Zur Fastenaktion „Sieben Wochen mit...“, lädt Pfarrer Matthias Metzmacher ab Aschermittwoch ein. Wie viele kleine Schritte dazu beitragen können, den Klimawandel zu bremsen und zu mehr Gerechtigkeit in der Region wie in der Welt beizutragen, sind unter anderem Thema.

Evangelisches Dekanat Nassauer Land setzt mit Fastenaktion „7 Wochen mit…“ auf Lokales und Nachhaltigkeit

in Gesundheit/Rhein-Lahn-Kreis

RHEIN-LAHN Regional, fair und klimafreundlich – das sind die drei Adjektive, die in diesem Jahr die Fastenaktion des Evangelischen Dekanats Nassauer Land prägen. Matthias Metzmacher, Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung, gibt in der Passionszeit bis Ostern mit zahlreichen Kooperationspartnern im Rhein-Lahn-Kreis einmal mehr Gelegenheit, die Einstellung zu den Ressourcen der Erde und zu den Menschen, die darauf leben, zu überdenken.

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Die Aktion unter dem Motto „Sieben Wochen mit… Produkten aus der Region, fairem Handel und klimafreundlich“ startet am Sonntag, 6. März um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in Hahnstätten. Die Corona-Pandemie habe zu schmerzlichen Veränderungen geführt, sagt Matthias Metzmacher, „Distanz und Vorsicht sind nötig, leider sind Begegnungen und Kontakte schwieriger geworden“. Auf der anderen Seite sieht er aber auch die Chance für einen bewussteren Lebensstil: die Mobilität habe sich verändert, Flugzeuge blieben am Boden und wirtschaftliche Überlegungen seien gegenüber der Bedeutung der Gesundheit hintan gestellt worden. Der Natur und der Schöpfung habe das gut getan. „Ich hoffe, dass wir nach dieser Krise nicht einfach zum Alten zurückkehren, sondern dass wir unsere Einstellungen und unser Verhalten für unsere Umwelt, unser Klima und unser Miteinander neu bedenken“, so der Theologe.

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Gutes muss nicht immer tausende Kilometer zurücklegen, um auf heimischen Tischen serviert zu werden.

Nach der Krise Verhalten zu Klima und Menschen neu bedenken

Dazu soll auch die Passionszeit beitragen, um sich sieben Wochen lang intensiver  Gedanken zu machen über den alltäglichen Konsum und sich darauf zu besinnen, welchen Wert und welche Wichtigkeit das tägliche Brot fürs eigene Leben hat. „Wir laden ein, sieben Wochen lang einen nachhaltigen – für viele vielleicht ungewohnten – Lebensstil auszuprobieren mit lokalen Produkten, fairem Handel und klimafreundlich“, so Metzmacher. Exkursionen im Kreisgebiet mit konkreten Beispielen sollen dazu ermutigen.

Folgende Termine sind vorbehaltlich der Corona-Regelungen bereits geplant:

Sonntag, 6. März, 10 Uhr: Evangelische Kirche Hahnstätten Eröffnungsgottesdienst in Kooperation mit dem Eine-Welt Team Katzenelnbogen und der Kirchengemeinde Hahnstätten

Dienstag, 8. März, 16 Uhr: Unverpacktladen „Lose Liebe“ in Diez, Marktplatz 7

Freitag, 11. März, 15 Uhr: Wasserkraftwerk Bad Ems
Erneuerbare Energien und Elektromobilität als Schlüssel für die Zukunft; Insel Silberau, An der Schleuse, 56130 Bad Ems

Samstag, 12. März, 15 Uhr: Bio-Hof Hahlgarten, Familie Weinig, 56132 Frücht (Direktvermarkter)

Dienstag, 15. März, 15.30 Uhr: Imkerei Familie Nengel, Brückenstraße 12, 56348 Dahlheim (Direktvermarkter)

Donnerstag, 17. März, 17 Uhr: Welt-Laden Bad Ems und Stiftung Scheuern Römerstraße 72, 56130 Bad Ems

Dienstag, 5. April, 15 Uhr: Gesellschaft für Gesundheitsberatung, Bruker-Garten, Dr. Max Otto Bruker-Straße 3, 56112 Lahnstein

Sollte es noch mehr Termine geben, werden diese im Veranstaltungskalender auf der Website des Dekanats (evangelisch-nassauer-land.de) aktualisiert.

Über Gesundes vor der Haustür reden

Matthias Metzmacher erinnert mit Blick auf die Fastenaktion an die vielen Möglichkeiten, in unmittelbarer Nähe im Rhein-Lahn-Kreis nachhaltige Angebote zu finden. Dazu zählen Direktvermarkter ebenso wie die Weltläden in Bad Ems, Katzenelnbogen, Nastätten, Nassau und Limburg. „Sie freuen sich ebenfalls über jeden Besuch und fairen Einkauf. Dort gibt es auch die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen und sich auszutauschen“, sagt Metzmacher und erinnert an Wochenmärkte und Direktvermarkter, die übers Land fahren. Gerade im Austausch mit anderen Menschen könne man von gesunden und nachhaltigen Angeboten in Nähe der eigenen Haustür erfahren. Und falls es die Coronasituation erlaubt, regt er zu persönlichen Treffen an: „Wie wäre es mit einer Verabredung, gemeinsam einzukaufen und zu kochen?“. Ein wöchentliches Treffen mit Nachbarn mit fleischlosem Essen könne eine Variante sein. Metzmacher: „Nehmen Sie sich vor allem Zeit, um mit Menschen darüber ins Gespräch zu kommen.“

Tipps  und Material zum Klimafasten

Begleitend zu den Terminen im Rhein-Lahn-Kreis bietet das Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) weitergehende Informationen zum Klimafasten an. Es bietet auf seiner Internet-Site unter dem Motto „So viel du brauchst…“ viele Informationen, Tipps, Mitmach-Aktionen  und Anregungen, mit kleinen Schritten einen Anfang für mehr Klimagerechtigkeit zu entdecken. Wochenthemen, Online-Veranstaltungen und Material sind dort zu finden. Klimafasten bedeute nicht zwangsläufig Entbehrung, sondern einfach Änderung“, sagt die Umweltbeauftragte des Dekanats und dessen künftige Dekanin Pfarrerin Kerstin Janott. „Änderung lohnt sich bei uns doppelt und dreifach: denn gerade weil wir hier so einen riesigen ökologischen Fußabdruck haben, haben wir auch die Möglichkeit, einen Unterschied zu machen.“

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