Koblenz
Koblenzer ZF-Standort ohne betriebsbedingte Kündigungen: dennoch droht Personalabbau
ZF-Standort Koblenz:
Vorvereinbarung für „Bündnis Koblenz“ geschlossen
KOBLENZ Im Konflikt um den geplanten Stellenabbau am ZF-Standort Koblenz sind Arbeitgeber, Betriebsrat und Gewerkschaft einen entscheidenden Schritt weitergekommen. In dieser Woche wurde eine Vorvereinbarung für das „Bündnis Koblenz“ geschlossen, die den Restrukturierungsprozess begleiten und eine langfristige Perspektive für den Standort schaffen soll. Die Vorvereinbarung genauso wie Ergebnisse aus ersten Veranstaltungen zur Einbeziehung von Ideen der Beschäftigten in dem Prozess wurden bei der Betriebsversammlung am gestrigen Donnerstag, 27. November 2025, vorgestellt.
Die Vorvereinbarung „Bündnis Koblenz“ regelt den Umgang miteinander im anstehenden Restrukturierungs- und Zielbild-Prozess. Beide Seiten bekennen sich dazu, die Herausforderungen am Standort im Dialog anzugehen, bestehende Vereinbarungen nicht anzutasten und ein Zielbild für den Standort bis 2031 zu entwickeln.
„Mit der Vorvereinbarung haben wir einen wichtigen Schritt erreicht. Nun wird es darum gehen, die Restrukturierungspläne genau anzuschauen und Entwicklungsmöglichkeiten für den Standort aufzuzeigen“, erklärt Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz. „Durch die Vorvereinbarung ist der Stellenabbau noch nicht vom Tisch“, ergänzt er, „aber wir haben einen Weg definiert, diesen geplanten Abbau gründlich zu hinterfragen, Alternativen zu beraten sowie eine langfristige Perspektive für den Standort zu entwickeln.“
Die Erstellung eines Zielbildes bis 2031 wird nun die Aufgabe sein. Für die Formulierung des letzten Zielbildes von 2022 bis 2026 wurden in mehr als 30 zum Teil ganztägigen Verhandlungen intensive Gespräche geführt, die insgesamt über ein Jahr in Anspruch genommen haben. Das neue Zielbild soll nun bis zum 30. Juni 2026 fertiggestellt werden. „Die kommenden Gespräche werden herausfordernd, aber auch entscheidend sein“, betont auch Holger Ehmann, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender für den ZF Standort Koblenz mit seinen aktuell über 2000 Beschäftigten. „Wir müssen die aktuellen Zahlen und Pläne kritisch prüfen und gemeinsam mit der Belegschaft Alternativen zum Personalabbau entwickeln. Unser Ziel ist es, den Standort zukunftsfähig aufzustellen. Mit weniger Personal kann aber nicht mehr geleistet werden, können Projekte nicht gewonnen und keine Aufträge für die Zukunft gesichert werden. Es geht darum die Rolle unseres Standorts im Konzern zu definieren und abzuleiten, was und wen es dafür braucht.“
Neben den Restrukturierungsplänen für die Division C (Bremssysteme) und Zentrale Funktionen der ZF in Koblenz, steht am Standort die Ausgliederung der sogenannten Division U (Entwicklung der Fahrassistenzsysteme) an, in der rund 300 Beschäftigte angesiedelt sind. In der Vorvereinbarung gibt es nun die Zusage von ZF gemeinsam mit Betriebsrat und IG Metall Überleitungsvereinbarungen abzuschließen, damit gute Arbeitsbedingungen, sowie eine betriebliche Interessenvertretung und Tarifbindung gesichert werden. Die Verhandlungsführung für diese Überleitung, die auch weitere ZF Standorte in Deutschland betrifft, übernehmen auf Arbeitnehmerseite Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz, für die IG Metall und Erdal Tahta, Betriebsratsvorsitzender am ZF Standort Koblenz, für den Gesamtbetriebsrat.
