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Schnelltestzentrum Loreley geschlossen – über 6.000 Testungen
Schnelltestzentrum Loreley geschlossen – über 6.000 Testungen
LORELEY Mehr als 6.000 Schnelltests wurden vom 15. März bis einschließlich 16. Juli 2021 beim Schnelltestzentrum Loreley im Sport- und Gemeindezentrum Bornich von den ehrenamtlichen Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Bereich der gesamten Verbandsgemeinde Loreley durchgeführt. Mit Christopher Sopp kam Testperson Nummer 6.000 am letzten Öffnungstag aus Bornich.
„Manche Aufgaben haben uns im Zuge der Corona-Pandemie in den zurückliegenden Monaten praktisch über Nacht – oder hier besser gesagt – übers Wochenende teils kalt erwischt“, erklären Bürgermeister Mike Weiland und Wehrleiter Jörg Preißmann. So kann man es auch ohne Übertreibung mit Blick auf die plötzliche Zuständigkeit als Verbandsgemeinde zur Organisation und den Betrieb eines Schnelltestzentrums bezeichnen. „Wir haben uns kurz abgestimmt, im Rhein-Lahn-Kreis zunächst nach Verbündeten gesucht, aber dann ziemlich schnell festgestellt, dass es wohl der einzig vernünftige Weg sei, diejenigen im eigenen Bereich zu fragen, auf die immer Verlass ist, wenn es um die Hilfe am Nächsten und die Unterstützung der Gesellschaft geht: Unsere ehrenamtlichen Aktiven der Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Loreley“, sehen sich die beiden gemeinsam mit den Wehrleuten heute bestätigt.
Am 16. Juli 2021 endete jetzt bis auf Weiteres das Projekt in Bornich und wechselte in den Stand-By-Modus. Dankend haben sich Bürgermeister und Wehrleiter zum Abschluss mit einem Schreiben an die Frauen und Männer gewandt, die sich in Bornich in den guten Dienst der Gesellschaft gestellt haben: „Bei allen Besuchen oder Diensten vor Ort waren wir beide von der Kameradschaft, dem professionellen, freundlichen Engagement und der reibungslosen Abwicklung ohne große Wartezeiten für die Menschen überwältigt.“ Und weiter heißt es: Wir sind nach den Wochen der positiven Feedbacks aus der Bevölkerung auch heute noch überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war, mit den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr diese Aufgabe zu übernehmen. Wir sind aber vor allem stolz auf diese wirklich eindrucksvolle Leistung und absolut positive Werbung für unsere Feuerwehr sowie das sich aus den Diensten entwickelte Miteinander zwischen den Aktiven verschiedener Einheiten, was uns allen mit Sicherheit auch für die Zukunft einen Gewinn bringen wird.
Eine einzige Nachricht ging bei Bürgermeister Mike Weiland ein, das Testzentrum müsse unbedingt trotz aktuell geringer Nachfrage und Inzidenzen aufrechterhalten werden. „Uns ist sehr bewusst, welche Zeit hier in den vergangenen Monaten aufgebracht wurde. Mit Blick auf die Sommertage haben es nun auch wieder einmal all unsere Aktiven absolut verdient, an den drei Abenden die Woche Freizeitaktivitäten im Kreis von Freunden und Familie nachgehen zu dürfen“, so die Haltung von Bürgermeister Mike Weiland und Wehrleiter Jörg Preißmann. Unabhängig davon haben die Testungen mit steigender Zahl von Impfungen derart nachgelassen, dass es für die Ehrenamtlichen in keinem Verhältnis stünde, den Aufwand weiter aufrecht zu erhalten.
Bürgermeister Mike Weiland ergänzt, der Bund habe zudem die Bedingungen für den Betrieb von Testzentren geändert. Unter anderem müssten ab August mehr Dinge digital erfasst werden. Das übersteigt die pragmatischen Arbeitsweisen im Schnelltestzentrum Loreley.
Kommerzielle Anbieter hätten im Umkreis bereits vor geraumer Zeit ihre Angebote geschlossen. Was bleibt, ist ein ganz herzliches Dankeschön an die Helferinnen und Helfer zu richten und die noch nicht geimpften Menschen zu animieren, schnellstmöglich einen Termin im Impfzentrum oder beim Hausarzt zu vereinbaren. „Nur so können wir den Weg in Richtung mehr Normalität im Alltag erfolgreich weitergehen“, so Weiland und Preißmann abschließend. Informationen und Impftermine gibt es beim Hausarzt oder über die zentrale Impfinformation des Landes unter www.impftermin.rlp.de.
