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Gesundheit

In eigener Sache: Ich bin gesichtsblind – ich vergesse euch nicht, nur eure Gesichter!

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Das große Rätselraten im Alltag während der Arbeit
Foto: BEN Kurier
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GESUNDHEIT Vielleicht kennt ihr das auch: Jemand kommt auf euch zu, ihr unterhaltet euch und später wisst ihr nicht, mit wem ihr eigentlich gesprochen habt. Eine kleine Anekdote. Ein Schmunzeln wert. Für mich ist das Alltag. Ich lebe mit Prosopagnosie. Gesichtsblindheit. Und in meinem Beruf als Reporter und Chefredakteur ist das alles andere als hilfreich.

Lange Zeit war mir das unfassbar peinlich. Ich war oft auf die Hilfe meiner Frau angewiesen. Sie flüsterte mir zu: „Das ist der…“ oder „Das ist sie…“. Dann war alles gut. Ich konnte reagieren, einordnen, normal sprechen. Aber wenn ich allein unterwegs bin, bei Drehs, Veranstaltungen, Terminen, wird es schwierig. Menschen sprechen mich an. Ich unterhalte mich, höre genau hin, versuche aus Worten, Themen, Nebensätzen irgendeinen Hinweis herauszufiltern. Wer ist das? Woher kenne ich die Person? In welchem Zusammenhang? Das ist anstrengend. Und es fühlt sich oft schrecklich an.

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Ein Beispiel: Ich spiele Tischtennis im Verein. Man sieht sich regelmäßig. In Sportkleidung erkenne ich viele über Kontext und Situation. Begegne ich derselben Person in Alltagskleidung, keine Chance. Oder noch schlimmer: Eine Frau kommt auf mich zu, umarmt mich herzlich. Ich weiche instinktiv zurück. Nicht aus Ablehnung, sondern aus Unsicherheit. Und es tut mir unfassbar leid, wenn ich jemanden vor den Kopf stoße. Besonders, wenn es jemand ist, den wir sehr gut kennen.

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Irgendwann habe ich angefangen, offen damit umzugehen. Ich sage es den Menschen. Und seitdem passiert etwas Wunderschönes: Sie helfen mir. Sie sagen direkt: „Hey, ich bin …“ Und sofort macht es Klick.

Sobald ich weiß, wer mein Gegenüber ist, ist alles da. Zusammenhänge, Gespräche, Erinnerungen, mein Gedächtnis funktioniert hervorragend. Nur das Gesicht selbst verknüpft sich nicht zuverlässig. Mein Kopf vergisst nicht. Nur die visuelle Zuordnung klappt nicht.

Bei mir ist es eine mittelschwere Ausprägung. Keine Sorge, ich weiß morgens, neben wem ich aufwache. Das funktioniert. Sehe ich Menschen täglich, erkenne ich sie an Stimme, Gang, Haltung, Gestik, besonderen Merkmalen. Manche Details prägen sich stark ein: markante Ohren, Muttermale, eine bestimmte Art zu sprechen. Aber verändert sich der Kontext, andere Kleidung, andere Frisur, andere Umgebung, wird es schnell zum Rätselraten.

Gestern beim Möhnenball in Nassau war es wieder so. Jemand kam auf mich zu und sagte direkt: „Ich bin …“ Ich war so dankbar. Ohne diesen Satz hätte ich es wieder nicht gewusst. Ein Wort und alles war entspannt.

Oder eine kuriose Geschichte aus dem Dorf: Ich begegne einem tollen Menschen jede Woche. Dann Karneval. Neue Haarpracht, Perücke. Wir unterhalten uns draußen. Ich weiß, dass ich ihn kenne, aber ich komme nicht drauf. Irgendwann sagt er: „Du wusstest nicht, wer ich bin, oder?“ Ich gebe es zu. Wir lachen beide. Seitdem stellt er sich kurz vor und alles ist gut.

Es ist wirklich anstrengend, ständig kombinieren zu müssen. Wenn ich zum Beispiel jemanden vom Bauhof in Arbeitskleidung sehe, kann ich ihn einordnen. Begegnet er mir privat in Zivil, oft keine Chance. Dann versuche ich, über kleine, unauffällige Nachfragen Hinweise zu bekommen. Das gelingt manchmal. Aber bis dahin denkt mein Gegenüber womöglich, ich sei distanziert oder kühl. Das bin ich nicht.

Seid mir also bitte nicht böse, wenn ich euch fragend ansehe. Wenn ich zögere. Wenn ich unsicher wirke.

