Geschichte

Vor 325 Jahren wurde das „Historische Wirtshaus an der Lahn“ in Lahnstein errichtet

in Lahnstein
Wirtshaus und Zollturm, Foto von 1895. Im Hintergrund die alte Barbarakirche am Kirchplatz (Stadtarchiv Lahnstein)

LAHNSTEIN Am Niederlahnsteiner Lahnufer befindet sich das „Historische Wirtshaus an der Lahn“. Auch wenn mehrere Orte an der Lahn, wie auch Marburg oder Dausenau, sich um das Vorrecht streiten, das Original-Wirtshaus in ihren Mauern zu besitzen, so spricht einiges dafür, dass das berühmt-berüchtigte Lied von der Wirtin an der Lahn in Lahnstein entstanden ist.

Der dreigeschossige Fachwerkbau wurde vor genau 325 Jahren mit steinernem Erdgeschoss errichtet. Über der Tür stehen die Initialen der Erbauer mit der Jahreszahl „WBK 1697 CSHF“. In jenem Jahr erwarben der Gerichtsschöffe „Wilhelm Balthasar Kalkofen und Catharina Seine Hausfrau geb. Filsengräber“ das Grundstück und errichteten einen stattlichen Fachwerkbau. Das Ehepaar hat nach Eintragung in den Kirchenakten im Jahr 1670 geheiratet. Frau Kalkofen starb 1727 als Witwe im Alter von 79 Jahren. Weiterlesen

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Vor 150 Jahren wurde der Bergmannsfriedhof Friedrichssegen erstmals belegt

in Lahnstein
Grab der Louise Fuchs geb. Adami (Fotos: Bernd Geil / Stadtverwaltung Lahnstein)

LAHNSTEIN Am Ende des Friedrichssegener Tales, oberhalb des Tagschachtes und nahe der Quelle des Erzbachs, befindet sich der alte Bergmannsfriedhof. Rund drei Kilometer von der Lahn entfernt, mitten im Wald, ist er heute ein verborgenes Kleinod, das unter Denkmalschutz steht.

Etwa 500 Menschen fanden hier in den Jahren 1872 bis 1937 ihre letzte Ruhe. Nur wenige Grabsteine sind auf dem Bergmannsfriedhof erhalten, noch seltener unbeschädigt. Manche sind mit den Bergbausymbolen Schlägel und Eisen verziert. Die Inschriften verdeutlichen, dass sich Menschen aus verschiedenen Orten im Laufe der Zeit in dem Bergbauort niedergelassen haben, um ihr Brot unter Tage zu verdienen. Clausthal-Zellerfeld, Osterode, Braunlage oder auch Schierke im Harz sind als Geburtsorte zu entziffern. Weiterlesen

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Vor fünf Jahren starb Heinrich Kanz

in Lahnstein
Prof. Heinrich Kanz bei seiner Buchvorstellung, 1995 (Foto: Erwin Pollak)

LAHNSTEIN Wandern auf dem Lahn-Camino“ und die „Weiße Rose“ – zwei Begriffe hängen in Lahnstein sehr eng mit einem Mann zusammen, der sich in der Stadt in beiden Bereichen über das allgemeine Maß hinaus engagiert hat: Prof Dr. Heinrich Kanz, geboren am 27. April 1927 in Bensheim/Bergstraße.

Seit September 1963 wohnte Kanz in Lahnstein. Als Vater von vier Kindern engagierte er sich von 1973 bis 1979 als Schulelternsprecher am Lahnsteiner Marion-Dönhoff-Gymnasium. In seine Amtszeit fallen die 100-Jahrfeier und die Einführung der Mainzer Studienstufe, wo er sich mit Nachdruck für die Verbesserung des äußeren Rahmens und für die Verbesserung der Raumsituation insgesamt einsetzte. Weiterlesen

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Vor 25 Jahren starb Fritz Berlin, Oberlahnsteiner Bürgermeister, Kurdirektor und Künstler

in Allgemein
Die Marktfrau und der Schutzmann, zwei Koblenzer Originale von Fritz Berlin gestaltet. (Fotos: Stadtarchiv Lahnstein)

LAHNSTEIN Einem ehemaligen Bürgermeister von Oberlahnstein verdankt Niederlahnstein seinen „Baareschesser“. Das Stadtoriginal in Bronze wurde 1992 am Niederlahnsteiner Ufer eingeweiht. Sein Schöpfer Fritz Berlin starb am 14. April 1997 im Alter von 72 Jahren.