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Ministerpräsident Schweitzer empfängt Nasssauer TonArtisten
NASSAU|MAINZ Rund 120 Gäste aus der rheinland-pfälzischen Musikszene folgten im November der Einladung von Ministerpräsident Alexander Schweitzer zum Empfang für die Amateurmusik in den Festsaal der Staatskanzlei. Die Veranstaltung würdigte die kulturelle Vielfalt, das Engagement und den gesellschaftlichen Beitrag der zahlreichen Amateurmusikerinnen und -musiker im Land.
Unter den Gästen befanden sich auch Vertretende von tonArt, die mit ihrem Musical-Projekt „Eule findet den Beat“ der tonArt kids im Jahr 2024 eine Förderung durch den Landesmusikrat erhalten hatten. Markus Bär, Chorsprecher, und Sabine Lucas, Chorleiterin des Kinderchors, nahmen an der Veranstaltung teil. Besonders freuten sie sich darüber, dass während der Eröffnung ein Video aus der Aufführung gezeigt wurde – ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für die kreative Arbeit des Ensembles.
In seiner Ansprache hob Ministerpräsident Schweitzer die zentrale Rolle der Amateurmusik hervor: „Von kleinen Dorfchören bis zu großen Blasorchestern – überall in Rheinland-Pfalz wird musiziert. Diese Tradition macht unser Land zu einem wahren Musikland. Sie trägt nicht nur zur kulturellen Vielfalt bei, sondern stärkt auch das gesellschaftliche Miteinander“, so Schweitzer.
Zudem würdigte er die vielen Ehrenamtlichen, Lehrkräfte und Familien, die hinter den Projekten stehen: „Hinter jeder musikalischen Leistung stehen Menschen, die Zeit, Herz und Leidenschaft investieren. Sie sind es, die unsere Musikszene lebendig halten.“
Der Empfang brachte Menschen aus Chören, Orchestern, Ensembles und Bands zusammen und zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig die Amateurmusiklandschaft in Rheinland-Pfalz ist. Nach dem offiziellen Programm lud der Ministerpräsident zu einem Empfang im Foyer ein, der Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung bot.
Mit der erfahrenen Wertschätzung und der erhaltenen Förderung blickt tonArt voller Motivation in die Zukunft – um gemeinsam mit den tonArt kids weiterhin kreative musikalische Projekte zu entwickeln und Kinder nachhaltig für Musik, Gemeinschaft und kulturelles Engagement zu begeistern.
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Retro-Tech kommt zurück: Warum alte Gadgets und Konsolen wieder beliebt sind!
Retro-Gadgets breiten sich wieder in Wohnzimmern aus, Konsolen längst vergangener Jahrzehnte wandern aus Kellern zurück ins Tageslicht und plötzlich wirken klackernde Diskettenlaufwerke oder pixelige Displays nicht mehr wie vergessene Relikte, sondern wie kleine Zeitkapseln, die einen eigenwilligen Charme entfalten.
Auffällig ist zudem, wie selbstverständlich moderne Technik ihren Platz in dieser Renaissance gefunden hat und den alten Geräten ein zweites Leben schenkt. Genau dieses Zusammenspiel aus Erinnerung, Einfachheit und zeitgemäßer Zugänglichkeit macht den Retro-Trend spannender als viele vermuten würden.
Wie Nostalgie alte Geräte plötzlich wieder wertvoll macht
Nostalgie ist ein eigenartiges Phänomen, das manchmal schwer zu greifen ist. Plötzlich taucht ein alter Game Boy in der Schublade auf und ein einziger Blick genügt, um ein kleines Feuerwerk an Erinnerungen zu entfachen.
Bei vielen Menschen markieren solche Geräte bestimmte Lebensabschnitte, weshalb sie mehr sind als Plastikgehäuse mit ein paar Chips im Inneren. Für manche klingt beim Einschalten eines alten Handhelds wieder jener typische Startton im Kopf auf, für andere entsteht ein vertrautes Gefühl, das sofort an Nachmittage auf dem Teppich erinnert.
Interessant ist zudem, dass dieser Reiz keineswegs nur Personen betrifft, die damals tatsächlich damit gespielt haben. Jüngere Generationen entdecken Retro-Ästhetik als Stilmittel und schätzen den klaren Look alter Displays oder die deutlich weniger glatten Designs.
