Sport
Verbot von Wetten auf Amateursport: Keine Datenscouts bei TuS Koblenz mehr erlaubt!
Foto Symbolbild
KOBLENZ Jeder kennt das Bild: Ein paar Freunde treffen sich am Wochenende auf dem örtlichen Sportplatz, trinken ein Bier und feuern ihre Mannschaft an – zum Beispiel die TuS Koblenz in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar.
Was viele nicht wissen ist, dass während die Spieler auf dem Platz um Punkte kämpfen, am Spielfeldrand jemand ganz andere Geschäfte machen könnte. Die Rede ist von Datenscouts, die Spielereignisse in Echtzeit erfassen und an Wettanbieter weiterleiten.
Genau hier setzt ein Verbot an, das in Deutschland für Diskussionen sorgt: Wetten auf den Amateursport sind nicht erlaubt und Datenscouts werden vom Vereinsgelände der TuS Koblenz und anderen Amateurclubs verbannt. Doch warum eigentlich?
Warum sind Wetten auf den Amateursport in Deutschland verboten?
Die Antwort liegt in der Natur des Amateursports selbst, denn anders als im Profibereich gibt es hier weder Millionenverträge noch ausgeklügelte Kontrollmechanismen, um die Integrität der Spiele zu schützen. Spieler kicken oft für eine kleine Aufwandsentschädigung oder schlicht aus Liebe zum Sport. Gerade das macht diese Spiele aber anfällig für Manipulationen.
Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag sieht vor, dass Sportwetten strengen Regulierungen unterliegen. Bei Amateurligen ist die Kontrolle kaum möglich, weshalb Wetten auf diesen Bereich gar nicht erst zugelassen werden.
Die Angst vor Spielmanipulationen ist einfach zu groß. Ein Amateurspieler, der für ein paar hundert Euro absichtlich eine Rote Karte provoziert, ist theoretisch möglich. Ein Schiedsrichter, der sich bestechen lässt, weil es keine Videoüberwachung gibt, ist ebenfalls kein unrealistisches Szenario.
Es geht also nicht darum, den Wettmarkt einzuschränken, sondern den Sport in seiner reinsten Form zu schützen – und das ist nicht nur ein bürokratisches Detail, sondern eine existenzielle Frage für den Amateurfußball!
Wettanbieter im Ausland können das Verbot umgehen
Die Theorie ist eine Sache, die Praxis oft eine andere. Denn auch wenn in Deutschland Amateursportwetten verboten sind, finden sich zahlreiche ausländische Anbieter, die genau das anbieten. Dank Lizenzen aus Malta, Curaçao oder anderen Offshore-Gebieten können sie sich problemlos über deutsche Gesetze hinwegsetzen.
Ähnlich verhält es sich mit dem Sperrsystem OASIS, so gibt es zwar auch einige seriöse Online Sportwetten ohne OASIS Spielersperre, aber die Nutzer dieser Anbieter sollten immer im Blick haben, dass es sich um in Deutschland nicht regulierte Anbieter handeln dürfte. Es ist immer im Einzelfall zu prüfen, wo man sich registriert und sein Geld hinterlegt.
Amateurligen werden von internationalen Wettanbietern oft nicht direkt als solche bezeichnet, sondern tauchen in den Wettmärkten unter Kategorien wie Regionalevents auf. Nutzer, die gezielt nach solchen Angeboten suchen, finden sie mit ein paar Klicks.
Viele dieser Plattformen verschleiern ihre Herkunft, sodass es auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich ist, dass sie nicht in Deutschland lizenziert sind. Solche Anbieter nutzen zudem Zahlungswege, die anonyme Transaktionen ermöglichen und damit ist die Kontrolle durch deutsche Behörden praktisch ausgeschlossen.
Welche Rolle spielen Datenscouts im Amateursport und warum sind sie umstritten?
Die Datenscouts sind als die unscheinbaren Beobachter der Schlüssel zu Live-Wetten auf Amateurspiele. Ihre Aufgabe ist es, Spielstände, Tore, Fouls und andere Ereignisse in Echtzeit an Wettanbieter zu übermitteln, damit darauf gewettet werden kann.
