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VG Bad Ems-Nassau

Leifheit in Nassau startet unter Druck ins Jahr 2026

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Produktionsverlagerung und Umsatzrückgang: Leifheit in Nassau vor Herausforderungen
Foto: BEN Kurier
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NASSAU Auf Grundlage der vorliegenden Zahlen zeichnet sich für den Leifheit-Konzern ein schwieriger Start in das Jahr 2026 ab. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 sank der Konzernumsatz auf 179,0 Millionen Euro, nach 200,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Rückgang von 10,8 Prozent. Gründe dafür sieht das Unternehmen vorwiegend in der anhaltend schwachen Konsumstimmung, einer ausgeprägten Kaufzurückhaltung im Non-Food-Bereich sowie in strategischen Sortimentsbereinigungen, die bewusst in Kauf genommen wurden.

Auch ergebnisseitig musste Leifheit deutliche Einbußen hinnehmen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) halbierte sich nahezu und fiel von 10,3 Millionen Euro im Vorjahr auf 5,4 Millionen Euro. Bereinigt um Sondereffekte aus einem umfangreichen Produktionsoptimierungsprojekt lag das EBIT bei 6,9 Millionen Euro. Die EBIT-Marge sank damit von 5,1 auf 3,0 Prozent. Unter dem Strich blieb in den ersten neun Monaten ein Periodenergebnis von 3,2 Millionen Euro, weniger als halb so viel wie im Vorjahreszeitraum.

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Trotz rückläufiger Umsätze konnte Leifheit die Bruttomarge vor Sondereffekten leicht steigern. Sie erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 44,5 Prozent. Möglich wurde dies nach Unternehmensangaben durch Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen in der Produktion, einen günstigeren Produktmix sowie leicht gesunkene Beschaffungskosten. Dem standen allerdings eine geringere Kapazitätsauslastung und Belastungen aus dem laufenden Umbau des Produktionsnetzwerks gegenüber.

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Ein zentraler Baustein der strategischen Neuausrichtung ist die Verlagerung der Spritzgussfertigung. Die bislang noch in Nassau verbliebenen Produktionskapazitäten wurden im Laufe des Jahres 2025 an den tschechischen Standort Blatná verlagert, wo bereits zuvor mehr als 80 Prozent der Spritzgussproduktion angesiedelt waren. Für dieses Optimierungsprojekt bildete Leifheit Rückstellungen in Höhe von 1,5 Millionen Euro, unter anderem für Personalmaßnahmen und Verlagerungskosten. Diese Sondereffekte belasteten das Ergebnis zusätzlich, sollen jedoch langfristig zu einer effizienteren Kostenstruktur führen.

Die schwierige Marktlage spiegelte sich in nahezu allen Regionen wider. In Deutschland, dem wichtigsten Einzelmarkt, ging der Umsatz um 9,8 Prozent auf 69,7 Millionen Euro zurück. Auch in Zentraleuropa sanken die Erlöse um 10,3 Prozent, während Osteuropa ein Minus von 10,7 Prozent verzeichnete. Besonders deutlich fiel der Rückgang in den außereuropäischen Märkten aus, wo der Umsatz unter anderem wegen schwächerer Geschäfte in den USA von 4,6 auf 2,8 Millionen Euro zurückging.

Auf Segmentebene zeigte sich ein ähnliches Bild. Das Kerngeschäft im Bereich Household, also Reinigen und Wäschepflege, verlor 9,7 Prozent an Umsatz. Im Wellbeing-Segment mit der Marke Soehnle brachen die Erlöse sogar um 19,5 Prozent ein, was Leifheit unter anderem mit dem Wegfall eines wichtigen Handelspartners in den Niederlanden erklärt. Auch das Private-Label-Geschäft ging zweistellig zurück.

Gleichzeitig versucht der Konzern, mit Innovationen gegenzusteuern. Die im Sommer eingeführte Produktneuheit »SUPERDUSTER« entwickelte sich nach Unternehmensangaben erfolgreich und sorgte für Wachstum im Staubsegment. Zusätzlich setzt Leifheit verstärkt auf den Ausbau des Direktkundengeschäfts im E-Commerce sowie auf margenstarke Produktlinien wie die »Black Line«. Für das vierte Quartal erwartet der Vorstand daraus positive Impulse.

Finanziell bleibt der Konzern trotz rückläufiger Kennzahlen solide aufgestellt. Der Free Cashflow belief sich nach neun Monaten auf 3,3 Millionen Euro, nachdem im ersten Halbjahr noch ein negativer Wert ausgewiesen worden war. Die liquiden Mittel sanken allerdings von 41,4 auf 29,7 Millionen Euro. Dennoch weist Leifheit weiterhin einen negativen Nettoverschuldungsgrad aus und verfügt über eine Eigenkapitalquote von knapp 48 Prozent.

