VG Bad Ems-Nassau
Bau in Rekordzeit: Dausenaus neue Brücke offziell eröffnet
Feierliche Eröffnung der Dausenauer Brücke
DAUSENAU Heute ist die neue Bahnhofsbrücke in Dausenau offiziell eröffnet worden. Dass die Arbeiten nicht nur «im Rahmen», sondern nahezu in Rekordzeit abgeschlossen werden konnten, war zu Beginn des Projekts keineswegs selbstverständlich. Startschuss war im Februar 2025 und bereits im Oktober desselben Jahres durften die ersten Autos über die neue Brücke über die Bahngleise rollen. Seither liefen noch Restarbeiten, bis die Maßnahme nun vollständig fertiggestellt werden konnte.
Bahn-Sperrpause als Vorteil für die Baustelle
Infrastrukturprojekte dieser Größenordnung verlaufen selten so reibungslos. Gerade im Straßen- und Brückenbau prägen unvorhersehbare Abläufe den Alltag, in Dausenau spielte dabei vor allem der parallel laufende Bahnverkehr eine zentrale Rolle. Als sich in der Nachbarstadt Nassau Verzögerungen an einem Brückenbau ergaben und der Bahnverkehr zeitweise vollständig zum Erliegen kam, war das für Pendler im Schienenersatzverkehr eine zusätzliche Belastung. Für die Baustelle in Dausenau hatte die verlängerte Sperrpause jedoch einen entscheidenden Effekt: Sie konnte konsequent genutzt werden, sodass das Grundgerüst der neuen Brücke in kurzer Zeit entstand.
Die neue Brücke ersetzt einen maroden Vorgängerbau, dessen Zustand sich über Jahrzehnte zunehmend verschlechtert hatte. Nach Angaben der Verantwortlichen soll die alte Brücke künftig nicht verschwinden, sondern eine neue Rolle bekommen: als Fußgänger- und Fahrradbrücke.
Kinder als erste offizielle Verkehrsteilnehmer
Ortsbürgermeisterin Michelle Wittler betonte bei der Einweihung, wie eng das Projekt im Ort begleitet wurde und setzte beim offiziellen Startpunkt ein bewusstes Zeichen: «Schon im Oktober durften die ersten Autos darüber fahren, aber heute war es wichtig für die Gemeinde, dass die ersten offiziellen Verkehrsteilnehmer tatsächlich die Kinder sind.» Kinder aus Kindergarten und Grundschule seien deshalb als Erste «offizielle Verkehrsteilnehmer» über die Brücke gefahren.
Wittler hob zudem die Zusammenarbeit mit den beteiligten Firmen hervor: »Eine ganz tolle Zusammenarbeit hatten wir mit allen Firmen beteiligt. Die Firma Koch, die Firma Mayer, primär mit ihren Subunternehmen. Also diese tolle Zusammenarbeit hat dazu geführt, dass diese Brücke äußerst schnell gebaut wurde.» Für die Gemeinde sei das auch finanziell relevant gewesen: «Wir sind sehr froh darüber, weil jeden Tag länger könnte es sein, dass es noch mehr kostet.» Außerdem, so Wittler, habe man die Sperrung der Bahn gezielt nutzen können. Auch im Umgang im Ort habe es positive Rückmeldungen gegeben: «Die Mitarbeiter von den Firmen waren ausgesprochen freundlich mit allen hier im Ort.»
Land fördert mit über 700.000 Euro
Verkehrsministerin Daniela Schmitt ordnete die Bedeutung der Brücke über Dausenau hinaus ein: «Es ist ein großer Tag für Dausenau, aber auch den ganzen Rhein-Lahn-Kreis, dass wir die neue Brücke hier gerade eingeweiht haben.» Gleichzeitig sei die geplante Weiternutzung der alten Brücke ein Bekenntnis zur Geschichte: «….dass die alte Brücke zukünftig als Fußgänger-, als Fahrradbrücke genutzt werden kann.» Schmitt sprach von einem starken Signal für eine gute Infrastruktur, gerade in einer Region mit Pendlern, Handwerk, Mittelstand und Tourismus. Das Land Rheinland-Pfalz habe das Projekt mitfinanziert: «Wir haben über 700.000 Euro dazugegeben vom Land.»
