Zeltlager Gesamtaufnahme 1974

Vor 40 Jahren erhielt Lahnstein ein Köhlerhüttendorf

in Lahnstein

LAHNSTEIN Im Sommer 1981 erbaute die Stadt Lahnstein speziell für Jugendgruppen eine Freizeiteinrichtung im Süßgrund, einem Seitental der Lahn im Ortsteil Friedrichssegen. Fortan verbrachten viele Jugendliche ihre Freizeit am Rhein-Lahn-Eck.

Auf dem Zeltplatz stand ein großes Wirtschaftsgebäude mit Küche, sodass sich die Gruppen selbst verpflegen konnten. In diesem befand sich neben den sanitären Anlagen und Duschräumen ein rustikal eingerichteter Aufenthaltsraum, in dem bis zu 80 Personen Platz fanden.

Zum Übernachten standen anfangs drei, ab 1986 fünf Köhlerhütten zur Verfügung. Es handelte sich um achteckige Spitzzelte aus Holz, die zunächst nach außen mit Bohnenstangen verkleidet, später mit künstlichen Schindeln bedeckt waren. Zwei dieser Hütten verfügten über sieben, die anderen über 14 Schlafplätze. Insgesamt gab es 56 Plätze, bestehend aus Holzpritsche und Schaumstoffmatratze. Schlafsäcke und Decken mussten mitgebracht werden. Stromanschlüsse waren vorhanden.

Ein über 2.000 Quadratmeter großes Wiesengrundstück bot genügend Platz zum Spielen. Für ein Lagerfeuer stand eine große Feuerstelle mit Grillmöglichkeit und über 50 Sitzplätzen bereit. Die Sitzgruppen wurden im Jahr 2010 neugestaltet, als ein städtischer Mitarbeiter Sitzbänke aus Baumstämmen schnitzte, ebenso farbenfrohe Hinweisschilder und ein schönes Eingangsportal.

Nahaufnahme einer Köhlerhütte 2007 (Fotos: Sammlung Stadtarchiv Lahnstein)

Für die Vermietung der Anlage war die Touristinformation Lahnstein zuständig. Da zwar das Gebäude, aber nicht die Hütten beheizbar waren, konnten die Schlafplätze nur von April bis Oktober vermietet werden. Mindestmietdauer waren drei Nächte, viele Gruppen blieben bis zu 14 Tage. In den letzten Jahren nutzten jährlich zwischen 15 und 20 Gruppen, sowohl Schulklassen, Pfadfinder, Musik- und Sportgruppen als auch kirchliche Gruppierungen die Einrichtung sehr gerne. Ende 2012 wurde die Anlage aus Haushaltsgründen geschlossen.

Frau Gudrun Diel-Blum hat dem Stadtarchiv ein Gästebuch vermacht, in dem sich viele Jugendliche mit ihren Betreuern verewigt haben. Es stammt aus den Jahren 1986 bis 1992, als ihr Vater Otto Lautz dort Platzwart war. Später waren Alfons Hergenhahn und ab 2000 Gudrun Diel-Blum selbst zuständig.

2015 wurde der ehemalige Zeltplatz an eine Imkerei verpachtet, die hier Lahnsteiner Honig gewinnt, der unter anderem auch bei der Touristinformation am Salhofplatz käuflich zu erwerben ist.

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