafkammer des Landgericht Koblenz beginnt am 22. Januar ein Strafprozess gegen einen 19 Jahre alten Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft sieht ihn als Teil einer Betrugsgruppe, die ältere Menschen mit der Masche angeblicher Polizeianrufe um ihr Vermögen gebracht haben soll. Für das Verfahren sind insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt.

Nach dem Vorwurf der Anklage soll der Angeklagte als Heranwachsender an einer Serie von Betrugstaten beteiligt gewesen sein, die sich unter anderem in Bad Ems, Obernhof und Koblenz ereignet haben sollen. Insgesamt stehen elf Fälle im Raum, wobei es in einem Fall bei einem Versuch geblieben sein soll.

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Die mutmaßlichen Täter sollen arbeitsteilig vorgegangen sein. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft übernahmen einzelne Beteiligte Telefonanrufe, in denen sie sich als Polizeibeamte ausgaben. Den Angerufenen sei vorgespiegelt worden, dass Einbrüche oder andere Straftaten in ihrer Nähe stattgefunden hätten und ihre Ersparnisse deshalb in Gefahr seien.

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In der Folge sollen die Geschädigten dazu gebracht worden sein, Bargeld oder Wertgegenstände zur angeblichen Sicherstellung bereitzulegen. Diese seien anschließend von weiteren Beteiligten persönlich abgeholt worden. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, selbst mehrfach bei solchen Abholungen eingesetzt gewesen zu sein.

Mindestens eine geplante Übergabe scheiterte laut Anklage, weil die Betroffenen misstrauisch wurden und die echte Polizei einschalteten. Dadurch konnte ein weiterer Schaden verhindert werden.

Mit dem nun beginnenden Prozess will das Gericht klären, welche Rolle der Angeklagte innerhalb der mutmaßlichen Betrugsstruktur spielte und ob die Voraussetzungen für eine Verurteilung wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs vorliegen.

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EILMELDUNG: Amtliche Unwetterwarnung vor Glätte!

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Foto: BEN Kurier - Fotomontage
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EILMELDUNG Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Rheinland-Pfalz und Hessen eine amtliche Unwetterwarnung vor Glätte ausgerufen. Es gilt Warnstufe 3 von 4. Nach Angaben des DWD besteht 𝐚𝐤𝐮𝐭𝐞 𝐆𝐞𝐟𝐚𝐡𝐫 𝐟ü𝐫 𝐋𝐞𝐢𝐛 𝐮𝐧𝐝 𝐋𝐞𝐛𝐞𝐧 durch plötzlich überfrierende Nässe und gefrierenden Regen.
Die Warnung gilt landesweit von Mitternacht bis zunächst Montag, 13 Uhr.
Handlungsempfehlungen DWD: Aufenthalt im Freien und Fahrten vermeiden bzw. Verhalten im Straßenverkehr anpassen; auf Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen bis hin zu Sperrungen/Schließungen einstellen, notfalls Fahrweise anpassen, möglichst volltanken, Decken und warme Getränke mitführen
Bild: Fotomontage
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