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VG Bad Ems-Nassau

Vom Erfolg im TV zur Ruhe in Bad Ems: Berny Abt über das Leben danach

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Berny Abt nach einem Dreh bei RTL
Foto: Berny Abt | Video: Anja Schrock
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BAD EMS In ihrer Videoserie «Erzähl doch mal» traf Anja Schrock den Bad Emser Regisseur und ehemaligen Stadtbürgermeister Berny Abt. Abt (bürgerlich Bernhard Abt) schildert seinen Weg vom Mittelrhein in die Fernsehbranche, den Aufbau privater Sender, prägende Produktionen und den Übergang in einen selbstbestimmten Ruhestand.

Abt wurde in Koblenz geboren, wuchs in Niederlahnstein auf und kam später nach Bad Ems. Der Umzug ist mit seiner kürzlich verstorbenen Frau Christina verbunden, die er bei einem Toten-Hosen-Konzert kennenlernte, das er filmte. Anfang der 1990er Jahre zog die Familie nach Bad Ems und baute das Elternhaus um.

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Seine berufliche Laufbahn begann mit einer Ausbildung bei der Rhein-Zeitung, als dort das private Fernsehprojekt «Rotavision» aufgebaut wurde. Abt wurde als Kameramann und Tontechniker ausgebildet und arbeitete in den frühen Jahren des Privatfernsehens an Produktionen für RTL Plus. Später war er nach eigener Darstellung am Aufbau von RPR beteiligt und wechselte anschließend zu RTL nach Luxemburg, später nach Köln, wo der Sender weiter ausgebaut wurde.

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Aus der Kamerarbeit entwickelte sich bei Abt der Schritt zur Showregie. Er nennt als frühe große Station «Samstagnacht», danach folgten weitere bekannte Formate. Zu seinen Erfahrungen gehören Drehs mit internationalen Künstlern. Er erzählt etwa vom Eminem-Konzert, bei dem der Künstler häufig mit dem Rücken zur Kamera stand, sowie von einer Top-of-the-Pops-Produktion mit Kylie Minogue, bei der der enge Ablaufplan den Druck hinter den Kulissen zeigte.

Als persönlich wichtiges Projekt nennt Abt die Arte-Dokumentation «Die Kinder von Tschernobyl», gedreht im Umfeld des Reaktors. Außerdem spricht er über Auszeichnungen, darunter einen persönlichen Comedy-Preis durch die Fernsehshow «Genial daneben».

Neben der Medienarbeit war Abt zwei Perioden Stadtbürgermeister in Bad Ems. Er berichtet von Plänen für eine Medienschule, die nicht umgesetzt wurden, und von einer entscheidenden Unterzeichnung in Paris im Zusammenhang mit dem Welterbe-Prozess, den er gemeinsam mit Dr. Sauer begleitet habe.

Heute hat Abt seine Produktionsfirma geschlossen und nimmt nur noch ausgewählte Aufträge an. Sein Schlusssatz in der Folge mit Anja Schrock: «Genieß das Leben und lebt es, jeder Tag zählt.»

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VG Bad Ems-Nassau

Bahnhof Bad Ems: Baugenehmigung bereits seit Dezember 2024 erteilt

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Foto: BEN Kurier
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BAD EMS Das seit Jahren diskutierte Wohnbauprojekt im ehemaligen Empfangsgebäude des Bahnhofs Bad Ems ist baurechtlich abgeschlossen. Wie die Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises auf Anfrage des BEN Kurier mitteilt, wurde die Baugenehmigung für das Projekt bereits am 16. Dezember 2024 erteilt. Auch die denkmalschutzrechtlichen Genehmigungen liegen vor.

Damit ist das Genehmigungsverfahren aus Sicht der zuständigen Bauaufsichtsbehörde abgeschlossen. Der Vorgang sei bei der Kreisverwaltung nicht mehr anhängig, teilte die Pressestelle des Rhein-Lahn-Kreises mit.

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Noch im März 2024 war öffentlich berichtet worden, dass insbesondere denkmalrechtliche und brandschutzrechtliche Anforderungen den Fortgang des Projekts verzögerten. Geplant ist die Schaffung von insgesamt 18 Wohneinheiten im historischen Empfangsgebäude des Bahnhofs. Die nun bestätigte Genehmigungslage stellt diese Darstellung zumindest teilweise in ein neues Licht.

