So sah die Schillerschule um 1964 aus (Fotos: Stadtarchiv Lahnstein)

Vor 60 Jahren wurde die Lahnsteiner Schillerschule eröffnet

in Lahnstein/Schulen

LAHNSTEIN In einer festlichen Stunde in der Aula der neuen Schillerschule übergab der Architekt J. A. Klein am 20. Mai 1961 die Schlüssel an Bürgermeister Retzmann, der sie an Rektor Schneider weiterreichte. „Voll Freude ist unser Herz erfüllt“ begann der Rektor seine Rede vor Kultusminister Dr. Orth, Vertretern der Bezirksregierung, der Kreisverwaltung, des Stadtrates, des Schulausschusses und den beiden Pfarrern. Nach den Reden folgte die Einsegnung durch den katholischen Pfarrer Fröhlich und ein Weihegebet des evangelischen Pfarrers Strack. Das Blasorchester des Johannesgymnasiums sowie die Schülerinnen und Schüler der Volksschule umrahmten die Feier mit Gedichten und Liedern. Zwei Jahre zuvor, im Schiller-Gedenkjahr 1959 (Friedrich Schillers 200. Geburtstag), war der Grundstein zum Schulhausneubau gelegt worden.

Bürgermeister Retzmann übergibt Schlüssel und Modell der Schule an Rektor Schneider.

Dieser wurde notwendig, weil die beiden vorhandenen Schulbauten in der Johannesstraße (neben dem Rathaus) und Bergstraße insgesamt zu klein waren. 22 Klassen (791 Schüler) der Stufen 1 bis 8 standen im Schuljahr 1960/61 nur 15 Räume zur Verfügung. Schichtunterricht war angesagt. Außerdem genügten die sechs Klassenräume in der alten Schule Johannesstraße schon lange nicht mehr den schulischen Anforderungen. Zudem hatte das Gebäude infolge der vielen Hochwasser stark gelitten. Der 1888/90 in der Bergstraße errichtete Schulbau sollte weiterhin seinem schulischen Verwendungszweck dienen, verfügte aber nur über acht Klassenräume. Die Planung eines neuen Schulgebäudes auf dem Marktplatz 1929/30 scheiterte an den Finanzierungssorgen nach der Weltwirtschaftskrise, später an der Not der Kriegs- und Nachkriegszeit.

In den Ausschussvorberatungen und verschiedenen Sitzungen des Stadtrats Niederlahnstein vom September 1957 und Oktober 1958 wurde über den Bau einer zwölfklassigen Volksschule beraten und einstimmig der Beschluss gefasst, das Volksschulgebäude an seiner heutigen Stelle zu errichten. 46 Entwürfe gingen bei einem ausgeschriebenen Wettbewerb ein. Der erste Preis fiel auf die Arbeiten des Koblenzer Architekten J. A. Klein, dem daraufhin die weitere Entwurfsplanung und die örtliche Bauleitung übertragen wurde. Im August 1959 wurden die ersten Arbeiten ausgeschrieben, am 30. Mai 1960 konnte Richtfest gefeiert werden. Schließlich fand am 20. Mai 1961 die Einweihung statt.

Die weitere Geschichte in Kürze: Rektor Adolf Herchen übernahm am 1. April 1964 die Schulleitung, nachdem Rektor Max Schneider in den Ruhestand trat. Im selben Monat konnte die Turnhalle als Mehrweckhalle („Rhein-Lahn-Halle“) eingeweiht werden. 1966 wurde die allgemeine Schulzeit auf neun Jahre verlängert und der Schuljahresbeginn von Ostern in den Herbst verlegt.

Zum 1. August 1967 wurde die Schillerschule sogenannte „Mittelpunktschule“, das heißt Schüler aus Fachbach und Nievern wurden ab Klasse 5 aufgenommen (bis 1982).  Mit Auflösung der Volksschulen in Rheinland-Pfalz zum 1. August 1968 wurde die Schillerschule eine organisatorisch verbundene Grund- und Hauptschule. Im gleichen Jahr starb Rektor Herchen. Werner Valler wurde am 25. Februar 1969 von der Bezirksregierung Koblenz zu seinem Nachfolger ernannt.

1970/71 erreichte die Schillerschule mit 854 Schülern in 25 Klassen ihre höchste Schülerzahl – große Raumnot und Lehrermangel waren zu beklagen.

1992 wurde der Schulhof der Schillerschule neugestaltet, mit großem Zeltdach und künstlichen Bach. Im gleichen Jahr wurde Werner Valler in den Ruhestand verabschiedet.

Hans Rothenbücher wurde im Mai 1993 als neuer Rektor eingeführt.  Ab dem Schuljahr 2002/03 wurde ein freiwilliges 10. Schuljahr angeboten, um den Schülern die Mittlere Reife zu ermöglichen. Von 2005 bis 2010 war Günter Schmitt Schulleiter.

Seit Beginn des Schuljahres 2010/11 ist Heike Koulen Rektorin. Die Schule Bergstraße wurde noch bis Sommer 2008 als solche weitergenutzt. Entbehrlich wurde letztere durch die Entscheidung der ADD, die Schillerschule zu einer reinen Grundschule zu machen. So verließ mit Ende des Schuljahres 2009/10 die letzte Hauptschulklasse (Schüler der Jahrgangsstufe 10) die Schillerschule.

Heute wird die Grundschule von 260 Kindern besucht, die von 17 Lehrerinnen und Lehrern in 12 Klassen unterrichtet werden. Hinzu kommen zwei Förderschullehrer und -lehrerinnen, zwei pädagogische Fachkräfte sowie zahlreiche pädagogische Kräfte im Ganztagsschulbereich.

Seit 2008 ist die Schillerschule eine Schwerpunktschule, das heißt an der Schule werden Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen von den Grundschulehrkräften, der Förderschullehrkraft und den pädagogischen Fachkräften unterrichtet.

Seit 2010 ist die Schillerschule zudem Ganztagsschule in Angebotsform: montags bis donnerstags gibt es die Möglichkeit, die Schule bis 16.00 Uhr zu besuchen. Das Mittagessen nehmen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam in der neuen Mensa ein. Zudem können Eltern ihre Kinder an der Betreuenden Grundschule anmelden. Hierzu sind vom Schulträger vier Gruppen eingerichtet. Insgesamt werden in diesem Schuljahr 100 Kinder in der Ganztagsschule und 113 in der Betreuenden Grundschule betreut.

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