Sagt mir einfach kurz, wer ihr seid. Ihr helft mir damit mehr, als ihr denkt. Ich schäme mich nicht mehr dafür. Ich kann es nicht ändern. Es begleitet mich schon mein ganzes Leben. Und jetzt gehe ich offen damit um. Es gibt Schlimmeres. Und vielleicht macht genau diese Offenheit vieles leichter.

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Gesundheit

Zukunft des Seniorenzentrums Ignatius-Lötschert-Haus in Horbach scheint gesichert

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Foto: Förderverein IL-Haus Horbach
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HORBACH Zuletzt hatten die Sorgen im Buchfinkenland und darüber hinaus zugenommen, ob es eine Zukunft für das traditionsreiche Seniorenzentrum Ignatius-Lötschert-Haus in Horbach gibt. Jetzt sind die Zukunftsängste begründeter Zuversicht gewichen: die Alexianer mit der Dernbacher Gruppe Katharina Kasper als Träger der Altenpflegeeinrichtung, senden eindeutige Signale: wir stehen zum Haus, wollen es weiterentwickeln und am Standort investieren! Die Gespräche darüber, wie dies umgesetzt werden soll, laufen noch. Eins ist sicher: der Träger wird hierbei voll vom Förderverein des Hauses unterstützt!

Diese hoffnungsvolle Botschaft nimmt nicht nur der Förderverein mit seinen aktuell nur noch 144 Mitgliedern erfreut zur Kenntnis. Vielleicht liegt es daran, dass viele Menschen in der Region ganz im Süden des Westerwaldes die Hoffnung auf einen Fortbestand und Weiterentwicklung der Einrichtung schon aufgegeben hatten, waren doch zur jährlichen Mitgliederversammlung des rührigen Vereins nur ganze 13 Personen erschienen: darunter 5 Vorstandsmitglieder und 3 Mitarbeitende sowie 2 Gäste. Dazu gesellten sich noch 3 „normale“ Fördermitglieder, von denen 2 noch als Kassenprüfer aktiv waren. Ein absoluter Minusrekord in der Vereinshistorie! Offensichtlich scheint es kaum jemand ernsthaft zu interessieren, was aus dem Seniorenzentrum im Buchfinkenland wird?

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Bei der Begrüßung hatte Vorsitzender Uli Schmdit seinen Ärger darüber ausgedrückt: „Wir leben im schnell voranschreitenden Demografischen Wandel, die Gesellschaft altert im Rekordtempo und es kommen für die meisten Menschen noch viele spürbare Probleme auf uns zu“, so Schmidt. Daraus müssten eigentlich Motivation und Engagement zumindest der Boomer-Generation erwachsen, sich für eine noch einigermaßen angemessene Versorgung im Alter selbst einzusetzen. Oder zumindest diejenigen zu unterstützen, die dafür sorgen wollen. „Durch Austritte aus dem Verein und geringstmögliche Teilnahme an der Mitgliederversammlung ist das jedenfalls nicht möglich“ meinte dazu Benno Heibel, der in den ersten 39 Jahren nach der Gründung als Heimleiter das Haus wesentlich geprägt hat und dem dessen Zukunft noch heute ein Herzensanliegen ist.

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Spürbar war jedoch die Aufbruchstimmung im Haus, die nicht zuletzt dem neuen Leitungsteam mit Heimleiterin Nadine Galke, Pflegedienstleiter Dennis Grahl und dem Qualitätsbeauftragten Christopher Heinzen zu verdanken ist. Berichtet wurde, dass aktuell 2 Pflegefachkräfte aus Kenia im Haus ausgebildet werden. Vorgestellt wurde ein erfolgreiches Projekt, mit dem Anreize für eine mobilisierende Pflege geschaffen wurden. Schriftführer Franz-Josef Jung informierte über viele erfolgreiche Veranstaltungen im letzten Jahr vom Neujahrsempfang unter dem Motto „Pflegerevolution“ bis zum Demenztheater. In 2026 ist am 7.11. wieder unter anderem der Arbeitseinsatz „Aktion Wühlmaus “ sowie eine Diskussion zur Zukunft der Altenpflege geplant. Auch über einen Neustart der bis zu Corona erfolgreichen Initiative „555 Schritte – fit bis ins höchste Alter“ wird nachgedacht. Dank Kassenführer Hubert Kleppel stehen die dafür notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung.

