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Hunsrück

Bopparder Neujahrsempfang der Grünen: Ministerin Eder schließt Windkraft im Soonwald aus Vor der Stadthalle versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 60 Menschen zu einer Demonstration gegen Windenergie

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Ministerin Katrin Eder schließt Windkraft im Soonwald aus
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BOPPARD Während in der Stadthalle in Boppard der Neujahrsempfang von Bündnis 90/Die Grünen stattfand, versammelten sich nach Polizeiangaben rund 60 Menschen vor dem Gebäude, um gegen den Ausbau der Windkraft im Soonwald und angrenzenden Regionen zu protestieren.

Eine Sprecherin der Demonstration erklärte, es handele sich um die vierte Aktion gegen Windenergieanlagen in rheinland-pfälzischen Wäldern. Der Soonwald, der den Rhein-Hunsrück-Kreis und das Nahegebiet betrifft, werde nach ihrer Darstellung „planlos, konzeptlos und rücksichtslos“ behandelt. Windkraftanlagen gehörten ihrer Ansicht nach nicht in den Wald, sondern an andere Standorte.

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Klimaschutzministerin Eder: »Die Kernzone des Naturparks Soonwald ist rechtlich von Windenergie ausgeschlossen. Solange sie Ministerin sei, werde es dafür keine Ausnahme geben.«

Demgegenüber stellte Klimaschutzministerin Katrin Eder auf dem Neujahrsempfang der Grünen in Boppard klar, dass die Kernzone des Naturparks Soonwald bereits rechtlich von Windenergie ausgeschlossen ist. Diese Regelung gelte verbindlich, und solange sie Ministerin sei, werde es dafür keine Ausnahme geben. Der geschützte Bereich des Naturparks sei damit für Windkraft tabu.

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Eder verwies zudem darauf, dass mögliche Standorte außerhalb dieser Kernzone nicht vom Land festgelegt werden. Diese Entscheidung liege bei den Kommunen, die in regionalen Planungsgemeinschaften über geeignete Flächen für den Ausbau der Windenergie entscheiden. Das Land Rheinland-Pfalz sei für diese Flächenkulissen nicht zuständig. Gleichzeitig hob die Ministerin hervor, dass ihr Ministerium im Soonwald selbst intensiv im Bereich Waldschutz und Forschung arbeite, etwa beim Wasserrückhalt im Wald und bei der Analyse von Sturmschäden.

Landtagskandidat Dominik Loch: »Besonders die sensiblen Flächen der Soonwald-Kernzone, die im Besitz von Landesforsten stehen, seien geschützt und blieben von Windrädern freigehalten.«

Auch der Kreisvorsitzende der Grünen im Rhein-Hunsrück-Kreis und Landtagskandidat Dominik Loch machte deutlich, dass seine Partei den Ausbau der Windenergie in der Region nicht grenzenlos vorantreiben will. Zwar sei der Rhein-Hunsrück-Kreis ein Erfolgsmodell für Windkraft, von dem viele Kommunen profitiert hätten. Gleichzeitig betonte Loch jedoch, dass der Kreis aus Sicht der Grünen seinen Beitrag bereits geleistet habe und keine großflächigen neuen Windenergiegebiete mehr gewünscht seien. Besonders die sensiblen Flächen der Soonwald-Kernzone, die im Besitz von Landesforsten stehen, seien geschützt und blieben von Windrädern freigehalten.

Loch verwies zudem auf die landesweite Energiewende, die unter der Verantwortung von Katrin Eder deutlich vorangekommen sei. Der Anteil erneuerbarer Energien in Rheinland-Pfalz sei in ihrer Amtszeit von 51 auf 66 Prozent gestiegen. Dies sei ein zentraler Beitrag zur Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und internationalen Lieferbeziehungen.

Vor diesem Hintergrund bleibt festzuhalten: Während vor der Stadthalle gegen Windkraft im Soonwald protestiert wurde, bekräftigten sowohl die Klimaschutzministerin als auch die Grünen im Rhein-Hunsrück-Kreis, dass die Kernzone des Naturparks von Windenergie ausgeschlossen ist und unter ihrer politischen Verantwortung auch ausgeschlossen bleibt. Gleichzeitig wurde darauf verwiesen, dass Entscheidungen über mögliche Flächen außerhalb dieses Schutzgebiets nicht vom Land, sondern von den kommunalen Planungsgremien getroffen werden.