Ein zentrales Element des weiteren Prozesses ist die Beteiligung der Belegschaft. Bereits Mitte Oktober hatten Betriebsrat und Gewerkschaft eine beteiligungsorientierte Betriebsversammlung initiiert, um die Einschätzungen und Ideen der Beschäftigten einzubeziehen. Heraus kamen nach Angaben von Betriebsrat und IG Metall viele Anregungen, die es nun gilt, weiter auszuarbeiten. Unter anderem hinterließen die Beschäftigten 232 Kommentare, welche in sogenannte „low cost“-countries ausgelagerten Projekte effektiver in Koblenz bearbeitet werden könnten.
Weitere Veranstaltungen und Arbeitsgruppen zur Vertiefung der Ideen der Belegschaft sind geplant. Der Betriebsrat und die IG Metall werden diese Vorschläge in den kommenden Monaten in die Gespräche mit dem Arbeitgeber einbringen, um die aktuellen Zahlen und Pläne zu überprüfen und Alternativen zum Personalabbau aufzuzeigen.
Die Ergebnisse der beteiligungsorientierten Betriebsversammlung sowie die nun abgeschlossene Vorvereinbarung wurden am Donnerstag 27. November 2025 auf einer weiteren Betriebsversammlung vorgestellt. (pm IG Metall Koblenz).
Koblenz
Befreiung des KZ Auschwitz vor 81 Jahren: Mehrere Veranstaltungen in Koblenz Erinnerung an die Opfer aufrechterhalten!
KOBLENZ Am 27. Januar jährt sich zum 81. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Aus diesem Anlass finden in Koblenz mehrere Veranstaltungen statt, die den Opfern des Nationalsozialismus gedenken und die Erinnerung an ihr Schicksal aufrechterhalten.
Noch bis Freitag, 6. Februar, wird in einer Ausstellung in der Citykirche an die Verschleppung von 150 Bewohnerinnen der damaligen „Idiotenanstalt Kühr“ im Mai 1943 in drei deutsche NS-Tötungsanstalten und von dort aus in weitere Tötungsanstalten im von Deutschland besetzten Polen erinnert. Ergänzend dazu zeigt die Ausstellung vom Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e. V., erarbeitete Biografien von Menschen aus Koblenz und Umgebung, die aufgrund des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ zwangsweise sterilisiert oder in der Tötungsanstalt Hadamar bei Limburg an der Lahn ermordet wurden.
Am Dienstag, 27. Januar, gedenkt die Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“ um 17 Uhr an der Stele Balduinstraße (Vorplatz des „Hotel Super 8“ / Görgenstraße) den Opfern aus der Altstadt. Die Balduinstraße war lange Zeit als „kleine Judengasse“ bekannt. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden Juden aus der Altstadt in sogenannten „Judenhäusern“ untergebracht, bis sie in die Vernichtungslager der NS-Diktatur deportiert wurden.
Eine weitere Gedenkveranstaltung findet ebenfalls am 27. Januar um 17.30 Uhr am Mahnmal auf dem Reichensperger Platz statt. Oberbürgermeister David Langner gedenkt dort gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Hans-Zulliger-Schule und der Diesterweg-Schule den NS-Opfern aus Koblenz und Umgebung. Im Zentrum des Erinnerns stehen Menschen, die Opfer von Zwangssterilisationen und Krankenmorden wurden.
Den Schlusspunkt bildet eine anschließende Gedenkveranstaltung in der Citykirche mit Ansprachen des Oberbürgermeisters, des Vorsitzenden des Fördervereins Mahnmal Koblenz, Martin Schlüter sowie einem christlich-jüdischen Gebet. Die Gedenkstunde wird musikalisch umrahmt von Eleonore Ciupka (Flöte) und Werner Höss (Orgel). Anschließend besteht die Möglichkeit, die Ausstellung zu besichtigen. (pm: Stadt Koblenz)
Blaulicht
Betrugsserie mit falschen Polizeibeamten im Rhein-Lahn-Kreis: Prozess gegen 19-Jährigen startet in Koblenz
OBERNHOF|BAD EMS Vor der 9. Strafkammer des Landgericht Koblenz beginnt am 22. Januar ein Strafprozess gegen einen 19 Jahre alten Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft sieht ihn als Teil einer Betrugsgruppe, die ältere Menschen mit der Masche angeblicher Polizeianrufe um ihr Vermögen gebracht haben soll. Für das Verfahren sind insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt.