Spannend ist außerdem, dass nostalgische Impulse nicht ausschließlich an Spielekonsolen hängen, sondern gelegentlich auch in anderen Bereichen auftauchen. Selbst im Glücksspiel zeigt sich dieser Trend, da klassische Spielmechaniken oder einfache Strukturen ähnlich vertraute Reize auslösen können.
Diskussionen rund um Casinos ohne LUGAS 2025 wirken in diesem Zusammenhang wie ein weiterer Hinweis darauf, wie stark Menschen nach unkomplizierten Erlebnissen suchen, die nicht durch überbordende Regulierung oder technische Hürden ausgebremst werden.
Warum die Einfachheit früherer Technik heute erfrischend wirkt
Alte Konsolen und Gadgets haben eine Angewohnheit, die in der heutigen Elektronikwelt beinahe exotisch erscheint. Sie funktionieren einfach. Modul rein, Knopf drücken, los geht’s, während moderne Geräte gefühlt erst einmal mit der Cloud diskutieren, bevor sie sich zum Start überreden lassen.
Diese direkte Art hat nichts mit Rückständigkeit zu tun, sondern mit Klarheit. Viele klassische Spiele verzichten auf stundenlange Tutorials und komplexe Menüs, sondern erklären sich durch ihr Design. Genau diese Reduktion führt dazu, dass sich das eigentliche Erlebnis stärker entfalten kann, weil der Kopf nicht schon vor dem ersten Level mit Informationen überflutet wird.
Zudem entwickeln einfache Mechaniken oft eine überraschende Tiefe. Wer einmal versucht hat, in Tetris eine besonders knifflige Kombination perfekt zu setzen oder in einem alten Jump and Run den exakten Moment zum Sprung zu erwischen, weiß, dass die Intensität eines Spiels nicht zwingend von seiner grafischen Pracht abhängt. Die alte Technik wirkt deshalb nicht nur wegen ihrer Vergangenheit attraktiv, sondern weil sie heute einen Gegenpol zu überladenen Systemen bildet.
Wie moderne Technik den Zugang zu Retro-Gadgets erleichtert
Bemerkenswert ist, dass alte Technik ausgerechnet durch moderne Entwicklung wieder aufblüht. Mini-Konsolen haben den Retro-Trend einer breiten Masse zugänglich gemacht und ermöglichen es, Klassiker auf Fernsehern zu spielen, die mit den Originalgeräten nie kompatibel gewesen wären.
HDMI statt Antennenbuchse, moderne Netzteile statt bröckelnder Stromblöcke, Speicherfunktionen statt kryptischer Passwörter, all das macht Retro-Erlebnisse deutlich komfortabler. Dazu kommt die Welt der Emulation, die legalen Zugang zu alten Spielen schafft und Geräte wie den Analogue Pocket oder ähnliche Systeme ins Rampenlicht rückt.
Digitale Stores tragen zusätzlich dazu bei, dass Klassiker nicht nur am Leben bleiben, sondern auch neue Fans gewinnen. Selbst Personen ohne technische Vorkenntnisse können heute problemlos in Retro-Welten eintauchen, was den Trend weiter verstärkt. Die moderne Technik sorgt dafür, dass sich nostalgische Sehnsucht und zeitgemäße Bequemlichkeit nicht ausschließen, sondern einander perfekt ergänzen.
Communitys, Streaming und Sammlerleidenschaft tragen die ganze Szene
Jenseits der Geräte selbst existiert ein lebendiges Ökosystem, das den Retro-Hype nicht nur stützt, sondern aktiv antreibt. In Foren und Communitys tauschen sich Menschen über Reparaturen, Modding, seltene Fundstücke oder besonders exotische Spiele aus.
Selbst defekte Geräte finden neue Besitzer, weil Bastler darin wieder ein Stück Geschichte sehen. Gleichzeitig entsteht auf Streaming-Plattformen ein ganz eigenes Retro-Erlebnis, denn alte Spiele entfalten eine neue Wirkung, wenn sie live gespielt werden und Menschen gemeinsam darüber sprechen. Dieser Austausch sorgt dafür, dass Retro-Gaming nicht als museale Beschäftigung verstaubt, sondern als kulturelle Praxis fortbesteht.
