Von Becheln aus kommend, dürfen LKW nur als Lieferverkehr einfahren. Privatpersonen, die einen Umzug mit einem 7,49t LKW planen, dürfen es nicht. Die müssen über die L335 an der Tankstelle kommen denn dort gilt: Anlieger frei für LKW. Und ein Umzug ist ein Anliegen.

Anwohner sind sauer: Fahrverbot für LKW wird in Dachsenhausen kaum beachtet

in VG Loreley

DACHSENAUSEN Knapp über 1000 Einwohner zählt die beschauliche Ortsgemeinde in der VG Loreley. Neben einer Tankstelle gibt es einen Bäcker, einen Schreibwarenladen und ein funktionierendes Dorfleben. Erst kürzlich wurde mit großen Aufwand der Straßenbereich um die Bürgerhalle mit den Bushaltestellen neu gestaltet.

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Dachsenhausen ist mit zahlreichen Einbahnstraßen ausgestattet um den Verkehr einseitig zu beruhigen. Eine gute Idee die aber für einige Verwirrung sorgt. Kommt man  aus der Fahrtrichtung Becheln, sticht einem das Schild: LKW Einfahrtverbot – außer Lieferverkehr ins Auge. Das bedeutet, keine Einfahrt für LKW über 3,5t und es heißt auch, dass Privatpersonen nicht mit einem 7,49t LKW für einen Wohnungsumzug einfahren dürfen.

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Aber das ist kein Problem denn diese haben die Möglichkeit einmal im Kreis zu fahren denn am Ortseingang an der Tankstelle findet sich ebenfalls ein LKW Einfahrtverbot mit dem Hinweis: Anlieger frei. Und das bedeutet, dass auch eine Privatperson mit einem 7,49t LKW als Umzugswagen in den Ort hinein darf. Somit fährt dieser hinunter bis an die Marktstraße, kommt nicht am Schild “Lieferverkehr frei” vorbei und darf zu seinem Haus fahren. Verwirrend? Das kommt noch besser.

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Hier dürfen auch keine Linienbusse mehr nach links einfahren denn hier gilt das tatsächliche Gesamtgewicht – Diese müssen geradeaus fahren doch nicht alle sollen sich in der Vergangenheit daran gehalten haben

Was ist denn eigentlich mit Linienbussen? Das Verkehrszeichen 253 regelt das Einfahrverbot für LKW mit einem Gesamtgewicht von über 3,5t doch wiegen Linienbusse nicht auch deutlich mehr? Das tun sie und dennoch dürfen diese einfahren denn ein LKW Verbot gilt explizit nicht für Personenkraftwagen und Busse. Diese sind ausdrücklich von der Regelung ausgenommen. Und was ist mit dem Schild 3,5t (Zeichen 262) das ein Verbot der Einfahrt für Fahrzeuge über 3,5t regelt? Das gilt tatsächlich auch für Linienbusse denn hier gilt das tatsächliche Gewicht der Fahrzeuge.

Linienbusse dürfen einfahren denn diese sind PKWs gleichgestellt

Jetzt sind sie total durcheinander? Eigentlich ganz einfach. Linienbusse aus der Richtung Becheln kommend, dürfen die Haltestellen anfahren denn diese müssen sich nicht ans LKW Verbot halten. Fahren sie weiter, dürfen sie an der nächsten Gabelung nur rechts fahren da links ein Einfahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 gilt. LKW dürfen von Becheln aus kommend zum Liefern einfahren. Private Anlieger, zum Beispiel bei einem Umzug, dürfen das nicht. Diese können jedoch von der Tankstelle aus kommend einfahren da dort die Einfahrt mit einem LKW als Anlieger gestattet ist. Und ein Umzug ist sicherlich ein guter Grund für ein Anliegen.

Schilderwirrwarr – Von der L335 aus kommend an der Tankstelle dürfen LKW auch mit Anliegen einfahren. Das beträfe auch Privatpersonen die mit einem 7,49t einen Umzug planen. Aus der Fahrtrichtung Becheln kommend ist es nicht gestattet. Also… Einmal eine Runde fahren mit dem LKW

Bei dem ganzen Schilderwirrwarr geht es um etwas ganz anderes. Die Anwohner wurden in der jüngeren Vergangenheit erheblich zur Kasse gebeten für die Errichtung der Straßen rund um die Bürgerhalle. Die Anliegerkosten lagen durchweg im fünfstelligen Bereich. Dabei zweifeln einige Bewohner den Nutzen der Maßnahme an denn die Lärmbelästigungen durch die verbotswidrige Ein- oder Durchfahrt von LKW hat nach deren Ansicht nicht ab- sondern zugenommen. Dieses könnte natürlich auch an der aktuell schwierigen Umleitungssituation durch die gesperrte L335 von Dachsenhausen nach Braubach liegen.

Gerade erst neu errichtet und schon beschädigt – Vieles deutet auf LKW hin, die nicht die Kurve kriegten

Auch wir beobachteten einige LKW die während der Recherche den Ort durchfuhren ohne zu liefern oder ein augenscheinliches Anliegen hatten. Besonders ärgerlich sind auch die offensichtlichen Schäden durch den Schwerlastverkehr an den neu gestalteten Straßen.

Anlieger zahlten viel Geld für die Neuerrichtung der Straßen – Wiederkehrende Beiträge gab es noch nicht – Nun sind einige Bordsteinkanten beschädigt

Gerade erst errichtet, finden sich einige Abbröckelungen an Bordsteinkanten die nur durch große Fahrzeuge verursacht werden konnten. Sogar an Hauswänden finden sich Spuren, die durch unachtsame Fahrweise verursacht wurden.

Für manchen LKW scheint der Kurvenradius zu klein gewesen zu sein – Schon einige Male wurde die Hauswand beschädigt

Dabei wäre eine Umfahrung des Ortes durchaus möglich. Ein kleiner Umweg über die Umgehungsstraße würde ausreichen um der Problematik her zu werden. Eine echte Lösung ist nicht in Sicht. So muss man auf die Einsicht der Brummifahrer hoffen, damit es in Zukunft besser werden könnte.

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