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Warum das Projekt trotz erteilter Baugenehmigung bislang nicht umgesetzt wurde, geht aus der Stellungnahme der Kreisverwaltung nicht hervor. Aus bauaufsichtlicher und denkmalrechtlicher Sicht bestehen derzeit jedoch keine offenen Verfahren mehr.

Der BEN Kurier hat den damals öffentlich auftretenden Architekten um eine Stellungnahme zum aktuellen Sachstand gebeten. Eine Antwort lag bis zum Redaktionsschluss nicht vor.

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Gesundheit

Trauer verstehen: Wenn Schmerz den Körper erreicht Anja Schrock und Philosoph Matthias Jung sprechen über die körperliche Erfahrung von Trauer, den Schock des Verlusts und Wege, Schmerz auszuhalten.

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Foto: BEN Kurier - Fotomontage -
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GESUNDHEIT Der Schmerz und die Zeit, Umgang mit Verlust. Mit diesen Worten beginnt die vierte Folge der Gesprächsreihe Trauer verstehen. In dem ersten Teil widmen sich Anja Schrock und der Philosoph Mathias Jung einer Dimension der Trauer, die häufig unterschätzt wird: der körperlichen Erfahrung des Schmerzes.

Trauer, so wird gleich zu Beginn deutlich, ist kein rein seelischer Zustand. Sie greift tief in den Körper ein, raubt Schlaf, Rhythmus, Appetit und Orientierung. Sie verändert das Zeitgefühl, lähmt oder treibt an – und stellt das gesamte Leben auf den Kopf.

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Der Schock des Todes – ein Bruch ohne Vorbereitung

Eindringlich wird dies im O-Ton von Simone, den Anja Schrock zu Beginn der Folge vorliest. Ein sonniger Herbsttag, September, kurz vor 17 Uhr und ein Leben zerbricht. Simone findet ihren Lebensgefährten leblos vor dem Fernseher. Ohne Vorwarnung, ohne Abschied, ohne Zeit zum Begreifen.

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Was folgt, beschreibt sie als Albtraum: schlaflose Nächte, der Verlust jeder Tagesstruktur, Alkohol, Leere. Selbst die Liebe und Fürsorge von Freunden und Familie reichen nicht aus, um Halt zu geben. Der Boden unter den Füßen ist weg.

Matthias Jung ordnet diesen Moment philosophisch ein – und zugleich sehr persönlich. Auch für ihn, der sich ein Leben lang mit dem Tod beschäftigt hat, bleibt der Tod eines geliebten Menschen letztlich unbegreiflich. Die Stimme kommt nicht zurück, die Nähe ist unwiederbringlich verloren. Besonders schwer wiegt der abrupte Tod: Wenn es keine Zeit gab zu trauern, keinen langsamen Abschied. So paradox es klingt, kann eine lange Krankheit dann sogar ein Segen sein, weil sie einen schleichenden Abschied erlaubt.

Struktur als Überlebensstrategie

Simone beschreibt, wie sie sich im ersten Schritt über eine äußere Ordnung zurück ins Leben rettete. Die Rückkehr in den Job wurde zur Überlebensstrategie, nicht zur Leistungsfrage. Ob sie funktionierte, war nebensächlich – entscheidend war die Struktur.

Innerlich aber blieb sie haltlos. Der zweite Schritt führte sie in eine therapeutische Begleitung. Und hier fällt ein zentraler Satz dieser Folge: Es muss matchen. Zwischen Therapeut und Klientin entsteht eine besondere Beziehung – keine romantische, sondern eine existenzielle Form von Nähe, Annahme und Vertrauen.

Matthias Jung betont, wie wichtig es ist, sich Hilfe zu holen. Wo steht geschrieben, dass Trauer allein bewältigt werden muss? Menschen helfen Menschen. Zuhören dürfen, weinen dürfen, immer wieder dasselbe erzählen – das ist keine Schwäche, sondern notwendig.

Schmerz als Schutzfunktion

Ein zentrales Thema der Folge ist die Schutzfunktion des Schmerzes. Trauer hebt die üblichen Regeln des Alltags auf. Der „übergesetzliche Notstand“, wie Jung es nennt, erlaubt Rückzug, Schonung, Verlangsamung. Der Schmerz signalisiert der Umwelt: Geht behutsam mit mir um. Ich kann im Moment nicht funktionieren wie sonst.