Hinzu kommt der Sammlermarkt, der immer wieder überrascht, weil manche Module oder Konsolen plötzlich Wertzuwächse erreichen, mit denen niemand gerechnet hätte. Hier zeigt sich deutlich, wie vielfältig Retro-Tech geworden ist und wie viele Teilbereiche zusammenwirken, damit der Trend nicht an Kraft verliert. Manche sammeln aus Leidenschaft, andere aus historischem Interesse und einige, weil sie Freude am bewussten Umgang mit alter Technik haben.
Warum Retro auch eine Haltung sein kann
Die Rückkehr alter Geräte bleibt nicht ohne Wirkung auf die Technik von heute. Entwickler greifen gezielt auf Prinzipien vergangener Jahrzehnte zurück, sei es in Form klarer Pixelgrafiken, minimalistischer Steuerungen oder bewusst vereinfachter Spiellogiken.
Auch moderne Indietitel zeigen oft, wie gut nostalgische Elemente mit aktuellen Möglichkeiten harmonieren. Gleichzeitig entdecken Hersteller das Potenzial, bewährte Marken neu aufleben zu lassen und damit sowohl alte Fans zu erreichen als auch neue Zielgruppen zu begeistern.
Diese Kombination aus kultureller Bedeutung und wirtschaftlicher Attraktivität erklärt, weshalb Retro-Tech kein kurzlebiger Modeausflug ist, sondern zu einer festen Größe im Technikmarkt geworden ist.
Die Beständigkeit des Trends zeigt sich zudem daran, dass sich immer mehr Menschen aktiv mit dem Erhalt alter Technik beschäftigen und sie als Teil eines kollektiven digitalen Erbes verstehen. Retro-Geräte haben damit einen eigenständigen Status erlangt, der weit über nostalgische Romantik hinausgeht.
Auffällig ist, dass Retro-Gadgets nicht nur als unterhaltsame Gegenstände wahrgenommen werden, sondern immer öfter mit bewussteren Konsumentscheidungen in Verbindung stehen. Viele Geräte wurden früher für eine lange Lebensdauer entwickelt und können mit etwas Pflege noch Jahrzehnte bestehen.
Diese Wertschätzung für solide Hardware führt dazu, dass der Umgang mit Technik wieder persönlicher wird. Reparieren statt wegwerfen, erhalten statt ersetzen, sammeln statt konsumieren, solche Ansätze gewinnen wieder an Bedeutung und verleihen alten Geräten eine neue Rolle. Retro-Tech wird damit nicht nur zum nostalgischen Vergnügen, sondern zu einer Haltung, die Qualität, Individualität und technisches Verständnis fördert.
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Daten gegen Rabatte: Wie verbraucherfreundlich sind Bonusprogramme wirklich?
Die Schlange an der Kasse ist lang, die Luft flimmert leicht im Neonlicht, und dann kommt er, der Momen: „Haben Sie eine Kundenkarte?“ Die meisten greifen schon routiniert in die Tasche, scannen die App oder nicken dem Kassierer zu. Punkte sammeln, Rabatte sichern, Bonus einlösen.
Doch hinter der freundlichen Oberfläche verbirgt sich ein ausgeklügeltes System, das deutlich mehr im Blick hat als nur ein paar Prozente auf Toilettenpapier oder Tiefkühlpizza. Wer Bonusprogramme nutzt, öffnet die Tür zu einem umfassenden Datenschatz, der Unternehmen reicher macht als jeder Punktestand auf dem Smartphone.
Warum gehen Unternehmen so großzügig mit Rabatten um?
Bonusprogramme wirken auf den ersten Blick wie ein netter Zug des Handels. Punkte für Treue, kleine Rabatte hier und da, exklusive Coupons zum Geburtstag, fast schon wie eine Belohnung fürs Einkaufen. Doch die scheinbare Großzügigkeit folgt einer simplen Logik. Das Ziel ist Kundenbindung durch gezielte Belohnungssysteme, ganz egal, ob im Supermarkt oder im Casino (vgl. https://www.hochgepokert.com/casino/bonus/). Gerade im Glücksspiel werden Boni inzwischen so inflationär vergeben, dass es inzwischen nicht um die Frage geht, ob man einen bekommt, sondern wie hoch dieser ausfällt.
Was auf den Kassenzettel wie ein Geschenk wirkt, ist in Wahrheit ein Handel. Und zwar einer, bei dem der Preis aus Bits und Bytes besteht. Denn wer regelmäßig bei denselben Anbietern einkauft, bleibt im System, wird berechenbar, wird manipulierbar.
