Vor 100 Jahren starb Kommerzienrat Christian Sebastian Schmidt, Gründer der Drahtwerke (Stadtarchiv Lahnstein)

Vor 100 Jahren starb Kommerzienrat Christian Sebastian Schmidt, Gründer der Drahtwerke

in Lahnstein

LAHNSTEIN Am 1. Dezember 1851 wurde Christian Sebastian Schmidt in Niederlahnstein geboren.  Zehn Jahre später gründete sein Vater Jakob Schmidt eine Fabrikation zur Herstellung von handgefertigtem Drahtgeflecht und errichtet 1869 im Distrikt „Mückenberg“ ein erstes Fabrikgebäude. Bald darauf wurden auch Eisen- und Messinggewebe hergestellt, vor allem Siebe, für den damals in Blüte stehenden Kalk- und Erzbergbau.

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1878 wurde die Fabrikation von Sektverschlüssen aufgenommen. Im gleichen Jahr übernahm Christian Sebastian Schmidt die Leitung des Unternehmens, das heute nach ihm benannt ist.

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Enorme Fortschritte boten 1887 die Aufstellung des ersten mechanischen Webstuhls und 1890 des ersten Gasmotors. Die Petroleumleuchten wurden durch Gaslicht abgelöst, kurz danach durch elektrische Beleuchtung, wozu eine eigene Transformatorenstation den notwendigen Strom lieferte.

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1898 wurde an der Koblenzer Straße in Niederlahnstein gebaut, wo sich das Werk bis in die 1970er Jahre immer weiter ausdehnte – 1898 wurde das Werk Schwarzhausen in Thüringen gegründet und 1900 das Zweigwerk Hohenrhein erworben.

Hohenrhein wurde zum Vorfertigungsbetrieb für den Fertigungsbetrieb Niederlahnstein. Hier befanden sich bis 1978 Drahtzieherei und Verzinkerei.

1905 trat sein ältester Sohn Jakob Christian Schmidt als Prokurist in die Firma ein. 1919 erhielt die Fabrik Gleisanschluss an die Staatsbahn.  In den 1920er Jahren wurden u. a. Mausefallen hergestellt, deren Hauptabsatzgebiet in Montevideo lag.

Am 11. Oktober 1921 starb Christian Sebastian Schmidt im Alter von 69 Jahren und wurde in der Familiengruft auf dem Friedhof Niederlahnstein beigesetzt.

In zahlreichen Institutionen und Ehrenämtern war Christian Sebastian Schmidt tätig. Der Fabrikant war Stadtverordneter und Magistratsmitglied sowie Mitglied des Kreistags für den damaligen Landkreis St. Goarshausen von 1905 bis 1917. Bereits 1910 setzte er sich für die Vereinigung von Ober- und Niederlahnstein ein. Er trug den Ehrentitel Kommerzienrat. Landgerichtsdirektor Grimm verlieh ihm 1912 anlässlich der Fertigstellung des neuen Amtsgerichtsgebäudes im Auftrag des Kaisers den Roten Adlerorden IV. Klasse. Nach ihm wurden 1935 die Christian-Sebastian-Schmidt-Straße und 1979 die C.-S.-Schmidt-Brücke benannt.

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