VG Bad Ems-Nassau
Aus alter Bad Emser Kaserne soll neues Wohnquartier werden: 147 Wohnungen geplant Mietwohnungen, Eigentum und betreutes Wohnen: So soll das große Areal der ehemaligen Bundeswehrschule in Bad Ems neues Leben bekommen.
Hier sollen demnächst auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne in Bad Ems neue Wohnungen entstehen
BAD EMS Viele Bad Emser kennen das große Areal an der Alten Kemmenauer Straße nur noch als stillen, abgeriegelten Ort: die frühere Schule für Nachrichtenwesen der Bundeswehr, später oft einfach »alte Kaserne« genannt. Seit dem Abzug der Bundeswehr Ende 2002 steht der Komplex weitgehend leer. Genau dort könnte nun ein neues Wohnquartier entstehen. Eine Bauvoranfrage liegt vor, also ein erster offizieller Schritt, um grundsätzlich klären zu lassen, ob aus den bisherigen Gebäuden Wohnungen werden dürfen.
Aus Leerstand soll Wohnraum werden
Die vorgelegten Pläne setzen nicht darauf, alles abzureißen und komplett neu zu bauen. Im Gegenteil: Der Charakter des Vorhabens ist die Umnutzung des Bestands. Mehrere Gebäude sollen zu Wohnhäusern umgebaut werden, teilweise mit ausgebauten Dachgeschossen. In den Unterlagen ist von insgesamt 147 Wohnungen die Rede. Der größte Block entsteht in einem der zentralen Gebäude, dort sind vor allem Mietwohnungen vorgesehen. Daneben sind weitere Häuser geplant, die ein anderes Publikum ansprechen: unter anderem ein Bereich für betreutes Wohnen sowie ein Gebäude, das sowohl Eigentums- als auch Ferienwohnungen aufnehmen soll. Die Wohnungsgrößen reichen von kleinen Einheiten bis zu größeren Wohnungen, damit nicht nur ein einziger Bedarf bedient wird.
Auch am Gesamtbild des Geländes soll sich etwas ändern. Zwei Gebäude sind für den Rückbau vorgesehen. Das wird in den Papieren nicht als »Abriss um jeden Preis« beschrieben, sondern als Teil einer Neuordnung: Das Gelände soll wieder offener wirken und weniger als ein abgeschlossener Kasernenkomplex. Zwischen den Gebäuden ist zudem eine größere Grünfläche als gemeinsamer Treffpunkt vorgesehen, ein »Generationenpark«, der das Quartier zusammenhalten soll, nicht nur als hübsches Beiwerk, sondern als Mitte für Wege, Aufenthalt und Begegnung.
Wohin mit den Autos? Parken als Schlüsselfrage
Ein Thema, das bei so vielen Wohnungen zwangsläufig mitschwingt, ist das Parken. Die Planung rechnet mit 246 Stellplätzen. Ein großer Teil davon soll im bestehenden Parkhaus untergebracht werden, das auf dem Gelände bereits vorhanden ist. Weitere Stellplätze sind im Außenbereich und in einer Tiefgarage vorgesehen. Gleichzeitig ist in den Unterlagen vermerkt, dass für einzelne Gebäude die spätere Nutzung noch nicht festgelegt ist, das bedeutet: Wenn dort später noch zusätzliche Angebote oder Nutzungen hinzukommen, kann sich der Bedarf an Stellplätzen erneut verschieben.
Für die Stadt Bad Ems ist das Projekt nicht nur wegen seiner Größe relevant, sondern auch wegen des Tempos. In der Verwaltungsvorlage wird darauf hingewiesen, dass die Stadt innerhalb einer festen Frist reagieren muss. Diese Frist endet laut Unterlagen am 21. Januar 2026. Wird bis dahin nicht entschieden oder widersprochen, kann das so gewertet werden, als hätte die Stadt zugestimmt. Genau deshalb ist der Ablauf schon eng getaktet: Die Beratung ist für den 13. Januar 2026 in Bauausschuss und Hauptausschuss vorgesehen, die Befassung im Stadtrat am 27. Januar 2026.
Welterbe in der Nähe: besondere Sensibilität für das Ortsbild
Inhaltlich geht es in dieser frühen Phase vor allem um die Grundfrage: Passt ein Wohnquartier an dieser Stelle grundsätzlich hin und ist die Umwandlung der Gebäude möglich? Dabei spielt auch eine besondere Lagebedingung eine Rolle: Das Gelände liegt in einem Bereich, der zum Umfeld des UNESCO-Welterbes »Great Spa Towns of Europe« zählt. Das heißt nicht automatisch, dass dort nichts passieren darf. Es bedeutet aber, dass genauer hingeschaut wird, ob das Ortsbild und der Charakter der Kurstadt gewahrt bleiben. Ob dafür zusätzlich eine internationale Fachprüfung nötig ist, muss im Verfahren geklärt werden. In der Vorlage heißt es zugleich, dass aus Sicht der Verwaltung zugestimmt werden kann und auch von der Denkmalschutzseite keine grundsätzlichen Einwände beschrieben sind.