Auf den ersten Blick mag das harmlos wirken, doch es hat weitreichende Folgen. Live-Wetten sind besonders anfällig für Manipulationen und ein Scout, der frühzeitig erkennt, dass eine Mannschaft unter Druck gerät, kann durch schnelle Datenübermittlung einen Vorteil für Wettkunden schaffen.
Noch problematischer ist, dass die Scouts oft unauffällig arbeiten, sie geben sich als Zuschauer aus, mischen sich unter die Fans und nutzen Smartphones oder unscheinbare Geräte, um Daten weiterzuleiten. Gerade bei kleinen Spielen mit nur wenigen Besuchern ist es schwierig, sie zu identifizieren.
Amateurvereine reagieren auf Datenscouts bei ihren Spielen
Immer mehr Vereine versuchen, sich gegen Datenscouts zu wehren. Sie setzen auf Platzverweise, Stadionverbote oder sprechen öffentlich über das Problem. Doch es bleibt ein Katz-und-Maus-Spiel. Das Hauptproblem ist, dass ein Scout in vielen Fällen keine direkte Straftat begeht, denn er kauft ein Ticket, betritt das Stadion und schaut sich das Spiel an, so wie jeder andere Zuschauer auch. Das bloße Erfassen von Daten ist rechtlich gesehen nicht eindeutig geregelt.
Dennoch versuchen viele Vereine, Scouts zu identifizieren und des Platzes zu verweisen. Einige setzen auf Hinweise aus der Fanszene, andere lassen Vereinsvertreter gezielt nach verdächtigem Verhalten Ausschau halten. In einigen Fällen wurden Scouts mehrfach erwischt, aber das hält sie nicht davon ab, es erneut zu versuchen.
Welche Risiken bergen Wetten auf Amateursport für die Integrität des Spiels?
Das größte Problem ist die Manipulationsgefahr, denn im Gegensatz zum Profifußball, wo Spieler und Schiedsrichter gut verdienen und weniger anfällig für Bestechung sind, sieht das im Sport im Amateurbereich ganz anders aus. Hier reichen schon kleine Summen, um eine Partie gezielt zu beeinflussen.
Besonders gefährlich sind Live-Wetten. Ein Spieler könnte absichtlich eine Gelbe Karte provozieren, ein Torwart könnte eine harmlose Flanke passieren lassen und niemand würde es bemerken. Die Strukturen, um solche Manipulationen aufzudecken, fehlen im Amateurbereich fast völlig.
Doch nicht nur Spieler sind ein potenzielles Problem, auch Schiedsrichter stehen unter Verdacht, beeinflusst zu werden. In kleineren Ligen gibt es kaum Beobachter oder Videoaufzeichnungen, sodass Fehlentscheidungen nicht nachträglich überprüft werden können.
Welche Maßnahmen ergreifen Behörden und Verbände gegen illegale Wetten und Datenscouts?
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) nimmt das Thema mittlerweile ernst. Illegale Wettanbieter werden verstärkt ins Visier genommen und gegebenenfalls gesperrt. Allerdings bleibt die Durchsetzung schwierig, da viele dieser Anbieter ihren Sitz außerhalb Europas haben.
Auch die UEFA und nationale Fußballverbände beobachten verdächtige Wetten und warnen Vereine, wenn ungewöhnliche Muster auftreten. Doch das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn ohne eine stärkere gesetzliche Grundlage bleibt es schwer, Scouts effektiv zu verbieten.
Einige Vereine fordern deshalb ein generelles Verbot der Live-Datenerfassung im Amateurbereich. Das würde zwar die Transparenz einschränken, könnte aber langfristig dazu beitragen, den Wettmarkt in diesem Bereich auszutrocknen.
Ausblick: Warum das Verbot von Amateursport-Wetten wichtig bleibt!
Solange Amateursport-Wetten existieren, bleibt das Risiko für Manipulationen bestehen. Spieler, Schiedsrichter und sogar ganze Mannschaften könnten beeinflusst werden und das oft, ohne dass es jemand bemerkt.
Die aktuelle Gesetzeslage ist ein wichtiger Schritt, doch es braucht strengere Maßnahmen gegen Wettanbieter, die sich nicht an deutsche Regeln halten. Auch die Rolle der Datenscouts bleibt ein Problem, das schwer zu lösen ist.
