Matthias Lammert (CDU): Bessere Fährverbindungen für Tourismus im Mittelrheintal nötig

Matthias Lammert setzt sich für bessere Fährverbindungen ein

in Politik/Rhein-Lahn-Kreis/VG Loreley

RHEIN-LAHN-KREIS Eine Verbesserung der derzeitigen Fährverbindungen im Mittelrheintal stehen im Mittelpunkt einer Kleinen Anfrage des Landtagsabgeordneten Matthias Lammert (CDU) aus dem Rhein-Lahn-Kreis: Weil der Fährverbund zwischen Lorch, St. Goarshausen und Boppard aufgelöst wird, müssen Inhaber von Jahreskarten jetzt mehrere Jahreskarten kaufen oder sind auf immer ein- und dieselbe Fähre angewiesen.

 

Außerdem bietet der Fährbetreiber von St. Goarshausen seit 1. Juni nur noch Sommerfährzeiten bis 21 Uhr an, statt wie früher bis 23 Uhr. Das sei angesichts der Probleme für das Tourismusgewerbe durch die Coronakrise und mit Blick auf die BUGA 2029 eine „denkbar ungünstige Ausgangssituation“, so Matthias Lammert: „die aktuell eingeschränkten Fährzeiten halten mit Sicherheit u.a. viele Touristen von Tagesausflügen oder abendlichen Restaurantbesuchen ab, wenn sie fürchten müssen, die letzte Fähre um 21 Uhr zu verpassen“, befürchtet Lammert.

Matthias Lammert (CDU): Bessere Fährverbindungen für Tourismus im Mittelrheintal nötig

Er fragte deshalb bei der Landesregierung an, welche Möglichkeiten sie sieht, Einfluss auf die Fährunternehmer zu nehmen, um den Fährverbund oder eine andere geeignete Form wieder herzustellen, die Fährzeiten dem Bedarf anzupassen und beispielsweise während der Sommerzeit wieder auf 23 Uhr auszuweiten. Außerdem wollte Lammert wissen, welche finanzielle Unterstützung die Rheinfähren im Mittelrheintal vom Land erhalten, wie die Vergabe für Fähren im Mittelrheintal erfolgt und wann Fährverbindungen/Fährbetreiber neu ausgeschrieben werden müssen. Abschließend bat der Diezer CDU-Landtagsabgeordnete um Informationen zum aktuellen Sachstand für den Bau der geplanten Mittelrheinbrücke.

Verkehrsminister Volker Wissing antwortete auf die Kleine Anfrage und stellte fest, dass das Land Rheinland-Pfalz „keinen unmittelbaren Einfluss auf die jeweiligen unternehmerischen Entscheidungen und insoweit auch nicht auf den Fortbestand des Fährbundes Mittelrhein in seiner ursprünglichen Ausprägung oder in einer anderen Form“ hat. Da die rheinland-pfälzischen Fähren überwiegend privatwirtschaftlich geführt würden, bestimmten die Betreiber eigenverantwortlich nach unternehmerischen Gesichtspunkten über ihre Tarife und Betriebszeiten. Die aktuelle Betriebszeit der Fähre St. Goar – Goarshausen erkläre sich wie bei anderen Fährstandorten durch die „Corona-bedingte deutlich eingeschränkte Kundenfrequenz“. Eine Verlängerung der Fährbetriebszeit sei von der weiteren Entwicklung abhängig.

Das Land habe zehn Fährunternehmen am Rhein im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie finanziell unterstützt: Im April und Mai gab es demnach 25 Euro Zuschuss pro Fährbetriebsstunde. Insgesamt gab es dabei Zuschüsse in Höhe von 174 000 Euro, um die Umsatzeinbußen der Unternehmen abzumildern und zu vermeiden, dass der Fährverkehr eingestellt wird. So habe man eine Grundversorgung in diesem Bereich sichergestellt.

Eine Ausschreibung der eigenwirtschaftlich betriebenen die Unterlagen sei nicht erforderlich: Der Betrieb einer Fähre auf schiffbaren Gewässern bedarf demnach jedoch einer Genehmigung durch den LBM – das gilt allerdings nicht für Fährverkehre, die bereits im August 1960 betrieben wurden, als das rheinland-pfälzische Landeswassergesetz in Kraft trat.

Matthias Lammert (CDU) setzt sich für bessere Fährverbindungen im Mittelrheintal ein (© Annette Schön Katharina Müller Fotografie)

Zum Stand der Dinge in puncto Mittelrheinbrücke teilte das Wirtschaftsministerium mit, dass das Innenministerium momentan die Unterlagen für ein Raumordnungsverfahren herstelle. Verschiedene Gutachten unter anderem zur Verkehrsuntersuchung, Wirtschaftlichkeit, visuellen Wirkung und Umweltverträglichkeit seien in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sollen voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres vorliegen. Erst anschließend könne das Raumordnungsverfahren beantragt werden.

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