Nach dem Vorwurf der Anklage soll der Angeklagte als Heranwachsender an einer Serie von Betrugstaten beteiligt gewesen sein, die sich unter anderem in Bad Ems, Obernhof und Koblenz ereignet haben sollen. Insgesamt stehen elf Fälle im Raum, wobei es in einem Fall bei einem Versuch geblieben sein soll.
Die mutmaßlichen Täter sollen arbeitsteilig vorgegangen sein. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft übernahmen einzelne Beteiligte Telefonanrufe, in denen sie sich als Polizeibeamte ausgaben. Den Angerufenen sei vorgespiegelt worden, dass Einbrüche oder andere Straftaten in ihrer Nähe stattgefunden hätten und ihre Ersparnisse deshalb in Gefahr seien.
In der Folge sollen die Geschädigten dazu gebracht worden sein, Bargeld oder Wertgegenstände zur angeblichen Sicherstellung bereitzulegen. Diese seien anschließend von weiteren Beteiligten persönlich abgeholt worden. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, selbst mehrfach bei solchen Abholungen eingesetzt gewesen zu sein.
Mindestens eine geplante Übergabe scheiterte laut Anklage, weil die Betroffenen misstrauisch wurden und die echte Polizei einschalteten. Dadurch konnte ein weiterer Schaden verhindert werden.
Mit dem nun beginnenden Prozess will das Gericht klären, welche Rolle der Angeklagte innerhalb der mutmaßlichen Betrugsstruktur spielte und ob die Voraussetzungen für eine Verurteilung wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs vorliegen.
Koblenz
Sportfreunde Eisbachtal sichern sich den Sieg beim evm-Junior-Cup in Mülheim-Kärlich
MÜLHEIM-KÄRLICH. Beim zehnten evm-Junior-Cup, ausgerichtet vom SG2000 Mülheim-Kärlich 1921 e.V. und unterstützt von der Energieversorgung Mittelrhein (evm), kämpften am Sonntag, 11. Januar, zahlreiche Jugendmannschaften mit großem Sportsgeist um den begehrten Titel. Rund 400 Gäste verfolgten die spannenden Begegnungen in der Philipp-Heift-Halle und sorgten für eine mitreißende Atmosphäre.
Nach packenden Spielen und einem nervenaufreibenden 9-Meter-Schießen setzten sich die Sportfreunde Eisbachtal gegen den Favoriten TUS Koblenz durch und sicherte sich den Turniersieg. Der Titelverteidiger TUS Koblenz belegte in diesem Jahr den zweiten Platz, gefolgt vom JFV Rhein-Hunsrück auf Rang drei.
Doch nicht nur das: Auch Einzelleistungen wurden gewürdigt: Liam Tschauner vom JSG Rhein-Westerwald wurde als bester Torwart ausgezeichnet, während David Szymczuk von den Sportfreunden Eisbachtal den Titel des Torschützenkönigs erhielt. Bester Spieler war Mika Seul von TuS Koblenz.
„Der evm-Junior-Cup ist ein großartiges Event, das jedes Jahr aufs Neue die Bedeutung des Jugendsports in unserer Region unterstreicht. Alle Mannschaften haben mit viel Engagement und Fairness um den Sieg gekämpft“, betont Sara Burdenski, verantwortlich für das Sponsoring der evm. Gemeinsam mit Martina Böth-Baulig, Beigeordnete der Stadt Mülheim-Kärlich, und Winfried Erbar, Beigeordneter der Verbandsgemeinde, überreichte sie den Gewinnern den Pokal. „Wir freuen uns, auch 2026 wieder Partner dieses besonderen Turniers zu sein und den regionalen Sport weiterhin zu unterstützen. Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner zu ihren herausragenden Leistungen“, so Burdenski weiter. Bereits jetzt ist klar, dass der evm-Junior-Cup auch im nächsten Jahr erneut stattfinden wird. Dann heißt es zum elften Mal: Wer gewinnt im Kampf um den begehrten Pokal? (pm: evm)
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