Letztlich geht es um die Frage, ob der Amateurfußball ein fairer Wettbewerb bleiben kann oder ob er zunehmend zur Spielwiese für dubiose Wettanbieter wird. Der Kampf gegen illegale Wetten ist also weit mehr als eine juristische Angelegenheit, es geht um den Erhalt eines Sports, der für viele Menschen die Basis des Fußballs darstellt.
Sport
Nassauer Judoka: Erfolg bei den Weltmeisterschaften in Paris Anna Gröning sichert sich WM Bronze
NASSAU|PARIS Bei den diesjährigen Weltmeisterschaften der Veteranen im Judo versammelten sich vom 03.11.-07.11.25 ca. 2.316 Athleten aus 64 Nationen in der französischen Hauptstadt, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Auch die Judoka aus Nassau waren mit großem Engagement und Erfolg vertreten. Es sollten spannende Tage in der Metropole werden. Aufgrund der starken Teilnehmerzahl wurden fünf Kampftage eingeplant. Es war für alle drei Nassauer Kämpfer die erste Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Dementsprechend angespannt und nervös war die Vorbereitung zu diesem besonderen, hochklassigen Event.
Jan Rehn startete in der Klasse M4, +100 kg und überzeugte mit zwei Siegen über N. Cante (Frankreich) und F. Junior (Brasilien), womit er das Viertelfinale erreichte. Dort unterlag er dem späteren Bronzemedaillengewinner R. Jobin (Frankreich). In der anschließenden Trostrunde konnte er keinen weiteren Erfolg verbuchen und zog insgesamt eine ausgeglichene Bilanz.
Mario Gröning trat in einer der teilnehmerstärksten besetzten Klasse M3, -81 kg an. Er zeigte Einsatzbereitschaft und kämpfte tapfer. Leider musste sich jedoch bereits im Auftaktkampf gegen den sehr erfahrenen A. Effron (Argentinien) geschlagen geben.
Für eine besondere Überraschung sorgte Anna Gröning: In der Klasse F2, -78 kg startete sie im stärksten Pool ihrer Klasse. Im Auftaktkampf traf sie zunächst auf die amtierende Weltmeisterin S. Bekkouche (Frankreich), gegen die sie eine Wertung durch ihre Spezialtechnik erzielen und diese bis zum Ende der Kampfzeit verteidigen konnte. Im darauffolgenden Kampf unterlag sie leider der amtierenden Europameisterin D. Batt (Großbritannien) durch Aufgabe im Bodenkampf durch Würgegriff. In den weiteren zwei Begegnungen setzte sich Anna Gröning mit beeindruckenden Wurftechniken durch und sicherte sich sensationell die Bronzemedaille. Ihr Erfolg wurde von den mitgereisten Fans und Familie besonders gefeiert und gewürdigt. Somit durften die Nassauer Judoka ein Edelmetall mit nach Hause nehmen und die Erinnerungen an eine faszinierende Zeit in Paris bleibt. (pm Jan Rehn)
Sport
50 Jahre Freizeitzkicker in Singhofen: Giants leben den Geist der guten alten Fußballzeit
SINGHOFEN Es begann an einem lauen Frühlingsabend im Mai 1975 und wurde zu einer echten Institution: Im Schwimmbad-Restaurant von Erma und Klaus Peter Huth gründeten 28 Freunde die Thekenmannschaft „Schwimmbad Giants“. Was als spontane Idee während einer der legendären Freitagsdiscos entstand, entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer der ältesten und erfolgreichsten Hobbymannschaften der Region.
»Damals wurde am Tresen viel über Fußball diskutiert und irgendwann war klar: Wir gründen unsere eigene Mannschaft«, erinnern sich Gründungsmitglieder noch heute. Schon wenige Wochen nach der Gründung bestritten die Giants ihr erstes Freundschaftsspiel gegen eine Hobbymannschaft aus Miehlen. Das Duell endete 1:1, das erste Tor der Vereinsgeschichte erzielte Gerhard Wagner.
Nur ein halbes Jahr später nahmen die Singhöfer bereits am ersten Turnier in Hochheim teil, der Grundstein für eine beachtliche Erfolgsgeschichte. Über die Jahre folgten mehr als hundert Turniere, von denen die Giants ganze 44 gewinnen konnten. Spätestens zum 25-jährigen Jubiläum stand fest: Die Giants sind weit mehr als eine Freizeitmannschaft.
