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Lahnstein

Vor 100 Jahren druckte Oberlahnstein eigenes Geld

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Rückseite des Notgelds (Fotos: Sammlung Stadtarchiv Lahnstein)

LAHNSTEIN „Notgeld der Stadt Oberlahnstein. Einhundert Mark.“ Mit gedruckten Geldscheinen in blauer Farbe, besiegelt und unterzeichnet vom damaligen Bürgermeister Dr. Walter Weber und Magistratsmitglied Franz Fohr, ließ die Stadt Oberlahnstein ab Ende Oktober 1922 zur Erleichterung des Zahlungsverkehrs ihr eigenes Geld drucken. Vier Jahre nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg gab sie damit erstmals selbst Notgeld heraus. Bereits im August 1921 wollte der Magistrat von Oberlahnstein wegen Kleingeldmangel 25- und 50-Pfennig-Notgeld-Scheine drucken lassen. Ein Angebot lag von ihr vor, doch lehnte die Reichsbankstelle Koblenz dies ab.

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Rückseite des Notgelds (Fotos: Sammlung Stadtarchiv Lahnstein)

Ein Hilfeaufruf des Magistrats Oberlahnstein an das Regierungspräsidium Wiesbaden um Abhilfe im Kleingeldmangel durch „erneute Ausgabe von Ersatzwertzeichen“ (Notgeld) blieb aus, da die Reichbanknebenstelle Oberlahnstein im November 1921 bestätigte, dass genügend Kleingeld derzeit von der Reichsbank geprägt wird. Erst am 12. September 1922 bestätigte die Reichsbanknebenstelle dem Magistrat Oberlahnstein die katastrophale Zahlungsknappheit durch den Streik der Reichsdruckerei und den starken Sturz der Mark. Daraufhin stellte der Magistrat Oberlahnstein an den Reichsfinanzminister das Gesuch um Ausgabe von Notgeldscheinen zu 100, 500 und 1000 Mark. Am 15. September 1922 erreichte ihn das Telegramm aus Berlin: „Genehmige im Einverständnis mit preußischem Handelsminister Ausgabe von fünfzehn Millionen Mark Notgeld durch Stadt Oberlahnstein Stücke bis fünfhundert Mark Laufzeit längstens bis zehnten November Punkt Laufzeit muss auf Scheinen ersichtlich sein oder bekannt gemacht werden Punkt“.

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Am 19. September genehmigte die Finanzkommission Oberlahnstein die Ausgabe von 100-Mark-Scheinen im Gesamtwert von 1 Million Mark. Der Magistrat stimmte dem zu. Zeichenlehrer Klein von der Berufsschule wurde beauftragt, als Motive die Burg Lahneck und das Stadtwappen zu gestalten. Auch holte der Magistrat ein Angebot der Firma Schickel (Inhaber Nohr) in Oberlahnstein zum Druck des Notgeldes ein. Nachdem die Finanzkommission dem Entwurf zugestimmt und die Ausgabe für 3 Millionen Mark bei der Druckerei Nohr empfohlen hatte, stimmte auch der Magistrat dem Beschluss zu. Auf der Vorderseite zeigt der Geldschein als Stiche die Burg Lahneck, die alte Wenzelskapelle und das Alte Rathaus. Die Rückseite trägt über einem Eichenkranz mit dem Oberlahnsteiner Stadtwappen den Spruch: „Nimmer wird das Reich zerstört,
wenn ihr einig seid und treu.“

Die Stadt musste einen dem Gegenwert entsprechenden Betrag in sicheren Wertpapieren bei der Reichskreditgesellschaft hinterlegen und hatte auch die Herstellungskosten von 4,20 Mark pro Schein zu bezahlen. Da die Umlauffrist später verlängert wurde, konnten die Scheine bis Anfang März 1923 eingelöst werden. Bis dahin war aber die Inflation jedoch schon weit fortgeschritten, dass 500g Brot statt 3,50 Mark (Mai 1922) bereits 700 Mark zahlen – zum Höhepunkt der Inflation im Oktober 1923 gar 670 Millionen Mark. Das Notgeld hatte nach Ablauf der Einlösungsfrist nur noch Sammlerwert. Das Not- und Inflationsgeld der Städte Nieder- und Oberlahnstein sowie des Kreises St. Goarshausen aus den Jahren 1917 bis 1923 ist im Stadtarchiv Lahnstein montags bis freitags bis Ende Dezember zu besichtigen.