Geboren wurde Fritz Berlin am 21. September 1924 in Koblenz. Als parteiloser Bewerber wurde der Zolloberinspektor am 25. Juli 1963 vom Oberlahnsteiner Stadtrat durch die Stimmen der CDU und einer Wählergemeinschaft mit knapper Mehrheit gewählt. Die 12-jährige Amtszeit endete vorzeitig durch den Zusammenschluss der beiden bis dahin selbstständigen Städte Niederlahnstein und Oberlahnstein am 07. Juni 1969, als der Jurist Rolf Weiler zum Beauftragten für Lahnstein für die Verwaltungsreform eingesetzt wurde. Weiterlesen

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Vor 25 Jahren wurde die Schule in der Lahnsteiner Johannesstraße abgerissen

in Lahnstein/Schulen
Vor 25 Jahren wurde die Schule in der Lahnsteiner Johannesstraße abgerissen Die ehemalige Schule von vorne (hier 1980er Jahre). - Foto: Sammlung Stadtarchiv Lahnstein

LAHNSTEIN Als 1997 der Nassau-Sporkenburger Hof neu eröffnet wurde, wurde auch der Vorplatz neugestaltet. Dabei wurde das ehemalige Schulgebäude Johannesstraße abgetragen.  Die „good ahl Schull“, wie die alteingesessenen Niederlahnsteiner ihre ehemalige Volksschule nannten, wurde 1832 erbaut. Das Gebäude umfasste zwei Stockwerke und zwei Eingänge, die es in drei gleiche Abteilungen einteilten. Der westliche Eingang führte in die vier Klassenzimmer, deren zwei gegenüber in der unteren und zwei in der oberen Etage waren und jedes damals 100 Kinder fassen konnte, wie die Schulchronik berichtet. Der östliche Eingang führte zur Rathausstube, unter welcher sich von gleicher Größe das Spritzenhaus befand. Weiterlesen

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Vor 60 Jahren starb der Lahnsteiner Kommunalpolitiker Josef Schickel

in Lahnstein
Vor 60 Jahren starb Josef Schickel - Handwerksmeister, Kommunalpolitiker, Präsident des Sängerbundes und populärer Mitbürger (Foto: Die Trauergemeinde am Grab nahe der Friedhofskapelle Braubacher Straße, 1962. (Fotos: Sammlung Stadtarchiv Lahnstein))

LAHNSTEIN Einen Tag nach seinem 60. Geburtstag starb am 04. März 1962 Schlossermeister Josef Schickel. Der wegen seiner Körperfülle liebevoll „Dick Schickel“ genannte neunfache Familienvater, Kommunalpolitiker, Kreishandwerksmeister und Präsident des Sängerbundes Rheinland-Pfalz ist bis heute unvergessen.

Geboren wurde er am 03. März 1902 als Enkel des Zeitungsverlegers Franz Gottlieb Schickel, der seit 1863 die Lahnsteiner Zeitung herausgab. Josefs Onkel Eduard, der die Druckerei übernommen hatte, verkaufte sie 1919 an Fritz Nohr. Josefs gleichnamiger Vater Josef Schickel senior hatte 1897 Agnes Siere geheiratet und mit ihr noch zwei weitere Kinder, nämlich Wilhelm und Katharina bekommen. Josef Schickel jr. begann nach der Volksschule eine vierjährige Lehre im Schlosserhandwerk bei der Baumaschinenfabrik Gauhe & Gockel, später Baumaschinenfabrik Otto Kaiser, in Oberlahnstein. 1921 gründete er seinen eigenen Betrieb in Oberlahnstein. 1930 wurde sein Betrieb in die Handwerksrolle eingetragen. 1931 heiratet er Anna Maria Herber und bekam mit ihr acht Kinder. Sie lebten in der Wilhelmstraße 26.

Seit April 1936 durfte Josef Schickel den Meistertitel führen. Er baute eine Schlosserei auf, die er später um den Heizungsbau erweiterte. 1940 verstarb seine Frau Maria kurz nach der Geburt des achten Kindes. Jedoch schon 1941 heiratete er Maria Zwerschke aus Schlesien, mit der er 1943 einen Sohn bekam.

