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VG Bad Ems-Nassau

Einsatz klimawirksamer Stoffe 2024 in Rheinland-Pfalz erneut rückläufig

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Einsatz klimawirksamer Stoffe 2024 in Rheinland-Pfalz erneut rückläufig
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BAD EMS Rheinland-pfälzische Unternehmen haben im Jahr 2024 insgesamt 421 Tonnen klimawirksame Stoffe eingesetzt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems entspricht das einem Rückgang um 36 Tonnen beziehungsweise acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während der Einsatz als Kältemittel leicht um 0,8 Tonnen (plus ein Prozent) zunahm, verringerte sich der Einsatz als Treibmittel deutlich um 37 Tonnen (minus zehn Prozent). Im Vergleich zu 2015 wurden insgesamt 85 Tonnen weniger klimawirksame Stoffe eingesetzt (minus 17 Prozent).

Klimawirksame Stoffe sind Substanzen, die zum Klimawandel beitragen, indem sie Wärme in der Erdatmosphäre zurückhalten. Fluorierte Gase wirken dabei besonders stark und sind deutlich klimaschädlicher als Kohlendioxid (CO₂), da bereits geringe Mengen eine hohe Erwärmungswirkung entfalten können. Sie werden unter anderem als Kältemittel in Kühl- und Klimaanlagen, Wärmepumpen oder Kühlschränken eingesetzt. Zu den klimawirksamen Stoffen zählen voll- oder teilhalogenierte aliphatische Fluorkohlenwasserstoffe (FKW bzw. H-FKW). Durch sachgemäßen Umgang sowie eine ordnungsgemäße Entsorgung lassen sich Emissionen jedoch weitgehend vermeiden. Aufgrund ihres hohen Treibhausgaspotentials unterliegen diese Stoffe einer besonderen Beobachtung.

Der wichtigste Einsatzstoff in Rheinland-Pfalz war auch in 2024 der teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoff Tetrafluorethan (Handelsname R 134a). Auf ihn entfielen 85 Prozent der insgesamt verwendeten Menge, zehn Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. In Rheinland-Pfalz wird R 134a überwiegend als Treibmittel bei der Herstellung von Aerosolen, beispielsweise für medizinische Sprays, eingesetzt. Darüber hinaus ist der Stoff als Kältemittel in Klimaanlagen, etwa in Fahrzeugen, bekannt.

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Zum Vergleich: Bundesweit wurden im Jahr 2024 gut 6.992 Tonnen klimawirksame Stoffe verwendet. Mit 3.419 Tonnen (49 Prozent) waren R 134a und das moderne Standart-Kfz-Kältemittel R1234yf, das speziell als Ersatz für R 134a entwickelt wurde, die wichtigsten Einsatzstoffe. Vom leicht entflammbaren Stoff R1234yf (2,3,3,3-Tetrafluorpropen), der eine deutlich geringere Klimawirksamkeit aufweist, wurden bundesweit 2.273 Tonnen verwendet. In Rheinland-Pfalz spielte R1234yf mit einer eingesetzten Menge von 3,7 Tonnen im Jahr 2024 hingegen nur eine untergeordnete Rolle.

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Zum Vergleich der Umweltwirkung verschiedener klimawirksamer Stoffe werden diese in CO₂-Äquivalente umgerechnet. Diese Kennzahl gibt an, wie stark das Treibhausgaspotential einer bestimmten Stoffmenge im Vergleich zu der gleichen Menge CO₂ ist. Das CO₂-Äquivalent für Tetrafluorethan liegt für einen Zeitraum von 100 Jahren bei 1.430, d. h. R 134a ist damit rund 1.430-mal klimaschädlicher als Kohlendioxid; der Wert von R1234yf liegt hingegen bei vier.

Insgesamt belief sich das CO₂-Äquivalent der im Jahr 2024 in rheinland-pfälzischen Unternehmen eingesetzten klimawirksamen Stoffe auf 577.000 Tonnen. Der als Treibmittel eingesetzte Teil entfaltet seine Umweltwirkung unmittelbar, während dies bei Kältemitteln durch ordnungsgemäßen Umgang und Entsorgung vermieden werden kann. Seit 2014, als mit 929.000 Tonnen CO₂-Äquivalenten der bislang höchste Wert in Rheinland-Pfalz erreicht wurde, ist das Treibhausgaspotential durch den Einsatz klimawirksamer Stoffe damit um 38 Prozent gesunken.

Methodische Hinweise

Die Daten stammen aus der Erhebung bestimmter klimawirksamer Stoffe. Einbezogen sind Unternehmen (Rechtliche Einheiten), die bestimmte klimawirksame Stoffe in Mengen von mehr als 20 Kilogramm pro Stoff und Jahr zur Herstellung, Instandhaltung, Wartung oder Reinigung verwenden. Als klimawirksame Stoffe im Sinne dieser Erhebung gelten ausschließlich Fluorderivate der aliphatischen und cyclischen Kohlenwasserstoffe mit bis zu zehn Kohlenstoffatomen, insbesondere Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) und teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW) sowie Blends (Mischungen), die diese Stoffe enthalten.