Trotz der angespannten Lage hält der Vorstand an seiner Ergebnisprognose fest. Für das Gesamtjahr 2025 rechnet Leifheit nun mit einem Umsatzrückgang von 10 bis 12 Prozent, nachdem zuvor ein Minus von 5 bis 8 Prozent erwartet worden war. Das Konzern-EBIT soll weiterhin zwischen 9 und 11 Millionen Euro liegen, der Free Cashflow im mittleren einstelligen Millionenbereich. Möglich machen sollen dies weitere Effizienzsteigerungen, Kostenanpassungen und eine stärkere Fokussierung auf profitable Kernprodukte.

Für 2026 kündigt der Konzern zudem einen umfassenden Markenrelaunch an. Mit einer geschärften Positionierung am Point of Sale, neuen Produktinnovationen und der Einführung des SAP-Systems S/4HANA will Leifheit Prozesse digitalisieren und die operative Effizienz weiter verbessern. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um den strukturellen Gegenwind aus Konsumflaute und Wettbewerbsdruck dauerhaft zu kompensieren, dürfte sich jedoch erst in den kommenden Geschäftsjahren zeigen (dk) Quelle: Quartalsmitteilung Leifheit zum 30. September 2025

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Politik

Wahlkreis 7 vor der Landtagswahl: Acht Bewerber kämpfen um das Direktmandat SPD, CDU, Grüne, AfD, FDP, Linke, Freie Wähler und ÖDP stellen Direktkandidaten

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Foto: BEN Kurier - Fotomontage
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POLITIK  Am 22. März findet die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz statt. Im Wahlkreis 7, zu dem die Verbandsgemeinden Diez, Aar-Einrich, Nastätten und Bad Ems-Nassau gehören, bewerben sich acht Kandidaten um ein Direktmandat.

Für die SPD tritt erneut Manuel Liguori aus Nassau an. Er gehört dem rheinland-pfälzischen Landtag seit drei Jahren an. Liguori ist gelernter Maler- und Lackierer, war zuvor Lehrer an der Berufsbildenden Schule Diez und ist aktuell Stadtbürgermeister von Nassau. Zudem ist er Mitglied des Kreistags Rhein-Lahn und Kreisvorsitzender der SPD Rhein-Lahn. Liguori ist verheiratet und hat ein Kind.

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Die CDU schickt Matthias Lammert ins Rennen. Der gebürtige Tübinger ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und gelernter Jurist. Seit 2001 gehört er ununterbrochen dem Landtag Rheinland-Pfalz an und ist dort Vizepräsident. Lammert ist Mitglied des Kreistags Rhein-Lahn, war von 2009 bis 2022 Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion und von 2019 bis 2021 stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. Zudem ist er Mitglied im Verbandsgemeinderat Diez.

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Für Bündnis 90/Die Grünen kandidiert Annemarie Imgrund. Die 38-Jährige lebt in Nassau, wuchs am Niederrhein auf und ist beruflich als Autorin und Creatorin tätig. Sie ist verheiratet, besitzt das Abitur und gehört der Partei seit dem Sommer 2024 an.

Direktkandidat der AfD ist Robin Classen. Der 35-jährige Familienvater ist Jurist und als Rechtsanwalt tätig. Er ist Mitglied des AfD-Landes- und Kreisvorstands und steht auf Platz 11 der Landesliste.

Für die FDP tritt Frank Michael Schöberl aus Diez an. Der 60-jährige Diplom-Volkswirt ist Mitglied des Stadtrats und Vorsitzender der FDP-Fraktion im Verbandsgemeinderat. Er arbeitet als kaufmännischer Niederlassungsleiter und belegt Platz 33 der FDP-Landesliste.

Die Partei Die Linke wird durch Ann-Kathrin Brings vertreten. Die 25-jährige Mutter lebt in Obernhof, ist Heilerziehungspflegerin und in der Pädagogik für Menschen mit Beeinträchtigungen tätig. Sie steht auf Platz 10 der Landesliste und ist Mitglied im Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheit.

Für die Freien Wähler kandidiert erneut Lisa-Marie Jäckel. Die 32-jährige Volljuristin gehört dem Landtag seit 2021 an und war 2024 parlamentarische Geschäftsführerin der Landtagsfraktion. Jäckel ist Vorsitzende der Jungen Freien Wähler Rheinland-Pfalz und stammt aus Weilburg.

Erstmals stellt die ÖDP im Wahlkreis einen eigenen Kandidaten. Der 26-jährige Wolfgang Schaefer ist Verwaltungsfachangestellter, stammt aus Nassau, steht auf Platz 11 der Landesliste und ist Co-Bundesvorsitzender der Parteijugend .