Bis zu seinem Tod war Schickel nicht nur ein erfolgreicher Geschäftsmann, sondern auch gesellschaftlich in vielen Vereinen integriert. Sein ehrenamtliches Engagement erstreckte sich in viele Bereiche: Er war Präsident des Sängerbundes Rheinland-Pfalz, Kreislehrlingswart für den Loreleykreis, Mitglied des Kreistages und des Kreisausschusses für die CDU, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank, Innungsobermeister der Schlosserinnung sowie Vorsitzender, Mitglied und Ehrenmitglied vieler örtlicher und überörtlicher Vereine und Körperschaften.

Josef Schickel, Portrait von 1961 ((Fotos: Sammlung Stadtarchiv Lahnstein)

Unermüdlich war sein Wirken für den deutschen Chorgesang und die Ideale des Handwerks. Seine vielfältige, fruchtbare Arbeit für die Gemeinschaft fand eine äußere Ehrung und Anerkennung durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes und der goldenen Schubert-Plakette (Wien).

1948 nahm Josef Schickel als Vertreter des Sängerkreises St. Goarshausen an der Gründung der Sängerbundes Rheinland-Pfalz teil. Er wurde in den Gründungsvorstand gewählt und übte das Amt des Schatzmeisters aus. 1952 wurde er zum Präsidenten des Chorverbandes gewählt und damit oberster Repräsentant aller Chöre in Rheinland-Pfalz. Ein Amt, das er zehn Jahre lang – bis zu seinem Tod – ausübte. Persönlich sang er im MGV 1863 Oberlahnstein, dessen Vereinsführer er in den 1930er Jahren war. Dass er kein Nazi war, ist durch Strafbefehle belegt, die er 1935 von der Staatsanwaltschaft erhielt, weil er sich herabsetzend über die Hitlerjugend, SA und Angehörige der NSADAP geäußert hatte. Letzteren hatte er öffentlich „die im Reich vorkommenden Kirchenschändungen zur Last gelegt“.

Nach kurzer Krankheit verstarb er plötzlich am 04. März 1962. Mehrere hundert Menschen nahmen auf dem Oberlahnsteiner Friedhof Abschied von Josef Schickel. Der Landrat des Loreleykreises würdigte stellvertretend für den Ministerpräsidenten die vielfältigen Verdienste des Verstorbenen auf kulturellem, beruflichem und kommunalpolitischem Gebiet. Er habe versucht, „stets mit einem Wort des Humors auszugleichen“.

Für den MGV sprach der 1. Vorsitzende Hermann Pott Worte des Dankes und Abschieds und nannte Schickel einen „väterlichen Freund“.  Der Direktor der Berufsschule, Philipp Gehling, sprach für den Kreis- und Ortsverband der CDU und würdigte Schickels Wirken in allen Gremien „als echten Bürger“.

Weitere Reden folgten für den Deutschen Sängerbund und das Kreishandwerk.  Pfarrer Dekan Paul Hergenhahn segnete das Grab, die Schützenbrüder gaben dem Toten das letzte Geleit und die Männerchöre des Kreises sangen unter Leitung von Chordirektor Herbert Wolf ihrem Sangesbruder und Bundesvorsitzenden zum Abschied (Pressemitteilung: Stadt Lahnstein).

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Vor 100 Jahren feierte die Turngemeinde Oberlahnstein Kirmes an Fastnacht

in Lahnstein
Rückseite des 50-Pfennig Scheins. (Sammlung Stadtarchiv Lahnstein)

LAHNSTEIN Fällt die Fastnacht 2022 wegen der Pandemie aus, so zwangen vor genau 100 Jahren andere Gründe zum Verbot von öffentlichen karnevalistischen Veranstaltungen. Die französische Besatzungsmacht, die in diesen Jahren das Rheinland besetzt hielt, hatte Veranstaltungen nur mit strengen Auflagen genehmigt. Fastnachtssitzungen wurden verboten, denn man befürchtete, sicher nicht zu Unrecht, dass traditionsgemäß die Obrigkeit lächerlich gemacht würde.