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Hunsrück

Fußball als Hoffnungsträger: Kick for Help startet Hilfsprojekt im bolivianischen Hochland

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Foto: Kick for Help/Pater Diego Pla, Bolivien
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BOPPARD/BOLIVIEN Im Hochland von Bolivien kooperiert Kick for Help seit Ende vergangenen Jahres mit der Fußballschule Vamos Adelante. Die Projektidee kam auf Anregung des Bistums Trier zustande, das seit über 60 Jahren eine Partnerschaft mit dem südamerikanischen Land hat. In der kleinen Gemeinde San Pedro de Mocomoco hat Pater Diego Pla eine Fußballschule gegründet, mit der Mädchen und Jungen über Fußball geholfen werden soll, ihre alltäglich schwierige Lebenssituation etwas zu verbessern. Pater Diego Pla ist mittlerweile Sekretär der bolivianischen Bischofskonferenz und wird aus La Paz das Projekt begleiten.

Mocomoco liegt im bolivianischen Hochland, dem Altiplano auf einer Höhe von 3300 m direkt an der Grenze zum Nachbarland Peru, ganz in der Nähe des Titicacasees. Die Region hat aufgrund ihrer isolierten Lage eine extrem hohe Armut, viele Kinder leiden an chronischer Unterernährung.

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Bereits Ende letzten Jahres konnte Kick for Help die Teilnehmer am „Proyecto Escuela de Futbol“ mit Trikots und Fußbällen ausstatten, eine weitere Sendung mit Fußballmaterialien nach Mocomoco ist derzeit auf dem Weg. Das neue Projekt in Bolivien ist das zweite Fußballprojekt, das Kick for Help in Lateinamerika angeht, nachdem man sich bereits vorher in Cucuta in Kolumbien engagiert hat. (pm: Norbert Neuser)

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Gesundheit

Vor der GKM-Entscheidung: Positionen zum Krankenhaus Boppard liegen weit auseinander Kreis und Stadt im Dialog mit Minister und GKM

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Foto: BEN Kurier
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BOPPARD Auf Einladung des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministers Clemens Hoch hat am 8. Januar 2026 in Mainz ein Gespräch zum Krankenhaus Boppard stattgefunden. Neben dem Minister nahmen als Vertreter der kommunalen Gesellschafter Marko Boos (Landrat des Kreises Mayen-Koblenz), Landrat Volker Boch für den Rhein-Hunsrück-Kreis, Jörg Haseneier als Bürgermeister der Stadt Boppard sowie Vertreter der Verwaltungen und das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GKM) mit Geschäftsführer Christian Straub teil.

In einer konstruktiven Gesprächsatmosphäre haben die Beteiligten die Beschlusslagen des Rhein-Hunsrück-Kreises und der Stadt Boppard sowie die Erwartungshaltung der kommunalen Gesellschafter des GKM als Träger des Krankenhauses diskutiert. Dem Vorschlag des Ministers aus dem November 2025 folgend, haben der Rhein-Hunsrück-Kreis und die Stadt Boppard beschlossen, gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern in den Jahren 2026 und 2027 jeweils 1 Million Euro als Anschubfinanzierung bereitzustellen. Das Zukunftskonzept für das Krankenhaus wurde ausdrücklich begrüßt.

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Den vom Rhein-Hunsrück-Kreis und der Stadt Boppard insbesondere zum Schutz der Mitarbeitenden des Krankenhauses beschlossenen Bedingungen folgen die kommunalen Gesellschafter vor allem deshalb nicht, da ihre Gremien nicht dazu bereit sind, künftig eine Krankenhausstruktur außerhalb ihrer Gebietskörperschaften zu finanzieren.

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Sie fordern stattdessen die künftige Übernahme weiterer Verantwortung des Rhein-Hunsrück-Kreises und der Stadt Boppard über das Jahr 2027 hinaus in Form der Übernahme von Gesellschafter- bzw. Trägeranteilen.

Wir sind froh, dass wir in den vergangenen eineinhalb Jahren für den Erhalt des Standortes gekämpft haben und eine Zukunftsperspektive erarbeitet worden ist“, sagt Landrat Boch. „Die über eine weitere Anschubfinanzierung in den Jahren 2026 und 2027 hinausgehenden Erwartungen haben nun allerdings deutlich gemacht, dass die Positionen zu weit auseinander liegen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Diese Erwartungen sind mit unseren gefassten Beschlüssen nicht vereinbar und damit nicht verhandelbar.“