Auch Verbandsbürgermeister Uwe Bruchhäuser (Bad Ems-Nassau) bezeichnete den Neubau als Zäsur: «Als alter Dausenauer ist das ein Meilenstein», sagte er mit Blick auf die Brückengeschichte im Ort. Aus Verwaltungssicht sei es eine super Maßnahme gewesen und vor allem ein Gemeinschaftsprojekt: «Das ist ein Musterbeispiel für eine Maßnahme, wie sie optimaler nicht laufen könnte.»
Der Landtagsabgeordnete Manuel Liguori verwies ebenfalls auf die kurze Bauzeit: «Ich freue mich ganz besonders für die Ortsgemeinde, dass das möglich ist, vor allen Dingen nach so kurzer Zeit.» Die Brücke stehe nun für die Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Matthias Lammert, Vizepräsident des Landtags Rheinland-Pfalz, nannte die neue Brücke eine Aufwertung und einen Sicherheitsfaktor: «Teilweise habe man zuvor nicht mehr über die Brücke mit größeren schwerlastigen Fahrzeugen fahren können.» Zugleich betonte er die Bedeutung der Landesunterstützung: «Das Land hat auch Geld dazugegeben, das ist auch wichtig, dass wir die Kommunen unterstützen, und das muss auch in der Zukunft so weiter erfolgen.»
Zwei Mammutprojekte in kurzer Zeit: Brücke und Schiefer Turm
In Dausenau ist die Brücke dabei nicht das einzige große Vorhaben, das in kurzer Zeit umgesetzt wurde. Erst kürzlich wurde auch der Dausenauer Schiefe Turm saniert. Schief ist er weiterhin und das soll auch so bleiben. Seine Standfestigkeit jedoch gilt jetzt langfristig als gesichert. Innerhalb kurzer Zeit hat die Ortsgemeinde damit gleich zwei Projekte abgeschlossen, die für viele Kommunen über Jahre hinweg Kraftakte sind.
VG Bad Ems-Nassau
Gemeinsam für den Wald: 80 Kinder packen am Ehrlich-Heidchen in Nassau mit an
NASSAU Mit Astscheren, Spaten und viel Begeisterung für die Natur haben sich rund 80 Kinder gemeinsam mit Erwachsenen am Ehrlich-Heidchen in Nassau zu einer besonderen Umweltaktion getroffen. Ziel der Initiative war es, Bäume zu pflegen, neue Pflanzen zu setzen und Kindern gleichzeitig den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur näherzubringen.
Stadtbürgermeister Manuel Liguori zeigte sich begeistert über die große Resonanz. „Wir sind von den Anmeldungen etwas überrollt worden“, erklärte er beim Auftakt der Aktion. Viele Kinder hätten sich gemeinsam mit ihren Familien angemeldet, um im Wald aktiv mitzuhelfen. Sein besonderer Dank galt dem Ersten Beigeordneten Uli Pebler, der die Veranstaltung initiiert und organisiert hatte. „Er ist der Antreiber und Motor des Ganzen“, betonte Liguori.
Unterstützt wurde die Aktion von zahlreichen Beteiligten aus der Region. Neben dem städtischen Bauhof engagierten sich der Jugendtreff, der Forst, örtliche Jäger sowie weitere Helfer wie Ursula und Manfred Braun und Philipp Schiefenhövel. Auch die Grundschule Nassau beteiligte sich mit vielen Schülerinnen und Schülern.