In der Turngemeinde Oberlahnstein (TGO) wusste man sich zu helfen: Für die drei Tage von Samstag, 18. Februar bis Montag, 20. Februar 1922 lud man zu einem „Rheinischen Volksfest“ ins Turnerheim ein. 70 Mitglieder schmückten die großen Räume mit einer Anzahl von Ständen wie Schießstand, Ballwerfen, Losbuden, „Schreckenskammer“ oder „Schnell-Photographie“ und gastronomischen Aufbauten. Genannt werden Heckenwirtschaft, Bockbierfest und Schlachtfest. So lud die TGO zu „Kirmestrubel“. Gegen kirchliche Feiern hatten die Besatzer generell nichts einzuwenden und so wurde die Kirmes vom September in den Februar verlegt, was den Franzosen offenbar nicht auffiel und wozu die städtische Polizeibehörde zwei Augen zudrückte, zumal die Feierlichkeiten in Innenräumen stattfanden. Weiterlesen

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Vor 100 Jahren wurde der Gründer und Vorsitzender des Tanzkreis Lahneck Helmut Ragge geboren

in Lahnstein
Tanzkreis Lahneck zusammen mit La Brissaudo/Vence und Rapper Men Kettering, 1977, Martinsschloss. Helmut Ragge steht ganz rechts. (Fotos: Sammlung Stadtarchiv Lahnstein)

LAHNSTEIN Vielfältig engagiert war Helmut Ragge im ehemaligen Eisenbahnersportverein Lahnstein und in der Städtepartnerschaft mit Vence und Kettering. Geboren wurde er am 19. Februar 1922 in Vielbach/Westerwald als Sohn von Emmi und Karl Ragge. Seit 1928 lebte er mit seinen Eltern in Lahnstein, wo er nach der Volksschule das Gymnasium besuchte. Nach dem Krieg ging er nach Bad Ems zur Ausbildung bei der Deutschen Bundesbahn. Er wurde Bahnbeamter beim Betriebsamt Niederlahnstein und war zuständig für die Liegenschaften im gesamten Westerwald. Weiterlesen

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Als vor 100 Jahren das Tanken in Nassau noch ein Handwerk war

in VG Bad Ems-Nassau
Als vor 100 Jahren das Tanken in Nassau noch ein Handwerk war (Foto: Foto aus dem Nachlass Alfons Schleimer, Stadtarchiv Nassau - Tankstelle in Nassau Mitte der fünfziger Jahre)

NASSAU Vor 100 Jahren gehörten handbetriebene Tanksäulen zum alltäglichen Straßenbild. Nach Erfindung des Automobils im Jahre 1886 konnte man Benzin zunächst nur in Apotheken kaufen. Die Tanks umfassten fünf Liter. Dementsprechend gering war die Reichweite, die man damit fahren konnte. Ab etwa 1900 gab es Tanksäulen, die am Straßenrand auf dem Bürgersteig montiert waren. Sie standen meistens vor Läden, Drogerien, Werkstätten oder Gasthäusern und wurden von dessen Inhabern betrieben. In Obernhof bot beispielsweise das Gasthaus Bingel, welches sich an der Kreuzung bei der Lahnbrücke befand, eine Tankgelegenheit. Weiterlesen

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Vor 100 Jahren gründete sich die Kegelgesellschaft 1922 Lahnstein – Kegelsport war in Lahnstein weit verbreitet

in Lahnstein
Die Kegelbrüder der Kegelgesellschaft 1922 Lahnstein an ihrem Stammtisch im Kurhotel, 1973. Von links: Huth, Pott, Wagner, Harig, Huster, Körber, Krebs, Zakolowski, Kursch.

LAHNSTEIN Gekegelt wurde in Lahnstein bereits im Kaiserreich. So richtig an Fahrt nahm der Kegelsport in den 1920er Jahren auf. Eine der ältesten und langlebigsten Lahnsteiner Vereine war die Kegelgesellschaft 1922 Lahnstein – der Name nennt Geburtsjahr und Programm. Einige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg fand sich ein Kreis von Freunden zusammen, um sich wöchentlich einmal zum Kegeln zu treffen. Es ging ihnen – wie wohl fast allen Hobbykeglern – um Geselligkeit und Frohsinn, um Erholung von beruflicher Anspannung, um Abwechslung in des Lebens Allerlei, daneben auch um „Trimm Dich fit“, heißt es in der 1972 erschienenen Festschrift zum 50-jährigen Bestehen des Vereins. Weiterlesen

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