VG Nastätten
550 Euro für den guten Zweck: Spende für den VfL Nastätten übergeben
Von Links: Nico Schmidt,Philip Meyer, Frank Lenz, Katrin Rammersbach, Marco Ludwig ( Foto: Jennifer Schmidt)
NASTÄTTEN Ein erfolgreicher Rückblick mit nachhaltiger Wirkung: Zum Tag der Arbeit am 1. Mai fand am Bürgerhaus in Nastätten zum ersten Mal der „Tanz in den Mai“ statt – und das mit einem besonderen Ziel. Denn die Veranstaltung war nicht nur ein geselliges Frühlingsfest für Jung und Alt, sondern diente zugleich einem guten Zweck: der Förderung der Vereinsarbeit des VfL Nastätten. Nun wurde der Spendenscheck in Höhe von 550,00 Euro offiziell an den Verein überreicht.
Marco Ludwig, Stadtbürgermeister von Nastätten, zeigte sich begeistert vom Erfolg des neuen Festformats: »Das erste Mal Tanz in den Mai in Nastätten am Bürgerhaus, nicht nur wegen des Wetters, war es ein voller Erfolg. Es waren die Leute von 8 bis 80 Jahre da. Aber der Grundgedanke, dem VfL etwas Gutes zu tun, hat sehr gut funktioniert.«
Besonders erfreulich: Nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch lokale Unternehmen und Partner beteiligten sich aktiv an der Veranstaltung – und das nicht nur mit gastronomischer Unterstützung, sondern auch mit Spenden.
Spendenbereitschaft als Zeichen regionaler Verbundenheit
Eventgastronom Philip Meyer war mit seinem Team vor Ort und unterstützte das Fest am Bierstand: »Wir waren total froh, dass wir hier mit dabei sein konnten beim Tanz in den Mai und den VfL damit unterstützen konnten. Wir sind immer gerne in Nastätten – wir sind auf dem Oktobermarkt mit dabei und wir sehen uns spätestens auf dem Sommerfest wieder.«
Auch Katrin Rammersbach vom gleichnamigen Weinstand zeigte sich begeistert von der Atmosphäre:
„Auch für uns war es ein unvergesslicher Abend. Wir durften das Fest begleiten mit unseren Weinen, Sekten, Spritzgetränken und Schorleweinen. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich beim Bauhof der Stadt Nastätten bedanken. Ohne deren Unterstützung wäre das Fest nicht so reibungslos abgelaufen.“
Der VfL Nastätten sagt danke
Die gesammelten 550 Euro Spenden sowie die Erlöse aus dem eigenen Bierstandbetrieb kommen nun unmittelbar der Vereinsarbeit des VfL Nastätten zugute. Der 2. Vorsitzende Nico Schmidt betont die Bedeutung dieses Engagements: »Ich bin natürlich sehr froh, dass der erste Tanz in den Mai hier in Nastätten so wunderbar funktioniert hat. Ich bedanke mich für die großartige Unterstützung – sowohl bei der Stadt als auch bei allen Gewerbetreibenden, die uns mit der Spende unterstützt haben. Ohne all diese Hilfe wäre das Fest in dieser Form nicht möglich gewesen. Wir freuen uns schon auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr.«
Sportliche Vielfalt für die Region
Der VfL Nastätten gehört mit über 600 Mitgliedern zu den bedeutendsten Sportvereinen in der Region und bietet ein breites Spektrum an Sportarten – darunter Fußball, Turnen, Leichtathletik, Schwimmen und Volleyball. Besonders wichtig ist dem Verein die Nachwuchsarbeit: In der Jugendabteilung Fußball engagieren sich zahlreiche Ehrenamtliche für die sportliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus Nastätten und Umgebung. Auch im Bereich Gesundheitssport und Prävention setzt der Verein seit Jahren Akzente. Die Spenden fließen daher nicht nur in den regulären Sportbetrieb, sondern auch in Trainingsmaterialien, Jugendarbeit und Instandhaltung von Sportanlagen.
Ein Modell mit Zukunft
Die gelungene Veranstaltung und die großzügige Unterstützung durch Gewerbe, Gastronomie und Stadt zeigen: Gemeinsam kann in Nastätten viel bewegt werden. Bürgermeister Marco Ludwig hofft daher auf eine Wiederholung im kommenden Jahr: »Der Erfolg des Abends und die Unterstützung für den VfL zeigen, wie viel Potenzial in solchen Events steckt – nicht nur für die Gemeinschaft, sondern auch für das Vereinsleben.«
Mit dem Tanz in den Mai hat Nastätten ein neues Kapitel der Gemeindeveranstaltungen aufgeschlagen – eines, das Menschen verbindet und zugleich Vereine stärkt. Der VfL Nastätten ist nur eines von vielen Beispiele, wie wichtig bürgerschaftliches Engagement für das soziale und sportliche Leben vor Ort ist.