Der Erste Beigeordnete Uli Pebler erläuterte das vielseitige Programm des Nachmittags. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl sei die ursprünglich geplante reine Baumpflegemaßnahme deutlich erweitert worden. So pflanzte eine Gruppe gemeinsam mit dem Forst neue Weißtannen, die als klimaresistente Baumart künftig besser mit den veränderten Klimabedingungen zurechtkommen sollen.
Weitere Gruppen kümmerten sich um Pflegearbeiten im sogenannten Kinderschulwald, den Nassauern Grundschulkinder bereits vor zwei Jahren angelegt hatten. Dort wurden Nachbesserungen vorgenommen, um das Wachstum der jungen Bäume zu sichern.
Auf dem Heidchen selbst standen zudem verschiedene Arbeiten an: Drei Gruppen führten den sogenannten Erhaltungsschnitt an tragenden Bäumen durch, während eine weitere Gruppe, ausschließlich mit Erwachsenen, alte Apfelbäume zurückschnitt, um deren Verjüngung zu fördern. Zusätzlich wurden Misteln aus den städtischen Bäumen entfernt, die langfristig die Vitalität der Obstbäume beeinträchtigen können.
Neben der Arbeit kam auch der gemeinschaftliche Teil nicht zu kurz. Für die Kinder gab es Stockbrot am Lagerfeuer, das vom Bauhof beaufsichtigt wurde. Die örtlichen Jäger sorgten für Bratwürste. Dazu wurden kalte Getränke angeboten.
Nach zwei bis drei Stunden gemeinsamer Arbeit hoffen die Organisatoren, nicht nur den Obstbäumen auf dem Heidchen etwas Gutes getan zu haben, sondern auch den Kindern ein wichtiges Erlebnis vermittelt zu haben. „Die Kinder sollen mitbekommen, dass man in der Natur auch etwas Gutes tun kann und dabei Spaß haben“, sagte Pebler. Gleichzeitig betonte er, dass solche Aktionen keine einmalige Sache bleiben sollen, sondern Teil eines langfristigen Engagements für Natur und Umwelt in Nassau sind.
Sport
Erlös aus Benefizspiel in Nievern sorgt für Freude in Kenia
NIEVERN Viele Highlights hatten wir im vergangenen Jahr anl. unseres 750. Gemeindejubiläums zu feiern. Einige werden uns noch lange in Erinnerung bleiben, vor allem dann, wenn sie im Rahmen eines weiteren, sportlichen Jubiläums zu einem besonderen Erlebnis wurden, das jetzt noch seine Nachwirkungen zeigt.
So hatte der SV Hertha anl. seines 115jährigen Bestehens am Sonntag, dem 7. September 2025 zu einem Benefizspiel der Nieverner Seniorenmannschaft gegen die Traditionself des 1. FC Köln ins Stadion Silberau eingeladen. Rund 650 Besucher konnten bei schönem Wetter und toller Atmosphäre einen herrlichen Fußballnachmittag erleben, dessen Reinerlös in Höhe von 3000,00 € zudem einem guten Zweck zugeführt wurde.
Der langjährige Schulleiter und ehemalige Europaabgeordnete Norbert Neuser unterstützt mit seiner Stiftung Kick for Help seit vielen Jahren Sport- und Schulprojekte in Entwicklungsländern. Zweck der Stiftung ist die Förderung von Schul- und Vereinsprojekten sowie die Unterstützung internationaler Begegnungen von jungen Sportlern und Sportlerinnen. Mit der integrativen Kraft des Sports sollen Barrieren, Vorurteile, vorhandene Konflikte und Benachteiligungen aufgehoben und beseitigt werden. Die „Stiftung Kick for Help“ will damit positiv zur Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen beitragen.