Autorin: Tina Lortz-Schremb (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)

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VG Bad Ems-Nassau

Bahnhof Bad Ems: Baugenehmigung bereits seit Dezember 2024 erteilt

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BAD EMS Das seit Jahren diskutierte Wohnbauprojekt im ehemaligen Empfangsgebäude des Bahnhofs Bad Ems ist baurechtlich abgeschlossen. Wie die Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises auf Anfrage des BEN Kurier mitteilt, wurde die Baugenehmigung für das Projekt bereits am 16. Dezember 2024 erteilt. Auch die denkmalschutzrechtlichen Genehmigungen liegen vor.

Damit ist das Genehmigungsverfahren aus Sicht der zuständigen Bauaufsichtsbehörde abgeschlossen. Der Vorgang sei bei der Kreisverwaltung nicht mehr anhängig, teilte die Pressestelle des Rhein-Lahn-Kreises mit.

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Noch im März 2024 war öffentlich berichtet worden, dass insbesondere denkmalrechtliche und brandschutzrechtliche Anforderungen den Fortgang des Projekts verzögerten. Geplant ist die Schaffung von insgesamt 18 Wohneinheiten im historischen Empfangsgebäude des Bahnhofs. Die nun bestätigte Genehmigungslage stellt diese Darstellung zumindest teilweise in ein neues Licht.

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Warum das Projekt trotz erteilter Baugenehmigung bislang nicht umgesetzt wurde, geht aus der Stellungnahme der Kreisverwaltung nicht hervor. Aus bauaufsichtlicher und denkmalrechtlicher Sicht bestehen derzeit jedoch keine offenen Verfahren mehr.

Der BEN Kurier hat den damals öffentlich auftretenden Architekten um eine Stellungnahme zum aktuellen Sachstand gebeten. Eine Antwort lag bis zum Redaktionsschluss nicht vor.

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Gesundheit

Trauer verstehen: Wenn Schmerz den Körper erreicht Anja Schrock und Philosoph Matthias Jung sprechen über die körperliche Erfahrung von Trauer, den Schock des Verlusts und Wege, Schmerz auszuhalten.

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GESUNDHEIT Der Schmerz und die Zeit, Umgang mit Verlust. Mit diesen Worten beginnt die vierte Folge der Gesprächsreihe Trauer verstehen. In dem ersten Teil widmen sich Anja Schrock und der Philosoph Mathias Jung einer Dimension der Trauer, die häufig unterschätzt wird: der körperlichen Erfahrung des Schmerzes.

Trauer, so wird gleich zu Beginn deutlich, ist kein rein seelischer Zustand. Sie greift tief in den Körper ein, raubt Schlaf, Rhythmus, Appetit und Orientierung. Sie verändert das Zeitgefühl, lähmt oder treibt an – und stellt das gesamte Leben auf den Kopf.

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Der Schock des Todes – ein Bruch ohne Vorbereitung

Eindringlich wird dies im O-Ton von Simone, den Anja Schrock zu Beginn der Folge vorliest. Ein sonniger Herbsttag, September, kurz vor 17 Uhr und ein Leben zerbricht. Simone findet ihren Lebensgefährten leblos vor dem Fernseher. Ohne Vorwarnung, ohne Abschied, ohne Zeit zum Begreifen.

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Was folgt, beschreibt sie als Albtraum: schlaflose Nächte, der Verlust jeder Tagesstruktur, Alkohol, Leere. Selbst die Liebe und Fürsorge von Freunden und Familie reichen nicht aus, um Halt zu geben. Der Boden unter den Füßen ist weg.

Matthias Jung ordnet diesen Moment philosophisch ein – und zugleich sehr persönlich. Auch für ihn, der sich ein Leben lang mit dem Tod beschäftigt hat, bleibt der Tod eines geliebten Menschen letztlich unbegreiflich. Die Stimme kommt nicht zurück, die Nähe ist unwiederbringlich verloren. Besonders schwer wiegt der abrupte Tod: Wenn es keine Zeit gab zu trauern, keinen langsamen Abschied. So paradox es klingt, kann eine lange Krankheit dann sogar ein Segen sein, weil sie einen schleichenden Abschied erlaubt.

Struktur als Überlebensstrategie

Simone beschreibt, wie sie sich im ersten Schritt über eine äußere Ordnung zurück ins Leben rettete. Die Rückkehr in den Job wurde zur Überlebensstrategie, nicht zur Leistungsfrage. Ob sie funktionierte, war nebensächlich – entscheidend war die Struktur.

Innerlich aber blieb sie haltlos. Der zweite Schritt führte sie in eine therapeutische Begleitung. Und hier fällt ein zentraler Satz dieser Folge: Es muss matchen. Zwischen Therapeut und Klientin entsteht eine besondere Beziehung – keine romantische, sondern eine existenzielle Form von Nähe, Annahme und Vertrauen.