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VG Bad Ems-Nassau

JOBNOX 2026 in Pohl: Jetzt schnell anmelden! Noch wenige Standflächen frei

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Foto: WFG Rhein-Lahn | Jutta Schützdeller
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POHL Die Zeit drängt, bald endet die Bewerbungsfrist für die Berufs- und Ausbildungsmesse des Rhein-Lahn-Kreises, JOBNOX®. Schon über 100 Unternehmen haben sich einen Platz in einem der beiden  riesigen Zelte oder auf der Außenfläche gesichert, jetzt gibt es nur noch wenige freie Standflächen bis es heißt: „Wir sind ausgebucht!“

Das Team der JOBNOX® freut sich riesig über die großartige Resonanz. „Wir haben in diesem Jahr nach dem Start der Bewerbungsphase so schnell so viele Anfragen erhalten, wir sind total überwältigt!“ sagt Tanja Steeg, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rhein-Lahn mbH. „Ja, die Fläche ist zwar groß, wir haben auch in diesem Jahr wieder zwei riesige Zelte, in denen die Messe stattfinden wird, aber irgendwann ist der Platz einfach belegt,“ sagt Andreas Minor, stvtr. Geschäftsführer der WFG und im Team hauptverantwortlich für die Zeltplanung.

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Kostenfrei, aber nicht aufwandsfrei

Mittlerweile hat es sich schon weit herumgesprochen, aber man kann es nicht oft genug betonen: Die Teilnahme an der JOBNOX® ist kostenfrei, aber nicht aufwandsfrei. Was bedeutet das? Bei einer Teilnahme stellt die WFG Rhein-Lahn den Messestand mit einer bedruckten Blende, einer Messetheke mit Logoaufdruck, Tisch und Stühlen sowie einen normalen Stromanschluss zur Verfügung. Auf dieser Basis können sich die Teilnehmenden ganz auf ihre Präsentation konzentrieren. „Es gilt, den Arbeitsalltag so plastisch wie möglich erlebbar zu machen“, sagt Jutta Schützdeller, die im JOBNOX®Team für Marketing und Kommunikation zuständig ist. „Dabei helfen wir gerne und setzen uns gemeinsam mit den Unternehmerinnen und Unternehmern die Denkkappe auf, falls gewünscht.“

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Auch für kleine Unternehmen machbar

Nadine Hehner, die im WFG Team für die Zusammenarbeit mit den Schulen zuständig ist, weiß, was die mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler erwarten, wenn sie zur JOBNOX® kommen: „Die JOBNOX® bietet eine breite Auswahl an Berufen, die man vor Ort kennenlernen kann. Aber wir finden, da geht noch mehr. Wir würden uns über Bewerbungen von Apotheken, Friseuren oder Kosmetikinstituten freuen, denn auch für Berufe aus diesem Bereich gibt es viele Interessenten und wir haben noch keine Aussteller aus diesem Bereich.“

Jetzt aber schnell!

Was jetzt zu tun ist? Wer noch bei der JOBNOX® am 8. und 9. Mai 2026 dabei sein will, der sollte sich bis spätestens 31.01.2026 unter https://aussteller.jobnox.de/ anmelden und Teil einer der größten Berufs- und Ausbildungsmessen zwischen Frankfurt und Köln werden!

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Blaulicht

Betrugsserie mit falschen Polizeibeamten im Rhein-Lahn-Kreis: Prozess gegen 19-Jährigen startet in Koblenz

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Bildrechte: Landgerichtgericht Koblenz
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OBERNHOF|BAD EMS  Vor der 9. Strafkammer des Landgericht Koblenz beginnt am 22. Januar ein Strafprozess gegen einen 19 Jahre alten Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft sieht ihn als Teil einer Betrugsgruppe, die ältere Menschen mit der Masche angeblicher Polizeianrufe um ihr Vermögen gebracht haben soll. Für das Verfahren sind insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt.

Nach dem Vorwurf der Anklage soll der Angeklagte als Heranwachsender an einer Serie von Betrugstaten beteiligt gewesen sein, die sich unter anderem in Bad Ems, Obernhof und Koblenz ereignet haben sollen. Insgesamt stehen elf Fälle im Raum, wobei es in einem Fall bei einem Versuch geblieben sein soll.

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Die mutmaßlichen Täter sollen arbeitsteilig vorgegangen sein. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft übernahmen einzelne Beteiligte Telefonanrufe, in denen sie sich als Polizeibeamte ausgaben. Den Angerufenen sei vorgespiegelt worden, dass Einbrüche oder andere Straftaten in ihrer Nähe stattgefunden hätten und ihre Ersparnisse deshalb in Gefahr seien.

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In der Folge sollen die Geschädigten dazu gebracht worden sein, Bargeld oder Wertgegenstände zur angeblichen Sicherstellung bereitzulegen. Diese seien anschließend von weiteren Beteiligten persönlich abgeholt worden. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, selbst mehrfach bei solchen Abholungen eingesetzt gewesen zu sein.

Mindestens eine geplante Übergabe scheiterte laut Anklage, weil die Betroffenen misstrauisch wurden und die echte Polizei einschalteten. Dadurch konnte ein weiterer Schaden verhindert werden.

Mit dem nun beginnenden Prozess will das Gericht klären, welche Rolle der Angeklagte innerhalb der mutmaßlichen Betrugsstruktur spielte und ob die Voraussetzungen für eine Verurteilung wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs vorliegen.

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