BEN Radio
Zum Jahreswechsel: Danke für Vertrauen, Hinweise und Kritik
RHEIN-LAHN Mit dem Übergang von 2025 zu 2026 endet für den BEN Kurier ein weiteres intensives Jahr regionaler Berichterstattung. Ein Jahr mit vielen Themen, Gesprächen, Recherchen und Geschichten aus unserer Heimat – getragen vor allem von den Menschen, die diese Region ausmachen.
Journalismus lebt vom Vertrauen der Leserinnen und Leser. Vom offenen Hinweis, von der kritischen Nachfrage, vom Widerspruch ebenso wie von der Zustimmung. Auch im vergangenen Jahr haben uns zahlreiche Hinweise erreicht, viele davon aus der Mitte der Gesellschaft. Sie haben Themen angestoßen, Missstände sichtbar gemacht, Entwicklungen begleitet und Diskussionen ermöglicht. Dafür sagen wir ausdrücklich Danke.
Der BEN Kurier versteht sich als unabhängiges regionales Medium. Unser Anspruch ist es, sachlich zu berichten, kritisch nachzufragen und Entwicklungen transparent darzustellen, unabhängig von parteipolitischen oder persönlichen Interessen. Gerade auf kommunaler Ebene ist dies nicht immer bequem, aber notwendig. Demokratie lebt von Öffentlichkeit, und Öffentlichkeit braucht verlässliche Informationen.
2025 war zugleich ein Jahr, das gezeigt hat, wie wichtig lokaler Journalismus weiterhin ist. Entscheidungen vor Ort, gesellschaftliche Debatten, ehrenamtliches Engagement, wirtschaftliche Herausforderungen und persönliche Schicksale, all das findet nicht abstrakt statt, sondern direkt vor unserer Haustür. Diese Nähe verpflichtet zu Sorgfalt, Verantwortung und Fairness.
Zum Jahreswechsel blicken wir mit Dankbarkeit auf das Erreichte und mit Verantwortung auf das Kommende. Auch 2026 wird der BEN Kurier aufmerksam hinschauen, zuhören und berichten. Nicht lauter als nötig, aber klar. Nicht gefällig, sondern verlässlich. Wir danken allen Leserinnen und Lesern für ihr Vertrauen, ihre Unterstützung und ihre kritische Begleitung.
Der BEN Kurier wünscht einen guten und sicheren Start ins Jahr 2026.
BEN Radio
VW beendet Händlervertrag nach Insolvenz des Autohauses Adolf Marner in Nastätten
NASTÄTTEN Auf Presseanfrage des BEN Kurier teilte die Dictum Media GmbH in Vertretung des Insolvenzverwalters Jens Lieser mit, dass Volkswagen den Händlervertrag mit der Autohaus Adolf Marner GmbH in Nastätten beendet hat. Ein solcher Schritt ist im Rahmen eines Insolvenzverfahrens nicht unüblich.
Zwischenzeitlich wurde auch das VW-Markenschild an der Niederlassung demontiert. Zudem ist die Adolf Marner GmbH auf der offiziellen Händlerübersicht von Volkswagen nicht mehr gelistet.
Wie Pietro Nuvoloni für den Insolvenzverwalter mitteilte, werde aktuell über alternative Lösungen nachgedacht. Denkbar sei unter anderem eine Fortführung als freier Händler.
Der Betrieb des Autohauses läuft derzeit weiter.
BEN Radio
Pizzeria Genuss-Oase in Nastätten eröffnet: Rebar und Nazdar übernehmen die Trattoria
NASTÄTTEN Eigentlich ist es nur eine Neueröffnung in der Rheinstraße 21a, direkt am Kreisel in Nastätten. Früher hieß das Restaurant hier Trattoria. Im November haben Rebar Gadro (33) und seine Frau Nazdar Hamo (21) übernommen und daraus die Genuss-Oase gemacht.
Was sie anbieten, ist eine vielfältige italienische und deutsche Küche: Pizza, Pasta, Steak, Schnitzel, Fischgerichte. Fantastisch, einfach nur lecker. Doch wer dort isst, merkt schnell: Es geht hier um mehr als Speisekarten, Öffnungszeiten und Tagesempfehlungen. Es geht um eine Geschichte, die berührt. Und die einen kurz innehalten lässt.
Ein neues Zuhause am Kreisel in Nastätten
Schon beim Reinkommen ist etwas anders. Diese Herzlichkeit. Man wird empfangen, als wäre man nicht zum ersten Mal da. Es fühlt sich an, wie nach Hause kommen, obwohl man gerade erst die Tür geöffnet hat.