Mit dabei war auch die für die VG Montabaur zuständige Gemeindeschwester plus, Barbara Spiegelhoff, die über ihre aufsuchende Arbeit mit älteren Menschen berichtete. „Es kommt ein demografischer Tsunami auf uns zu, weshalb wir uns jetzt überlegen müssen, wie wir alt werden wollen und was wir vor Ort dafür tun müssen“, so Schwester Barbara. Es folgte ein Besuch der ins Haus integrierten Tagespflege, die von Mitarbeiterin Hillary Weimer vorgestellt wurde. Erfreut konnte festgestellt werden, dass seniorengerechte Aktivitäten und ein kostenfreier Probetag mit dazu geführt haben, dass der Bedarf wächst. „Wenn das so positiv weiter läuft, müssen wir bald über eine 2. Gruppe nachdenken“, meinte Gaby Schlosser als 2. Vorsitzende des Fördervereins.

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Gesundheit

Ankommen zum Abschied: Dausenauer Mike Brill erzählt vom Leben im Hospiz Rhein-Lahn Wie ein Sechser im Lotto: Mike Brilll ist glücklich, im Hospiz Rhein-Lahn zu sein

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NASSAU Schwerkrank und trotzdem „mega froh“ ist Mike Brill. Seit dem 9. Januar ist er als Gast im Hospiz Rhein-Lahn. „Ich bin glücklich hier zu sein. Das ist für mich wie ein Sechser im Lotto“, sagt der 63-jährige Dausenauer. Gerne möchte er anderen davon erzählen, wie es ihm hier geht.

Schon der herzliche Empfang und der Anblick seines schönen Zimmers habe ihm Tränen in die Augen getrieben. Sofort sei viel Stress von ihm abgefallen und er habe sich gesagt: „Jetzt kann man hier sterben“. Das Personal sei enorm freundlich, ruhig und herzlich.

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Mike Brill kam nach einer langen Krankengeschichte direkt aus dem evangelischen Stift St. Martin in Koblenz ins Nassauer Hospiz. Dafür ist er seinem Hausarzt dankbar. Er hatte ihm auf den Anrufbeantworter gesprochen und wurde zurückgerufen.

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Seine Krankengeschichte begann vor sieben Jahren durch einen Zufallsbefund bei einer Magen-Darm-Untersuchung. Routinemäßig wurde dabei die Lunge geröntgt. Zunächst fand man ein „Geschwür“, was jedoch dazu führte, dass der linke Lungenlappen entfernt wurde. Dann, erzählt er, entzündeten sich die Narben und das Geschehen nahm seinen Lauf. Der Krebs brach aus. Es gab noch einen zweiten Eingriff an der Lunge. Chemo und Bestrahlung folgten. Außerdem musste er sich noch drei Operationen an der Wirbelsäule unterziehen.

Als die Lunge geheilt gewesen sei, habe der Krebs auf die Knochen und das Gewebe übergegriffen. Trotz seiner Erkrankung arbeitete Mike Brill als Zimmermann weiter. Diesen Beruf hatte er in Scheuern erlernt und war dann 40 Jahre in Niederelbert tätig. Sein Chef hatte viel Verständnis für seinen treuen Mitarbeiter: „Die Tür ist immer offen. Du kannst kommen und gehen, wann Du willst“.

So konzentrierte sich Mike Brill auf leichtere Arbeiten wie den Zuschnitt von Hölzern und die Unterweisung von Lehrlingen an den Maschinen. Ihnen brachte er auch bei, immer offen und ehrlich zu sein und einzugestehen, wenn man Hilfe braucht. „Man kann nicht alles alleine machen“. Seine Arbeit hat er immer gerne gemacht. Gerne erzählt er davon, wie er im Bauwesen, im Trockenbau, gearbeitet hat.

Heute sitzt Mike Brill im Rollstuhl. Er ist vom Oberkörper abwärts gelähmt. Das war auch der Grund, warum er zuletzt die Bestrahlungen abgelehnt hat. Der Transport vom Krankenhaus ins radiologische Institut war für ihn zu schmerzhaft.

Jetzt hat er trotz seiner schweren Erkrankung keine Schmerzen mehr. Dafür sorgen im Hospiz Rhein-Lahn die Ärzte, die Schwestern und Pfleger. „Wenn ich klingele, kommt jemand“. Darüber ist er froh, denn nie habe er sich vorstellen mögen, in einem Pflegeheim „dahin zu vegetieren“.

Tiere werden von ihrem Leid erlöst“, sinniert Mike Brill. Und meint damit, warum nicht Menschen? Am liebsten wäre ihm am Ende eine Spritze. Aber Beihilfe zum Tod gibt es anders als in der Schweiz in Deutschland nicht und damit auch nicht im Hospiz Rhein-Lahn.