Für Bad Ems ist das Vorhaben damit eine klassische Weggabelung: Auf der einen Seite steht ein seit Jahren brachliegendes, großes Areal in guter Lage, auf der anderen Seite die Chance, spürbar neuen Wohnraum zu schaffen – und zwar nicht nur in einem Segment, sondern mit einem breiteren Mix. Noch ist das Ganze keine endgültige Baugenehmigung und noch keine fertige Baustellenplanung. Aber es ist der Moment, in dem die Stadt entscheiden muss, ob sie diese Entwicklung grundsätzlich mitträgt. Und genau diese Grundsatzentscheidung fällt früher, als viele denken: nicht »irgendwann«, sondern bereits in den kommenden Wochen im politischen Kalender der Stadt.
Politik
Wahlkreis 7 vor der Landtagswahl: Acht Bewerber kämpfen um das Direktmandat SPD, CDU, Grüne, AfD, FDP, Linke, Freie Wähler und ÖDP stellen Direktkandidaten
POLITIK Am 22. März findet die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz statt. Im Wahlkreis 7, zu dem die Verbandsgemeinden Diez, Aar-Einrich, Nastätten und Bad Ems-Nassau gehören, bewerben sich acht Kandidaten um ein Direktmandat.
Für die SPD tritt erneut Manuel Liguori aus Nassau an. Er gehört dem rheinland-pfälzischen Landtag seit drei Jahren an. Liguori ist gelernter Maler- und Lackierer, war zuvor Lehrer an der Berufsbildenden Schule Diez und ist aktuell Stadtbürgermeister von Nassau. Zudem ist er Mitglied des Kreistags Rhein-Lahn und Kreisvorsitzender der SPD Rhein-Lahn. Liguori ist verheiratet und hat ein Kind.
Die CDU schickt Matthias Lammert ins Rennen. Der gebürtige Tübinger ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und gelernter Jurist. Seit 2001 gehört er ununterbrochen dem Landtag Rheinland-Pfalz an und ist dort Vizepräsident. Lammert ist Mitglied des Kreistags Rhein-Lahn, war von 2009 bis 2022 Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion und von 2019 bis 2021 stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. Zudem ist er Mitglied im Verbandsgemeinderat Diez.
Für Bündnis 90/Die Grünen kandidiert Annemarie Imgrund. Die 38-Jährige lebt in Nassau, wuchs am Niederrhein auf und ist beruflich als Autorin und Creatorin tätig. Sie ist verheiratet, besitzt das Abitur und gehört der Partei seit dem Sommer 2024 an.
Direktkandidat der AfD ist Robin Classen. Der 35-jährige Familienvater ist Jurist und als Rechtsanwalt tätig. Er ist Mitglied des AfD-Landes- und Kreisvorstands und steht auf Platz 11 der Landesliste.
Für die FDP tritt Frank Michael Schöberl aus Diez an. Der 60-jährige Diplom-Volkswirt ist Mitglied des Stadtrats und Vorsitzender der FDP-Fraktion im Verbandsgemeinderat. Er arbeitet als kaufmännischer Niederlassungsleiter und belegt Platz 33 der FDP-Landesliste.
Die Partei Die Linke wird durch Ann-Kathrin Brings vertreten. Die 25-jährige Mutter lebt in Obernhof, ist Heilerziehungspflegerin und in der Pädagogik für Menschen mit Beeinträchtigungen tätig. Sie steht auf Platz 10 der Landesliste und ist Mitglied im Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheit.
Für die Freien Wähler kandidiert erneut Lisa-Marie Jäckel. Die 32-jährige Volljuristin gehört dem Landtag seit 2021 an und war 2024 parlamentarische Geschäftsführerin der Landtagsfraktion. Jäckel ist Vorsitzende der Jungen Freien Wähler Rheinland-Pfalz und stammt aus Weilburg.
Erstmals stellt die ÖDP im Wahlkreis einen eigenen Kandidaten. Der 26-jährige Wolfgang Schaefer ist Verwaltungsfachangestellter, stammt aus Nassau, steht auf Platz 11 der Landesliste und ist Co-Bundesvorsitzender der Parteijugend JÖ.
