"Schweinedienste gibt es bei uns nicht" - Verdi bestreikt koveb Koblenz trotz übertariflicher Bezahlung(Foto: Maximilian Wegner, Lizenz: Creative Commons 4.0 //creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en)

“Schweinedienste gibt es bei uns nicht” – Verdi bestreikt koveb Koblenz trotz übertariflicher Bezahlung

in Koblenz

KOBLENZ Die Coronapandemie hat auch den ÖPNV in Rheinland-Pfalz sehr hart getroffen. Durch die massiven Fahrgastrückgänge fehlen notwendige Fahrgeldeinnahmen zur Finanzierung. Dank der Corona-Hilfen konnten die Erlösverluste zumindest teilweise ausgeglichen werden.

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Die Verluste, deren Folgen in den kommenden Jahren noch dramatischer zu spüren sein werden, treffen auch die Landesregierung, die Städte und Landkreise, die den ÖPNV letztlich finanzieren und in schwierigen Zeiten dennoch für eine Mobilitätswende hin zu mehr Klimaschutz eintreten.

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Zudem setzt die koveb aktuelle ver.di-Forderungen nach durchbezahlten Diensten bereits seit vielen Jahren um – die von ver.di sogenannten „Schweinedienste“ gibt es bei der koveb gar nicht

Ver.di spricht in Flugblättern davon, dass „Verkehrsunternehmen in Fördergeldern schwimmen“. Mit dieser und weiteren markigen Botschaften werden Beschäftigte unter Vortäuschung falscher Rahmenbedingungen zum Streik animiert. Offensichtlich sind aufgrund der falschen Markteinschätzung extreme Erwartungshaltungen entstanden, die dazu führen, dass eine – insbesondere in diesen Zeiten – völlig marktunübliche Lohnerhöhung von 30% noch immer als unzureichend angesehen wird. Der reine VAV-Stundenlohn im Fahrdienst liegt nun bei 2.900 € brutto. Hinzu kommen Spesen, Zulagen und Prämien.

Busfahrer verdienen zwischen 3400,00 und 3700,00 EUR Brutto

Dank des Engagements von Oberbürgermeister David Langner und des Koblenzer Stadtrats konnte die koveb rekommunalisiert werden. Das heißt: Die Arbeitsplätze der Beschäftigten können dauerhaft gesichert und übertarifliche Vergütungsbausteine umgesetzt werden. Auch die jahrzehntelange Expertise für den Betrieb ist gegeben – mit Blick auf die aktuellen Zustände in der Region ist auch dies ein großer Bonus für die Beschäftigten der koveb. Damit wurden die Grundlagen für eine solide Betriebsführung, Vergütung und ein wichtiger Schritt in Richtung Verkehrswende gelegt. In Summe liegt die koveb-Vergütung mit allen Bestandteilen im Fahrdienst seit dem 01.01.2022 im Schnitt zwischen 3.400 € und 3.700 € brutto monatlich. Zudem setzt die koveb aktuelle ver.di-Forderungen nach durchbezahlten Diensten bereits seit vielen Jahren um – die von ver.di sogenannten „Schweinedienste“ gibt es bei der koveb gar nicht.

Da der Gewerkschaft diese übertarifliche Vergütung der Koblenzer Verkehrsbetriebe noch nicht auskömmlich erscheint, wird auch die koveb bestreikt. Und sogar im durch die Flutkatastrophe schwer getroffenen Ahrtal wird gestreikt. Dieses Vorgehen wird den ÖPNV in Rheinland-Pfalz nachhaltig beschädigen – zum Nachteil aller Beteiligten. Die Vorgehensweise von ver.di ist aus Sicht der koveb-Geschäftsführung unanständig und maßlos. Bei unseren Fahrgästen, die vom Vorgehen der Gewerkschaft massiv betroffen sind, bitten wir um Verständnis für die Fahrausfälle. Die koveb setzt alles daran, das Fahrtangebot so umfangreich wie möglich und den Buslinienverkehr in Koblenz nach Kräften krisensicher zu gestalten (Pressemitteilung: Koveb Koblenz).

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