Versuchtes Tötungsdelikt in Koblenz am 13.03.2022

Versuchtes Tötungsdelikt auf zweijährigen Jungen

in Blaulicht/Koblenz

KOBLENZ Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen einen 39jährigen deutschen Staatsangehörigen, wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung. Ihm liegt zur Last, am 13.03.2022, gegen 14.15 Uhr im Bereich des Markenbildchenwegs nahe des Koblenzer Hauptbahnhofs einen in einem Kinderwagen liegenden zweijährigen Jungen angegriffen und durch Messerstiche schwer verletzt zu haben, nachdem er dessen Mutter weggeschubst hatte. Der Beschuldigte konnte von mehreren Passanten überwältigt werden. Das u.a. im Oberkörperbereich verletzte Kind wurde operiert; es befindet sich außer Lebensgefahr, aber weiter in stationärer Behandlung. Durch das beherzte Eingreifen der Passanten dürfte Schlimmeres verhindert worden sein.

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Es bestehen Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte bei der in Rede stehenden Tat nicht schuldfähig war. Daher hat die zuständige Ermittlungsrichterin beim Amtsgericht Koblenz auf Antrag der Staatsanwaltschaft heute einen Beschluss zur einstweiligen Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus gem. § 126a der Strafprozessordnung erlassen. Er ist demgemäß einstweilen in einer geschlossenen Maßregelvollzugseinrichtung in Rheinland-Pfalz untergebracht worden.

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Ein wichtiger Zeuge, der bei dem Vorfall als Erster reagierte, beherzt eingriff und dem mutmaßlichen Angreifer das Messer entriss, konnte nach dem Eintreffen der Polizeibeamten am Einsatzort nicht mehr angetroffen werden. Anderen Zeugen zufolge soll es sich um eine männliche, dunkel gekleidete Person, gehandelt haben. Mehr ist derzeit leider nicht bekannt. Dieser Zeuge wird nun gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Koblenz unter der Telefonnummer 0261/103-2690 zu melden.

Rechtlicher Hinweis:

Das deutsche Strafrecht sieht vor, dass Strafen nur wegen schuldhaft begangener Straftaten verhängt werden können. War ein Täter bei Begehung der Tat schuldunfähig, kommt die Verhängung einer Maßregel der Besserung und Sicherung, z.B. die Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik, in Betracht. Zum Schutz der Allgemeinheit kann eine vorläufige Unterbringung angeordnet werden. Der Erlass eines Unterbringungsbefehls bedeutet nicht, dass gegen die untergebrachte Person bereits ein Tatnachweis erbracht wäre oder sicher zu führen sein wird. Vielmehr gilt für die beschuldigte Person bis zur Rechtskraft einer entsprechenden gerichtlichen Entscheidung weiterhin die Unschuldsvermutung (Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Koblenz, Kruse, Leitender Oberstaatsanwalt). 

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