Früher zeigte sich das auch äußerlich – durch Trauerkleidung, klare Rituale, gesellschaftlich akzeptierten Rückzug. Heute fehlen diese sichtbaren Zeichen oft, doch der innere Ausnahmezustand bleibt derselbe. Entscheidend ist die Gratwanderung: Wann schützt der Schmerz und wann wird Hilfe dringend notwendig? Hier ist auch das Umfeld gefragt, hinzusehen und notfalls klar zu sagen: Du schaffst das nicht allein.

Rituale, Erinnerungen und Dankbarkeit

Berührend sind die weiteren O-Töne der Folge. Lars erzählt vom Tod seines Vaters, von täglichen Erinnerungen, von Tränen mitten im Alltag. Verdrängung, so wird deutlich, ist keine Lösung. Was verdrängt wird, bleibt wirksam.

Besonders eindrücklich ist seine Schilderung des Abschieds von seinem Hund. Die bewussten letzten Tage, die Erlösung zu Hause, der Schmerz – und der kleine Erinnerungsschrein mit Herz und Foto. Matthias Jung greift diesen Gedanken auf: Tiere stehen für eine bedingungslose Form der Liebe. Der Verlust kann ebenso tief gehen wie der eines Menschen – und ist nicht weniger legitim.

Auch Alice berichtet von körperlicher Trauer: dem Tod der Mutter, der noch nach 15 Jahren spürbar ist. Trauer vergeht nicht einfach. Sie verändert sich. Sie wird leiser vielleicht, aber sie bleibt Teil der eigenen Geschichte.

Trauer zulassen – auch körperlich

Ein wichtiger Appell dieser Folge richtet sich an den Umgang mit sich selbst: nicht verwahrlosen, achtsam bleiben, sich kümmern wie um ein verletztes Kind. Sich waschen, essen, rausgehen, Blumen kaufen – kleine Gesten können Halt geben. Trauer darf gezeigt werden. Und Hilfe darf eingefordert werden.

Fortsetzung folgt

Am Ende von Teil A wird klar, warum diese Folge geteilt wurde. Die Themen sind schwer, tiefgreifend und verlangen Zeit. In Teil B von Folge 4 geht es weiter mit der Frage, wie sich Trauer im Laufe der Zeit verändert – und warum sie nie ganz vergeht.

Trauer verstehen bleibt damit eine Reihe, die nicht tröstet, indem sie beschwichtigt, sondern indem sie ernst nimmt. Den Schmerz. Den Körper. Und den Menschen dahinter.

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VG Bad Ems-Nassau

Herrlich verrückt: Dornholzhausen feiert Karneval

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Foto: BEN Kurier
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DORNHOLZHAUSEN Wenn die kleine Gemeinde Dornholzhausen zur Fassenacht ruft, strömen am Nachmittag die Kinder und am Abend die Erwachsenen in die Mühlbachhalle und das aus gutem Grund. Gerade für die Kleinsten wird nachmittags richtig viel geboten: Zahlreiche Tanzgruppen aus den Nachbarorten, jede Menge Animation, natürlich eine Polonaise, kurz: ein Programm, bei dem kein Kind lange still sitzen bleibt. Für die Jüngsten ist es das größte Vergnügen, für die Eltern eine kleine Auszeit und einfach schön, den Nachwuchs beim Toben und Lachen zu beobachten.

Am Abend dreht sich das Bild dann fast um: Während die Kleinen ganz groß werden, werden die Großen wieder ein Stück jünger. Auf der Bühne haben sich die Aktiven einiges einfallen lassen und das konnte sich sehen lassen. Neben gelungenen Sketchen gab es ein Männerballett und so manchen akrobatischen Tanz, der im Publikum für staunende Gesichter sorgte.

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Dass so ein Nachmittag und Abend überhaupt möglich sind, liegt an einer engagierten Interessengemeinschaft in Dornholzhausen und an den vielen Helfern, die mit anpacken. Irgendwie ist hier jeder beteiligt: als Helfer, auf der Bühne oder einfach als Gast. Genau das macht den Karneval in einer kleinen Gemeinde so besonders.

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