Die Rabatte zahlen sich für die Unternehmen langfristig aus, und zwar über das wachsende Wissen über Vorlieben, Routinen und Gewohnheiten. Und genau darum geht es. Wer weiß, was morgen gekauft wird, kann heute schon die passende Werbung ausspielen. Das ist nicht großzügig, das ist Kalkül.
Das passiert beim Punktesammeln im Hintergrund
Jedes Mal, wenn der Scanner piept, wandert ein Produkt über das Band und eine Information über die Theke. Welcher Joghurt gekauft wurde, zu welcher Uhrzeit, in welcher Filiale, mit welchem weiteren Produkt im Korb. Das alles ergibt ein immer schärferes Bild des Einkaufsverhaltens. Kombiniert mit den Angaben aus der App-Nutzung, dem Wohnort, dem Geburtsdatum und den Interessen ergibt sich ein Profil, das kaum Raum für Geheimnisse lässt.
Viele Programme gehen sogar noch weiter. Standortdaten aus den Apps zeigen, wo sich Nutzer aufhalten, Bewegungsprofile geben Hinweise auf Pendelstrecken und Aufenthaltsorte. Wer regelmäßig den Biomarkt besucht, wer donnerstags Schnäppchen jagt oder sonntags um 22:37 Uhr Onlineangebote durchstöbert, all das landet in der Auswertung.
Dieses Wissen ist Gold wert. Es erlaubt gezielte Werbung genau wie Preissteuerung, Produktempfehlungen und sogar den Aufbau algorithmischer Prognosen. Wer heute Babybrei kauft, könnte morgen Windeln brauchen. Die Zukunft wird zur Ware, das Profil zum Produkt.
Wie transparent sind Bonusprogramme wirklich?
In der Theorie ist alles ganz einfach. Nutzer stimmen der Datenverarbeitung zu, die Anbieter halten sich an die Datenschutzgrundverordnung, alles läuft geregelt ab. In der Praxis sieht das anders aus. Die Einwilligungen verstecken sich oft hinter langen Textwüsten, Checkboxen werden voreingestellt, Datenschutzerklärungen sind sperrig und technisch formuliert. Wer sich nicht gezielt damit auseinandersetzt, weiß oft gar nicht, worin er eigentlich eingewilligt hat.
Zwar verlangen die gesetzlichen Rahmenbedingungen, dass Nutzer informiert werden, was mit ihren Daten geschieht. Doch Transparenz ist nicht gleich Verständlichkeit. Und während die Anbieter auf „Nutzerfreundlichkeit“ pochen, bleibt die Frage offen, ob wirklich jeder versteht, was beim Klick auf „Akzeptieren“ mit dem eigenen Profil passiert.
Zudem fehlt es vielen Programmen an echter Kontrolle. Zwar können Nutzer der Verarbeitung widersprechen oder ihre Daten einsehen lassen, doch der Aufwand ist hoch, die Reaktionszeiten mitunter träge und die Informationspolitik selten proaktiv. Datenschutz wird gewährt, aber nicht gelebt.
Sparen oder nur das Gefühl davon?
Die große Frage, die über all dem schwebt, ist, ob sich das Ganze überhaupt lohnt? Die Antwort hängt stark vom Einkaufsverhalten ab. Wer regelmäßig beim selben Anbieter einkauft, Coupons strategisch nutzt und Sonderaktionen konsequent ausreizt, kann durchaus ein paar Prozent sparen. Studien zeigen Rückvergütungen zwischen 0,5 und 1,6 Prozent.
Anders sieht es aus, wenn das Bonusprogramm nur sporadisch zum Einsatz kommt. Dann ist der Ertrag oft mager, der Aufwand hoch und der Datenschutz fraglich. Hinzu kommt ein weiterer Effekt. Wer sich auf Punktejagd begibt, ist empfänglicher für Marketingtricks. Sonderaktionen, personalisierte Rabatte und limitierte Coupons fördern Impulskäufe und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass mehr Geld ausgegeben wird als geplant. Der Rabatt wird zum Köder, der den Einkaufswagen voller macht.