Auch Nastättens Stadtbürgermeister Marco Ludwig war vor Ort und hat die Bedeutung dieser Neueröffnung klar benannt: Die Genuss-Oase, sagte er, sei »neu eröffnet«, das Ambiente sei »sowieso schön« und Rebar und Nazdar hätten »den Mut gefasst« und das Restaurant neu gestartet und weiter: „Rebar habe sich durch mehrere Restaurants und Angebote im Rhein-Lahn-Kreis durchgearbeitet und verwirkliche sich nun in Nastätten seinen Traum von der Selbstständigkeit. Ich wünsche beiden viel Glück«.
Ludwig wies auch auf ein ganz praktisches Problem hin: »Wer nach dem Lokal sucht, könnte bei Google noch die alte Trattoria als geschlossen sehen. Davon nicht blenden lassen„, betonte er: »Die Genuss-Oase ist geöffnet.«
Der Satz, der hängen bleibt
Um zu verstehen, warum dieses Restaurant so besonders wirkt, muss man Rebars Geschichte kennen. 2013 floh er aus Syrien, vor dem schrecklichen Krieg. Er ist Kurde. Die Fluchtroute war dramatisch. Damals war er 21 Jahre alt. Er hätte in den Krieg ziehen müssen. Seine Eltern schickten ihn fort, um sein Leben zu retten. Es war nicht sein Krieg und nicht der Krieg einer Familie, die weltoffen in Syrien lebte. Seit zwölf Jahren hat er seine Familie nicht mehr gesehen. Vor zwei Jahren starb seine Mutter. Das sind Sätze, die man hört, und doch nur schwer wirklich greifen kann.
Seine Frau Nazdar lernte Rebar in Worms kennen. Er nennt es einen Glücksfall. Einen Wendepunkt. Wieder träumen dürfen von einer gemeinsamen Zukunft und eigenen kleinen Familie.
Seit er in Deutschland ist, arbeitet Rebar in der Gastronomie. In Syrien war er in der Textilveredelung beschäftigt, doch sein Wunschberuf war immer das Gastronomiegewerbe. Er lernte das Handwerk in verschiedenen Restaurants in Lahnstein und Bad Ems. Und nun erfüllte sich sein Traum: ein eigenes Restaurant, mit seiner kleinen Familie, in Nastätten.
Vor der Kamera sagte Rebar: »Ich komme aus Syrien, bin Kurde und über zwölf Jahre hier in Deutschland.« Die italienische und europäische Küche habe er hier gelernt. Und es gehe bei ihnen nicht nur um Pizza und Nudeln, sondern auch um Schnitzel und Fischgerichte. »Wir machen auch Tagesempfehlungen«, sagte er und dann der Blick nach vorn: »Später vielleicht auch ein oder zwei syrische Speisen auf der Karte.“ Und genau da kommt der Moment, der diese ganze Geschichte plötzlich verwundbar macht.
Auf die Frage, warum denn aktuell noch keine syrischen Gerichte auf der Speisekarte stehen, sagte Rebar einen Satz, den man nicht einfach wegschiebt: »Ich würde gerne mit ein oder zwei syrischen Gerichten auf der Speisekarte zeigen, was es bei uns alles gibt, aber in der heutigen Zeit weiß ich nicht, ob das noch gewünscht ist…« Er wirkte nachdenklich dabei. Leise gesprochen. Und gerade deshalb brutal entwaffnend.
Da steht ein Mann, der Gäste weltoffen in seine Welt einlädt. Der seit Jahren arbeitet, Steuern zahlt, sich ein Leben aufgebaut hat, tief verwurzelt ist im Rhein-Lahn-Kreis. Ein Beispiel dafür, was viele in unserer Gesellschaft fordern. Und trotzdem bleibt dieses Gefühl hängen: nicht sicher zu sein, ob man mit einem Stück Heimat »auffallen« darf. Dieser Satz ist unfassbar traurig, weil er zeigt, was Worte, Debatten und Stimmungen mit Menschen machen können, selbst mit denen, die längst hier angekommen sind.
Öffnungszeiten und Info
Die Genuss-Oase in Nastätten (Rheinstraße 21a) hat montags bis sonntags von 11 bis 14 Uhr und 17 bis 22 Uhr geöffnet. Dienstag ist Ruhetag. Und wer online noch die alte Bezeichnung »Trattoria« als geschlossen findet: Die Genuss-Oase ist geöffnet.
Am Ende bleibt für viele Gäste wahrscheinlich genau dieses Gefühl: Das hier ist mehr als eine Pizzeria. Es ist ein kleines Stück Zuhause, wenn man als Gast dort sein darf (dk).
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