Matthias Jung betont, wie wichtig es ist, sich Hilfe zu holen. Wo steht geschrieben, dass Trauer allein bewältigt werden muss? Menschen helfen Menschen. Zuhören dürfen, weinen dürfen, immer wieder dasselbe erzählen – das ist keine Schwäche, sondern notwendig.

Schmerz als Schutzfunktion

Ein zentrales Thema der Folge ist die Schutzfunktion des Schmerzes. Trauer hebt die üblichen Regeln des Alltags auf. Der „übergesetzliche Notstand“, wie Jung es nennt, erlaubt Rückzug, Schonung, Verlangsamung. Der Schmerz signalisiert der Umwelt: Geht behutsam mit mir um. Ich kann im Moment nicht funktionieren wie sonst.

Früher zeigte sich das auch äußerlich – durch Trauerkleidung, klare Rituale, gesellschaftlich akzeptierten Rückzug. Heute fehlen diese sichtbaren Zeichen oft, doch der innere Ausnahmezustand bleibt derselbe. Entscheidend ist die Gratwanderung: Wann schützt der Schmerz und wann wird Hilfe dringend notwendig? Hier ist auch das Umfeld gefragt, hinzusehen und notfalls klar zu sagen: Du schaffst das nicht allein.

Rituale, Erinnerungen und Dankbarkeit

Berührend sind die weiteren O-Töne der Folge. Lars erzählt vom Tod seines Vaters, von täglichen Erinnerungen, von Tränen mitten im Alltag. Verdrängung, so wird deutlich, ist keine Lösung. Was verdrängt wird, bleibt wirksam.

Besonders eindrücklich ist seine Schilderung des Abschieds von seinem Hund. Die bewussten letzten Tage, die Erlösung zu Hause, der Schmerz – und der kleine Erinnerungsschrein mit Herz und Foto. Matthias Jung greift diesen Gedanken auf: Tiere stehen für eine bedingungslose Form der Liebe. Der Verlust kann ebenso tief gehen wie der eines Menschen – und ist nicht weniger legitim.

Auch Alice berichtet von körperlicher Trauer: dem Tod der Mutter, der noch nach 15 Jahren spürbar ist. Trauer vergeht nicht einfach. Sie verändert sich. Sie wird leiser vielleicht, aber sie bleibt Teil der eigenen Geschichte.

Trauer zulassen – auch körperlich

Ein wichtiger Appell dieser Folge richtet sich an den Umgang mit sich selbst: nicht verwahrlosen, achtsam bleiben, sich kümmern wie um ein verletztes Kind. Sich waschen, essen, rausgehen, Blumen kaufen – kleine Gesten können Halt geben. Trauer darf gezeigt werden. Und Hilfe darf eingefordert werden.

Fortsetzung folgt

Am Ende von Teil A wird klar, warum diese Folge geteilt wurde. Die Themen sind schwer, tiefgreifend und verlangen Zeit. In Teil B von Folge 4 geht es weiter mit der Frage, wie sich Trauer im Laufe der Zeit verändert – und warum sie nie ganz vergeht.

Trauer verstehen bleibt damit eine Reihe, die nicht tröstet, indem sie beschwichtigt, sondern indem sie ernst nimmt. Den Schmerz. Den Körper. Und den Menschen dahinter.

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VG Bad Ems-Nassau

Herrlich verrückt: Dornholzhausen feiert Karneval

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DORNHOLZHAUSEN Wenn die kleine Gemeinde Dornholzhausen zur Fassenacht ruft, strömen am Nachmittag die Kinder und am Abend die Erwachsenen in die Mühlbachhalle und das aus gutem Grund. Gerade für die Kleinsten wird nachmittags richtig viel geboten: Zahlreiche Tanzgruppen aus den Nachbarorten, jede Menge Animation, natürlich eine Polonaise, kurz: ein Programm, bei dem kein Kind lange still sitzen bleibt. Für die Jüngsten ist es das größte Vergnügen, für die Eltern eine kleine Auszeit und einfach schön, den Nachwuchs beim Toben und Lachen zu beobachten.

Am Abend dreht sich das Bild dann fast um: Während die Kleinen ganz groß werden, werden die Großen wieder ein Stück jünger. Auf der Bühne haben sich die Aktiven einiges einfallen lassen und das konnte sich sehen lassen. Neben gelungenen Sketchen gab es ein Männerballett und so manchen akrobatischen Tanz, der im Publikum für staunende Gesichter sorgte.

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Dass so ein Nachmittag und Abend überhaupt möglich sind, liegt an einer engagierten Interessengemeinschaft in Dornholzhausen und an den vielen Helfern, die mit anpacken. Irgendwie ist hier jeder beteiligt: als Helfer, auf der Bühne oder einfach als Gast. Genau das macht den Karneval in einer kleinen Gemeinde so besonders.

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