Neben dem sportlichen Ehrgeiz prägte vor allem der Zusammenhalt die Gemeinschaft. Die »dritte Halbzeit« im Schwimmbad-Restaurant gehörte ebenso zum festen Ritual wie das berüchtigte »Nach(k)tbaden«, das längst Kultstatus erreichte. Auch gesellschaftlich waren die Giants aktiv: ob bei Karneval, Wanderungen oder den aufwendig gestalteten Festwagen zum Singhöfer Heimatfest.
Viele Spieler fanden über die Giants den Weg zum TuS Singhofen, dem sich die Mannschaft kurz nach ihrer Gründung als Abteilung anschloss. Mittlerweile spielen Söhne und Enkel ehemaliger Gründungsmitglieder mit, die zweite und sogar dritte Generation steht auf dem Platz.
Großes Jubiläum am 15. November
Zum 50-jährigen Bestehen laden die Schwimmbad Giants am 15. November 2025 zu einem festlichen Gala-Abend in der Mehrzweckhalle Singhofen ein. Unter dem Motto »Eleganz trifft Eskalation« wird die Halle in einen festlich geschmückten Ballsaal verwandelt. Eine Bigband sorgt für den musikalischen Auftakt, bevor der Abend in eine große Jubiläumsparty übergeht.
Es wird um elegante Abendkleidung gebeten, schließlich soll das halbe Jahrhundert Vereinsgeschichte stilvoll gefeiert werden. Was einst am Tresen begann, hat sich über fünf Jahrzehnte hinweg zu einer lebendigen Gemeinschaft aus Freunden, Sportlern und Feiernden entwickelt. Die Schwimmbad Giants stehen heute sinnbildlich für das, was viele Vereine ausmacht: Leidenschaft, Zusammenhalt und die Fähigkeit, gemeinsam Geschichte zu schreiben.
Montabaur
Dance Emotions des TSV Welschneudorf erneut auf dem Siegertreppchen Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft der RKK geschafft
WELSCHNEUDORF Die Tanzformation Dance Emotions des TSV Welschneudorf e.V. beweist auch in dieser Saison einmal mehr ihr außergewöhnliches Können: Sowohl bei der NRW-Meisterschaft am 21. September als auch bei der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft am 12. Oktober der Rheinischen Karnevals-Korporationen (RKK) sicherte sich die Gruppe jeweils den 3. Platz in der Kategorie Schautanz Senioren. Mit diesen hervorragenden Platzierungen in einem hart umkämpften Teilnehmerfeld qualifizierten sich die Tänzerinnen und Tänzer nun für die Deutsche Meisterschaft, die am 7. Dezember 2025 ausgetragen wird.
Die Teilnahme an nationalen Wettbewerben ist für die Dance Emotions längst Tradition: Seit 2017 startet die Formation erfolgreich bei der Deutschen Meisterschaft der RKK. Dabei konnte sie bereits mehrfach auf dem Siegertreppchen glänzen – mit dem Vizemeistertitel in den Jahren 2017, 2022 und 2023 sowie dem Deutschen Meistertitel 2018.
Trainerinnen und Team sind stolz auf die diesjährige Leistung und die erneute Qualifikation:
„Jedes Jahr auf diesem Niveau zu tanzen ist eine große Herausforderung, insbesondere bei der sehr starken Konkurrenz – umso schöner ist es, dass wir uns erneut für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren konnten“, so eine Sprecherin des Teams.
Mit ihrer Mischung aus tänzerischer Präzision, emotionaler Darstellung und kreativen Choreografien und Kostümen begeistern die Dance Emotions nicht nur Jury und Publikum, sondern repräsentieren auch den TSV Welschneudorf und die Region Westerwald mit großem Erfolg auf bundesweiter Bühne.
Nun blickt die Gruppe voller Vorfreude und Motivation auf das große Finale am Nürburgring im Dezember, bei dem sie erneut ihr Können unter Beweis stellen und vielleicht wieder einen Platz ganz oben auf dem Treppchen erobern (pm TSV Welschneudorf).
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