Ein Einschnitt wäre es, wenn er gefüttert werden müsste. Dann würde er für sich einen Schlussstrich ziehen. „Wenn man nichts mehr machen kann, muss auch Schluss sein.“ Das sei die Laune der Natur. Der Mensch müsse lernen, seine Grenzen zu erkennen.

Krebs, meint er, lauere in jedem. Er habe halt Pech gehabt. Ja, er habe geraucht, leidenschaftlich ab dem 21. Lebensjahr täglich 40 Zigaretten, aber sein Lungenkrebs sei kein Raucherkrebs. Noch am Abend vor seiner OP kaufte er eine Schachtel Zigaretten und verschenkte sie samt Feuerzeug am nächsten Tag bei einem Spaziergang an eine Mitpatientin. Das Aufhören sei ihm nicht schwergefallen.

Ich bin zufrieden und glücklich, dass ich meine letzten Stunden, Tage und Monate hier verbringen kann“, erklärt Mike Brill. Große Hochachtung hat er vor allen, die den Bau und Betrieb des Hospizes Rhein-Lahn ermöglichten. „Hut ab“. Der Staat müsse eine solche Einrichtung doch unterstützen.

Gerne verbringt er Zeit im Raum der Stille, frühstückt zusammen mit den anderen Gästen oder speist allein. Alles ist möglich und das gefällt ihm. „Das Personal sorgt dafür, dass man am Leben teilhaben kann.“

Oft kommt Besuch aus Dausenau. Dort ist Mike Brill in die Dorfgemeinschaft integriert. Geboren in Wuppertal, war er in Remscheid bei Pflegeeltern, ehe er ins Dausenauer Kinderheim kam. Das sei eine glückliche Kindheit und Jugend gewesen. Ehrenamtlich arbeitete er später für das Kinderheim und ganz besonders engagiert war er als Fußballer beim TuS Dausenau. Von der Jugend bis zu den Alten Herren spielte er in der zweiten Mannschaft. „Der begabteste Fußballer war ich nicht“, erzählt der Alleinstehende. Aber dafür war er Betreuer der 1. Mannschaft, Zeug- und Platzwart und pflegte das Sporthäuschen. Unter den Vereinen, ob Feuerwehr oder Fischereiverein, half man sich bei Festen.

Seine Besucher sind, so sagt Mike Brill, begeistert vom Hospiz. Wie gut und schön es hier sei, könne man sich gar nicht vorstellen. „Man muss es gesehen, erlebt und gefühlt haben.“ Zusammen mit ihnen hat er im Wohnzimmer Fußball geschaut. Auch dass es keine Besuchszeiten gibt und man bis spät am Abend zusammen feiern kann, gefällt ihm.

Als er erkrankte, hat er sich vorgenommen, was er alles noch erleben will. Er hat seine Wünsche verwirklicht von der Kreuzfahrt auf der Aida um die türkische und griechische Küste bis zum Besuch von Dart- und Fußballturnieren in Dortmund oder bei Mainz 05.

Mich kann nichts mehr erschüttern“, sagt Mike Brill gelassen. Angst vor dem Sterben habe er nicht. Das müsse schließlich ja jeder Mensch. „Wenn man nichts mehr machen kann, muss auch Schluss sein“. Lebensverlängernde Maßnahmen will er nicht, wenn die Lähmung voranschreitet und er nicht mehr selbstständig essen kann. Er hofft friedlich und in Würde einschlafen zu können. „Dann gehe ich über in die nächste Welt, in das nächste Leben, aufs nächste Level – bestimmt“. vy

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Gesundheit

Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn: Neuer Kleinbus für mehr Mobilität Aktion Mensch macht Anschaffung möglich

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Foto: Caritasverband WWRL Holger Pöritzsch
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WIRGES Ein sichtbares Zeichen für mehr Mobilität und weiterer Verbesserung der sozialen Teilhabe für Menschen mit schweren Behinderungen: Die Tagesförderstätte (Tafö) des Caritasverbandes Westerwald-Rhein-Lahn in Wirges verfügt ab sofort über einen neuen Kleinbus. Offiziell übergeben wurde der VW Crafter im Autohaus Krah in Herschbach/Uww. durch Autohaus-Chef Wolfgang Krah und seinen Sohn Felix Krah an die Vertreterinnen und Vertreter des Caritasverbandes. Caritasdirektorin Stefanie Krones, Armin Gutwald, Geschäftsführer der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn, sowie Hannah van Bonn, Leiterin der Tagesförderstätte, nahmen das neue Fahrzeug dankbar entgegen.

