Ermittlung zur Brandserie 2019 in der Region Hahnstätten abgeschlossen - Täter ist geständig und wurde vor Kurzem vor dem Amtsgericht Diez verurteilt

Ermittlung zur Brandserie 2019 in der Region Hahnstätten abgeschlossen

in VG Aar-Einrich

VG AAR-EINRICH Die Serie von Brandstiftungen im Sommer 2019 hat weit über die Grenzen der Verbandsgemeinde (VG) Aar-Einrich für Aufsehen gesorgt. Über Wochen waren die Wehren der Region an der Aar manchmal mehrmals pro Tag im Einsatz. An Ferien und Urlaub war nicht zu denken, die ehrenamtlichen Einsatzkräfte kamen immer wieder an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Schnell war klar, dass einige Brände wohl vorsätzlich gelegt worden waren. Die Kripo nahm die Ermittlungen auf und hatte schnell einen konkreten Verdacht. Mittlerweile ist der Täter überführt. Er ist geständig und wurde vor Kurzem vor dem Amtsgericht Diez verurteilt.

Die Brandserie hat die Menschen in der Region bewegt: Fast jeder an der Aar hat Bekannte oder Verwandte, die sich in der Feuerwehr engagieren und bei den kräftezehrenden Einsätzen beteiligt waren. Viele Menschen hatten Angst, die Brände könnten Menschen oder Gebäude in Gefahr bringen. Natürlich schossen im Laufe der Zeit Gerüchte ins Kraut, wer hinter den Brandstiftungen stecken könnte. Nachdem das Verfahren nun mit einem rechtskräftigen Urteil abgeschlossen wurde, ist es den Vertretern der Feuerwehr sowie der VG Aar-Einrich wichtig, nochmals offiziell dazu Stellung zu nehmen:

Wir sind natürlich sehr betroffen darüber, dass ein Angehöriger der Feuerwehr die vielen Brände gelegt hat“, erklärte VG-Bürgermeister Harald Gemmer. „Die Feuerwehr sieht sich als Familie – und dazu gehören bei uns mehr als 600 aktive ehrenamtliche Einsatzkräfte -, die ihren Dienst leisten zum Schutz der Bevölkerung, zuverlässig und oft unter Einsatz ihres Lebens. Dass nun ein einziger von uns so gehandelt hat, erschüttert uns: Hier wurde die Gesundheit der Kameraden gefährdet und Sachbeschädigung mutwillig herbeigeführt.“ Mittlerweile hat der Täter um seine Entpflichtung vom aktiven Feuerwehrdienst gebeten. „Wir begrüßen es, dass er selbstständig die entsprechenden Konsequenzen gezogen hat“, bekräftigt Wehrleiter Jörg Schuhmacher.

Im Falle einer Brandstiftung handelt es sich um einen kostenpflichten Einsatz. Die Kosten dafür ermittelt nun die Verwaltung, da der Verursacher zum Schadensersatz verpflichtet ist.

Gleichzeitig ist es den Vertretern der Wehr wie der VG besonders wichtig, nach vorne zu schauen: „Wir werden weiter zusammenhalten und die wichtigen Aufgaben für die Gemeinschaft in der VG so gewissenhaft wie bisher zu übernehmen. Wir möchten gar nicht darüber spekulieren, was den Brandstifter zu seinen Taten verleitet hat. Uns ist es wichtig, im Jetzt und Hier zu sein und uns auf die aktuell extrem hohe Waldbrandgefahr zu konzentrieren. Misstrauen oder Frustration haben dabei keinen Platz und würden unsere Arbeit nur unnötig ausbremsen“, erklärt Jörg Schuhmacher.

Trotzdem möchte VG-Bürgermeister Harald Gemmer zum Thema „Spekulationen“ einen Punkt ganz deutlich machen: „Wir verstehen, dass die Mitbürger seit der Brandserie im vergangenen Jahr verunsichert waren und dass sie wissen wollten, was hinter diesen Vorgängen steckte. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, Spekulationen nicht zu befeuern, damit die professionellen Ermittlungen reibungslos verlaufen. Es gab daher die strikte Anweisung an alle Angehörigen der Feuerwehr, sich zu den Vorgängen und Ermittlungen nicht zu äußern. Das war sicher für viele Bürger schwierig nachzuvollziehen, die sich mehr Informationen wünschten. Es war uns jedoch wichtig, die Ermittlungen tatkräftig zu unterstützen und niemanden an den Pranger zu stellen.“

Die Ermittlungsbehörden haben ihre Aufgabe hervorragend erfüllt – und ich bin sehr stolz, dass sich alle Feuerwehrangehörigen an ihre Verpflichtung, Stillschweigen zu wahren, gehalten haben“, unterstrich Wehrleiter Jörg Schuhmacher abschließend.

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