Bürgermeister Jörg Haseneier: „Nach den vielen Gesprächen in den letzten Jahren und der finanziellen Unterstützung durch die Stadt Boppard, den Rhein-Hunsrück-Kreis und die Stiftung Heilig Geist wäre es höchst bedauerlich, auch im Sinne der Mitarbeitenden und der Patienten, wenn es nicht gelänge, den Standort Boppard auch zukünftig langfristig zu erhalten. Die an den Rhein-Hunsrück-Kreis gerichtete neuerliche Erwartungshaltung durch die Hauptgesellschafter des GKM einer Übernahme von Gesellschafter- und Trägeranteilen ist schon aus den gefassten Beschlüssen heraus aus meiner Sicht nicht umsetzbar.“

Den Vorschlag aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis, ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) am Standort Boppard zu prüfen, wollten Minister und Geschäftsführer des GKM im Gespräch nicht vertiefen.

Landrat Boch und Bürgermeister Haseneier bedanken sich dennoch für das sachliche Gespräch, mit dem klaren Ziel, Lösungen zu finden. Im Gespräch wurde angekündigt, dass in der nächsten Gesellschafterversammlung des GKM am 16. Januar über das weitere Vorgehen am Standort Boppard beraten wird (pm Rhein-Hunsrück-Kreis).

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Gesundheit

Krankenhaus Boppard vor dem Aus? Entscheidung fällt am Freitag!

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BOPPARD Für das Krankenhaus in Boppard spitzt sich die Lage dramatisch zu. In wenigen Tagen entscheidet sich, ob der Klinikstandort erhalten bleibt oder geschlossen wird. Auslöser ist die Weigerung des Rhein-Hunsrück-Kreises, den beim Runden Tisch unter Leitung von Gesundheitsminister Clemens Hoch gefundenen Kompromiss zur Zukunft des Hauses mitzutragen.

Das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GK-Mittelrhein) reagierte mit deutlicher Kritik. Der Kreis habe den vorgeschlagenen Kompromiss abgelehnt und stattdessen neue Bedingungen formuliert, die für die beiden Hauptgesellschafter, die Stadt Koblenz und den Landkreis Mayen-Koblenz, nicht tragbar seien.

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Konkret schließt der Rhein-Hunsrück-Kreis bereits jetzt einen finanziellen Verlustausgleich nach 2028 aus, verlangt zugleich aber eine Betriebspflicht des Krankenhauses bis Ende 2030. Damit würden sämtliche wirtschaftlichen Risiken vollständig auf Koblenz, Mayen-Koblenz und das GK-Mittelrhein übertragen. Nach Darstellung des Klinikträgers fordere der Kreis damit eine dauerhafte stationäre Versorgung in Boppard, ohne sich selbst finanziell daran beteiligen zu wollen.

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Finanzierung als Knackpunkt

Nach Angaben des GK-Mittelrhein war die Zusage des Rhein-Hunsrück-Kreises ein zentraler Bestandteil des gemeinsam erarbeiteten Zukunftskonzepts. Dieses basiere auf einer langfristigen, solidarischen Verantwortung aller beteiligten Gesellschafter und sollte sowohl die medizinische Versorgung in Boppard sichern als auch den Beschäftigten eine verlässliche Perspektive geben.

Durch die Ablehnung entfalle jedoch die finanzielle Grundlage für eine nachhaltige Umsetzung. Weder eine faire Verteilung möglicher Risiken noch eine dauerhafte Absicherung der Finanzierung sei unter diesen Voraussetzungen möglich. Die Stadt Koblenz und der Landkreis Mayen-Koblenz könnten ein Krankenhaus in einer anderen Kommune nicht dauerhaft allein finanzieren.

Entscheidung am 16. Januar

Angesichts der aktuellen Lage wird nun am Freitag, 16. Januar, in der Gesellschafterversammlung des GK-Mittelrhein über ein Schließungskonzept für den Standort Boppard beraten und entschieden.

David Langner, Oberbürgermeister der Stadt Koblenz und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, appelliert an den Rhein-Hunsrück-Kreis, seine Haltung noch einmal zu überdenken:
»Wir hoffen sehr, dass der Rhein-Hunsrück-Kreis die bis dahin verbleibende Zeit nutzt und den gefundenen Kompromiss mitträgt. Die aktuell geforderten Bedingungen sind nicht tragbar und nicht zielführend.«

Für Boppard und die gesamte Region steht damit eine zentrale Frage der medizinischen Versorgung auf dem Spiel. In den kommenden Tagen entscheidet sich, ob der Klinikstandort eine Zukunft hat, oder ob das Krankenhaus vor dem endgültigen Aus steht (Quelle: Pressemitteilung des GKM).

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