So konnte mit der Unterstützung aus dem Jubiläumsspiel der Hertha an der Becky Scool in Kibera (Kenia) für dauerhaftes Trinkwasser für alle Schülerinnen und Schüler gesorgt, eine neue Toilettenanlage fertiggestellt und ein neuer Schulgarten angelegt werden, der von den Kindern mit großer Begeisterung gepflegt wird. Norbert Neuser war vor Kurzem vor Ort, um sich dort von den geleisteten Arbeiten und den Fortschritten selbst zu überzeugen. Dabei konnte er festzustellen, dass als kleines Dankeschön der Schulgemeinschaft jetzt sogar das Logo des SV Hertha Nievern mitten in Afrika an einer Wand der Becky Scool in Kibera prangt!
Was für ein tolles Update zum Jubiläum der Hertha, aber auch der Gemeinde, verbunden mit einem großen Dankeschön an alle, die das möglich gemacht haben!
VG Bad Ems-Nassau
Zum Internationalen Frauentag am 8. März: Wie leben Frauen in Rheinland-Pfalz?
WIRTSCHAFT Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2025 wirft das Statistische Landesamt in Bad Ems einen statistischen Blick auf die Lebenssituation der rund 2,1 Millionen Frauen im Land. Die Zahlen aus verschiedenen Bereichen zeigen teils deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
Bildung und Studium
Frauen erzielen durchschnittlich höhere Bildungsabschlüsse als Männer. Rund 38 Prozent der jungen Frauen und 29 Prozent der jungen Männer schlossen 2024 die allgemeinbildenden Schulen mit der Allgemeinen Hochschulreife ab.
Unter den 109.760 Studierenden in Rheinland-Pfalz im Wintersemester 2024/25 überwog der Anteil der Frauen mit 53 Prozent gegenüber dem der Männer (47 Prozent). Auch bei den bestandenen Prüfungen hatten Studentinnen einen etwas höheren Anteil (55 Prozent) als Studenten (45 Prozent).
Frauen beenden ihr Studium deutlich häufiger als Männer mit einer Lehramtsprüfung (20 bzw. 10 Prozent) und dominieren zahlenmäßig den Lehrerberuf in Rheinland-Pfalz. Fast drei Viertel der Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen (74 Prozent) sind weiblich, besonders stark vertreten an Grundschulen (90 Prozent) und Förderschulen (83 Prozent). An berufsbildenden Schulen ist das Verhältnis mit einem Frauenanteil von 53 Prozent sichtbar ausgeglichener.
An den Hochschulen zeigt sich ein anderes Bild: Weniger als jeder dritte Lehrstuhl (29 Prozent) ist mit einer Professorin besetzt. Allerdings ist hier seit Jahren ein langsamer, aber stetiger Aufwärtstrend erkennbar: Fünf Jahre zuvor waren es nur 24 Prozent. Bei den Juniorprofessuren liegt der Anteil der Frauen bei 56,5 Prozent (2019: 45 Prozent).
Politische Partizipation
Ein Blick auf die Bundestagswahl im vergangenen Jahr zeigt sichtbare Unterschiede im Wahlverhalten zwischen Männern und Frauen. Die Wahlgewinnerin CDU war bei beiden Geschlechtern die stärkste Kraft (Frauen: 30,3 Prozent; Männer: 31 Prozent). Die AfD wählten 15,6 Prozent der Frauen, aber 24,6 Prozent der Männer. Frauen stimmten hingegen häufiger als Männer für die SPD (20,3 Prozent bzw. 17 Prozent), die Grünen (11,6 Prozent bzw. 9,1 Prozent) und Die Linke (7,8 Prozent bzw. 5,2 Prozent).
Weitere Informationen
Weitere Zahlen zur Lebenssituation von Frauen in Rheinland-Pfalz – etwa zu Eheschließungen, Geburten, Berufstätigkeit und Kinderbetreuung – sind im Beitrag „ Frauen in Rheinland-Pfalz“ im digitalen statistischen Journal Datenblick verfügbar. Einen kompakten Überblick über die Zahlen mit vielen Grafiken liefert zudem das neu aufgelegte Faltblatt „Frauen in Rheinland-Pfalz“, das kostenfrei heruntergeladen werden kann.
Autorin: Marina Metz (Referat Kommunikation)
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