Warum Bonusprogramme mehr steuern als belohnen
Was auf den ersten Blick wie ein Spiel wirkt, hat tiefgreifende psychologische Effekte. Punkte sammeln aktiviert Belohnungszentren im Gehirn, Fortschrittsanzeigen und Levels wecken Ehrgeiz und sammeln unbemerkt Verhaltensmuster. Die Mechanik erinnert an Videospiele. Mehr kaufen, mehr Punkte, neue Stufe. Dieses Prinzip nennt sich Gamification und wird bewusst eingesetzt, um Nutzer bei der Stange zu halten.
Bonusprogramme sind damit nicht nur freundliche Serviceleistungen. Sie wirken wie ein Verhaltenslenkungssystem mit freundlichem Gesicht. Das Bedürfnis nach Belohnung wird angestachelt, der Konsum verstärkt, die Kontrolle schwindet. Und weil es so beiläufig daherkommt, fällt es kaum auf.
Die Daten werden dabei gesammelt, interpretiert und genutzt, um neue Reize zu setzen. Wer samstags viel einkauft, bekommt freitags einen Coupon. Wer länger nicht online war, wird mit Sonderpunkten gelockt. Die Illusion von Kontrolle bleibt erhalten, während im Hintergrund ein System arbeitet, das jede Regung erfasst.
Der kritische Blick auf die eigene Teilnahme
Nicht jeder profitiert gleichermaßen von Bonusprogrammen. Vielkäufer und Gewohnheitseinkäufer können aus dem System durchaus Vorteile ziehen, sofern sie konsequent Punkte sammeln und sich nicht verführen lassen. Für Gelegenheitsnutzer hingegen bleibt der Nutzen oft gering, während der Datenfluss konstant bleibt.
Wer Datenschutz ernst nimmt, sollte das eigene Verhalten hinterfragen. Viele Programme erlauben zumindest teilweise Kontrolle. Man kann die Standortfreigabe ausschalten, Drittanbieter blockieren oder personalisierte Werbung ablehnen. Auch lohnt es sich, Apps mit wenigen Rechten zu bevorzugen oder auf Anbieter zu setzen, die mit echten Rabatten statt Punktesystemen arbeiten.
Der kritischste Punkt ist jedoch der mentale Umgang mit dem Belohnungssystem. Wer bewusst einkauft, statt sich von Coupons lenken zu lassen, bleibt souverän. Wer Angebote vergleicht, unabhängig vom Punktestand entscheidet und das Smartphone auch mal in der Tasche lässt, behält die Kontrolle. Nicht über das System, aber über sich selbst.
Bonusprogramme im Glücksspiel: Wenn der Preis nicht nur Daten sind
Während es im Supermarkt vor allem um Einkaufsdaten geht, ist der Einsatz bei Online-Casinos eine andere Nummer. Hier sind Bonusprogramme integraler Bestandteil einer psychologisch aufgeladenen Mechanik, die Verhalten intensiv beeinflussen kann.
Freispiele, Willkommensboni, wöchentliche Belohnungen, all das dient dem Aufbau einer Routine. Wer regelmäßig spielt, bekommt regelmäßig etwas. Und wer regelmäßig etwas bekommt, spielt regelmäßig. Ein Kreislauf, der besonders dann kritisch wird, wenn aus Unterhaltung Ernst wird und sogar die Gesundheit auf dem Spiel steht.
Auch hier fließen Daten. Spielverhalten, Einsätze, Lieblingsspiele. All das wandert in Datenbanken, wird analysiert, segmentiert und in Angebote umgewandelt. Die Grenze zwischen Service und Manipulation verschwimmt, der Datenschutz tritt gegenüber dem Verhaltenstracking in den Hintergrund. Was bleibt, ist ein System, das exakt weiß, wann es was geben muss, um das Spiel am Laufen zu halten.
Fazit: Kleine Ersparnis, hoher Preis?
Bonusprogramme sind kein Teufelszeug. Sie können nützlich sein, durchdacht genutzt sogar ein bisschen Geld sparen. Doch sie sind nie ein Geschenk. Sie beruhen auf einem klaren Tauschgeschäft, bei dem auf der einen Seite Daten stehen und auf der anderen Seite Belohnungen, die mal mehr, mal weniger den Aufwand wert sind.
Ob sie verbraucherfreundlich sind, hängt nicht nur vom Anbieter ab, sondern auch davon, wie bewusst man sie nutzt. Wer weiß, worauf er sich einlässt, kann profitieren. Wer blind Punkte jagt, zahlt oft mehr als er denkt.
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