Mobilität bedeutet für unsere Beschäftigten immer auch Lebensqualität, Selbstbestimmung und soziale Teilhabe“, betonte Caritasdirektorin Stefanie Krones bei der Übergabe. „Mit dem neuen Bus schaffen wir bessere Voraussetzungen, um individuelle Bedarfe noch flexibler und sicherer zu berücksichtigen. Dafür sind wir sehr dankbar.“

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Der bisherige Bus – ein Ford Transit – hatte nach zwölf Jahren im Einsatz ausgedient. „Er hat seine Dienste geleistet“, sagte Armin Gutwald. „Aber Technik und Anforderungen entwickeln sich weiter. Deshalb freuen wir uns sehr über dieses deutlich modernere, Fahrzeug.“

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Möglich wurde die Anschaffung dank der Förderung durch die Aktion Mensch. Ohne diese Unterstützung wäre die Investition in dieser Form nicht realisierbar gewesen.

Der neue VW Crafter bietet Platz für acht Personen und überzeugt vor allem durch sein flexibles Innenraumkonzept. Das modulare Smartfloor-Sitzsystem erlaubt einen gruppenbezogenen Umbau – je nachdem, wie viele Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer oder Läufer mitfahren. Sitze können individuell angepasst, umgestellt oder entfernt werden. „So können beispielsweise vier Läufer und zwei Rollstuhlfahrer gemeinsam unterwegs sein“, erläuterte Hannah van Bonn. „Das gibt uns enorme Flexibilität im Alltag.“

Ein wesentlicher Fortschritt ist zudem der mitgelieferte AMF Linear-Rollstuhllifter. Während beim alten Fahrzeug eine Rampe ausgeklappt und die Rollstühle hochgeschoben werden mussten, ermöglicht der neue Lift ein besonders angenehmes und sicheres Heben. „Unsere Beschäftigten empfinden das als deutlich komfortabler“, so van Bonn. Ergänzt wird die Ausstattung durch zusätzliche elektronische, ausfahrbare Trittstufen für einen möglichst flachen und barrierefreien Einstieg. Eine Rückfahrkamera sowie größere Fenster sorgen für mehr Sicherheit und bessere Sichtverhältnisse.

Die Entscheidung für das Autohaus Krah fiel bewusst. „Das Unternehmen, das die Beschäftigten in den Werkstätten befördert, kommt ebenfalls aus Herschbach. Zudem genießt das Autohaus einen sehr guten Ruf“, erklärte Armin Gutwald. Auch der regionale Bezug spielte eine zentrale Rolle. „Gerade mit Blick auf künftige Serviceleistungen war uns die regionale Partnerschaft wichtig“, ergänzte Stefanie Krones.

Zwischen dem Autohaus und der Caritas gibt es bereits Berührungspunkte: Über die Viweca – die Abteilung für Arbeitsmarktintegration der Caritas-Werkstätten – waren in der Vergangenheit Praktikantinnen und Praktikanten im Autohaus Krah tätig. „Wir haben bislang immer sehr gute Erfahrungen mit der Caritas gemacht und freuen uns jetzt, sie auch als Kunden gewonnen zu haben“, sagte Wolfgang Krah.

Künftig wird der neue Bus in der Tagesförderstätte für regelmäßige Tagesausflüge, Besorgungen oder Ferienfreizeiten eingesetzt. „Fahrten nach Holland und Norddeutschland sind bereits in Planung“, berichtete Hannah van Bonn mit einem Lächeln.

Die 1988 eröffnete Tagesförderstätte des Caritasverbandes Westerwald-Rhein-Lahn in Wirges bietet erwachsenen Menschen mit schweren geistigen und körperlichen Behinderungen – bis zum 65. Lebensjahr – einen lebensnahen und zugleich inklusiven Förder- und Lebensraum. In fünf Gruppen stehen insgesamt 32 Plätze zur Verfügung. Seit September 2016 werden zusätzlich Leistungen für eine werkstattnahe Gruppe der Tagesförderstätte in den Caritas-Werkstätten in Montabaur angeboten. Diese bietet acht Personen, die den Anforderungen einer Beschäftigung in Werkstätten für behinderte Menschen noch nicht oder nicht mehr gewachsen sind, eine enge Anbindung an die Arbeitswelt. „Wir schaffen einen Lebensraum, in dem Individualität und soziale Integration einen hohen Stellenwert haben“, betonte van Bonn. „Der neue Bus hilft uns dabei ganz konkret – jeden Tag.“ (pm: Caritasverband WWRL)

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