(Fotos: Sammlung Stadtarchiv Lahnstein)

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Lahnstein

Nachhaltig shoppen: „2te Chance“ eröffnet in der Lahnsteiner Burgstraße

Bürgermeister Dornbusch bringt Brot und Salz zum Einzug

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LAHNSTEIN Ob Hosen, Mützen, Schals oder Kinderkleidung, das Angebot im Laden von Gülcan und Aniel Yilmaz ist bunt und vielfältig. Das Ehepaar verkauft in der „2ten Chance“, die sie gerade neu in der Burgstraße 6 in Oberlahnstein eröffneten, Kleidung aus zweiter Hand – und das viel günstiger als in anderen Modegeschäften. „Viele Menschen schnüren aktuell den Gürtel enger und auch bei der Mode wird gespart. Wir möchten Schönes bieten, das sich jeder leisten kann“, so die Inhaberin. Gebrauchte Ware heißt aber nicht automatisch minderwertige Qualität: „Wir verkaufen nur gewaschene Kleindung, die gut erhalten ist“, erklärt Yilmaz. Die Inhaber, die die Klamotten von Privatleuten bekommen, unterziehen diese einer genauen Kontrolle und reinigen sie. So wandern nur Waren in einwandfreiem Zustand in den Verkauf.

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Bürgermeister Dornbusch bringt Brot und Salz zum Einzug

Gülcan Yilmaz sieht die „2te Chance“ nicht nur als Geschäft, sondern auch als Begegnungsstätte. Der Austausch mit den Besuchern ist ihr sehr wichtig. „Das geht über die reine Modeberatung weit hinaus“, sagt Yilmaz. Häufig wird zwischen Pullovern, Handschuhen und Schmuck Zwischenmenschliches zum Thema.

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Für die Kinder hat sie sich eine ganz besonders weihnachtliche Aktion überlegt: Am 6. Dezember besucht der Nikolaus in ihren Laden. „Alle Kinder sind herzlich eingeladen.“

Der Tradition entsprechend brachte Bürgermeister Adalbert Dornbusch zur Eröffnung Brot und Salz mit als Symbol für Sesshaftigkeit, Gemeinschaft und Wohlstand und wünschte dem Ehepaar, auch im Namen der Stadt Lahnstein, viel Erfolg für ihren Start. „Das Thema Nachhaltigkeit wird immer wichtiger, darum freue ich mich besonders über das Angebot von Familie Yilmaz“, so Bürgermeister Dornbusch.

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Lahnstein

Weihnachtskrippen in der Hospitalkapelle in Lahnstein

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LAHNSTEIN Bereits seit Anfang der 1990-er Jahre führt der Arbeitskreis Lahnsteiner Krippenfreunde mit dem Förderkreis der Hospitalkapelle Lahnstein die „Weihnachtskrippenausstellung“ durch.

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Eveline Steinhauer hat es im Bild festgehalten: Die Idee zu einer der ersten Weihnachtskrippe hatte der Heilige Franz von Assisi. Er hielt bereits im Jahre 1223 in Greccio in Italien am 25. Dezember eine Krippenfeier mit lebenden Tieren ab. In eine echte Futterkrippe ließ Franz von Assisi ein aus Wachs geformtes Jesuskind legen.

Rhein-Lahn-Nixe Adriana I. und KVL-Vorsitzender Günter Groß waren bei der Eröffnung am vergangenen Samstag dabei. Doris und Willi Eisenbarth sowie Eveline Steinhauer wussten interessantes über die Entstehung der Krippen im Allgemeinen und der einzelnen Exponate im Besonderen zu berichten.

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Lahnstein

Kinoeinladung für Flüchtlingshelfer

LAHNSTEIN Caritas will sich bei engagierten Menschen in der Flüchtlingsarbeit bedanken

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LAHNSTEIN Mit einer ganz besonderen Aktion möchte sich der Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn bei allen Menschen bedanken, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagiert haben. Am Freitag, 9. Dezember, lädt die Migrations- und Flüchtlingsberatung/Ehrenamtskoordination der Caritas zu einem Kinonachmittag nach Lahnstein ein. Angesprochen sind alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in der Flüchtlingsarbeit, aber auch Vermieterinnen und Vermieter, die Menschen Wohnraum zur Verfügung gestellt haben, die aufgrund des Krieges aus der Ukraine flüchten mussten.

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Gezeigt wird der Film „300 Worte Deutsch“. Dabei handelt es sich um eine Integrationskomödie, die mit Humor versucht, die gängige Vorurteile auszuräumen. In den Hauptrollen spielen unter anderem Pegah Ferydoni und Christoph Maria Herbst. Die Filmvorführung ist kostenlos und beginnt um 16 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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Weitere Infos bei Amanda Kras von der Migrations- und Flüchtlingsberatung/Ehrenamtskoordination beim Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn, Telefon 02621/9208-52, E-Mail: amanda.kras@cv-ww-rl.de.

Foto: Lizensiert Envato für den BEN Kurier

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