VG Bad Ems-Nassau
JOBNOX 2026 in Pohl: Jetzt schnell anmelden! Noch wenige Standflächen frei
POHL Die Zeit drängt, bald endet die Bewerbungsfrist für die Berufs- und Ausbildungsmesse des Rhein-Lahn-Kreises, JOBNOX®. Schon über 100 Unternehmen haben sich einen Platz in einem der beiden riesigen Zelte oder auf der Außenfläche gesichert, jetzt gibt es nur noch wenige freie Standflächen bis es heißt: „Wir sind ausgebucht!“
Das Team der JOBNOX® freut sich riesig über die großartige Resonanz. „Wir haben in diesem Jahr nach dem Start der Bewerbungsphase so schnell so viele Anfragen erhalten, wir sind total überwältigt!“ sagt Tanja Steeg, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rhein-Lahn mbH. „Ja, die Fläche ist zwar groß, wir haben auch in diesem Jahr wieder zwei riesige Zelte, in denen die Messe stattfinden wird, aber irgendwann ist der Platz einfach belegt,“ sagt Andreas Minor, stvtr. Geschäftsführer der WFG und im Team hauptverantwortlich für die Zeltplanung.
Kostenfrei, aber nicht aufwandsfrei
Mittlerweile hat es sich schon weit herumgesprochen, aber man kann es nicht oft genug betonen: Die Teilnahme an der JOBNOX® ist kostenfrei, aber nicht aufwandsfrei. Was bedeutet das? Bei einer Teilnahme stellt die WFG Rhein-Lahn den Messestand mit einer bedruckten Blende, einer Messetheke mit Logoaufdruck, Tisch und Stühlen sowie einen normalen Stromanschluss zur Verfügung. Auf dieser Basis können sich die Teilnehmenden ganz auf ihre Präsentation konzentrieren. „Es gilt, den Arbeitsalltag so plastisch wie möglich erlebbar zu machen“, sagt Jutta Schützdeller, die im JOBNOX®Team für Marketing und Kommunikation zuständig ist. „Dabei helfen wir gerne und setzen uns gemeinsam mit den Unternehmerinnen und Unternehmern die Denkkappe auf, falls gewünscht.“
Auch für kleine Unternehmen machbar
Nadine Hehner, die im WFG Team für die Zusammenarbeit mit den Schulen zuständig ist, weiß, was die mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler erwarten, wenn sie zur JOBNOX® kommen: „Die JOBNOX® bietet eine breite Auswahl an Berufen, die man vor Ort kennenlernen kann. Aber wir finden, da geht noch mehr. Wir würden uns über Bewerbungen von Apotheken, Friseuren oder Kosmetikinstituten freuen, denn auch für Berufe aus diesem Bereich gibt es viele Interessenten und wir haben noch keine Aussteller aus diesem Bereich.“
Jetzt aber schnell!
Was jetzt zu tun ist? Wer noch bei der JOBNOX® am 8. und 9. Mai 2026 dabei sein will, der sollte sich bis spätestens 31.01.2026 unter https://aussteller.jobnox.de/ anmelden und Teil einer der größten Berufs- und Ausbildungsmessen zwischen Frankfurt und Köln werden!
Blaulicht
Betrugsserie mit falschen Polizeibeamten im Rhein-Lahn-Kreis: Prozess gegen 19-Jährigen startet in Koblenz
OBERNHOF|BAD EMS Vor der 9. Strafkammer des Landgericht Koblenz beginnt am 22. Januar ein Strafprozess gegen einen 19 Jahre alten Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft sieht ihn als Teil einer Betrugsgruppe, die ältere Menschen mit der Masche angeblicher Polizeianrufe um ihr Vermögen gebracht haben soll. Für das Verfahren sind insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt.
Nach dem Vorwurf der Anklage soll der Angeklagte als Heranwachsender an einer Serie von Betrugstaten beteiligt gewesen sein, die sich unter anderem in Bad Ems, Obernhof und Koblenz ereignet haben sollen. Insgesamt stehen elf Fälle im Raum, wobei es in einem Fall bei einem Versuch geblieben sein soll.
Die mutmaßlichen Täter sollen arbeitsteilig vorgegangen sein. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft übernahmen einzelne Beteiligte Telefonanrufe, in denen sie sich als Polizeibeamte ausgaben. Den Angerufenen sei vorgespiegelt worden, dass Einbrüche oder andere Straftaten in ihrer Nähe stattgefunden hätten und ihre Ersparnisse deshalb in Gefahr seien.
In der Folge sollen die Geschädigten dazu gebracht worden sein, Bargeld oder Wertgegenstände zur angeblichen Sicherstellung bereitzulegen. Diese seien anschließend von weiteren Beteiligten persönlich abgeholt worden. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, selbst mehrfach bei solchen Abholungen eingesetzt gewesen zu sein.
Mindestens eine geplante Übergabe scheiterte laut Anklage, weil die Betroffenen misstrauisch wurden und die echte Polizei einschalteten. Dadurch konnte ein weiterer Schaden verhindert werden.
Mit dem nun beginnenden Prozess will das Gericht klären, welche Rolle der Angeklagte innerhalb der mutmaßlichen Betrugsstruktur spielte und ob die Voraussetzungen für eine Verurteilung wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs vorliegen.
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